Archive for Mai, 2011

Facebook - Deine Freunde und Freundesfreunde

fbfriends01Eigentlich war ich ja von Facebook schon immer so abgeneigt wie von Myspace und anderen Netzwerken. Konnte die Namen mit ihrem eigentlichen Inhalt bis vor wenigen Jahren noch nicht mal voneinander unterscheiden. Und doch ahnte ich schon, zu was das führt, bevor ich überhaupt daran dachte, mich dort zu registrieren. Aber es kam, wie es kommen muss.

Nachdem ich über ein Jahr lang meine Sichtweisen und Klageschreie einer zum Großteil unbekannten Verfolgergruppe über Twitter zugänglich gemacht hatte, wechsle ich schließlich auf das Drängen zweier Exfreunde im März 2010  zu Facebook und habe drei Freunde. in meiner Liste. Und siehe da! Sogar der nette Nachbar ist dort angemeldet und die Nachbarin… und die müssen natürlich sofort geadded werden. Da ich weiß, dass das Internet böse ist, habe ich meine Sicherheitseinstellungen von Anfang an richtig konfiguriert und kann daher auch nicht bei Google gefunden werden. Zudem führe ich mein Profil unter einem Vornamen, der seit 1997 geläufig ist, aber nicht in meinem Ausweis steht. Unter meinem Kindnamen kennt mich sowieso kaum mehr jemand, außer ehemaligen Klassenkameraden. Und die interessieren mich sowieso zum Großteil nicht im Geringsten. Bis auf wenige, besondere Ausnahmen, die es wert sind und zum Teil mittlerweile auch schon in meiner Liste aufgeführt sind.

Ein paar Tage später schon suche ich ganz aufgeregt nach noch mehr Leuten. Schließlich möchte ich doch mithalten können, meine Freunde haben schon um die vierzig und mehr. So einige bekannte Gesichter aus dem Viertel kommen hinzu und nach dem Besuch einer ungenehmigten Freiluft-Party in Gräfelfing stehen gleich zwanzig Freunde mehr in der Liste. Und ein Anwalt. Woher der mich auch immer kennt. Als dann auch ein paar gute Freunde wiederum wegen mir mitziehen, verstummt langsam das Handy. Darüber bin ich eigentlich froh und nehme es nur beiläufig wahr. Ich kann meinem Mitteilungsdrang stetig nachgehen und genieße jeden Kommentar. Sei ehrlich, das tust DU auch.

An meinem Geburtstag im Sommer besuche ich Augsburg und bekomme so viele Glückwünsche wie nie zuvor. Etwa 60 Geburtstagswünsche an der Facebook-Pinnwand und drei Postkarten im Briefkasten. Und einige Tage später kommen wieder etwa zehn neue Freunde aus Augsburg dazu. Ein Großteil davon ist heute nicht mehr in meiner Liste. Und irgendwann lese ich den ganzen Tag was die anderen tun und schreibe was ich tu. Was ich denke, fühle und was mich ankotzt. Klar, man trifft sich noch. Aber das wird weniger werden.

Nach ein paar Monaten habe ich über hundert Facebookfreunde und durch deren Freunde entdecken mich täglich und wöchentlich wieder andere. Auch Mitglieder meiner Familie stoßen schon vereinzelt dazu. Und sie lesen täglich meinen Scheiß. Und davon schreibe ich nicht wenig. Unter Alkoholeinfluss oder in starken Depressionsphasen schreibt man gerne Dinge, die man später peinlich berührt löscht. Und Menschen, die mich früher vielleicht nicht richtig kannten, lernen mich spätestens jetzt kennen. Sie lesen, was mir gefällt und über was ich mich aufregen kann. Sie sehen anhand meiner Bilder, wie ich jetzt aussehe und was ich gerne tue. Sie wüssten vermutlich auch, welchen Fetisch ich habe und welches Deo ich gerne benutze, wenn ich bei jedem Scheiß auf den Button klicken würde. Und das alles, ohne, dass man sich in 10 oder in 20 Jahren je persönlich gegenübersaß.

Anfangs nehme ich gar nicht so sehr wahr, was ich selbst schreibe, sondern eher das, was mir meine Freunde offenbaren. Einer, der möchte jeden Tag sterben und schimpft über das Leben. Der andere schimpft über die bösen Fotzen, die ihn verarschen, wieder ein anderer ist schon ewig einsam und bekundet das in seinen Profilbildern. Anfangs reagiere ich geschockt darüber und möchte helfen, ein paar Monate später, als ich schon ebensolchen Mist an der Pinnwand hatte, berührt es mich nicht mehr. Einer schreibt sogar, wenn er Pudding isst oder der andere jeden Tag, dass er in den Park geht. Das finde ich dann sehr übertrieben.

Kaum habe ich ein paar Szeneschwuchteln im Profil, weil ich mal mit einem was hatte oder ihn kenne, wollen mich hundert andere adden, von denen jeder etwa 400-500 „Freunde“ in der Liste hat. Schrecklich diese Entwicklung. Dem einen oder Anderen gebe ich schließlich nach, weil er etwa so hübsch ist, in Bayern lebt oder mir ein Treffen verspricht. Aber auch solche Versprechungen (nicht Alle!) gehen meist im Nichts unter. Im Nichts der Freundesammelmaschine. Und ich sortiere wieder aus. Man sagt nicht mehr: „Hey, es passt nicht zwischen uns.“ Man klickt auf : „Als Freund/in entfernen“ und es hat sich.

Dann gibt es auch jene, sogenannte Trolle, die unter Statusmeldungen ihren dümmsten Gedankenschiss ablassen, nur damit sie beachtet werden. Ich kenne sie persönlich zwar anders, wundere mich dann aber immer wieder über solch ein online-Verhalten. Vermutlich haben sie keine echten Freunde. Ja, auch die Narzissten kommen nicht zu kurz. Da ist der Schönling, mit dem ich einst eine kurze Affäre geführt hatte, der sehr zickig reagiert, wenn man seine neuen Bilder nicht dementsprechend kommentiert. Er teilt gerne aus, aber mag Kritik nicht anerkennen. Von ihm gibt es nicht wenige, speziell unter den schwulen „Einmalgeschichten“, die ich auch nach und nach aussortiere, weil da nichts mehr ist, irgendwann. Nur noch die oberflächliche Pinnwand und „gefällt mir“. Oder Stille. Oder „huhu“.

Irgendwann werden mir diese ganzen Spieleanfragen zu dumm und ich beginne, sie alle nach und nach zu blockieren. Später werden mir auch diese virtuellen Umarmungen, Schokoherzen und Blumen zu viel, weil ich es einfach nicht wahrhaben möchte, wie man diese Trägheit nur unterstützen kann, keine Freuden mehr persönlich weiterzureichen. Alles über Facebook. Sogar das „Anstupsen“ wird schon als eine Art Aufforderung zum Sex geahndet. Und es geht noch weiter. Die Lethargie, Faulheit und Unkreativität vieler User wird von Facebook auch noch unterstützt, indem sie gar nicht mehr kommentieren brauchen, warum ihnen ein Status oder Link gefällt, es „gefällt mir“ einfach. Sicher, ich mach das auch, einfach klicken, wenn ich grade mal nicht weiß, was ich drauf schreiben soll. Aber ob das unseren Horizont wesentlich erweitert? Ich befürchte, das Gegenteil wird der Fall sein. Ich bemerke es in meinem Blog sehr drastisch, seit ich diesen Gefällt-mir Button eingebaut habe. Man sieht zwar, wie vielen Leuten das gefällt; es sind auch bedeutend mehr Reaktionen, als die früheren Kommentare auf meine Texte, aber die persönlichen Meinungen der Leser vermisse ich trotzdem sehr. Auch wenn das Wort schon immer „geduldig“ war, so war es doch mehr Ausdruck über eine Sache, als ein Klick, eine 1 und eine 0.

Es gibt noch so eine Gruppe von Menschen, die möchten einem bestimmten „Freund“ mit ihren scheinbar allgemein gedachten, durch die Blume geschriebenen Pinnwandeinträgen gezielt und direkt ansprechen und ein damit verbundenes, schlechtes Gewissen einreden. So wie etwa: „Schlimm, dass es Menschen gibt, die auf Nachrichten gar nimmer antworten…“ Der Betroffene, sofern er etwas Geist besitzt, ahnt sofort, dass er damit gemeint ist. Aber auch zehn bis hundert andere, weniger oder unbetroffene „Freunde“. Und die fragen dann zum Teil nach was los ist oder distanzieren sich zusehends und schon ist die Intrige geboren.

Heute muss die Hausfrau nicht mehr mit dem Kinderwagen im Park sitzen, um zu erfahren, dass Frau Mustermann schon wieder schwanger ist. Sie liest es neben dem Bügeln auf Facebook. Kostet ja nichts. Eine SMS hingegen schon. Du erfährst sofort, dass sich einer Deiner Freunde neue Schuhe gekauft hat, obwohl er dir schon seit Wochen 50,00 schuldet und ja so pleite ist. Und so kommt es auch, dass wir unsere sogenannten Freunde mit dem unsinnigsten Müll und unzähligen Youtubevideos zukleistern, die im Grunde genommen kaum einen interessieren. Am schlimmsten sind ja jene, die täglich immer den gleichen Scheiß posten und auch noch selbst liken. Bei Anfängern mag ich darüber hinwegsehen; jedoch wenn der Horizont eines Menschen weit genug reicht, sollte er nach ein paar Monaten verstanden haben, dass man das nicht tut. Das ist etwa ein solcher Fauxpas, wie wenn man sich einen runterholt, sich anschließend auf die Schulter klopft und sagt: „Du Hengst!“ Es interessiert keinen, außer ein paar Voyeuren oder armen Wichsern, wenn sie Dir dabei an der Cam zusehen könnten.

Nach einiger Zeit bemerken sicher viele von uns, dass sie eigentlich viel zu viele Leute in der Liste haben, die sie gar nicht kennen oder nur einmal gesehen haben. Irgendwann stellst du auch schleichend fest, ob du nur eine Karteileiche unter deren Listen ist, oder ob sie Interesse an Deinem Leben haben. Aber wie gesagt, das betrifft eher jene, deren Horizont so weit reicht. Einige andere werden nicht mal meinen letzten Satz verstehen und liken sich weiter, wollen nie wieder von der Facebookbühne des Narzissmus herunter und schreien 549 Freunde an, warum sie so scheiße zu ihnen sind, anstatt solche Dinge untereinander und persönlich mit DEM Betroffenen zu klären. Wie ich eingangs schon erwähnt hatte, habe auch ich selbst meine Erfahrungen damit gemacht und war nie ein Engel. Aber ich habe Weisheit erlangt. Wenn ich heute depressiv bin, steht meist gar nichts mehr an meiner Pinnwand, höchstens ein Gedicht. Und trotzdem muss ich vorsichtig sein, wenn ich getrunken habe. Und das rate ich auch euch.

Nicht vergessen möchte ich auch die Unsichtbaren, Stillen, im Grunde genommen die Gruppe, die am stärksten zu beneiden wäre, von der aber nicht unbedingt am wenigsten Gefahr oder Enttäuschung ausgeht. Es gibt unzählige, verschiedene, ineinander verworrene Charaktere und sehr gute Schauspieler. Ihr dürft nie das Internet mit der Realität verwechseln.

Ab und an, vielleicht einmal im Monat, vielleicht auch wöchentlich erfährt man einen kleinen Funken von den “Stillen”. Auch darüber freut man sich. Jedoch ist diese Art von Klientel für Facebook wenig hilfreich, kaum gewinnbringend. Wenn Facebook nicht weiß, was dir gefällt, weiß es schließlich auch nicht, was es dir verkaufen kann. Und auch daran wird Facebook arbeiten und die „wenig Gewinnbringenden“ mit Bugs und Verzögerungen bestrafen. Denn Facebook ist und bleibt ja kostenlos.

Da sind die Verständnisvollen. Sie unterteilen sich in „Lange nicht gesehen“, „nie gesehen“ oder „beste Freunde“. Sie sind immer deiner Meinung und fühlen mit Dir. Vielleicht, weil sie sich in dir wiedererkennen oder einfach auf dich stehen.

Auch der Wetter-Jammer-Schorsch findet seine Plattform hier ebenso wie der naive 15jährige, der jede Woche seinen Beziehungsstatus ändert. Sogar Menschen, die jeden Tag „Guten Morgen“ und „Gute Nacht“ schreiben, finden sich dort. Unter den Freundesammlern, die jeden DEPPEN annehmen, weil sie denken, Facebook ist ein Lebenssport, finden sich sogar Kommentare auf solchen Trott.

Am Grauenhaftesten finde ich ja diese Kettenbriefchen, die mit den Sätzen enden: „…und wenn Du nicht feige bist, kopier das in Deinen Status!“ Das ist das krasse Gegenteil jeglicher Art von Kreativität. Warum schreibt ihr solche Texte nicht selbst und ohne die Aufforderung, ihn zu kopieren. Mit dieser Kopiererei wird die Menschheit doch SOZIAL nur noch mehr träge, als sie es schon ist! Und dann gibt es noch die Überdeppen hier, die jeden Hoax und sämtliche Kettenmeldungen mit sogenannten Virusmeldungen oder Warnungen vor Pädophilengruppen gleich an ihrer Pinnwand teilen müssen und diesen Scheiß teilweise sogar noch glauben, nachdem man sie eindringlichst aufgeklärt hat.

Natürlich gibt es auch den vernünftigen Teil, von deren Pinnwandeinträgen ich, auch wenn es wenige sind, immer mal wieder entzückt kommentiere und natürlich auch mal den „Gefällt-mir“ Button drücke. Aber alles in einem gesunden Maß und ohne die eigene Kreativität zu verlieren, einem Menschen auch mit ein paar Worten mitteilen zu können, was ich von seinem Text halte. Mark Zuckerberg bewahre uns vor dem „Gefällt-mir-nicht“ Button, vor dem Bösen, den ich als leicht naiver Neuling noch mit gefordert hatte. Ich möchte uns nicht ausmalen, zu welchen Folgen der erst führt.

Sicher hat Facebook seine guten, positiven Aspekte. Sonst stünde nicht eine so große Usergemeinde dahinter. Es bringt Menschen zusammen. Aber auch auseinander. Und ihr solltet Euch auch im Klaren sein, dass jedes einzelne Wort, das ihr hier schreibt, jeden Link, den ihr hier präsentiert und künftig auch jedes Bild, Eure Freunde und Partner, durch viele verschiedene, komplizierte Algorithmen laufen und am Ende EUCH präsentieren. Alles, was Du innerlich fühlst, denkst und wünscht, auch wenn Du es nie jemandem mitgeteilt hast, weiß Facebook, weil es Dich auswertet. Und anhand Deines unbewussten Verhaltens und Wörtern sowie Satzphrasen, die Du oft schreibst, weiß Facebook, was Du wirklich willst. Selbst, wenn Du es selbst nicht weißt. Darüber mehr, in meinem nächsten Gedankengang über die Datenmaschine Facebook.

Und vergiss niemals, solange Du Dich auf Facebook herumtreibst: Nicht was Du schreibst oder anklickst, bewegt die Welt, sondern Deine Taten!

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Was hab ich nur getan?

Sag, was hab ich nur getan,
mit einem einst noch wertvoll’ Leben?
Heut bin ich ein erwachs’ner Mann
und dieses Leben ist so sehr daneben.

Schon in jungen Jahren
war mein Körper mir nichts wert.
Ich schluckte alle möglichen Gefahren
und stellte mich stets gegen’s Schwert.

So auch in den Jahr’n danach,
wollt’ ich nicht vernünftig sein.
Und wenn der Schmerz der Liebe stach,
stach ich auf mein Leben ein.

Heute möcht’ ich alles besser machen,
und oft verfehle ich mein Ziel.
Möcht’ aus diesem Traum erwachen,
denn er ist ein Trauerspiel
und wird mir, auch bewusst, zuviel.

Ich möcht’ nur wieder Lachen.

(28.05.2011 - 15.00)

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Dein Lachen

Dein Lachen

Was hast Du heut’ nur angestellt,
was hast Du mit mir gemacht?
Deine Stimme hat den Tag erhellt,
Dein Besuch hat mir ins Herz gelacht.

Als kannt’ ich Dich schon lange
als wär mir Deine Seele nicht sehr fremd,
bei Dir wird mir nicht bange,
oder mein Geist vor Scham gelähmt.

Eine Mutterseele ruht in Dir,
ein Geist von zauberhaftem Wesen.
Ach wär’s so, denk ich bei mir,
wär’s doch Mutter’s Seel’ gewesen.

Ich lieb’ seit heut Dein Lachen,
welches echt und ehrlich ist.
Ich brauche Dir nichts vorzumachen:
Lange hab ich Dich vermisst.

(Für Elke - 27.05.2011 - 21.20)

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Stories of my life - Es geht weiter

Nein, zwischendurch mal kein Gedicht. In den letzten Wochen haben sich einige Fragen angehäuft, warum meine Geschichte 2008 endet, bzw der online-Teil nur bis 2005 geht. Einige von Euch wollten doch gerne wissen, wie es weitergeht und nun geht es erstmals seit langer Zeit auch wieder weiter. Alle Kapitel bis Januar 2008 sind nun online. Ihr könnt sie hier finden:

http://www.keinverlag.de/texte.php?text=287480

Die seit Ewigkeiten fehlenden Kapitel von 2005 -2008 waren schon geschrieben, sie mussten von mir in den letzten Tagen nur überarbeitet werden. Seit heute schreibe ich an Kapitel “Daniel” und es saugt mich förmlich aus. Nicht etwa, weil mich diese Beziehung so belastet hätte, nein, im Gegenteil. Vielleicht, weil ich jetzt meine Fehler erst erkenne und mir vielleicht innerlich wünschte, ich dürfte ihn JETZT kennen lernen.  Bisher habe ich nur einen Monat beschrieben und dieser füllt schon drei DIN A4 Seiten. Ich kann Euch jetzt schon verraten; es wird spannend, wütend, traurig, schreiend, klagend, liebevoll und tödlich…
Vermehrt erhalte ich auch Fragen, ob sich denn alles wirklich SO zugetragen hatte, wie geschrieben. Ja. Eher ist die eine oder andere Situation beschönigt, als übertrieben. Und natürlich bringt man in solche Geschichten spannungserzeugende Einfälle mit ein, die aber am Gesamtbild der Geschichte nichts verändern.
Auch eine oft gestellte Frage: “Warum schreibst Du das?”  Ich merkte schon mit neunzehn Jahren, dass mein Leben doch recht anders verläuft, als das von anderen Jungs in meinem Alter. Schon da begann ich mit ersten Aufzeichnungen aus meinem Leben, die alle ihren Ursprung im Mai 1997 hatten, als die Stadt Kaufbeuren mein Leben entscheidend veränderte. Zu früheren Zeiten war es wohl eher Mitteilungsdrang - heute schreibe ich diese Geschichte bewusst aus zwei primären Gründen. Zum einen tut es mir im Nachhinein gut, mein Leben aufgeschrieben zu haben. Es ist wie, wenn man sich eine Last von der Seele schreibt. Aber erst am Ende. Während des Schreibens quälen mich oft depressive Verstimmungen. Und zum Anderen möchte ich damit so viele Menschen wie nur möglich erreichen, um sie vor Tatsachen zu stellen, was mit einem Leben geschehen kann, wenn man abdriftet. Meine Geschichte ist ebenso an Eltern und Erziehungsberechtigte gerichtet, die ihre Schutzbefohlenen misshandeln, vernachlässigen oder einer Sucht verfallen sind, wie auch an deren Kinder, die bereits im Jugendalter erste Warnzeichen eines drohenden gesundheitlichen, sowie sozialen  Abstiegs aufzeigen. Meine Message an die Welt ist: BITTE macht es NICHT SO! Und wenn ihr Gewalt erfahrt: Geht zum Jugendamt oder einer person eures Vertrauens!  Wer mich heute näher kennt, weiß warum ich das sage.

Neuerungen: Die Geschichte erhält einen neuen Titel. Ich finde “REGIE: Mein Leben” zu abgedroschen. Wer gute Vorschläge hat, darf sie mir gern über das Kontaktformular hier auf der linken Seite zukommen lassen. Des Weiteren werden einige Kapitel geändert, andere zusammengeschlossen. Anschließend wird das Gesamtwerk nochmals von mir überarbeitet und dann eigens auf einer hier anhängigen Webseite veröffentlicht.

Viel Spaß beim Lesen!

John

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Vogelsprache

voegelSetz’ Dich mal raus in die Natur,
zwischen Sträuchern, einzeln Bäumen,
schalte ab und höre nur,
von was sie sprechen oder träumen.

Sie trillern, schwätzen, kreischen, singen,
fast dem Bild des Menschen gleich.
Manche mögen zeternd klingen,
andre Stimmchen singen weich.

Jedoch lieber, als der Menschen Stimmen,
hör’ ich, was die Vögel sagen.
Dort singt Wahrheit, Friede, keine schlimmen
Worte, die mein Leben plagen.

Bald werden sie verstummen,
fall’n vom Himmel, schweigend, still.
Keine Biene wird mehr summen,
erreicht der Mensch sein grausam’ Ziel.

Er wird der Letzte sein, der weint
und zetert oder lacht.
Er hat es ja so gut gemeint
und alles damit kaputt gemacht.

(18.05.2011 -18.50)

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Dich

130511-1933Ich möcht nur einen lieben,
der ein wenig ist, wie ich.
Und ich wünscht, auf Wolke sieben
hätt’ ich Dich nur ganz für mich.

Gibt’s Dich denn da draußen,
in dieser schnellen Welt?
Du wärst wohl einer von den Tausend,
der wirklich mir gefällt

…und vielleicht auch zu mir hält.

Der mich versteht und stets auch liebt,
mein gold’nes und auch’s graue Wesen.
Der endlich das Gefühl mir gibt,
als könnt’ ich aus seinen Augen lesen.

Jedoch der Mensch ist viel zu sehr
und zumeist auf sich selbst bedacht.
Drum glaub’ ich dran kaum mehr
und gebe stets recht Acht

…wen’s Herz denn wählt,
bevor die Lieb’ mich noch zu Tode quält.

Trotz alledem; ich wart’ auf Dich;
die Hoffnung gibt mir Zuversicht.
Ich wünschte mir, Du fändest mich
und reichest meinem Glück Dein Licht.

(18.05.2011 - 16.30 Uhr)

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Steppenwolf? Früher und Heute

in einer Hommage und angelehnt an Herman Hesse’s Steppenwolf. (http://www.suhrkamp.de/)

menschen rausManchmal, ja immer häufiger sehe ich mich gern als der Steppenwolf, wie Hermann Hesse ihn in gleichnamigen Buch glanzvoll umschreibt. Aber ist der Wolf nicht ein Rudeltier, das stets mit den Anderen zieht und sich einem Alphatier unterordnet, wie dies etwa der Mensch bei seinem Sklaven, dem Hund ist? Dann bin ich garantiert kein Steppenwolf, sondern eher einer dieser dummtreuen Hunde, die ihren Besitzern regelmäßig davonlaufen. Sie können nicht mit ihm, aber auch nicht ohne ihn. Dann lebe ich in einer Welt, in die ich nicht gehöre, die mir von der Macht des Staates auferlegt worden ist.

Anstatt meine ungeliebte Persönlichkeit, die mir schon im Kindesalter aufgezwungen wurde, mit sanftesten Mitteln zu vernichten, war es mir immer nur gelungen, mir mich selbst hassen zu lehren. Gegen mich selbst, gegen so oftmals auch unschuldigen und gerechten Geist richtete ich zeitlebens das Schwert des Damokles. Denn es war mir immer wieder gelungen, mein vermeintliches Glück nur wenig später als großes Unglück anzuerkennen. Die gesamte Genialität meiner Phantasie, die volle Stärke meines Denkvermögens,  jede Schärfe, Kritik, Bosheit, jeder Hass, dessen ich fähig war, ließ ich vor Allem und zuerst auf mich los , indem ich mir meine Sinne mit Alkohol vernebelte, mir Schmerzen zufügte oder mich mit den all nur verfügbaren Substanzen dieser Welt aus dem Leben zu schießen versuchte. Wenn ich auch die schonungsloseste Gewaltphantasien gegen sämtliche Menschen und Institutionen entwickelte, so richtete sich mein Hass am Ende immer gegen mich.

Was jedoch tatsächlich die Anderen, meine Umwelt und meine geliebten Freunde betrifft, machen sie auch noch so grobe Fehler,  so unternehme ich manchmal die heldenhaftesten und  ernstesten Versuche, sie zu lieben, ihnen gerecht zu werden, ihnen nicht so weh zu tun. Denn das Lieben meines Nächsten war mir ebenso eingebläut wie das Hassen meiner selbst; und so war mein gesamtes Leben ein Beispiel dafür, dass ohne die Liebe zu mir auch die Nächstenliebe unmöglich sei, dass der Selbsthass genau dasselbe ist und dessen Ende eine genauso grausame Isoliertheit und Verzweiflung aufruft, wie der grelle Egoismus. Und das erfahre ich durch diese Menschen wieder, die mein neues ICH nicht verstehen, sie verzweifeln, sie KÖNNEN mich vielleicht nicht verstehen und projizieren mein anderes Verhalten auf sich selbst, sehen es negativ, bringen mich zur Verzweiflung.

Was sucht mein Wesen in einer Welt , von deren Zielen ich kaum eines teile, von deren Freuden keine mehr zu mir spricht?  Ich kann und möchte weder in einem Kino oder Supermarkt, noch in fremden Wohnungen  lange aushalten;  ich kann nicht verstehen, welche  Lust und Freude es ist,  die die Menschen in den überfüllten Bussen und Bahnen, in Bädern und Straßencafés mit schwülem, aufdringlichem Verkehrs- und Menschenlärm, in den angesagten Clubs und Diskotheken der eleganten Luxusstädte suchen, in den Weltausstellungen, auf den großen Sportplätzen - ich kann all diese Freuden, die mir ja unerreichbar wären und um die tausende andre sich mühen und drängen, nicht verstehen, nicht teilen. Und was hingegen mir in meinen seltnen Freudesstunden geschieht, was für mich Wonne, Erlebnis, Ekstase und Erholung ist, das kennt und sucht und liebt die Welt höchstens in Dichtungen; im Leben findet sie es verrückt. Und in der Tat, wenn die Welt recht hat, wenn diese Musik in den Bars, diese Volksfeste und Massenvergnügungen, diese amerikanischen, mit so wenigen, zufriedenen Menschen recht haben, dann habe ich Unrecht, dann bin ich verrückt, dann bin ich das in eine ihm fremde Welt verirrte Tier, das seine Heimat, Luft und Nahrung nicht mehr findet, das vom Saft dieses irdischen Lebens genug gekostet hat und nun davon nicht mehr abhängig sein will.

Es gibt und gab viele Menschen von ähnlicher Art, wie ich einer bin; viele Künstler namentlich gehören dieser Art an. Diese Menschen haben alle zwei Seelen, zwei Wesen in sich, in ihnen ist Göttliches und Teuflisches, ist mütterliches und väterliches Blut, ist Glücksfähigkeit und Leidensfähigkeit ebenso feindlich und verworren neben- und ineinander vorhanden, wie ich und ich es sind. Und diese Menschen, deren Leben ein oftmals unruhiges ist, erleben zuweilen in ihren seltenen Glücksaugenblicken so Starkes und unnennbar Schönes, der Schaum des Augenblicksglückes spritzt zuweilen so hoch und blendend über das Meer des Leides hinaus, dass dieses kurz aufleuchtende Glück ausstrahlend auch andere berührt und bezaubert. So entstehen, als kostbarer flüchtiger Glücksschaum über dem Meer des Leides, alle jene Kunstwerke, in welchen ein einzelner leidender Mensch sich für eine Stunde so hoch über sein eigenes Schicksal erhob, dass sein Glück wie ein Stern strahlt und allen denen, die es sehen, wie etwas Ewiges und wie ihr eigener Glückstraum erscheint. Alle diese Menschen, mögen ihre Taten und Werke heißen wie sie wollen, haben eigentlich überhaupt kein Leben, das heißt, ihr Leben ist kein Sein, hat keine Gestalt, sie sind nicht Helden oder Künstler oder Denker in der Art, wie andere Richter, Ärzte, Schuhmacher oder Lehrer sind, sondern ihr Leben ist eine ewige, leidvolle Bewegung und Brandung, ist unglücklich und schmerzvoll zerrissen und ist schauerlich und sinnlos, sobald man den Sinn nicht in ebenjenen seltenen Erlebnissen, Taten, Gedanken und Werken zu sehen bereit ist, die über dem Chaos eines solchen Lebens aufstrahlen. Unter den Menschen dieser Art ist der gefährliche und schreckliche Gedanke entstanden, dass vielleicht die ganze Menschheit nur ein arger Irrtum, eine heftige und missglückte Fehlgeburt der Urmutter, ein wilder, grausiger fehlgeschlagener Versuch der Natur sei.

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Mensch versus Natur

050511-1623Einst naiv und unerfahren,
schwamm ich mit, im Menschenstrom.
Und heute nun, nach all den Jahren,

-ich denk’ ich wusst’ es immer schon-

bin ich mir nun recht im Klaren:

IHR seid des Teufels Undank - nicht der Götter Lohn!

Täglich seh’ ich mit Grauen in die Welt,
die IHR mir eurer Gier zerstört.
Geht doch kaputt an diesem Geld,
was nicht mal Euch gehört!

Viele Glieder eurer Rasse
meinen es im Grunde Recht.
Doch klingelt erst die Kasse,
wird aus Recht nur schlecht.

Und sei es nur im kleinen Kreise.
Ob Freundschaft, Kumpel oder Liebe…
IHR baut täglich wieder Scheiße,
als ob daran etwas Gutes bliebe…

Euer Tun scheint eurer Macht
das Gute zu entziehen.
Jedoch; ich geb ständig Acht,
kann im Notfall vor Euch fliehen!

Mein Zufluchtsort ist die Natur,
wo höchstens ein paar Vöglein pfeifen
und Grillen zirpen - Ruhe pur!
Ich höre keine Menschen keifen.

Dort, wo nur Wind zu rauschen wagt
und keine Menschenseele
das Leid des Lebens klagt,
sind die Orte, die ich wähle.

Immer erst; bin ich befreit,
allein und von Euch fern,
genieß’ ich diese Zeit
und hab das Leben gern.

Ein Teil von Euch, der tut mir gut
und lässt mich oftmals staunen,
wie in Euch meine Seele ruht,
trotz meiner oftmals grässlich Launen.

Jedoch ich lieb nur die Natur,
in ihrer Unschuld rein und schön,
in Ehrlichkeit sehr krass und pur;
so möcht’ ich’s bei euch Menschen sehn.

Ein Wunsch. Ich wünsch’s mir nur.

Komm mit mir, genieß das Leben
jeden Tag und Schritt für Schritt.
Scheiß auf den Spießer, der daneben
seinen Holzsarg fertig schitzt.

Lass uns unabhängig werden,
täglich nur ein wenig mehr.
Du wirst sehn; uns hier auf Erden
wird’s zuteil, worauf  ich schwör’!

05. Mai 2011 - 15.00 - 17.00 Uhr

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