Herr hilf!

Schuss in den KopfHerr, hilf mir, die Welt zu verstehn,
Sie zu lieben und zu ehren.
Hilf mir endlich, das Schöne zu sehn
Lass das Böse nicht gewähren.

Herr, warum so viel Hass auf der Welt?
Muss das denn wirklich sein?
Meine Seele ist so sehr gequält
Von all den Schweinereinen.

Krieg, Gewalt und Hetzereien
Täglich wird es immer schlimmer.
Und täglich möcht‘ ich ganz laut schreien
Dir, o‘ Herr, vertrau ich nimmer!

Täglich trage ich den Schmerz
Einer ganzen Welt in mir.
Täglich frage ich mein Herz
Warum bist Du jetzt nicht hier?

Herr, ich glaube nicht an Dich
Und doch bitte ich darum!
Herr, o‘ Herr, errette mich!
Oder bring mich endlich um.

07.01.2016 - 01.30

Kein Kommentar »

Genug

GenugIch habe genug.

Genug von Dummheit,
Von Unehrlichkeit und Lügen;
Genug von Intrigen und Hass.

Ich habe genug.

Genug von Einsamkeit,
Von egoistischem Wohlwollen;
Genug von menschlicher Gier.

Ich habe genug.

Genug von kalten Tagen,
Von Trübheit und Novemberblues;
Genug vom Wetter.

Ich habe genug.

Genug von jedem Tag,
Von jeder Woche;
Ich habe genug vom Leben.

14.01.2014 – 20.58

Kein Kommentar »

Ich bin wie das Wetter

Regen SchreiIch bin wie das Wetter
Und schlag um mich her.
Mal bin ich adretter,
Mal traurig und schwer.

Kann brausen und wüten
Wie der schlimmste Orkan.
Vor mir musst Du Dich hüten,
Denn man sieht’s mir nicht an.

Wenn ein edler Sonnenschein
Umfließt Dein kleines Herz,
Schlägt jäh ein greller Blitz hinein,
Bringt Panik, Gram und Schmerz.

Ich kann der schönste Frühling sein,
Voll Wärme und Behagen.
Ich reife wie der beste Wein,
An heißen Sommertagen.

An andren Tagen bin ich Regen,
Kühl und trostlos grau.
Auch das musst Du erwägen,
Mein Himmel ist nur selten blau.

Und wie Mutter Natur
Setz ich mich zur Wehr.
Änderst Du meine Temperatur,
Mach ich Dir Dein Leben schwer.

14.06.2013 – 21.53

Kein Kommentar »

Mein Herz

herzblut1Das Jahr neigt sich dem Ende,
Meine Seele bleibt allein.
Das Herz sprach tausend Bände,
Nun mag es nur noch schrei’n.

Es schreit nach Liebe, schreit nach Luft
Und windet sich vor Schmerz.
Versperrt in dunkler Gruft,
Das blutend, heiße Herz.

Des Menschen kühler Hass
Sperrte es dort ein.
Ich fühle noch den Bass
Der alten Schweinerei’n.

Ich lass Gefühle künftig
Stetig außen vor.
Gefühl ist unvernünftig,
Weil ich dadurch verlor.

23.12.2012 – 00.10


(2) Kommentare »

Sterbende Menschen

mannhundEinige Menschen, die sterben,
Hab ich schon gesehn.
Wer sind ihre Erben?
Wann müssen sie von uns gehn?

Ein alter Herr mit seinem Hund;
Ich seh ihn jeden Tag,
Hustet sich die Lunge wund,
Krebs an seinem Atem nagt.

Und täglich dreht er seine Runde
Mit dem braunen Zottelbär.
Stets zur gleichen Stunde,
Ganz friedlich, als ob nichts wär.

Es wird der Tag kommen,
Da wird ich ihn nie mehr sehn.
Alte Bilder werden verschwommen,
Ein jeder von uns muss gehn.

Wir Menschen sind wie Eintagsfliegen
Auf dieser großen Welt.
Der Tod wird über alles siegen,
Der letzte Vorhang fällt.

21.05.2012 – 16.10

Kommentare (1) »

Alles wird gut

Weg ins LichtAlles wird gut, ich glaub daran;
es kann nicht schlimmer werden.
Zu wenig hab ich bisher getan,
für mein Glück hier auf Erden.

Alles wird gut,
ein Wunsch aus reinem Herzen.
Nie wieder Blut!
Nie wieder Schmerzen!

Alles wird gut, nicht nur für mich
wird wieder die Sonne scheinen.
Sie scheint auch bald für Dich
und nicht für irgendeinen.

Alles wird gut, und nimmer für die bösen
Menschen dieser Welt.
Auch uns wird’s Glück sehr bald erlösen,
ohne Materialismus und viel Geld.

Alles wird gut, Du kannst mir glauben.
Blick nach vorn und find Dein Ziel.
Ewig den Verstand ausrauben,
bringt uns leider nicht sehr viel.

Alles wird gut, Du wirst es sehn,
ich spürs, die gute Stunde naht.
Neue Wege werd ich gehn,
verlasse meinen alten Pfad.

10.01.2012 – 21.40

(2) Kommentare »

Warum

0_bigWarum immer Böses tun
und nicht Gutes geben?
Warum immer ICH bedacht
in diesem kurzen Leben?

Warum könnt Ihr nehmen
und nicht selbstlos sein?
Ich muss mich für Euch schämen;
Eure Seele ist nicht rein.

Warum wird Natur zerstört
nur für euren Spaß?
Natur, die nicht mal uns gehört,
erstickt in warmem Gas.

Warum seid Ihr so ICH-bedacht
auf unsrem Garten Eden?
Auf euch, Ihr Menschen geb ich Acht!
Wir müssen drüber reden!

Warum spielt ihr euren Gott
in dieser schönen Welt?
In Wirklichkeit seid Ihr bankrott -
es geht nur ums „liebe“ Geld!

Warum ständig Kriege schüren,
Völker unterdrücken?
Menschen ins Verderben führen,
mit Hinterlist und Tücken?

Warum kann es nicht friedlich sein,
auf dieser kranken Welt?
Am End‘ seid Ihr allein
und nichts gibt’s, was Euch hält.

Warum denn nur glaubt Ihr mir nicht,
was ich Euch hier beschreibe?
Das Wahre steht in Eurem Gesicht
und steckt in Eurem Leibe.

Warum seh ich nur die Lüge
in eurer Mensch-Natur?
Ich kenn Euch zu Genüge,
ihr seid Primaten nur.

Warum wird meine Frage nicht erwidert;
Ich weiß es ganz genau:
Ihr seid nur außen bunt gefiedert
und nicht wirklich schlau.
Nicht im Leben eingegliedert
und im Herzen grau.

29.12.2012 – 05.20

Kein Kommentar »

Scheinheilige Weihnacht

presse_2007_12_13Scheinheilige Weihnacht überall,
Licht strahlt aus den Häusern.
Und der Menschen tiefer Fall
lässt sich nur so äußern:

Euer Fest der stillen Liebe
ist von Leid umschattet.
Ihr seid nichts als Hühnerdiebe
und mit Mordlust ausgestattet!

Ob Gänslein, Pute oder Schwein,
hauptsach es schmeckt gut
stopft Ihr abends in Euch rein
vergoss’nes Unschuldsblut.

Niemals daran denken
dass dies tote Tier
Liebe könnt Dir schenken,
in Deiner Fleischesgier.

Saftig gut gebräunt
liegt’s auf Deinem Herd.
Hat von Liebe einst geträumt
und ist nun nichts mehr wert.

Außer die paar Taler,
die Du zahltest für die Leich,
Kreuzer für den Steuerzahler,
Millionen für das Reich.

Eure Weihnacht ist nur Mord
aus alter Tradition.
Ein Leben geht hinfort
für Euren Christenhohn.

Schenkt Euch einfach Liebe
ohne Mord an Euren Schwestern
und Brüdern; was noch bliebe,
das bleibt heute GESTERN.

Scheinheilige Weihnacht überall,
duftet durch die Lüfte, falscher Schall.
Weihnachtshohn, Weihnachtsbaum,
du stirbst ab heut in jedem Raum.

Aus der schöne Weihnachtstraum…

23.12.2011 – 23.58

Kommentare (1) »

Unwirklich

der_steinige_wegIch laufe durch die Straßen.
Alles erscheint mir unwirklich.
Fühle mich fremd in diesen mir sonst so vertrauten Straßen.
Sehe Menschen.
Schöne Menschen.
Alte Menschen.
Traurige, geknickte Augen.
Ich frage mich, warum sie alle noch leben.
Warum bringen sie sich nicht um?
Was hält sie am Leben in dieser trostlosen, grauen Welt?

Alles erscheint so unwirklich.
Dezember.
Tiefschwarze Wolken und ein Donner im Norden.
Milder Wind fegt durch die Gassen.
Ich eile in den Supermarkt.
Viele Menschen.
Ich beachte sie nicht.
Fühle mich unwirklich.

Schnell zwei Bier und Zigaretten.
Sie mustern mich.
Ich muss raus.
Vor mir eine Plapper-Oma an der Kasse.
Wie ich es hasse.
Schweiß. Zittern. Herzjagen. Schwindel. Übelkeit.
Ich bin befreit.
Alles wirkt so unwirklich.

Auf meiner Bank im Park trinke ich mein Bier.
Denke über alles nach.
Denke über die Unwirklichkeit nach.
Bin ich ich?
Der Sturm peitscht mir Tränen ins Gesicht.
Ich eile nach Hause.
Ich fühle mich nicht.

Alles erscheint so unwirklich.

14.12.2011 – 16.10

Kommentare (1) »

Nur Luft und leere Worte

johnmundLangsam schleichend windet sich ein stiller Faden durch meine einst so bewegten Lippen.
Ich möchte schreien, doch die Bänder meiner Stimme sind stumm.
Schweigend stößt mein Lufthauch durch sie hindurch.
Nur Luft und leere Worte dringen nach außen; keiner hört mich schreien.
Sei es drum.

Niemand sieht mein schwarzes Herz.
Garstig, kahl, ausgebrannt und voller Schmerz.

Keiner wird es je erahnen, was ich fühle und was ich weiß.
Aber jeder wird weiter fragen, wie es mir geht.
Fragen, warum ich traurig bin.
Doch nur Luft und leere Worte dringen nach außen; keiner hört mich schreien.
Die Wahrheit bleibt drin.

Wenn ich lache; keiner fühlt den Schmerz in meiner Brust.
Keiner fühlt die Stiche in meinem Kopf.
Aber jeder wird weiter fragen, warum ich lache.
Fragen, warum ich fröhlich bin.
Doch nur Luft und leere Worte dringen nach außen; keiner hört mich schreien.
Möge er’s mir verzeihen.

Menschen sind für mich extrem kompliziert.
Oftmals lebe ich ohne sie gesünder.
Keiner fühlt dann meine Einsamkeit.
Aber jeder wird fragen, warum ich nicht nach ihm rufe.
Fragen, warum ich so bin.
Doch nur Luft und leere Worte dringen nach außen; keiner hört mich schreien.
Es steht mir nicht im Sinn,
eine Freundschaft zu entzweien.

Aber mehr ist grad nicht drin.

Im nächsten Leben gehe ich einen anderen Weg.
Und keiner wird fragen, warum ich ihn gehe.
Dann hört mich jeder schreien.
Und sieht auch, was ich sehe.

19.11.2011 -20.00

John

(2) Kommentare »

Gayromeo und der Weihnachtsstern

In Gayromeo fühlt man sich heutzutage manchmal wie ein Weihnachtsstern. Erst wird er für schön empfunden und gepflegt, schon kurze Zeit später als öd und vertrocknet abgestempelt und in den Keller gestellt. Wenn man Glück hat, wird man zum nächsten Weihnachtsfest nochmal in die Wohnung gestellt, wenn grad kein schönerer da ist…

John

Kein Kommentar »

Wär ich ein Stern

asteroidAch, wie wär ich gern
ein ganz andres Wesen.
Ach, wäre ich ein Stern,
wär vieles nicht gewesen.

Würde es von oben sehn,
wie Ihr die Welt mit Eurer Gier
zerstört, durch Euer Missverstehn
und der Menschen Geist erfriert.

Wie ihr zu Euch Menschen seid,
unberechenbar, gemein,
unnachsichtig, ungescheit,
so können nur Menschen sein!

Und eines Tages würde ich
Euch dafür büßen lassen.
Trät‘ in Euer Sonnenlicht
und würd die Umlaufbahn verlassen.

Mein Stern würd Euch alles nehmen,
was Ihr auch den andren nahmt.
und jene, die da nicht umkämen,
haben es zuvor erahnt.

Ich würd Euch beben,
tät Euch fluten,
tauchte Euer Leben
in tiefe Feuergluten.

Ach, wie würd‘ ich toben,
wär nur ich der Stern,
der noch weit dort oben
wartet, in der Fern‘ . . .

02. November 2011 – 21.53

Kein Kommentar »

Atemlos

urlMeine noch vor kurzem noch so neue, strahlende Fassade ist abgefallen. Zum Vorschein kommen alte Ernüchterung, Farblosigkeit, Unmut. Nichts hast du geschafft, John.  Wie gern wär ich einer von denen, die nichts darauf geben, was andere von ihnen halten oder über sie denken. Wie gern wär ich einer, der ohne den ständigen Input von außen leben kann. So einer bin ich aber nicht.

Alles schien mir bis vor wenigen Wochen noch so neu und glückbringend. Neugierig tastete ich mich an neue Wagnisse heran, dankbar trank ich Säfte des Lebens, die mir in den Jahren zuvor sehr bitter geschmeckt hatten. Ein leuchtender Stern hing über mir und begleitete mich in vielen Situationen, die ich über Jahre gemieden hatte. Keine Manie war es, auch wenn es so aussah. Es war über einige Wochen und Monate eine gesunde Einstellung zum Leben. Ich weiß nicht genau, woher ich sie nahm. Keine stimmungszerfetzenden Vollräusche mehr, keine unfairen Anfeindungen, kaum ein Windhauch einer Depression, ja sogar auf Menschen ging ich wieder zu und konnte einige Zeit des Tages unter ihnen verweilen. Ich besuchte Straßencafés, Schwimmbäder, reiste mit der Bahn und einige Male sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und ich übernachtete sogar bei einer fremden Familie. Es war ein sehr positives Erlebnis. Jeweils ohne berauschende Mittel wie etwa Alkohol oder Gras. Durch Fußgängerzonen deutscher Städte war ich geschlendert und genoss den Trank meines Leben2.0.

Ich klärte meinen gesundheitlichen Krisen nach und nach ab, war sogar bereit, wegen meiner „Psychischen Krisen“ wieder eine Therapie zu beginnen. Alsbald flammte dann auch ein ungeheurer Drang in mir auf, wieder arbeitsfähig zu sein zu können und eine Art Tagesstruktur zu erleben. Freiwillig kämpfte ich mich zu Arbeitsagenturen, Ärzten, Krankenhäusern, konnte meine Termine fast immer wahrnehmen und schrieb sogar wieder an meinem Buch. Viele Wochen gemäßigten Klimas ließ ich über mich ergehen, auch Tage auf Zehen schleichend, ohne dass sich meine kindische Seele vor Schmerz windete. Das pralle Leben, welches ich zumeist auf meinen Städtereisen erleben durfte, entschädigte die mäßigen und monotonen Phasen. Dann erlebte ich romantische Wälder, in die die Hörner Eichendorffs bliesen und die linde Schalmei Mörikes über die Wiesen hallen. Aber je mehr Ruhe mir entgegenkam, umso mehr schwoll, rührte und wogte es sich in mir. Und allmählich verwandelte sich die einst so blasse, sentimentale Sehnsucht  nach Leben in tiefe, unmenschliche Unrast, ein ungeduldiges, suchendes Ergriffensein meines gesamten Wesens, das immer etwas anderes, etwas Wesentlicheres wollte, das eines von jenen ist, welches eine mehrmalige Pubertät hat, ein immer Neubeginnen der Jugend.

Und doch ruhte da immer noch jenes grauenvolle, schwarze Loch in meiner Seele, jene tickende Zeitbombe, für deren Explosion schon der sanfte Flügelzug eines Schmetterlings ausreichte. Warum so etwas, wenn auch viel seltener und in größeren Abständen, immer noch mit mir geschieht, vermag ich nicht recht zu erklären. Sind es die tristen Regentage, die mich an mein Zuhause gefesselt zum Nichtstun verdammen? Ist es die stark gefühlte Abneigung einiger mir wichtiger Menschen gegen mich? Ist es der stetige Rückblick in mein chaotisches Leben, das mir vielleicht besser gefiel? Oder etwa der Umstand, dass ich seit bald zwei Jahren ein Singleleben lebe, welches mir absolut verdrießlich und grauenvoll ist? An meiner äußeren Erscheinung liegt es nicht. Aber wohl am Alter. Mit 25 Jahren war es noch nicht primär, wie ich aussehe, heute mit 32 fühle ich mich ausgemustert, und das, obwohl man mich äußerlich kaum älter als 25 Jahre vermutet. Und auch mit 32 Jahren bin ich noch nicht am Ziel. Weil ich weiß und immer wusste, dass ich kein Einheitliches bin, dass nicht etwa eine oder zwei, sondern tausende Seelen in meiner Brust wohnen; der sanfte Mitbürger und der wilde Wolf, der Asket und der Sinnesgierige, der Sternensucher und der Kriminelle, der milde Schwärmer und der derbschlächtige Abenteurer, der neurotische Selbstquäler und der unersättliche Genießer. Einsam, feindlich und ungerecht stehe ich gegen dieses Leben; aber nicht hasserfüllt anklagend, sondern leidend als zerrissener Sonderling, die Fetzen meines Wesens in seinem lärmenden Sturme flattern lassend, der Meinung, dass der Mensch, der in ihm zu triumphieren hoffte, von ihm vollends zerstört wird. Und in diesem Untergang fühle ich noch einmal alle Seligkeit und alle Qual dieses versinkenden Menschen, der zum Idealen strebt, am bürgerlich-ordnungsmäßigen klebt, wie einer meiner Art sich selbst und alles andere zerbrüllt und zerbeißt, sich nach Ewigkeit sehnt und an süßen Sinnlichkeiten sich entzückt.

Seit meinem Ausbruch am letzten Freitag, der sich in Alkoholrausch, lauter Musik, ungeheurer Zerstörungswut und persönlichen Angriffen anderen gegenüber äußerte, sind diese farbenprächtigen, warmen Bilder der Monate zuvor grau und verschwommen; Eichendorffs Hörner sind verstummt, und der Stern, der mich stetig begleitete, ist gefallen. Es entlud sich mit einer schier hemmungslosen Brutalität und Heftigkeit meine Angst und mein Zorn, Wut und Melancholie und die verzweiflungsvoll klare Einsicht in meinen Seelenzustand. Atemlos sitze ich vor mir und kann mein Ebenbild nicht mehr erkennen. Es wirkt auf mich fremd und verschwommen, als hätt‘ der Herbst die Farben des Sommers genommen. Meine guten Vorsätze sind nicht gegangen; sie sind jetzt nur sehr fern. Der Weg zu meinen Zielen ist weiter geworden. Einige Tage nach meiner Seelenexplosion fiel ich in einen Dämmerzustand und in eine unglaubliche Scham über diese vielen schlechten Seelen in mir. Ich bin auch maßlos traurig darüber, dass man meinen Verhaltensweisen nachsagt, sie seien der Grund dafür, dass einige bestimmte Menschen, die mir noch heute wichtig sind, mit mir nichts mehr zu tun haben wollen würden. Und bei jeder falschen Reaktion, und sei sie noch so menschlich und nachvollziehbar, heißt es dann: Ja, typisch Borderliner. SO sind sie eben. Allein dieser Gedanke raubt mir meinen letzten Verstand.

Manchmal wünsche ich mir, ein Mensch steht da vor mir, der meine Fesseln löst und mich an der Hand nimmt, mit ins Leben. In dieses pralle Leben, von dem die Menschen immer so erfreut berichten. Dieses Leben, welches ich immer nur so kurz leben darf. Immer wieder falle ich in das Loch dieser unerträglichen Angst und Lethargie und weiß nicht, wie ich mich daraus befreien soll.

“Mein Leben war mühsam, irrläufig und unglücklich gewesen, es führte zu Verzicht und Verneinung, es war bitter vom Schicksalssalz alles Menschentums, aber es war stolz und reich gewesen, auch noch im Elend ein Königsleben! Möchte das Stückchen Weges bis zum Untergang vollends noch so kläglich vertan werden, der Kern dieses Lebens war edel, es hatte Gesicht und Rasse, es ging nicht um Pfennige, es ging um Sterne.”

(Hermann Hesse, 1927)

John

Kein Kommentar »

Vogelsprache

voegelSetz’ Dich mal raus in die Natur,
zwischen Sträuchern, einzeln Bäumen,
schalte ab und höre nur,
von was sie sprechen oder träumen.

Sie trillern, schwätzen, kreischen, singen,
fast dem Bild des Menschen gleich.
Manche mögen zeternd klingen,
andre Stimmchen singen weich.

Jedoch lieber, als der Menschen Stimmen,
hör’ ich, was die Vögel sagen.
Dort singt Wahrheit, Friede, keine schlimmen
Worte, die mein Leben plagen.

Bald werden sie verstummen,
fall’n vom Himmel, schweigend, still.
Keine Biene wird mehr summen,
erreicht der Mensch sein grausam’ Ziel.

Er wird der Letzte sein, der weint
und zetert oder lacht.
Er hat es ja so gut gemeint
und alles damit kaputt gemacht.

(18.05.2011 -18.50)

Kein Kommentar »

Steppenwolf? Früher und Heute

in einer Hommage und angelehnt an Herman Hesse’s Steppenwolf. (http://www.suhrkamp.de/)

menschen rausManchmal, ja immer häufiger sehe ich mich gern als der Steppenwolf, wie Hermann Hesse ihn in gleichnamigen Buch glanzvoll umschreibt. Aber ist der Wolf nicht ein Rudeltier, das stets mit den Anderen zieht und sich einem Alphatier unterordnet, wie dies etwa der Mensch bei seinem Sklaven, dem Hund ist? Dann bin ich garantiert kein Steppenwolf, sondern eher einer dieser dummtreuen Hunde, die ihren Besitzern regelmäßig davonlaufen. Sie können nicht mit ihm, aber auch nicht ohne ihn. Dann lebe ich in einer Welt, in die ich nicht gehöre, die mir von der Macht des Staates auferlegt worden ist.

Anstatt meine ungeliebte Persönlichkeit, die mir schon im Kindesalter aufgezwungen wurde, mit sanftesten Mitteln zu vernichten, war es mir immer nur gelungen, mir mich selbst hassen zu lehren. Gegen mich selbst, gegen so oftmals auch unschuldigen und gerechten Geist richtete ich zeitlebens das Schwert des Damokles. Denn es war mir immer wieder gelungen, mein vermeintliches Glück nur wenig später als großes Unglück anzuerkennen. Die gesamte Genialität meiner Phantasie, die volle Stärke meines Denkvermögens,  jede Schärfe, Kritik, Bosheit, jeder Hass, dessen ich fähig war, ließ ich vor Allem und zuerst auf mich los , indem ich mir meine Sinne mit Alkohol vernebelte, mir Schmerzen zufügte oder mich mit den all nur verfügbaren Substanzen dieser Welt aus dem Leben zu schießen versuchte. Wenn ich auch die schonungsloseste Gewaltphantasien gegen sämtliche Menschen und Institutionen entwickelte, so richtete sich mein Hass am Ende immer gegen mich.

Was jedoch tatsächlich die Anderen, meine Umwelt und meine geliebten Freunde betrifft, machen sie auch noch so grobe Fehler,  so unternehme ich manchmal die heldenhaftesten und  ernstesten Versuche, sie zu lieben, ihnen gerecht zu werden, ihnen nicht so weh zu tun. Denn das Lieben meines Nächsten war mir ebenso eingebläut wie das Hassen meiner selbst; und so war mein gesamtes Leben ein Beispiel dafür, dass ohne die Liebe zu mir auch die Nächstenliebe unmöglich sei, dass der Selbsthass genau dasselbe ist und dessen Ende eine genauso grausame Isoliertheit und Verzweiflung aufruft, wie der grelle Egoismus. Und das erfahre ich durch diese Menschen wieder, die mein neues ICH nicht verstehen, sie verzweifeln, sie KÖNNEN mich vielleicht nicht verstehen und projizieren mein anderes Verhalten auf sich selbst, sehen es negativ, bringen mich zur Verzweiflung.

Was sucht mein Wesen in einer Welt , von deren Zielen ich kaum eines teile, von deren Freuden keine mehr zu mir spricht?  Ich kann und möchte weder in einem Kino oder Supermarkt, noch in fremden Wohnungen  lange aushalten;  ich kann nicht verstehen, welche  Lust und Freude es ist,  die die Menschen in den überfüllten Bussen und Bahnen, in Bädern und Straßencafés mit schwülem, aufdringlichem Verkehrs- und Menschenlärm, in den angesagten Clubs und Diskotheken der eleganten Luxusstädte suchen, in den Weltausstellungen, auf den großen Sportplätzen - ich kann all diese Freuden, die mir ja unerreichbar wären und um die tausende andre sich mühen und drängen, nicht verstehen, nicht teilen. Und was hingegen mir in meinen seltnen Freudesstunden geschieht, was für mich Wonne, Erlebnis, Ekstase und Erholung ist, das kennt und sucht und liebt die Welt höchstens in Dichtungen; im Leben findet sie es verrückt. Und in der Tat, wenn die Welt recht hat, wenn diese Musik in den Bars, diese Volksfeste und Massenvergnügungen, diese amerikanischen, mit so wenigen, zufriedenen Menschen recht haben, dann habe ich Unrecht, dann bin ich verrückt, dann bin ich das in eine ihm fremde Welt verirrte Tier, das seine Heimat, Luft und Nahrung nicht mehr findet, das vom Saft dieses irdischen Lebens genug gekostet hat und nun davon nicht mehr abhängig sein will.

Es gibt und gab viele Menschen von ähnlicher Art, wie ich einer bin; viele Künstler namentlich gehören dieser Art an. Diese Menschen haben alle zwei Seelen, zwei Wesen in sich, in ihnen ist Göttliches und Teuflisches, ist mütterliches und väterliches Blut, ist Glücksfähigkeit und Leidensfähigkeit ebenso feindlich und verworren neben- und ineinander vorhanden, wie ich und ich es sind. Und diese Menschen, deren Leben ein oftmals unruhiges ist, erleben zuweilen in ihren seltenen Glücksaugenblicken so Starkes und unnennbar Schönes, der Schaum des Augenblicksglückes spritzt zuweilen so hoch und blendend über das Meer des Leides hinaus, dass dieses kurz aufleuchtende Glück ausstrahlend auch andere berührt und bezaubert. So entstehen, als kostbarer flüchtiger Glücksschaum über dem Meer des Leides, alle jene Kunstwerke, in welchen ein einzelner leidender Mensch sich für eine Stunde so hoch über sein eigenes Schicksal erhob, dass sein Glück wie ein Stern strahlt und allen denen, die es sehen, wie etwas Ewiges und wie ihr eigener Glückstraum erscheint. Alle diese Menschen, mögen ihre Taten und Werke heißen wie sie wollen, haben eigentlich überhaupt kein Leben, das heißt, ihr Leben ist kein Sein, hat keine Gestalt, sie sind nicht Helden oder Künstler oder Denker in der Art, wie andere Richter, Ärzte, Schuhmacher oder Lehrer sind, sondern ihr Leben ist eine ewige, leidvolle Bewegung und Brandung, ist unglücklich und schmerzvoll zerrissen und ist schauerlich und sinnlos, sobald man den Sinn nicht in ebenjenen seltenen Erlebnissen, Taten, Gedanken und Werken zu sehen bereit ist, die über dem Chaos eines solchen Lebens aufstrahlen. Unter den Menschen dieser Art ist der gefährliche und schreckliche Gedanke entstanden, dass vielleicht die ganze Menschheit nur ein arger Irrtum, eine heftige und missglückte Fehlgeburt der Urmutter, ein wilder, grausiger fehlgeschlagener Versuch der Natur sei.

Kommentare (1) »

Mensch versus Natur

050511-1623Einst naiv und unerfahren,
schwamm ich mit, im Menschenstrom.
Und heute nun, nach all den Jahren,

-ich denk’ ich wusst’ es immer schon-

bin ich mir nun recht im Klaren:

IHR seid des Teufels Undank - nicht der Götter Lohn!

Täglich seh’ ich mit Grauen in die Welt,
die IHR mir eurer Gier zerstört.
Geht doch kaputt an diesem Geld,
was nicht mal Euch gehört!

Viele Glieder eurer Rasse
meinen es im Grunde Recht.
Doch klingelt erst die Kasse,
wird aus Recht nur schlecht.

Und sei es nur im kleinen Kreise.
Ob Freundschaft, Kumpel oder Liebe…
IHR baut täglich wieder Scheiße,
als ob daran etwas Gutes bliebe…

Euer Tun scheint eurer Macht
das Gute zu entziehen.
Jedoch; ich geb ständig Acht,
kann im Notfall vor Euch fliehen!

Mein Zufluchtsort ist die Natur,
wo höchstens ein paar Vöglein pfeifen
und Grillen zirpen - Ruhe pur!
Ich höre keine Menschen keifen.

Dort, wo nur Wind zu rauschen wagt
und keine Menschenseele
das Leid des Lebens klagt,
sind die Orte, die ich wähle.

Immer erst; bin ich befreit,
allein und von Euch fern,
genieß’ ich diese Zeit
und hab das Leben gern.

Ein Teil von Euch, der tut mir gut
und lässt mich oftmals staunen,
wie in Euch meine Seele ruht,
trotz meiner oftmals grässlich Launen.

Jedoch ich lieb nur die Natur,
in ihrer Unschuld rein und schön,
in Ehrlichkeit sehr krass und pur;
so möcht’ ich’s bei euch Menschen sehn.

Ein Wunsch. Ich wünsch’s mir nur.

Komm mit mir, genieß das Leben
jeden Tag und Schritt für Schritt.
Scheiß auf den Spießer, der daneben
seinen Holzsarg fertig schitzt.

Lass uns unabhängig werden,
täglich nur ein wenig mehr.
Du wirst sehn; uns hier auf Erden
wird’s zuteil, worauf  ich schwör’!

05. Mai 2011 - 15.00 - 17.00 Uhr

unterschrift1

Kommentare (1) »

Frühlings-Sonnenstrahlen

Die ersten Frühlings-Sonnenstrahlen
erwecken Schöngeist und Natur.
Warmer Wind weht durch die kahlen
Bäume, der Himmel getaucht in Blau-Azur.

Man möcht’ am liebsten denken,
der Winter sei nun schon vorbei.
Jedoch, ich hab Bedenken;
der Sommer bleibt noch Träumerei.

Der Frühling ist des Sommers Kind,
noch jung und zart, ganz unvollkommen,
so wie auch wir Menschen sind,
drum wird’s auch nicht so streng genommen.

14.01.2011 - 11.00 Uhr

Kein Kommentar »

Freunde

Manches Wort zur richt’gen Zeit,
von besond’ren Seelen,
bringt mich schon soweit,
dass mir diese Stimmen manchmal fehlen.

Möcht ich anfangs keinen Menschen sehn,
und sie stehn dann plötzlich da,
wünscht’ ich, sie würden nie mehr gehn,
da ihre Worte echt und wunderbar.

Durchgeknallt und doch so ehrlich
seid Ihr beide - ihr seid IHR und ihr seid echt.
Ihr seid oftmals unentbehrlich
- und das sag ich heut zu Recht.

Für zwei Freunde - Alex und Manu - 23.08.2010

Kein Kommentar »

Die stille Unschuld der Natur

Die stille Unschuld der Natur ist oft mein letzter Zufluchtsort und Ruhepol in tristen, von schuldigen Menschen verseuchten Momenten.

Kein Kommentar »

Retter-Radio - Wir retten Dich aus dem Alltag!

kostenloser Counter
Poker Blog