Archive for November, 2012

Wir gehen in eine Taverne

Wir gehen in eine Taverne,
In eine Taverne gehn wir.
Wir saufen ja so gerne
Und bestellen uns Ouzo und Bier.

Es ist schon spät,
Der Morgen graut,
Rabimmel Rabammel Rabumm!

Das Licht geht aus,
Ich kotz mich aus
und schwank nach Haus,
Rabimmel Rabammel Rabumm!

11.11.2010

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10 Jahre Gayromeo

internet-liebeNachdem ich im Artikel Gayromeo und die User des Grauens versucht hatte, User dieser Plattform in Schubladen zu stecken, gehe ich heute noch einen Schritt weiter. Ich möchte Anfänge, Erlebnisse, Erlerntes und Kurioses der letzten zehn Jahre einmal zusammenfassen und berichten, wie ich heute darüber denke. Über Gayromeo, seine User und das Résumé daraus.

Wenn ich meine Besucherliste heute so durchsehe, fällt mir anhand der Profile nicht nur auf, dass fast alle Besucher wesentlich älter sind, als ich, sondern dass ihre Headline im Profil deutlich ist. „Barestute sucht aktiven Ficker“ heißt es da oder: „Reinkommen, abspritzen, gehn!“  Mir wird schlecht. Ständig. Und am schlimmsten wird es, wenn ich Nachrichten öffne, die etwa lauten: „Hey, geile Pics, Bock jetzt?“ oder: „ Hast XL? Mich nerven solche Nachrichten unheimlich, vor Allem, wenn sie noch von Usern stammen, die jenseits meiner gesuchten Altersklasse liegt. Und da beginnt der geniale Spruch „Wer Dich will, den willst Du nicht und wen Du willst, der will Dich nicht!“ zu greifen. Denn eine Antwort auf Zuschrift von Typen, die einem auf den ersten Blick gefallen würden, erhält man fast nie. Ich spreche absichtlich in der dritten Person, da ich aus sicheren Quellen weiß, dass dieses Phänomen nicht nur mich beschäftigt.

Dann wird zum Teil gar nicht mehr gelesen, was man in seinem Profil mitzuteilen hat. Selbst die Headline, die deutlich besagt, was man sucht und was nicht, wird nicht ernstgenommen. Da kommen dann Nachrichten von z.B. Gerd, 43, in denen er beschreibt, von wann bis wann er in München im Hotel wäre und auf was er so alles abfährt. Oft sind diese Nachrichten von sog. Plus-Usern (Bezahlende Mitglieder) schon vorgefertigt und werden nur noch per Klick ausgewählt. Solche Umstände kotzen mich ja erst richtig an, und nicht selten mache ich meinem Ärger dann Luft und teile Beleidigungen aus. Mein Lieblingsspruch in solchen Fällen lautet: “Schreib Dich nicht ab. Lern lesen!”

Früher, also als Gayromeo noch in den Kinderschuhen steckte, war das anders. Der Umgang untereinander war noch viel scheuer, unschuldiger und etwas niveauvoller als heute. Selbst auf Blind Dates ließen wir uns ein, weil das Zeitalter der Digicams und Smartphones noch nicht reif war. Dieses Portal bescherte mir auch schon sehr gute Zeiten mit wunderbaren Menschen. Das mag zum einen daran liegen, dass heute um ein Vielfaches mehr User angemeldet sind, als vor zehn Jahren. Das Angebot ist groß. Und wird das Angebot zu groß, wird auch die Wahl immer schwieriger. Wer entscheiden kann, zwischen Liebe, Treue, Harmonie oder schnellem Sex, Anonymität und Perversionen, oder aber zwischen dem Typ von nebenan und dem Katalogmodel, der wird wohl mit der Zeit immer anspruchsvoller und erhofft sich immer eine Steigerung seiner Wünsche und Lüste, bis er selbst gar nicht mehr weiß, was er eigentlich will.

Zum anderen würde ich mittlerweile sogar behaupten, dass  fremde Menschen auf digitalen Bildern oftmals ganz anders auf uns wirken, als sie in Wirklichkeit sind und wir zu schnell und abwertend entscheiden. Würden wir aber denselben Menschen irgendwo in einer Bar oder einer Mensa treffen, kann es passieren, dass wir uns unheimlich angezogen von dieser Person fühlen, die wir zuvor im anhand einiger Bilder im Internet abgelehnt hätten. Ich spreche da wirklich aus Erfahrung; und man sieht in diesem Beispiel sehr deutlich, wie sehr viele Menschen dadurch allein bleiben und vereinsamen. Und das geht sicher nicht nur Schwulen so. Wobei es für einen, der auf Frauen steht, sicher bessere Gelegenheiten gibt, eine dergleichen kennen zu lernen.

An Alter und Aussehen liegt es also weitestgehend nicht; da hatte ich in der Vergangenheit genügend Erfahrungen, die mir beweisen, dass dahingehend noch alles in Ordnung ist.  Ein Freund sagte mir mal, dass es wohl daran liege, dass sich in München mit einem Job kaum mehr jemand über Wasser halten kann. Viele machen Schule, Studium, Arbeit und wären an den Wochenenden auch noch ausgelastet, würden daher nur die schnelle Nummer nebenbei suchen und hätten für Liebesduselei keine Zeit. Das wirkt zu polemisch auf mich. Ich denke, es liegt am Angebot und an dieser Stadt.

Nehmen wir meine letzten Beziehungen, oder jene, die es hätten werden können.  Kein einziger meiner Partner stammte aus München. Die Münchner hingegen, die ich bisher traf, blieben meist eine einmalige Nummer oder ich hörte nie wieder von ihnen. Dann gibt es noch die Erfahrung, dass sich ein Exfreund von mir, als er nach München kam und nur wenige Jahre in der Münchener Schwulenszene arbeitete, zu einer arroganten Schlampe entwickelt hat. Jahre zuvor, als er noch auswärts lebte, war das ein wunderbarer Mensch. Und da sind wir schon bei meinen Antworten auf die Frage, warum ich denn nicht in das wahre Leben da draußen gehe und mich ein wenig durch die Szene tummle. Ich mag die Szene nicht. Zum Einen aus den oben erwähnten Gründen, zum anderen ist es mir zu aufwendig und teuer, Abende lang in irgendwelchen Bars rumzusitzen und für jede Kippe nach draußen rennen zu dürfen. Ich weiß, dass ich die Münchener Schwulen damit sehr diskreditiere, und es tut mir leid, wenn sich damit auch jene angesprochen fühlen, die nicht so sind. Aber es sind nun mal meine Erfahrungen.

Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden, wünschen sich sicher viele, dass sich abends die Tür öffnet und ein lieber Mensch hereinkommt, der einen in den Arm nimmt. Und der absolut immer da ist, wenn man zusammen sein möchte. Aber es gibt leider noch mehr von der Sorte, die einfach nur eine Nummer suchen und wieder abziehen. Ich gebe zu; auch ich habe mir meine Hörner ordentlich abgestoßen und war selbst in manchen Beziehungen nicht immer treu. Aber diese Zeit ist lange vorbei; heute schätze ich andere Werte, die in einem solchen Internet-Sexsklaven-Haufen leider immer seltener zu finden sind. Ich spreche hier keineswegs nur von Gayromeo. In sämtlichen Portalen scheint das so an der Tagesordnung zu sein. Am Schlimmsten finde ich ja jene, die öffentlich im Profil ihren Arsch und ihre Genitalien in die Cam hängen oder solche Bilder in einer ersten Message anhängen. Leute, ich bin keineswegs prüde; aber habt ihr das denn so nötig? Ist Euch jeglicher Verstand von Werten und Niveau abhanden gekommen?

Heißt das also für uns, „back tot he roots“? Wenn ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe, gehe ich in die Schreinerei? Werden wir in Zukunft abends wieder beim Bierchen am Tresen sitzen, während im Hintergrund deutscher Schlager trällert? Oder Nächte in Clubs abhängen, verkatert aufwachen und uns nicht mehr erinnern, wer da im Bett liegt?

Da also beides für mich nicht in Frage kommt, weder die Kneipentouren, die Szene und ihr Getue, die 50jährigen Daddys und die jungen Schlampen, werde ich wohl nur abwarten können, bis sich der glückliche Zufall mal wieder von selbst ergibt. Stalker blocken, Perverse ärgern, mit Leuten chatten, die nach Tagen noch nicht wissen, was sie eigentlich wollen und gähnend auf meine Besucherliste sehen.

Bedenkt bitte, dass es nicht „Gayromeo“ ist, das Schuld an dieser Misere ist, sondern jeder einzelne User und dieser Zeitraum, in dem wir leben. Ich bin den Machern dieser Plattform immer noch dankbar, dass ich durch ihr ins Leben gerufene Portal schon einige gute Menschen kennen lernen durfte, ohne dafür jemals einen Beitrag zahlen zu müssen. Und wenn es auch nur ein total loyaler und lieber Kerl ist, der fast nebenan wohnt und mit dem man sich gut versteht. Auf die meisten User jedoch, möchte ich sicher dankend verzichten. Gayromeo ist, was DU draus machst.

John

04.11./08.11.2012

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Novemberblues

NovembernachtIn meinem dunklen Kämmerlein
Schweig ich mit den Wänden.
Freudlos und allein
Mit leeren, schweren Händen,
Händen schwer wie Stein,
Möcht ich mein Werk vollenden,
Doch es soll nicht sein.

Draußen ächzt ein kalter Wind
Durch die toten Gassen.
Krähen um die Tausend sind
Auf Bäumen und Terrassen;
Kummervoll ihr Schrei erklingt,
So traurig und verlassen.

In ihm hör ich Novemberblues,
Der schwarzen Vögel Schrei,
Des Winters ersten Gruß,
Die Elends-Litanei.

07. November 2012

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