Neues Leben

10698422_857026800985739_4805650522985778330_nSiebzehn Jahre Gras und Wein
Dramen, Tod und Lotterleben.
All das soll’s gewesen sein?
Es muss noch mehr da draußen geben.

Siebzehn Jahre roter Wein
Siebzehn Jahre roter Tod.
Er wollte mein Begleiter sein
Und brachte mich in Seelennot.

Siebzehn Jahre grünes Gras,
Siebzehn Jahre toter Geist.
Zugekifft und ohne Spaß
Ein Teufel um den andren kreist.

Liebe nur im Suff ertragen
Trauer schreit, wenn sie vergeht.
Depression an Wintertagen
Wenn mein Herz nach Wärme fleht.

Gedanken im Nebel bunt und schön,
Grüner Rauch in meinen Lungen.
Ich kann die Freude nicht mehr sehn
Der Teufel ist schon eingedrungen.

All das soll nun anders werden
Ich hab mein altes Leben satt.
Es gibt so viel Glück auf Erden
Wenn man’s nur gefunden hat.

Ich werd mein Glück bald finden.
Der erste Schritt ist schon getan.
Keine Zeit will ich mehr schinden.
Mein neues Leben fängt jetzt an.

01.02.2015



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Wochenenden

roseweinAm Wochenende feiert, tanzt und lacht
Der halbe Rest der Welt.
Ich bleib allein, bis gegen Acht
Mein schwarzer Vorhang fällt.

Der rote Wein ist mein Begleiter
Durch diese tote Nacht.
Ich trink ihn immer weiter,
Bis er mich müde macht.

Diese graue Einsamkeit
Nüchtern zu ertragen,
Ist die pure Grausamkeit
An solchen toten Tagen.

Aber auch der rote Wein
Bringt mich nicht ans Ziel.
Am nächsten Morgen seh ich ein:
Das war wirklich viel zu viel.

Mein Wunsch ist nur, geliebt zu werden;
Doch der Traum weilt fern.
Hier auf triebverseuchten Erden
Hat die Liebe mich nicht gern.

Schenk mir nicht nur eine Nacht;
Schenk mir das ganze Leben!
Mit Dir bin ich einst aufgewacht.
Das wird es nie mehr geben.

07.09.2013 – 20.18/22.30

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Befreiung

regenIch scheiß auf Einsicht und Moral;
Ich geb es jedem weiter.
Was Du denkst ist mir egal;
Schon fühl ich mich befreiter.

Schütt ich Mittags Bier mir rein,
Um alles zu vergessen,
Und Abends literweise Wein,
Dann fühl ich mich zerfressen.

Wilde Regenstürme wüten
Übers Maienland.
Und die bunten Blüten
Bleiben unerkannt.

Mein Herz ist leer,
Mein Geist voll Wut.
Tristesse liegt schwer
In meinem Blut.

Ich geb das Blut nun weiter
An den Rest der Welt.
Es fühlt sich an wie Eiter;
Der aus den Poren quellt.

27.05.2013 - 17.10

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Advent, Advent!

adventskranzAdvent, Advent,
Ich habs verpennt!
Erst eins, dann zwei, dann 30 Bier,
Dann stand der Notarzt vor der Tür!

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Ich sag dem Tod Adieu

wegLange Zeiten war mein Tod
Unendlich lange Qual
Und grenzenlose Not,
Die mir mein Leben stahl.

Das Maß war voll; ich wollt nicht mehr
In diesem Umstand leben.
Mein Geist schien endlos leer;
Mein Ich lag nur daneben.

Jahre voller Pein und Schmerz
In steter Unzufriedenheit
Brachen mir so oft das Herz,
Auf der Suche nach Vollkommenheit.

Doch nun hat alle Pein ein Ende.
Ich kehr nie mehr zurück!
Begebe mich in fremde Hände
Und erkämpfe mir die Chance auf Glück!

Von allen Giften dieser Welt
Möchte ich entzogen sein.
Nichts ist, was mich hier noch hält,
Nur Krieg und Gift und Schererei’n.

Ich sag dem Tod „Adieu“
Und reiß ihn aus der Brust.
Ich verlasse das Milieu
Des Todes ganz bewusst.

Nie wieder wird der Ort mich quälen,
Wo alles Unglück einst begann.
Werd den Frust vom Leib mir schälen;
Wir sehn uns wieder – irgendwann.

10.09.2012 – 16.40


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Geschützt: Ich habe gelebt

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Geistiger Tod

kill meDas Jahr 2012 begann beschissen. Wobei ich unsere gemeinsame Silvesterfeier noch zum letzten Jahr zähle. Es war trotz einiger widerer Umstände ein sehr gutes Jahr 2011. Und Anfang Januar kamen schon die ersten Katastrophen. Die Wirtschaftskrise traf auch mich. Keine Aufträge mehr, überhöhte Preise, mein Graskonsum stieg schon seit einem Jahr bis ins Unermessliche. Dazu die vertrackte Lage mit René, dem ich durch mein Geständnis, dass es mit uns nicht klappen werde, nicht weh tun wollte. Ich hatte schon im letzten Jahr das böse Omen, dass 2012 das Jahr der Trennungen sein wird. Und René sollte nicht die einzige Trennung sein.

Auch Elke, jene Frau, die ich im Mai letzten Jahres kennen gelernt hatte und die mir das Jahr über viel Kraft gab, entfernte sich zum Ende des Jahres immer mehr von mir. Alles begann, als sie am 3. Advent zu Besuch kam und ebenso schnell wieder verschwand, weil eine Graswolke in der Wohnung stand, die sie nicht vertrug. Nach diesem Katastrophenabend war alles nicht mehr wie vorher zwischen uns. Danach kamen von ihrer Seite überwiegend nur noch Vorwürfe und Ablehnung auf mich ein gehagelt. Sie wollte weder mehr hören, noch lesen, wie schlecht es mir ständig ginge und über meinen neuen Freund wollte sie am besten so wenig wie möglich erfahren. Mein Facebook-Posting über die Bettelkinder (Sternsinger) beendete schließlich unsere „Freundschaft“, da sie darin ihren 14-jährigen Sohn, der selbst mal Sternsinger war, beleidigt sah. Obwohl ich nie wusste, dass er das mal war. Es interessierte mich in diesem Moment auch wenig, da ich diesen Post jedes Jahr zu „Hl. Drei Könige“ ablasse. Alle Geduld und Verständnis, die sie jemals für mich empfand, warf sie einfach über Bord und sortierte mich aus ihrem heilen Leben aus, in dem sie mich erst so offenherzig empfangen hatte. Sie hatte ihre Gründe nun zusammen um mich zu kicken. Nur für was wollte sie mich als Freund? Einer, der ihr ständig vorheuchelt, wie gut es ihm geht? Ich verzichte mittlerweile dankend, denn FREUNDE stehen immer hinter mir, egal wie es mir geht und was ich aus mir mache!

Meine Alkoholabstürze mehrten sich im neuen Jahr, so auch in der Vollmondnacht zum 09. Januar. Am nächsten Tag erfuhr ich durchs Internet, was es mit den tauben Fingern an meiner linken Hand auf sich hat. Ein Ulnarisrinnen-Syndrom, eine Art Nervenentzündung. Es genügt ja nicht schon meine seit November nicht endende Gürtelrose, meine Schmerzen, Panikattacken und der ganze restliche Scheiß, der noch auf mich zukommt.

Kurz rappelte ich mich wieder auf und verlor sehr schnell wieder die Kontrolle… Noch am 16. Januar räumte ich mein Wohnzimmer um und strich eine Wand rot. Ich dachte, die Umstellung würde mir helfen. Jedoch war es nur ein Tropfen im heißen Wüstensand. Und eben, während ich das schreibe, erfahre ich im Chat von Heiko, dass Vollmondnacht ist. Nun weiß ich auch, warum schon wieder diese innere Unruhe in mir herrscht und ich noch nicht, wie in den letzten Tagen auch, schon im Bett bin.

Am 20. Januar kam der verspätete Winter. 20 cm Schnee hatten wir hier auch nicht jedes Jahr. In dieser Nacht erlebte ich mein bisher wohl letztes Glück. Klaus und ich bauten einen Schneemann im Garten. Woher kam diese plötzliche Freude? Jemand schenkte mir nach Tagen von Abstinenz was zum Rauchen…

Ein paar Tage später, schwelgte ich in Kindheitserinnerungen und sah mir alte Videos an, auf denen auch meine verstorbene Mutter zu sehen ist. Es machte mich noch weiter fertig. Alles überschattet vom drohenden Ende der Beziehung zwischen Rene und mir. Und sie kam sehr bald darauf, nach wieder massenhaft verlorenen Tagen. Als ich ihm am Abend des 24. Januar wieder nicht sagen konnte, wie ich zu dieser zerrütteten Beziehung stehe, löschte er gegen 21.45 Uhr kurzerhand unsere Beziehungsverbindung in Facebook. Eigentlich hätte es mir Recht sein sollen. Nur die Umstände, die zu seiner Verzweiflung und zu unserem Ende geführt hatten, verkraftete ich im Nachhinein ganz und gar nicht. Seit Tagen ohne Gras, warf ich mir dann Schmerzmittel ein um den Seelenschmerz zu vergessen und trank dazu Rotwein. Nicht wenig. Es wurden in dieser Nacht und mit dem Telefonat mit Rene etwa drei Flaschen. Und irgendwann verlor ich mein Bewusstsein…

Gegen sechs Uhr morgens kam ich zu mir,  in meinem Bett liegend, während mir jemand immer wieder ins Gesicht haute und mich rüttelte. Als ich bei mir war, konnte ich erkennen, dass Notärzte, Polizisten und Feuerwehrmänner in meiner Wohnung standen. Ich war sehr verwirrt. „Was macht ihr hier? Wie kommt ihr hier rein??“ fragte ich die Menschen verwirrt. „Durch die Tür“ sagte ein Polizeibeamter lächelnd, der mir später auch eine seiner Zigaretten anbot, da ich keine mehr hatte. Im Laufe des Aufklarens und dem Gespräch mit den Beamten stellte sich heraus, dass mein „Partner“, so wie sie sagten, den Notarzt verständigt hatte, da er glaubte, ich liege mit einer Überdosis tot in der Wohnung. Nach etwa einer halben Stunde Gesprächen hatte ich die Leute aus meiner Wohnung und soff weiter. Eigentlich wäre ich in wieder mal in der Psychiatrie Haar gelandet, aber Dank meines geschickten Mundwerks und meiner Ausreden ist das nicht geschehn. Sehr erbost teilte René telefonisch mit, was ich von seiner Aktion halte. Heute wäre ich froh, sie hätten mich für ein paar Wochen in die geschlossene Anstalt gesteckt.  An diesem Tag wurde es sehr kalt.

Mit Dezemberrosen warst Du mein
und bliebst bei mir.
Im Januar-Eis war’n wir allein
mit einem leeren Blatt Papier.

Vier Stunden später erschien ich zu meinem Ersttermin bei einer Psychiaterin in meiner Nähe. Ein Termin, für den ich lange gekämpft hatte. Als sie von meiner Anamnese und dem Geschehnis der letzten Nacht erfuhr, sagte sie nur: „Ich kann ihnen nicht helfen. Sie sind ein Fall für die Klinik.“ Danke Deutschland. Ab Mittag, war Julie bei mir und achtete auf mich. Ich befand mich den ganzen Tag über in einer Art Manie und Depression zugleich. Ich war betrunken, kotzte Blut, hatte schwere Schmerzen und war zwischendurch aufgesetzt lustig. Das ging bis in den späten Abend. Mir ist es bis heute kaum erklärlich, wie Julie meinen Zustand, den sie zum ersten mal, seit wir uns kannten mitbekam, ertragen konnte. Ich war noch etwa drei Tage auf diesen Tabletten „drauf“ und hatte schlimmste Schmerzen, ehe sich mein körperlicher und geistiger Zustand zur „Ruhe“ legte.

Danach wurde diese schier gespenstische Ruhe um mich immer stärker. Und gerade im neuen Jahr, zum Februar, als ich eigentlich dachte, das Schlimmste wäre überstanden, kam der Winter mit vollster Wucht. Nicht etwa wie 2006, sondern mit trügerischem, hässlichen Sonnenschein und eisiger Kälte bei über minus 20°C. Und es kamen Diagnosen von Ärzten…

Seit Ende Januar schreibe ich nun gar nichts mehr in meinem persönlichen Facebook-Profil. Anfangs war es schwierig, aber mit der Zeit wurde meine Abneigung, Dinge zu schreiben, die mich gerade beschäftigen, immer größer. Die derzeitige Wetterlage und die verbundene Kälte sind neben verregneten Sommern das Schlimmste, was ich mir unter „Wetter“ nur vorstellen kann und ziehen mich noch mehr runter. Meine Schmerzen, die oft akut und dann stundenlang auftreten, nehme ich zähneknirschend hin. Ich nehme seit meiner Tablettenintoxikation keinerlei Medizin mehr zu mir. Das Schlimmste an allen Umständen mag wohl meine Depression sein, die so schlimm, wie selten zuvor auf mich einschlägt. Nein, ich sitze nicht zuhause und weine. Ich habe meist keine Tränen mehr. Ich bin stumm und liege solange wie nur möglich im Bett. Nur weil mir das Liegen nach Mittag irgendwann lästig wird, stehe ich irgendwann auf und versuche etappenweise, meinen Haushalt ordentlich zu halten. Ich bin wohl der einzige Mensch mit schweren Depressionen auf dieser Welt, der in einer ordentlichen Umgebung haust. Ich möchte niemanden sehen und wünsche mir ab und an doch, dass bestimmte Menschen nach mir sehen, aber genau DIESE tun es eben nicht. Und ist jemand bei mir, bringe ich oft keinen Ton raus. Selbst mein Kater flüchtet seit Wochen immer wieder ins Bad, weil er meine Laune fühlt. Der Einzige, der WIRKLICH für mich da ist, ist Klaus. Er geht für mich einkaufen, weil ich selbst das nicht mehr schaffe, versucht mir etwas Trost zu spenden, auch wenn es nicht mehr ankommt. Bevor ich zum Briefkasten stürme, vergewissere ich mich, dass kein Nachbar auf den Hausfluren läuft, da mir eine Unterhaltung und vor Allem die Frage „Wie geht’s Dir?“ unangenehm ist. Ich habe an nichts mehr Freude, kaufe mir nun auch kein Gras mehr, weil es meine Stimmung nur noch kurzfristig steigert. Mein Handy ist meist aus oder lautlos. Auf Mails in Facebook antworte ich nur noch, wenn ich sie mal sehe oder mit höchster Unlust. Oder gar nicht. Ich wäre im Moment am liebsten im Koma, bis alles ein Ende hat. Oder zumindest bis diese Kälte weg geht. Sie macht mich noch mehr kaputt. Mein größter Hass, der sich nicht auf Menschen und ihr Tun richtet, richtet sich gegen Kälte und Winter. Denn ich kann dagegen rein gar nichts ausrichten, außer in ein warmes Land zu gehen, aber dafür fehlt mir das Geld. Es wäre ein Traum… Weg hier…

Ich wäre gern verliebt, aber denke im gleichen Atemzug schon wieder daran, wie schnell das enden kann. Ich träume seit Monaten sehr stark und wirr. Und wieder vermehrt von Max. Im wahren Leben hält er mich von sich fern und nachts in meinen Träumen lässt er mich nicht in Ruhe. Es macht mich zusätzlich fertig.

Mein Vater ist ein Ignorant. Vor zwei Wochen schrieb ich ihm zum ersten Mal in meinem Leben aus eigenen Zügen einen ehrlichen, langen Brief und er bleibt: ignorant. Keine Antwort. Ich vermisse meine Mutter.

Jeder Tag ist nur eine Qual. Auch wenn ich weiß, dass ich es im Gegensatz zu vielen anderen Menschen auf der Welt sehr gut habe. Ich sehe es jeden Tag in verschiedensten Nachrichten. Aber das hilft mir nicht. Ich bin appetitlos, leblos und unfähig. Ich warte hier nur noch auf meinen Final Day. Denn ab dann wird alles gut.

08. Februar 2012 - 01.50

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Nichts

nichtsIch möcht jetzt einfach nichts mehr sein,
weder Staub, noch ein Atom.
Mein Herz verwandelt sich in Stein,
meine Lieb‘ in blanken Hohn.

Wie wär jetzt diese Leichtigkeit,
zu schweben, wie ein Nichts?
Wie wäre es denn ohne Zeit,
als Nichts im Sog des Lichts?

Am Grund des Sees will ich mich finden,
Nahrung für die Fische sein.
Während meine Sinne schwinden,
bin ich hoffentlich allein.

Hoch drob’ am Ast, da will ich baumeln,
Tod in lieblicher Natur.
Noch einmal durch den Lichtschein taumeln,
Alles das! Das möcht ich nur.

Voll Alk und Drogen möcht ich sein,
das Leid in mir nicht mehr erkennen.
Tabletten, Gras und guter Wein
werden mich vom Leben trennen.

Der Tod ist nur ein Neuanfang.
Selbst Asche ist etwas.
Nur wird mir dabei Angst und Bang,
begänn mit mir von neu der Spaß.

Drum bitt ich darum, nichts zu sein,
weder Staub, noch ein Atom.
Taucht meine Seele in Säure ein!
Ja, das wär mein Lohn.

24.01.2012 – 22.40

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2011 - A review

20112011 begann anders als die Jahr‘ zuvor,
ohne Sucht und ohne Kater.
Mit Leiden und Humor,
im Gesamten adäquater.

Den anfangs kalten Januar
teilte ich mit großen Schmerzen.
Doch bald schon ward er wunderbar
gar frühlingshaft in meinem Herzen.

Jedoch dann fehlte mir
zu oft mein grüner Freund.
Zu groß war meist die Gier
nach meinem täglich Joint.

Viele Wochen ohne roten Wein
nahmen mir oft die Geduld.
Ohne Joint war ich allein
und suchte überall nach Schuld.

Erste Räusche folgten bald,
ertrank den Kummer und das Leid.
Ein Absturz wie gemalt-
und ganz Facebook wusst Bescheid.

Der Krebs, er konnt mich gut verzehren
bald war an mir fast nichts mehr dran.
Der Februar, er tat’s mir lehren:
Es wird Zeit, der Arzt muss ran!

Zeitnah ward entfernt das böse Tier,
der Märzen strahlte voller Güte.
Auch Balkon und Garten hier;
Geranien trieben erste Blüte.

Der April ward einem Maien gleich
mit bis zu 25° Grad.
Und zudem recht erlebnisreich.
Ich fand den neuen Pfad.

Mit Michi an den Tegernsee
und ne Mitbewohnerin im Haus.
Und was ich jetzt noch seh:
Auch die Wohnung sah bald anders aus.

Im Monat Mai, da kam die Elke
sehr plötzlich ein mein Leben.
wie eine Blume, die nie welke,
wie eines Weines junge Reben.

Wünschte mir nen Schrebergarten
als Rückzugsort für meinen Geist.
Jedoch ich musste lange warten-
bis man mich abweist.

Ein heißer Juni kam geschwind daher,
mit dem Zug nach Rosenheim.
Und als genügte das nicht mehr,
lief ich noch in Franken ein.

Verblieb bei Heiko ein paar Tage,
die schönsten in sechs Jahren,
erinnere ich mich vage,
seit wir Freunde waren.

Mein Geburtstag war so regenreich
und kalt wie nie zuvor.
Er war gar einem Winter gleich,
Graupelmetastasen ,
einer Winterleich‘
krochen an meiner Seele empor.

Kurz drauf, war Passau noch mein Ziel,
ich wollt ihn kennen lernen.
Wohl erhoffte er zu viel.
Und was, steht in den Sternen.

Jerosch kam in den August,
als ich schreiben wollte.
Als die letzte Sommerlust
den Berg hinunter rollte.

Er war ein Weiser,
ganz meiner Seele gleich.
Seine Worte waren leiser,
sein Geist an Wissen reich.

Am End des Monats kam der Bau,
Arbeit ohne Ende.
Mein Chef war eine Frau,
mit ihr spachtelte ich Wände.
Bis der Streit kam, Seelen grau
Der Job, er fand jäh ein Ende.

Nimmer viel gab der Oktober,
die Depression nahm überhand.
Meine Stimmung wurde grober,
egal, in welcher Lage ich mich fand.

Der November wollte besser sein;
das versprach schon sein Beginn.
Ich kroch in XXXXXXs Bett hinein
und fühlte den Gewinn.

Der war jedoch von kurzer Dauer,
ich fühlte seine Kälte.
Es überkam mich alte Trauer,
mit der ich mich einst schon quälte.

In dieser ersehnten Nacht
erreichten mich sehr viele Zeilen
eines Menschen Macht.
Sie mochten mich ereilen,
mein Geist war neu erwacht.

Jedoch die alte Depression
war stark und stur denn je.
Seine Lieb‘ erreicht mich schon,
durch Kälte, Eis und Schnee.

Es waren die Dezemberrosen;
sie beendeten das Jahr.
Wann immer wilde Stürme tosen,
hat René mein Herz, für immer gar.

So ging das recht bewegte Jahr
in turbulentem Schritt.
2012 war schneller da,
als ein neuer Lebensabschnitt.

02.01.2012 – 22.05

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Wein und Wahrheit

im-wein-liegt-die-wahrheit-2c_designIch sitz geschafft Zuhause
und trinke Erdenblut.
Ich genieße diese Pause,
wenn der Geist mal ruht.

Ich erzähl‘, was mich bewegt
erzähle mehr und mehr.
Und eh‘ es Zwölfe schlägt
befind ich mich im Wahrheitsmeer.

Ein paar Gläser später
sehe ich dann ein:
Der wahre Verräter
ist der rote Wein.

und wieder ein Glas später
wird mir sonnenklar,
dass der wahre Täter
allein ich selber war.

(30.09.2011 -22.20)

(Herzlichen Dank an Elke für die viell. unbewusste Inspiration zu diesem Gedicht in der  letzten, abgeänderten Strophe!)

John


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Atemlos

urlMeine noch vor kurzem noch so neue, strahlende Fassade ist abgefallen. Zum Vorschein kommen alte Ernüchterung, Farblosigkeit, Unmut. Nichts hast du geschafft, John.  Wie gern wär ich einer von denen, die nichts darauf geben, was andere von ihnen halten oder über sie denken. Wie gern wär ich einer, der ohne den ständigen Input von außen leben kann. So einer bin ich aber nicht.

Alles schien mir bis vor wenigen Wochen noch so neu und glückbringend. Neugierig tastete ich mich an neue Wagnisse heran, dankbar trank ich Säfte des Lebens, die mir in den Jahren zuvor sehr bitter geschmeckt hatten. Ein leuchtender Stern hing über mir und begleitete mich in vielen Situationen, die ich über Jahre gemieden hatte. Keine Manie war es, auch wenn es so aussah. Es war über einige Wochen und Monate eine gesunde Einstellung zum Leben. Ich weiß nicht genau, woher ich sie nahm. Keine stimmungszerfetzenden Vollräusche mehr, keine unfairen Anfeindungen, kaum ein Windhauch einer Depression, ja sogar auf Menschen ging ich wieder zu und konnte einige Zeit des Tages unter ihnen verweilen. Ich besuchte Straßencafés, Schwimmbäder, reiste mit der Bahn und einige Male sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und ich übernachtete sogar bei einer fremden Familie. Es war ein sehr positives Erlebnis. Jeweils ohne berauschende Mittel wie etwa Alkohol oder Gras. Durch Fußgängerzonen deutscher Städte war ich geschlendert und genoss den Trank meines Leben2.0.

Ich klärte meinen gesundheitlichen Krisen nach und nach ab, war sogar bereit, wegen meiner „Psychischen Krisen“ wieder eine Therapie zu beginnen. Alsbald flammte dann auch ein ungeheurer Drang in mir auf, wieder arbeitsfähig zu sein zu können und eine Art Tagesstruktur zu erleben. Freiwillig kämpfte ich mich zu Arbeitsagenturen, Ärzten, Krankenhäusern, konnte meine Termine fast immer wahrnehmen und schrieb sogar wieder an meinem Buch. Viele Wochen gemäßigten Klimas ließ ich über mich ergehen, auch Tage auf Zehen schleichend, ohne dass sich meine kindische Seele vor Schmerz windete. Das pralle Leben, welches ich zumeist auf meinen Städtereisen erleben durfte, entschädigte die mäßigen und monotonen Phasen. Dann erlebte ich romantische Wälder, in die die Hörner Eichendorffs bliesen und die linde Schalmei Mörikes über die Wiesen hallen. Aber je mehr Ruhe mir entgegenkam, umso mehr schwoll, rührte und wogte es sich in mir. Und allmählich verwandelte sich die einst so blasse, sentimentale Sehnsucht  nach Leben in tiefe, unmenschliche Unrast, ein ungeduldiges, suchendes Ergriffensein meines gesamten Wesens, das immer etwas anderes, etwas Wesentlicheres wollte, das eines von jenen ist, welches eine mehrmalige Pubertät hat, ein immer Neubeginnen der Jugend.

Und doch ruhte da immer noch jenes grauenvolle, schwarze Loch in meiner Seele, jene tickende Zeitbombe, für deren Explosion schon der sanfte Flügelzug eines Schmetterlings ausreichte. Warum so etwas, wenn auch viel seltener und in größeren Abständen, immer noch mit mir geschieht, vermag ich nicht recht zu erklären. Sind es die tristen Regentage, die mich an mein Zuhause gefesselt zum Nichtstun verdammen? Ist es die stark gefühlte Abneigung einiger mir wichtiger Menschen gegen mich? Ist es der stetige Rückblick in mein chaotisches Leben, das mir vielleicht besser gefiel? Oder etwa der Umstand, dass ich seit bald zwei Jahren ein Singleleben lebe, welches mir absolut verdrießlich und grauenvoll ist? An meiner äußeren Erscheinung liegt es nicht. Aber wohl am Alter. Mit 25 Jahren war es noch nicht primär, wie ich aussehe, heute mit 32 fühle ich mich ausgemustert, und das, obwohl man mich äußerlich kaum älter als 25 Jahre vermutet. Und auch mit 32 Jahren bin ich noch nicht am Ziel. Weil ich weiß und immer wusste, dass ich kein Einheitliches bin, dass nicht etwa eine oder zwei, sondern tausende Seelen in meiner Brust wohnen; der sanfte Mitbürger und der wilde Wolf, der Asket und der Sinnesgierige, der Sternensucher und der Kriminelle, der milde Schwärmer und der derbschlächtige Abenteurer, der neurotische Selbstquäler und der unersättliche Genießer. Einsam, feindlich und ungerecht stehe ich gegen dieses Leben; aber nicht hasserfüllt anklagend, sondern leidend als zerrissener Sonderling, die Fetzen meines Wesens in seinem lärmenden Sturme flattern lassend, der Meinung, dass der Mensch, der in ihm zu triumphieren hoffte, von ihm vollends zerstört wird. Und in diesem Untergang fühle ich noch einmal alle Seligkeit und alle Qual dieses versinkenden Menschen, der zum Idealen strebt, am bürgerlich-ordnungsmäßigen klebt, wie einer meiner Art sich selbst und alles andere zerbrüllt und zerbeißt, sich nach Ewigkeit sehnt und an süßen Sinnlichkeiten sich entzückt.

Seit meinem Ausbruch am letzten Freitag, der sich in Alkoholrausch, lauter Musik, ungeheurer Zerstörungswut und persönlichen Angriffen anderen gegenüber äußerte, sind diese farbenprächtigen, warmen Bilder der Monate zuvor grau und verschwommen; Eichendorffs Hörner sind verstummt, und der Stern, der mich stetig begleitete, ist gefallen. Es entlud sich mit einer schier hemmungslosen Brutalität und Heftigkeit meine Angst und mein Zorn, Wut und Melancholie und die verzweiflungsvoll klare Einsicht in meinen Seelenzustand. Atemlos sitze ich vor mir und kann mein Ebenbild nicht mehr erkennen. Es wirkt auf mich fremd und verschwommen, als hätt‘ der Herbst die Farben des Sommers genommen. Meine guten Vorsätze sind nicht gegangen; sie sind jetzt nur sehr fern. Der Weg zu meinen Zielen ist weiter geworden. Einige Tage nach meiner Seelenexplosion fiel ich in einen Dämmerzustand und in eine unglaubliche Scham über diese vielen schlechten Seelen in mir. Ich bin auch maßlos traurig darüber, dass man meinen Verhaltensweisen nachsagt, sie seien der Grund dafür, dass einige bestimmte Menschen, die mir noch heute wichtig sind, mit mir nichts mehr zu tun haben wollen würden. Und bei jeder falschen Reaktion, und sei sie noch so menschlich und nachvollziehbar, heißt es dann: Ja, typisch Borderliner. SO sind sie eben. Allein dieser Gedanke raubt mir meinen letzten Verstand.

Manchmal wünsche ich mir, ein Mensch steht da vor mir, der meine Fesseln löst und mich an der Hand nimmt, mit ins Leben. In dieses pralle Leben, von dem die Menschen immer so erfreut berichten. Dieses Leben, welches ich immer nur so kurz leben darf. Immer wieder falle ich in das Loch dieser unerträglichen Angst und Lethargie und weiß nicht, wie ich mich daraus befreien soll.

“Mein Leben war mühsam, irrläufig und unglücklich gewesen, es führte zu Verzicht und Verneinung, es war bitter vom Schicksalssalz alles Menschentums, aber es war stolz und reich gewesen, auch noch im Elend ein Königsleben! Möchte das Stückchen Weges bis zum Untergang vollends noch so kläglich vertan werden, der Kern dieses Lebens war edel, es hatte Gesicht und Rasse, es ging nicht um Pfennige, es ging um Sterne.”

(Hermann Hesse, 1927)

John

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Trinknacht

Hab die ganze Nacht gesoffen
und Musik laut aufgedreht.
Nachbarn konnten nur noch hoffen,
dass der Spuk zu Ende geht.

Bald drei Flaschen roten Wein
leerte ich in diesen Stunden,
schlug die Wohnung kurz und klein
und hab nur Hass empfunden.

Irgendwann lag ich im Koma
bekleidet in meinem Bett.
Schmeck noch jetzt das Wein-Aroma;
ach wenn ich’s doch gelassen hätt’!

Denn am Tag, da kam das Grauen:
Zittern, Brechreiz, Stuhl wie Teer,
am Boden liegt mein Selbstvertrauen
und mein Kopf ist restlos leer.

16.07.2011 - 16.00

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Ein Tag Leben

EinklangDie letzten Wochen wurden durch meine Apathie immer unerträglicher, schmerzhafter und zurückgezogener. Bis ich am letzten Wochenende zum Umdenken kam. „So wie es jetzt ist, endet es in einer Katastrophe.“ Ich stellte ab Montag, Dienstag und Mittwoch einige schlechte Gewohnheiten wie das Rauchen und das „Rauchen“ abrupt ein, nahm meinen Behandlungstermin in der Kieferchirurgie wahr und bemerkte eine allgemeine, sehr plötzliche Besserung. Alkohol trinke ich kaum mehr, ein oder zwei Gläser Wein in den Abendstunden.

Herzrasen, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Verwirrtheit, Schwindel, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Zittern, Schmerzen an fast allen Organen und in der Motorik, Schweißausbrüche, Paranoia, Panik… All‘ diese Symptome, die mich oft Tag und Nacht, manchmal über viele Stunden schier wahnsinnig machten und meinem Leben jegliche Qualität entzogen, schienen plötzlich nach und nach im Nichts zu verschwinden. Vielleicht ist es auch das Medikament Opipramol, welches ich seit Montag zwei Mal täglich einnehme. Aber das sollte laut Ärztin sehr schwach sein und erst nach einigen Wochen zur Besserung führen. Mit Sicherheit auch mein nun vehementes Entgegenwirken, um dieser Krankheit kein Terrain zu bieten. Wer mich aber länger kennt, weiß, dass diese positiven, glücklichen Phasen leider meist nur von kurzer Dauer waren und mich oft schon am folgenden Tag eine grauenvolle Depression oder eine andere Sauerei heimsuchten und das einstige, kurze Glück in einem traurigen Nachhall verstummte.

Donnerstag, 16.06.11. Um halb sieben wache ich auf. Im Fernsehen wird über „Cyberwar“ und die verheerenden Ursachen berichtet. Als wüsste ich nicht schon seit Jahren, dass Bomben und Zerstörung künftig Out sind und viel zu viel Geld verschlingen. Genervt drehe ich mich wieder um. Nein! So darf ein Morgen nicht beginnen. Wie von einer inneren Stimme getrieben, stehe ich auf, schalte den TV aus und tausche Horrormeldungen gegen heitere Musik, schwinge mich unter die Dusche und hab das überirdische Verlangen, etwas zu tun, was ich lange nicht freiwillig tat. Zugfahren. Tapetenwechsel.

Meine Laune wird immer besser und ich bin selbst etwas erstaunt, wie selbstverständlich heute alles funktioniert, ohne einen einzigen Gedanken, mein Vorhaben wegen irgendwelchen wirren Gedanken hinauszuzögern oder gänzlich zu canceln. Teilweise fühle ich mich, als wär ich gar nicht mehr ich. Ich bin weiterhin rauchfrei, bis auf vielleicht ein oder zwei Ausnahmen in den späten Abendstunden und dann rauche ich dann auf dem Balkon. Kurz nach acht verlasse ich das Haus, nachdem ich die restlichen drei Zigaretten aus der Schachtel ins Klo kippe und beschließe, erst gar keine mitzunehmen. Als würde ich es jeden Tag tun, setze ich mich in den Bus und steige am Laimer Platz in die U Bahn um. So unwohl ist mir gar nicht; die Bahn ist nicht überfüllt. Am Bahnhof wird die Situation unwohler, aber ich blende die Menschen aus und konzentriere mich auf den Fahrkartenautomaten und die Suche nach dem Gleis. Exakt, eine Minute vor Abfahrt erwische ich den Zug. Nach Rosenheim.

Eigentlich war ich nur zwei Mal in Rosenheim. Im September 2006 mit Max und danach allein aus Verzweiflung. Und nie nüchtern. Elke, die ich kürzlich kennengelernt hatte, lebt auch dort und vielleicht freut sie sich, wenn ich mich überraschend melde.

Ich finde einen Platz vor zwei Mittfünfzigern, die ihrem Gespräch nach zu urteilen das erste Mal in die Berge fahren. Auch während der Fahrt weichen die Klänge aus dem MP3 Player nicht von meinen Ohren. Ich lese in Albert Camus‘ „Weder Opfer noch Henker“ und genieße den Ausblick auf die grünen Weiden und die Alpen. Nach ca. anderthalb Stunden erreicht der Zug Rosenheim. Als ich auf dem Podium des Bahnhofsausgangs stehe, sehe ich alte Bilder vor meinen Augen. Ich sehe Max und eine Amarettoflasche in meiner Hand. Ich wische mir diese Bilder von den Augen und gehe zielstrebig Richtung Innenstadt. Als ich an einer Apotheke vorbeikomme, sehe ich wieder diese Bilder und mache Halt. Da saß ich mal, vor fünf Jahren mit meiner Flasche Amaretto, nach einem Streit mit Max. Wieder schiebe ich diese Bilder beiseite, gehe weiter und beginne zu schwitzen. Es war ungünstig, bei dieser Schwüle meine lange Hose und das ebenso schwarze Shirt zu tragen. Ich wollte sowieso ein paar Sommerklamotten kaufen und sah mich in einigen Läden um. In einem Bekleidungsgeschäft probiere ich schließlich drei verschiedene Hosengrößen, ehe sich die letzte mit Größe 46 ohne zu rutschen an meine Hüften schmiegt. Sie ist rot-weiß-grau kariert, nicht wie sonst in eintönigem schwarz oder weiß. Auch lasse ich mich von einem Verkäufer beraten, was ich die Jahre zuvor immer gemieden hatte. Als ich dann auch noch ein paar Stoffschuhe finde, bin ich zufrieden und setze meinen Stadtbummel fort. Sehr lange liegt der letzte Tag zurück, an dem ich ein so unglaublich großes Glück empfand. Und das ohne jegliche Suchtmittel, ohne Alkohol und sogar ohne eine einzige Zigarette. Dafür kaue ich Kaugummis, bis mir davon schlecht wird.

Mittags lasse ich mich in einem Park nieder, der mit sämtlichen Rosenarten und Kräutern bepflanzt ist. Ich beobachte die wenigen Menschen, die ebenso darin herumlaufen und ich fühle keinen Hass, wie ich das sonst tue. Ich lasse sie ebenso gewähren wie ich mich. Später sitze ich in der Fußgängerzone in einem italienischen Straßencafe, bestelle mir eine heiße Schokolade und einen Tomate-Mozzarella Teller, lese in meinem Buch und genieße jede Sekunde dieses Lebens, was mir sonst nahezu täglich verwehrt war. Es fühlt sich an, wie wenn ich nach zehn Jahren Knast das Leben wieder spüren darf.

Kurze Zeit später stößt Elke dazu, nachdem sie sich vergewissern musste, dass da kein Teen sitzt, sondern der andere John. Das war wirklich eine sehr lustige Begrüßung. Sie bestellt sich eine Cola und erzählt von ihrem zeitausfüllenden Tag. Elke ist zwar verabredet, freut sich aber über die Überraschung und gönnt uns anderthalb Stunden Zeit miteinander. Wir fahren zum Simssee, sitzen auf einer Bank und ratschen. Sie fragt mich, wie ich mich fühle. Ich kann mit gutem Gewissen „Bestens!“ antworten.

Später, als sie zu ihrer Verabredung fährt, setzt sie mich in Rosenheim ab und ich schlendere nochmal durch die kleinen, vertrauten Gassen und besuche ein Straßencafe, trinke Mangosaft. Ein kurzer Gewitteraschauer zieht auf; die Leute laufen schneller, stellen sich unter, verlieren sich. Ich sitze da und atme diese Mischung aus schwüler und feuchter Luft ein. Diesen Geruch von heißem, nassem Asphaltboden. Es grummelt bald von allen Seiten und es sieht nicht wirklich danach aus, als ob sich die Sonne nochmal blicken lasse. Während ich die Wolken und ihre Zugbahn betrachte, vermute ich, dass in München noch bestes Wetter herrscht und entschließe mich kurzerhand, zurück zufahren.

Und tatsächlich fährt der Regionalexpress vom Regen in die Sonne Münchens. Nein, ich mag die Stadt immer noch nicht (nicht mehr) und ich kämpfe mich durch die Menschenmassen zur U Bahn. Am Laimer Platz sehe ich in einer Boutique wieder diese abstrakte Uhr, die mir im März schon gefiel. „Irgendwann kauf ich sie mir!“ hatte ich damals gesagt. Und ich kaufe sie. Die Verkäuferin ist sehr freundlich und gibt auf meine Anfrage sogar ein paar Euro Rabatt. Frohen Mutes nehme ich den nächsten Bus und fahre nach Hause. Im Garten sitzen Klaus, Udo und Michi. Ich geselle mich etwas dazu. Ein vorbeiziehender Gewittersturm und ein Besuch von Michi und Dennis runden diesen einen glücklichsten aller Tage ab. Zufrieden schlafe ich ein und hoffe, dass dieses Glück nie enden möge.

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Facebook - Deine Freunde und Freundesfreunde

fbfriends01Eigentlich war ich ja von Facebook schon immer so abgeneigt wie von Myspace und anderen Netzwerken. Konnte die Namen mit ihrem eigentlichen Inhalt bis vor wenigen Jahren noch nicht mal voneinander unterscheiden. Und doch ahnte ich schon, zu was das führt, bevor ich überhaupt daran dachte, mich dort zu registrieren. Aber es kam, wie es kommen muss.

Nachdem ich über ein Jahr lang meine Sichtweisen und Klageschreie einer zum Großteil unbekannten Verfolgergruppe über Twitter zugänglich gemacht hatte, wechsle ich schließlich auf das Drängen zweier Exfreunde im März 2010  zu Facebook und habe drei Freunde. in meiner Liste. Und siehe da! Sogar der nette Nachbar ist dort angemeldet und die Nachbarin… und die müssen natürlich sofort geadded werden. Da ich weiß, dass das Internet böse ist, habe ich meine Sicherheitseinstellungen von Anfang an richtig konfiguriert und kann daher auch nicht bei Google gefunden werden. Zudem führe ich mein Profil unter einem Vornamen, der seit 1997 geläufig ist, aber nicht in meinem Ausweis steht. Unter meinem Kindnamen kennt mich sowieso kaum mehr jemand, außer ehemaligen Klassenkameraden. Und die interessieren mich sowieso zum Großteil nicht im Geringsten. Bis auf wenige, besondere Ausnahmen, die es wert sind und zum Teil mittlerweile auch schon in meiner Liste aufgeführt sind.

Ein paar Tage später schon suche ich ganz aufgeregt nach noch mehr Leuten. Schließlich möchte ich doch mithalten können, meine Freunde haben schon um die vierzig und mehr. So einige bekannte Gesichter aus dem Viertel kommen hinzu und nach dem Besuch einer ungenehmigten Freiluft-Party in Gräfelfing stehen gleich zwanzig Freunde mehr in der Liste. Und ein Anwalt. Woher der mich auch immer kennt. Als dann auch ein paar gute Freunde wiederum wegen mir mitziehen, verstummt langsam das Handy. Darüber bin ich eigentlich froh und nehme es nur beiläufig wahr. Ich kann meinem Mitteilungsdrang stetig nachgehen und genieße jeden Kommentar. Sei ehrlich, das tust DU auch.

An meinem Geburtstag im Sommer besuche ich Augsburg und bekomme so viele Glückwünsche wie nie zuvor. Etwa 60 Geburtstagswünsche an der Facebook-Pinnwand und drei Postkarten im Briefkasten. Und einige Tage später kommen wieder etwa zehn neue Freunde aus Augsburg dazu. Ein Großteil davon ist heute nicht mehr in meiner Liste. Und irgendwann lese ich den ganzen Tag was die anderen tun und schreibe was ich tu. Was ich denke, fühle und was mich ankotzt. Klar, man trifft sich noch. Aber das wird weniger werden.

Nach ein paar Monaten habe ich über hundert Facebookfreunde und durch deren Freunde entdecken mich täglich und wöchentlich wieder andere. Auch Mitglieder meiner Familie stoßen schon vereinzelt dazu. Und sie lesen täglich meinen Scheiß. Und davon schreibe ich nicht wenig. Unter Alkoholeinfluss oder in starken Depressionsphasen schreibt man gerne Dinge, die man später peinlich berührt löscht. Und Menschen, die mich früher vielleicht nicht richtig kannten, lernen mich spätestens jetzt kennen. Sie lesen, was mir gefällt und über was ich mich aufregen kann. Sie sehen anhand meiner Bilder, wie ich jetzt aussehe und was ich gerne tue. Sie wüssten vermutlich auch, welchen Fetisch ich habe und welches Deo ich gerne benutze, wenn ich bei jedem Scheiß auf den Button klicken würde. Und das alles, ohne, dass man sich in 10 oder in 20 Jahren je persönlich gegenübersaß.

Anfangs nehme ich gar nicht so sehr wahr, was ich selbst schreibe, sondern eher das, was mir meine Freunde offenbaren. Einer, der möchte jeden Tag sterben und schimpft über das Leben. Der andere schimpft über die bösen Fotzen, die ihn verarschen, wieder ein anderer ist schon ewig einsam und bekundet das in seinen Profilbildern. Anfangs reagiere ich geschockt darüber und möchte helfen, ein paar Monate später, als ich schon ebensolchen Mist an der Pinnwand hatte, berührt es mich nicht mehr. Einer schreibt sogar, wenn er Pudding isst oder der andere jeden Tag, dass er in den Park geht. Das finde ich dann sehr übertrieben.

Kaum habe ich ein paar Szeneschwuchteln im Profil, weil ich mal mit einem was hatte oder ihn kenne, wollen mich hundert andere adden, von denen jeder etwa 400-500 „Freunde“ in der Liste hat. Schrecklich diese Entwicklung. Dem einen oder Anderen gebe ich schließlich nach, weil er etwa so hübsch ist, in Bayern lebt oder mir ein Treffen verspricht. Aber auch solche Versprechungen (nicht Alle!) gehen meist im Nichts unter. Im Nichts der Freundesammelmaschine. Und ich sortiere wieder aus. Man sagt nicht mehr: „Hey, es passt nicht zwischen uns.“ Man klickt auf : „Als Freund/in entfernen“ und es hat sich.

Dann gibt es auch jene, sogenannte Trolle, die unter Statusmeldungen ihren dümmsten Gedankenschiss ablassen, nur damit sie beachtet werden. Ich kenne sie persönlich zwar anders, wundere mich dann aber immer wieder über solch ein online-Verhalten. Vermutlich haben sie keine echten Freunde. Ja, auch die Narzissten kommen nicht zu kurz. Da ist der Schönling, mit dem ich einst eine kurze Affäre geführt hatte, der sehr zickig reagiert, wenn man seine neuen Bilder nicht dementsprechend kommentiert. Er teilt gerne aus, aber mag Kritik nicht anerkennen. Von ihm gibt es nicht wenige, speziell unter den schwulen „Einmalgeschichten“, die ich auch nach und nach aussortiere, weil da nichts mehr ist, irgendwann. Nur noch die oberflächliche Pinnwand und „gefällt mir“. Oder Stille. Oder „huhu“.

Irgendwann werden mir diese ganzen Spieleanfragen zu dumm und ich beginne, sie alle nach und nach zu blockieren. Später werden mir auch diese virtuellen Umarmungen, Schokoherzen und Blumen zu viel, weil ich es einfach nicht wahrhaben möchte, wie man diese Trägheit nur unterstützen kann, keine Freuden mehr persönlich weiterzureichen. Alles über Facebook. Sogar das „Anstupsen“ wird schon als eine Art Aufforderung zum Sex geahndet. Und es geht noch weiter. Die Lethargie, Faulheit und Unkreativität vieler User wird von Facebook auch noch unterstützt, indem sie gar nicht mehr kommentieren brauchen, warum ihnen ein Status oder Link gefällt, es „gefällt mir“ einfach. Sicher, ich mach das auch, einfach klicken, wenn ich grade mal nicht weiß, was ich drauf schreiben soll. Aber ob das unseren Horizont wesentlich erweitert? Ich befürchte, das Gegenteil wird der Fall sein. Ich bemerke es in meinem Blog sehr drastisch, seit ich diesen Gefällt-mir Button eingebaut habe. Man sieht zwar, wie vielen Leuten das gefällt; es sind auch bedeutend mehr Reaktionen, als die früheren Kommentare auf meine Texte, aber die persönlichen Meinungen der Leser vermisse ich trotzdem sehr. Auch wenn das Wort schon immer „geduldig“ war, so war es doch mehr Ausdruck über eine Sache, als ein Klick, eine 1 und eine 0.

Es gibt noch so eine Gruppe von Menschen, die möchten einem bestimmten „Freund“ mit ihren scheinbar allgemein gedachten, durch die Blume geschriebenen Pinnwandeinträgen gezielt und direkt ansprechen und ein damit verbundenes, schlechtes Gewissen einreden. So wie etwa: „Schlimm, dass es Menschen gibt, die auf Nachrichten gar nimmer antworten…“ Der Betroffene, sofern er etwas Geist besitzt, ahnt sofort, dass er damit gemeint ist. Aber auch zehn bis hundert andere, weniger oder unbetroffene „Freunde“. Und die fragen dann zum Teil nach was los ist oder distanzieren sich zusehends und schon ist die Intrige geboren.

Heute muss die Hausfrau nicht mehr mit dem Kinderwagen im Park sitzen, um zu erfahren, dass Frau Mustermann schon wieder schwanger ist. Sie liest es neben dem Bügeln auf Facebook. Kostet ja nichts. Eine SMS hingegen schon. Du erfährst sofort, dass sich einer Deiner Freunde neue Schuhe gekauft hat, obwohl er dir schon seit Wochen 50,00 schuldet und ja so pleite ist. Und so kommt es auch, dass wir unsere sogenannten Freunde mit dem unsinnigsten Müll und unzähligen Youtubevideos zukleistern, die im Grunde genommen kaum einen interessieren. Am schlimmsten sind ja jene, die täglich immer den gleichen Scheiß posten und auch noch selbst liken. Bei Anfängern mag ich darüber hinwegsehen; jedoch wenn der Horizont eines Menschen weit genug reicht, sollte er nach ein paar Monaten verstanden haben, dass man das nicht tut. Das ist etwa ein solcher Fauxpas, wie wenn man sich einen runterholt, sich anschließend auf die Schulter klopft und sagt: „Du Hengst!“ Es interessiert keinen, außer ein paar Voyeuren oder armen Wichsern, wenn sie Dir dabei an der Cam zusehen könnten.

Nach einiger Zeit bemerken sicher viele von uns, dass sie eigentlich viel zu viele Leute in der Liste haben, die sie gar nicht kennen oder nur einmal gesehen haben. Irgendwann stellst du auch schleichend fest, ob du nur eine Karteileiche unter deren Listen ist, oder ob sie Interesse an Deinem Leben haben. Aber wie gesagt, das betrifft eher jene, deren Horizont so weit reicht. Einige andere werden nicht mal meinen letzten Satz verstehen und liken sich weiter, wollen nie wieder von der Facebookbühne des Narzissmus herunter und schreien 549 Freunde an, warum sie so scheiße zu ihnen sind, anstatt solche Dinge untereinander und persönlich mit DEM Betroffenen zu klären. Wie ich eingangs schon erwähnt hatte, habe auch ich selbst meine Erfahrungen damit gemacht und war nie ein Engel. Aber ich habe Weisheit erlangt. Wenn ich heute depressiv bin, steht meist gar nichts mehr an meiner Pinnwand, höchstens ein Gedicht. Und trotzdem muss ich vorsichtig sein, wenn ich getrunken habe. Und das rate ich auch euch.

Nicht vergessen möchte ich auch die Unsichtbaren, Stillen, im Grunde genommen die Gruppe, die am stärksten zu beneiden wäre, von der aber nicht unbedingt am wenigsten Gefahr oder Enttäuschung ausgeht. Es gibt unzählige, verschiedene, ineinander verworrene Charaktere und sehr gute Schauspieler. Ihr dürft nie das Internet mit der Realität verwechseln.

Ab und an, vielleicht einmal im Monat, vielleicht auch wöchentlich erfährt man einen kleinen Funken von den “Stillen”. Auch darüber freut man sich. Jedoch ist diese Art von Klientel für Facebook wenig hilfreich, kaum gewinnbringend. Wenn Facebook nicht weiß, was dir gefällt, weiß es schließlich auch nicht, was es dir verkaufen kann. Und auch daran wird Facebook arbeiten und die „wenig Gewinnbringenden“ mit Bugs und Verzögerungen bestrafen. Denn Facebook ist und bleibt ja kostenlos.

Da sind die Verständnisvollen. Sie unterteilen sich in „Lange nicht gesehen“, „nie gesehen“ oder „beste Freunde“. Sie sind immer deiner Meinung und fühlen mit Dir. Vielleicht, weil sie sich in dir wiedererkennen oder einfach auf dich stehen.

Auch der Wetter-Jammer-Schorsch findet seine Plattform hier ebenso wie der naive 15jährige, der jede Woche seinen Beziehungsstatus ändert. Sogar Menschen, die jeden Tag „Guten Morgen“ und „Gute Nacht“ schreiben, finden sich dort. Unter den Freundesammlern, die jeden DEPPEN annehmen, weil sie denken, Facebook ist ein Lebenssport, finden sich sogar Kommentare auf solchen Trott.

Am Grauenhaftesten finde ich ja diese Kettenbriefchen, die mit den Sätzen enden: „…und wenn Du nicht feige bist, kopier das in Deinen Status!“ Das ist das krasse Gegenteil jeglicher Art von Kreativität. Warum schreibt ihr solche Texte nicht selbst und ohne die Aufforderung, ihn zu kopieren. Mit dieser Kopiererei wird die Menschheit doch SOZIAL nur noch mehr träge, als sie es schon ist! Und dann gibt es noch die Überdeppen hier, die jeden Hoax und sämtliche Kettenmeldungen mit sogenannten Virusmeldungen oder Warnungen vor Pädophilengruppen gleich an ihrer Pinnwand teilen müssen und diesen Scheiß teilweise sogar noch glauben, nachdem man sie eindringlichst aufgeklärt hat.

Natürlich gibt es auch den vernünftigen Teil, von deren Pinnwandeinträgen ich, auch wenn es wenige sind, immer mal wieder entzückt kommentiere und natürlich auch mal den „Gefällt-mir“ Button drücke. Aber alles in einem gesunden Maß und ohne die eigene Kreativität zu verlieren, einem Menschen auch mit ein paar Worten mitteilen zu können, was ich von seinem Text halte. Mark Zuckerberg bewahre uns vor dem „Gefällt-mir-nicht“ Button, vor dem Bösen, den ich als leicht naiver Neuling noch mit gefordert hatte. Ich möchte uns nicht ausmalen, zu welchen Folgen der erst führt.

Sicher hat Facebook seine guten, positiven Aspekte. Sonst stünde nicht eine so große Usergemeinde dahinter. Es bringt Menschen zusammen. Aber auch auseinander. Und ihr solltet Euch auch im Klaren sein, dass jedes einzelne Wort, das ihr hier schreibt, jeden Link, den ihr hier präsentiert und künftig auch jedes Bild, Eure Freunde und Partner, durch viele verschiedene, komplizierte Algorithmen laufen und am Ende EUCH präsentieren. Alles, was Du innerlich fühlst, denkst und wünscht, auch wenn Du es nie jemandem mitgeteilt hast, weiß Facebook, weil es Dich auswertet. Und anhand Deines unbewussten Verhaltens und Wörtern sowie Satzphrasen, die Du oft schreibst, weiß Facebook, was Du wirklich willst. Selbst, wenn Du es selbst nicht weißt. Darüber mehr, in meinem nächsten Gedankengang über die Datenmaschine Facebook.

Und vergiss niemals, solange Du Dich auf Facebook herumtreibst: Nicht was Du schreibst oder anklickst, bewegt die Welt, sondern Deine Taten!

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Du mieser Gast, Du Störenfried!

Ganz unverschämt kommst Du herein,
fragst nicht, ob ich Dich ließe.
Nimmst meinen Stolz und schenkst mir Wein,
den ich in meinen Zustand gieße.

Nimmst mir damit Hoffnung, nimmst mir den Verstand!
Du raubst mir bald mein Leben.
Und das Glück, das ich einst fand…
…wird’s mit Dir nie mehr geben.

Ich hab nur noch den Willen,
Dich endlich zu besiegen.
Ich werd Dich JETZT BALD killen!
Und leb’ erst dann gediegen.

Du mieser Gast, Du Störenfried!
Lass ab von meinem Geist!
Als ich mich für das Leben entschied,
kamst du schon wieder angereist!

Ich sag’s Dir jetzt klar ins Gesicht:
DICH Depression, dich brauch ich nicht!
Verschwinde! Bleib mir fern!
Denn mein neues Leben; ich hätt’s ja doch so gern…

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Ekeltage

trauer1

Ich wünscht, ich könnte schlafen
und nie mehr draus erwachen.
Die Dinge, die mich trafen,
sie nahmen mir mein Lachen.

Ich habs versucht, ich schwöre Dir,
das Leben zu genießen.
Ohne Wein und ohne Bier
und ohne Blutvergießen.

Jedoch es gibt die Tage,
die mich ekeln, an mir zehren.
Bin selten in der Lage,
mich dagegen recht zu wehren.

Diese Tage, diese Stunden,
ohne Farbe, ohne Glanz,
kratzen stets an alten Wunden,
töten mich am Ende ganz!

22.02.2011 - 20.45

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Reinkarnation

Dreizehn Jahre Schnaps und Wein,
Krankheit, Leid und Depressionen
sollen nun zu Ende sein.
Geb’ mir and’re Impressionen,
schwör mich auf das LEBEN ein!


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Sommer 2010

090710-005Im Nachhinein seh ich’s als gutes Jahr.
Es war anders als Jahre zuvor.
Der Sommer war doch wunderbar,
auch wenn ich meinen Glauben oft verlor.

Ich hatte EUCH - Euch gute Seelen,
was wär ich gewesen ohne Eure Geduld.
Musst ich mich manchen Tages quälen,
und fühlt’ ich mich auch voller Schuld:

IHR wart für mich da - in Worten und Werken,
auch wenn oft unsichtbar.
Ich werd’s mir stets gerne merken,
Freunde, die sind wunderbar.

Viel’ Liebe hab ich dies’ Jahr getroffen,
so manch’ Schönling, so manch lieben,
Oft mir die Seele aus dem Leib gesoffen,
weg’s manch’ üblen Herzendieben.

Aber auch die schönen Stunden
diesen Sommers bleiben in meinen Gedanken.
Heute sind es für mich Wunden,
die um meine Seele ranken.

Ich fühl’ es mit; der Sommer geht.
ich seh’s an jedem Blatte,
das vom Baum zur Erde weht,
der Eindruck, den ich hatte,

…dass dieser Sommer nie vergeht.

Ich halte noch an einem fest,
das ist ein Mensch, den ich sehr mag.
Wir liebten uns nie allzu fest,
auch wenn ich gerne neben ihm lag.

Vielleicht führt uns der Herbst zusammen,
auch wenn er den Sommer schließt.
Vielleicht glühen dann die Flammen,
wenn das letzte Bächlein fließt.

Ach wie gern denk’ ich zurück,
an vieles schöne Sommerglück-
und so manche Depression,
Doch ich überlebte - was sonst kümmert schon?!

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Ich scheiße

Ich scheiße auf die Liebe,
diesen Arschverein.
Alle Herzensdiebe
soll’n in der Hölle sein!

Ich scheiße auf die Wehmut,
dieses Scheißgefühl,
nur dem Tod, dem tuts gut,
dann steht das Leben still.

Ich scheiße auf die Sehnsucht,
die scheißdrecks Quälerei.
Erkenntnis kommt mit voller Wucht-
es war nur Spielerei - Einerlei.

Ich scheiße auf das Hoffen,
diesen abgefuckten Druck.
Heut bin ich besoffen
und nehm noch einen Schluck.

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Tod versus Leben

9313-yin-yang-tai-chi-leben-todIch hab’ den Tod geschmeckt und auch das Leben.
Kein’s von Beiden konnt’ mir recht viel geben.

Der Tod tat weh im Nachhinein,
wenn alle meine Freunde schrein:

“Du bist und bleibst ein Egoist,
wenn Du Dich so einfach aus unsrem Leben verpisst!”

Jedoch, das Leben war nicht besser,
Ich tauscht’ es gern ein gegen ein großes Messer.

Oder die Brücke, das Parkhaus, Tabletten, Alkohol,
auch danach war mir nicht wohl.

Zerstörungsdrang und Emotionen,
damit konnt’ ich mich belohnen.

Ich wünscht’ manchmal ich hätt’ kein Gefühl
und die Uhr des Lebens steht einfach still.

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