Archive for November, 2011

Ein ganz normaler Tag I

depressionUnter Schwindelattacken und Brechreiz wache ich auf. Der Wecker zeigt noch nicht mal 5.00 Uhr. Ich lebe… Immer wieder ein Wunder. Vermutlich habe ich am Vorabend mein Alkohol-Limit, welches in den letzten Jahren immer niedriger wurde, stark überschritten. Oder ist es etwa wieder das Herz? Ich messe meinen Blutdruck. 171/110. Ach, das geht sicher wieder vorbei, wieso oft… hoffe ich vor mich hin und setze mich auf die Toilette. Dort überkommt mich dann ein Gefühl, dass ich nicht mehr weiß, ob ich scheißen oder kotzen muss, oder beides gleichzeitig. Ich entschließe mich fürs Kotzen und kann meinen Kopf noch gerade so in die Wanne halten. Die Essensreste meines nächtlichen Fressflashs schwimmen unverdaut in der Badewanne. Etwas Blut ist darunter. Ich trinke kaltes Wasser und versuche, die Badewanne von meinem Mageninhalt zu säubern. Dann muss ich nochmal kotzen. Diesmal kommt nur noch Wasser, Magensäure und ein bisschen Blut hoch. Nun fühlt sich mein Bauchraum an, als wäre ein Loch darin.

Benommen lege ich mich wieder ins Bett und trinke Wasser. Jetzt kommen die Angstzustände. Mein Herz rast, die Hände zittern und liegen in kaltem Schweiß. Ich schalte den Fernseher lauter, um mich von den unliebsamen Symptomen abzulenken. Vielleicht ein Baldriantee… Fröstelnd tapse ich mit eiskalten Füßen in die Küche und koche Wasser auf. Ich sehe einen Spalt durch den Rollladen. Draußen ist es noch dunkel und neblig. Wie auch in den vergangenen Wochen. Ich kann diesen Anblick kaum mehr ertragen.

Nach den ersten beiden Schlucken Tee wird mir nicht wohler, im Gegenteil. Nun steigt mir die Magensäure förmlich bis zum Rachen hoch. Schnell nehme ich eine Omiprazol und trinke die böse, schmerzende Säure wieder in den Magen hinunter, in der Hoffnung, dass sie dort bleibt. Das tut sie aber nicht, denn sobald ich mich flach lege, schwimmt sie wieder zurück. Inzwischen ist es sechs Uhr früh durch. In meiner letzten Verzweiflung baue ich einen Joint, um nochmal einschlafen zu können. Und irgendwann schlafe ich dann doch noch zwei, drei Stunden.

Wohlig und entspannt wache ich auf. Drehe und strecke mich, möchte nicht aufstehen, wünsche mir jetzt jemanden Bestimmten an meine Seite. Kein einziger Schmerz und kein Hauch einer Angst durchfahren meinen Körper. Ich genieße solche Aufwachtage, denn sie sind extrem selten. Im Fernsehen, das oft 24 Stunden meine ängstliche Stille berieselt, wird wieder von Schweinereien in Politik und Weltwirtschaft berichtet, von schweren Unwettern, von Selbstmorden und von dieser wochenlang anhaltenden Wetterphase, die nicht nur mir den letzten Verstand raubt.

Es läutet an meiner Tür. Herzrasen! Panik. Schweiß. Wer klingelt so früh bei mir? Zumal klingeln bei mir unerwünscht ist; im Allgemeinen wird an meiner Türe geklopft. Durch den Türspion erkenne ich einen Paketmann von GLS, jene meist osteuropäischen Typen, die total aufdringlich sind, wenn es darum geht, ein Päckchen loszubekommen. Wütend reiße ich die Türe auf. „Ein Paket für Herrn …. Können sie..?“ „Nein!“ brülle ich ihn an. „Kannst du nicht lesen? Klingeln nur nach Anmeldung! Keine Hausierer, Drücker, Zeugen und auch KEINE Fremdpost!“ lese ich ihm vor und zeige auf den Aufkleber unter meinem Klingelschild. „Aber…“ stottert er. „Nichts aber!“ Leg‘s vor die Türe und lasst mich endlich in Frieden mit euren Scheiß Paketen!“ erwidere ich und knall die Türe zu. Endlich hab ich mal was gesagt…

Wie jeden Tag in den letzten Wochen sitze ich dann betrübt an meinem Schreibtisch und sehe nach, was es bei Facebook neues gibt. Nachdem sich meine körperlichen Symptome etwas zurückgezogen haben, um mich schon bald wieder wie aus dem Nichts attackieren zu können, kommt wieder diese Traurigkeit in mir hoch. Ich sehe von meinem Schreibtisch direkt in diesen grauen November mit seinen toten Bäumen und den gelben Blättern zuhauf. Düstere Zukunftsgedanken, Angst vor dem Tod und die Sehnsucht nach ihm verwirren meinen Geist.

Oft höre ich solche Sätze wie: Schau mal hinaus in die Welt, wie schlecht es anderen Menschen geht. Du hast ein Dach über dem Kopf, hast zu essen und siehst noch gut aus. Aber als ich dann die neuesten Videos von den Fluten sehe, die ganze Dörfer verwüsten, geht es mir auch nicht besser. Ich werde noch depressiver. So schwimmt der Tag, begleitet von leidenden Violinenklängen, an mir vorüber und plötzlich ist der Nachmittag schon fast um und ich war außer im Keller an meiner Waschmaschine noch nicht mal draußen. Gestern auch nicht. Und vorgestern…und…

Klaus kommt vorbei und bringt mir wie so oft in den letzten Wochen meine nötigen Einkäufe oder Dinge aus der Apotheke mit. Ich bin froh, dass ich ihn habe. Sonst wüsste ich kaum jemanden, der das fast täglich für mich tun würde. Wir trinken ein Bier zusammen. Und meist wenn er geht, schließe ich schon die Rollläden. Ab 16.30 ist es schon recht dunkel.

Mein linkes Bein fängt schon wieder höllisch an zu schmerzen. Es fühlt sich oft nur noch wie ein Trum Muskelkater an. In der Angst, ich bekomm bald eine Thrombose, nehme ich eine ASS. Versuche zwischen den Sitzphasen etwas rumzulaufen und den Haushalt zu machen. Aber ich fühle mich so apathisch und träge, dass gerade für drei Teller reicht, die ich abwasche. Ich wünsche mir immer wieder diese beschwingten, guten Tage zurück. Meist ohne Schmerz und Kopfmüll. Meine Reisen nach Rosenheim, Kulmbach, Passau… Ich wünsche mir die Zeit zurück, wo ich abends von der Arbeit kam und mich FREI fühlte. Mein Unmut wird noch größer und ich trinke das Bier schneller aus, wechsle zum Rotwein.

Nun wird der Vehnenschmerz im Bein so unerträglich, dass ich nicht mehr normal sitzen kann. Ich stütze es auf einem Hocker ab oder suche ständig eine Tätigkeit, die mich zum Laufen animiert. Ich halte das nicht mehr aus. Nach ein paar Tütchen tritt endlich der gewünschte Appetit ein und ich wärme mir das Essen auf, das Klaus mitgebracht hat. Es füllt das große Loch, das ich mir heute Morgen in den Magen gekotzt hab. Aber es dauert keine Stunde, da vergesse ich die Beinschmerzen schnell, denn jetzt fangen Magen und Darm an, zu rebellieren. Säure steigt wieder auf, die ich wieder mit einem Magenmittel versuche, zu bekämpfen. Mein Darm windet sich vor Schmerz und stößt dabei so viel Luft aus, dass ich damit ein Fußballstadion füllen und vergasen könnte.

Dieser Tag inklusive dem Abend war wieder mal so grauenvoll und sinnlos, dass ich mich um 22.00 schon zu Bett lege. Nun fängt das linke Bein erst recht zu pochen an. Ich lege ein paar Kissen darunter und wälze mich stundenlang hin und her, ehe ich nach ein paar sauren Gläsern Wein und ein paar Tüten endlich weg bin…

Ich schrecke unter Atemnot auf und sitzeschweißgebadet im Bett. Schnappe und japse nach Luft. Genau im Übergang von der Einschlaf- zur Traumphase, zumindest kam es mir so vor, muss ich wieder mal das Atmen vergessen haben. Ich weiß nicht, was das ist. Herzrasen. Kurz vor zwei. Ich betäube die Angst mit Rotwein und schlafe irgendwann ein, in der Hoffnung, dass das nicht gleich nochmal geschieht. Bitte lass mich sterben, aber lass es mich nicht mitbekommen, denke ich tief in mir…

Und wieder beginnt ein ganz normaler Tag.

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Mein Traum

sommernachtsliebeWar es nur ein Traum?
Oder die Phantasie in mir?
Ich glaub es kaum,
denn mein Shirt riecht noch nach Dir.

Alles erinnert heut wieder an Dich,
egal, wohin ich gehe.
Die letzte Nacht war inniglich.
Ich vermiss(t)e Deine Nähe.

Und wärs mein letzter Traum gewesen,
Dir noch einmal nah zu sein,
hast Du ihn aus meinen Augen gelesen,
mit Deinen Küssen, süßer als Wein.

Mir ist bewusst, es wär Dir Recht,
ich würd die Nacht vergessen.
Doch mein Gefühl ist echt:
Ich bin von ihr besessen.

20.11.2011-15.50/16.30

John

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Zerrissen

Ich fühle mich zerrissen. In Fetzen liege ich vor euch verstreut.

(20.11.1011-12.40)

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Nur Luft und leere Worte

johnmundLangsam schleichend windet sich ein stiller Faden durch meine einst so bewegten Lippen.
Ich möchte schreien, doch die Bänder meiner Stimme sind stumm.
Schweigend stößt mein Lufthauch durch sie hindurch.
Nur Luft und leere Worte dringen nach außen; keiner hört mich schreien.
Sei es drum.

Niemand sieht mein schwarzes Herz.
Garstig, kahl, ausgebrannt und voller Schmerz.

Keiner wird es je erahnen, was ich fühle und was ich weiß.
Aber jeder wird weiter fragen, wie es mir geht.
Fragen, warum ich traurig bin.
Doch nur Luft und leere Worte dringen nach außen; keiner hört mich schreien.
Die Wahrheit bleibt drin.

Wenn ich lache; keiner fühlt den Schmerz in meiner Brust.
Keiner fühlt die Stiche in meinem Kopf.
Aber jeder wird weiter fragen, warum ich lache.
Fragen, warum ich fröhlich bin.
Doch nur Luft und leere Worte dringen nach außen; keiner hört mich schreien.
Möge er’s mir verzeihen.

Menschen sind für mich extrem kompliziert.
Oftmals lebe ich ohne sie gesünder.
Keiner fühlt dann meine Einsamkeit.
Aber jeder wird fragen, warum ich nicht nach ihm rufe.
Fragen, warum ich so bin.
Doch nur Luft und leere Worte dringen nach außen; keiner hört mich schreien.
Es steht mir nicht im Sinn,
eine Freundschaft zu entzweien.

Aber mehr ist grad nicht drin.

Im nächsten Leben gehe ich einen anderen Weg.
Und keiner wird fragen, warum ich ihn gehe.
Dann hört mich jeder schreien.
Und sieht auch, was ich sehe.

19.11.2011 -20.00

John

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Scheintod

kerzeJeden Tag dasselbe Bild.
Geduckter, grauer Tag,
zum Leben nicht gewillt,
Angst an meiner Seele nagt.
Ein Herz vor Kälte brüllt.

Ich halt das Grauen nicht mehr aus,
möcht nur noch wortlos gehn.
Tret aus diesem Leben aus,
möchte nichts mehr sehn,
lass die Vergangenheit zuhaus.

Fast schon einem Scheintod gleich,
wirkt täglich mein Bestehen.
Jeder Tag auf Zehen schleicht,
und davon abgesehen,
nun ist genug! Es reicht!

Ich reiße mir mein Herz heraus
und werf es auf die Straße,
dann nehme ich Reißaus,
und blase in Ekstase
das letzte Lichtlein aus.

(15.11.2011 – 15.30)

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Tote Bäume

wald_im_nebel_3Tote Bäume stehen grau
in dichten Nebelwiesen.
Von den Blättern tropft der Tau
und ich sehe wieder diesen
trostlos dunklen Plattenbau.

Im Sommer mag er schön erscheinen,
umringt von grünen Bäumen.
Heute aber muss ich weinen
und mir´s „Sommerglück“ erträumen.
streun mit müden Beinen
vorbei an alten Scheunen.

Gehe weiter durch den Wald,
durch nasses, totes Laub,
mir friert, wird kalt,
mein Herz ist taub.
Es fühlt die Herbstgewalt.
Und es stetig glaubt,
die Liebe wär gemalt.

Alles nützt nichts, ich muss weiter
durch den grauen Nebelzorn
Meine Bilder sind wie Eiter,
wiederholen sich von vorn.
Jedoch ich hab geschwor’n,
heut wäre ich gescheiter
und wenn ich wieder scheiter,
beginne ich von vorn.

Durch den grauen Nebelzorn.


09./10.11.11 - 23.30-01.30

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Unser letzter Tag

meteorit-munchen„Das kannst Du doch jetzt nicht machen? Wo willst Du um Gottes Willen jetzt hin?“ rufe ich hysterisch und laufe ihm durchs Treppenhaus hinterher. „Lass mich in Ruhe“ schreit Patrick zurück, ehe sich die Eingangstür schließt. Ich höre ein lautes Knallen, meine Wohnungstür war zugefallen. „Scheiße, mein Schlüssel…“ fluche ich und renne nach draußen. Der Himmel hat sich schon seit Mittag verdunkelt; es tobt ein schwerer Sturm. Ich falle beinahe über einige Äste, die im Dunkeln auf dem Weg am Haus liegen. „Patrick!“ rufe ich verzweifelt. „Bleib hier!“ Auf der Straße bleibt er plötzlich stehen und wirft mir den Ring und die Schlüssel vor die Füße. „ Du wolltest es allein mit mir erleben! Du Arschloch! Du hast wieder mit ihm gefickt!“ schreit er unter Tränen. „Patrick, das ist doch jetzt völlig unwichtig; ich liebe Dich! Bitte bleib! Wir müssen zuhause bleiben, wir haben vielleicht nicht mehr lang!“ In diesem Moment sehen wir den östlichen Himmel im völligen Dunkeln rot aufflackern. Es ist zu vermuten, dass wir etwa 14.30 Uhr haben.

Wir leben im August 201? (Jahreszahl absichtlich ausgelassen!) Wir wissen seit Tagen nicht mehr wirklich, welche Uhrzeit wir haben, weil kaum noch jemand in unserem Viertel mechanische Uhren besitzt. Der Strom ist vermutlich großflächig ausgefallen, Informationen bekommen wir nur zeitweise über alte Radios, Polizei, und THW. Die Menschen haben Angst. Darum sitzen sie über die meiste Zeit des Tages nur noch zusammen. Mit Kerzen, Öllampen, alten Radios, Batterien und Lebensmitteln. Supermärkte gibt es seit einigen Tagen nicht mehr. Nach und nach, es ging wirklich schnell, schlossen alle. Auch die Ämter, Apotheken und Verkehrsgesellschaften. Wer sich nicht vorbereiten konnte, ehe sie schlossen, wird vom Roten Kreuz, THW und Bundeswehr versorgt. Es wurde ein Ausnahmezustand verhängt. Ab 21.Uhr ist Ausgangssperre.

Vor etwa einer Woche kam die plötzliche Meldung über einen Meteoritenschauer , der sich vor einem noch viel größeren Meteoriten herschiebt und den Mond, sowie einige, bis dato noch unbekannte Ziele auf der Erde treffen wird. Da er lange hinter dem Licht der Sonne verweilte, wurde er erst so spät entdeckt. Es geschah dann auch ganz schnell. Die Meldung überschwemmte ab den frühen Morgenstunden des Dienstags die gesamte Welt und das Internet. Ich hatte nie in den Jahren zuvor so viele Facebookmeldungen an der Pinnwand gesehen. Keiner schickte mehr virtuelle Herzchen oder Spiele. Alle waren voller Angst und stellten ihre Tipps ins Internet, wie wir das womöglich überleben. In den Großstädten gibt es schwere Ausschreitungen und massive Polizeigewalt. Wir, etwas außerhalb, halten uns fern. Da ich seit Jahren schon eine Art Vorahnung hatte, war ich nach diesen Meldungen zwar anfänglich schockiert, aber handelte hernach recht schnell, gelassen und ruhig. Weil ich wusste und weiß, dass es sowieso bald vorbei sein würde.

Meine Nachbarin Theresa, 85, die das erste Haus im Viertel baute, lädt die meisten Leute aus dem Viertel zu sich. Sie kocht Essen auf ihrem Holz-Kohlenherd auf. Zunächst waren auch Patrick und ich oft mit bei ihr zu Gast, mittlerweile nicht mehr. Ich hab mich an kaltes Essen gewöhnt und bin froh, dieses Szenario nicht allein erleben zu müssen.
Aber ich bin an diesem Tag, seit dem sich alles veränderte, fremd gegangen. Und heute, hab ich es ihm gesagt. Daraufhin begann das Szenario in dieser Geschichte.

Patrick lenkt ein. Ich hebe ihn von der Straße und stütze ihn mit seinem Gepäck in Richtung Eingangstüre. Der Sturm wandelt sich in einen Orkan. Nun bekomme ich selbst Angst, obwohl ich Stürme immer liebte. Knapp an uns kracht etwas gegen den Fahrradstellplatz, was aussieht wie ein halbes Dach. Patrick schreit kurz vor der Haustür auf. Ich vermute, es ist ein Brett, was ihn am Kopf getroffen hat. Er blutet schwer am Kopf. Schnell eilen wir in meine Wohnung. Laub fliegt mir entgegen, als ich die Tür öffne. Patrick wirft sich weinend ins Bett. Ich versuche, die Balkontüre zu schließen, schaffe es kaum. Mein Verbandszeug genügt noch, um Patricks Platzwunde am Kopf zu versorgen. Ich schalte wieder das alte Kurzwellenradio ein und bekomme nach kurzer Suche eine Frequenz mit Informationen.

„…in Teilen der USA, Frankreich, Deutschland , Russland, Japan und China eingeschlagen. Die Zustände sind katastrophal. Während sich in noch unbetroffenen Metropolen Menschen auf den öffentlichen Plätzen und Straßen versammeln, um gegen die Untätigkeit der weltweiten Regierungen zu demonstrieren, sind Teile von Mexico, Russland, Japan und viele andere weitere Metropolen von der Außenwelt abgeschnitten und vermutlich komplett zerstört.“ hört man aus dem kleinen Radio…

Man erfährt von Flüchtlingsströmen aus Deutschland nach Österreich und Italien, weil der Meteoritengürtel diese Gebiete weitestgehend verschonen würde. Man hört von zerstörten Satelliten und einem teilweise weltweitem Stromausfall durch die Sonnenstürme und den schweren Unwettern, die durch die Einschläge auf dem Mond und der Erde ausgelöst wurden. Regierungen haben weltweit ihre Truppen aus anderen Gebieten abgezogen, um unnötige Kriege zu vermeiden, weil die weltweite Kommunikation zum Großteil zusammengebrochen ist. In Frankreich und Japan gab es mehrere Super-Gaus in Atomkraftwerken, die durch Meteoriten-Einschläge und Erschütterungen beschädigt wurden. Es wird von vermutlich vielen tausend Millionen Opfern weltweit gesprochen; es gibt aufgrund der zusammengebrochenen Kommunikation unter den Regierungen keinen Überblick mehr.

Plötzlich höre ich ein lautes Knacken im Radio und draußen wird alles von einem hellen Schein erstrahlt. Es wird taghell. Patrick und ich eilen zum Fenster und im gleichen Moment hören wir eine ohrenbetäubende Explosion. Der südliche Horizont taucht sich in rote Flammen. Der Sturm wird stärker, Teile fliegen durch die Luft und knallen ans Haus. Wir halten uns an der Hand. „Sterben wir jetzt?“ fragt Patrick schluchzend. „Vielleicht..“ antworte ich. „Komm, lass uns nach draußen gehen, was wollen wir noch hier drin…“ sage ich und führe Patrick aus der Tür. Wir sind die einzigen im Haus, alle haben es verlassen, um zu ihren Familien zu gehen. Auf dem Weg nach draußen, hören wir Scheppern und Klirren. Wir laufen geschützt durch meinen Mantel in Richtung Weiher und sehen unfassbar große Sternschnuppen, die allein Richtung Erde fallen. Mein Herz rast. Kurz bevor wir am Weiher ankommen, schlägt ein brennender Gesteinsbrocken in unsere Siedlung. „Ich hab so Angst!“ schluchzt Patrick. Ich kann nichts mehr für ihn tun. Wir sehen eine Art Sonne auf uns zufliegen und die Luft wird gleißend hell und heiß. „Das ist wohl der Meteorit, von dem man im Radio sprach!“ rufe ich ihm zu. Aber er hört mich nicht mehr. Ich zerre und rüttle schreiend an ihm, aber er bleibt leblos. Patrick ist tot. Sein Herz hat sich verabschiedet. Weinend sitze ich mit seinem toten Kopf auf dem Schoß im Acker und sehe, wie der brennende Meteorit mit einem unheimlichen lauten Rauschen am Horizont wieder verschwindet und sich in gleißendes Licht verwandelt. Ein Erdbeben. Es wird sekündlich stärker. Der Horizont scheint sich brennend zu erheben und über uns zu ergießen. Jetzt möchte ich nur noch sterben…

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Gayromeo und der Weihnachtsstern

In Gayromeo fühlt man sich heutzutage manchmal wie ein Weihnachtsstern. Erst wird er für schön empfunden und gepflegt, schon kurze Zeit später als öd und vertrocknet abgestempelt und in den Keller gestellt. Wenn man Glück hat, wird man zum nächsten Weihnachtsfest nochmal in die Wohnung gestellt, wenn grad kein schönerer da ist…

John

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Wär ich ein Stern

asteroidAch, wie wär ich gern
ein ganz andres Wesen.
Ach, wäre ich ein Stern,
wär vieles nicht gewesen.

Würde es von oben sehn,
wie Ihr die Welt mit Eurer Gier
zerstört, durch Euer Missverstehn
und der Menschen Geist erfriert.

Wie ihr zu Euch Menschen seid,
unberechenbar, gemein,
unnachsichtig, ungescheit,
so können nur Menschen sein!

Und eines Tages würde ich
Euch dafür büßen lassen.
Trät‘ in Euer Sonnenlicht
und würd die Umlaufbahn verlassen.

Mein Stern würd Euch alles nehmen,
was Ihr auch den andren nahmt.
und jene, die da nicht umkämen,
haben es zuvor erahnt.

Ich würd Euch beben,
tät Euch fluten,
tauchte Euer Leben
in tiefe Feuergluten.

Ach, wie würd‘ ich toben,
wär nur ich der Stern,
der noch weit dort oben
wartet, in der Fern‘ . . .

02. November 2011 – 21.53

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Frank Torthoff - In eigener Sache

torthoff-googleAls ich vor knapp zwei Jahren den Artikel „Frank Torthoff und die Schwulen – Satire?“ hier veröffentlichte, glaubte ich zunächst nicht an eine solche Welle von Suchanfragen, die nun schließlich alle auf meine Seite linken. Da ich seine Art von Satire nicht mag, weiß ich nicht, was schlimmer ist: Ein paar Tausend Suchanfragen & Klicks weniger auf meiner Seite, oder diesem Pseudonym Frank Torthoff für seine „Satire“ eine solche Bühne zu bieten. Denn wäre er wirklich gut, würde er es bei Google anstelle von mir langsam mal auf den ersten Platz schaffen. Wenn ich gute Satire möchte, gehe ich zum Postillon ;)

Da Torthoff’s Satire mit dem Inhalt meiner Seite nun mal wirklich wenig zu tun hat und ich diesem Vollspasten auch nicht weiter eine Bühne sein möchte, über die man sich unterhält, pflege ich den Gedanken, den besagten Artikel von der Seite zu nehmen.

Auf der anderen Seite sehe ich in meinen Statistiken auch, dass viele Verzweifelte, Opfer dieser Art „Satire“ in meinem Artikel eine Antwort auf ihre Frage bekommen. Und so langsam nun wirklich jeder wissen müsste, dass man ihn nicht ernst nehmen sollte. Darum ist meine Frage heute an Euch gewendet: Soll der Artikel erhalten bleiben oder verschwinden? Da ich ein Freund von den Griechen bin, lasse ich das Euch demokratisch entscheiden. Kommentar genügt!

John

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Novembermorgen

NebelNebelschwaden am Novembermorgen,
Krähen kreischen durch die Stadt.
Lieg allein und ungeborgen
noch im Bett und fühl mich matt.

Nasses Grau sich wie ein Schleier
um die toten Bäume hüllt.
Jedes Jahr die gleiche Leier,
und nichts, was meinen Unmut stillt.

Eh‘ um zehn die Sonn‘ erwacht
und das Grauen schwindet,
ist in meiner Seele Nacht,
die sich schreiend windet.

Gähnend leerer, müder Geist
trägt mich mittags aus dem Haus.
Bevor der Trübsinn noch entgleist,
muss ich einfach raus.

Lauer, warmer Frühlingswind
weht mir plötzlich um die Nase.
Familenscharen, Hund und Kind
spazieren durch die Straße.

Ich wähl den Weg in die Natur,
fernab von Menschenplagen.
In solch reiner Umgebung nur,
lässt es sich ertragen.

Es dunkelt schon recht früh am Tag;
und ich schieb mein Rad zurück.
„Was der November wohl noch bringen mag?“
Ich wünschte, etwas Glück.

01. November 2011 – 15.30

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