Schön’s Blümelein

StiefmütterchenEinst stand da ein schön’s Blümelein
Vor einem alten Haus.
Es stand so einsam und allein;
Das hielt mein Herz nicht aus.

Behutsam nahm ich es zu mir
Und setzte es Zuhause ein.
Es war dann fortan hier,
Das zarte, junge Blümelein.

Es gedieh so wunderbar
Und blühte auf, in voller Pracht,
Seit es bei mir war,
So bei Tag und bei der Nacht.

Doch an jenem Sommertage,
Als von der Reise ich zurück,
Blieb die eine alte Frage:
Warum starb das junge Glück?

Den Topf des schönen Blümelein
Zierte nur noch toter Schmerz.
Es konnt’ nicht länger bei mir sein.
Mir zerriss es schier mein Herz.

Ein Jahr später, vor dem Garten,
Als der Schmerz verklungen,
Sah ich neue Blümlein warten,
Meine Seele hat gesungen!

Und so nahm ich notgedrungen
Eines mit nach Haus.
Ich hatte lang mit mir gerungen;
Dieses Blümchen war ein Graus!

Zwar glich es dem vom letzten Jahr
Wie ein Ei dem andern.
Doch seine Absicht war,
Von Topf zu wandern.

Auch das Blümlein, das hernach
Nicht lange bei mir blieb,
Hielt mich viele Nächte wach,
Entpuppte sich als Herzensdieb.

Ein Blümlein, das ich zu mir nahm,
Aus fremdem Untertopf
Blieb nichts, als alter Gram,
Und Wut in meinem Kopf.

So lass ich all die Blümelein
Künftig wo sie sind.
Erfreue mich an ihrem Schein,
An ihrem Tanz im Wind.

31.05.2014 - 21.18

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Die Gayromianisierung der schwulen Szene

GayromeoEinige meines Semesters Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre wird die Zeit noch kennen, als man sich über Szenekneipen oder Kontaktanzeigen in verschiedensten Printmagazinen kennenlernte. Damals gab es sogar noch „Blind Dates“. Wie verrückt mag das wohl für Euch jüngeren Schwulen von heute klingen. Blind Date. Hat der kein Iphone? Keine Cam? Ne, der ist sicher komisch drauf. Ich gebe zu, auch ich treffe mich seit dem Zeitalter des Internets, Gayromeo, erschwinglichen Digicams und Smartphones nicht mehr mit Menschen, von denen ich nicht mindestens ein Bild vorher gesehen habe. Das Problem, das sich seit der Gayromianisierung der schwulen Szene in unser Leben schleicht, ist ein ganz anderes.

Und zwar die schier unendliche Auswahl. Auswahl zwischen dem Katalogmodel, dem Traumboy, oder dem Typen von nebenan, bis hin zu nimmersatten Daddys oder Fetischtypen. Vor ca. zehn bis zwölf Jahren, als noch nicht jeder die technischen Voraussetzungen für Bilder in seinem Profil besaß, traf man sich einfach und auch wenn drei Male hintereinander kein Traumtyp dabei war, so hatten diese Treffen doch immer einen gewissen Reiz. Den Reiz des Unbekannten.

Wer zufällig wie ich die Anfangsjahre des schwul-gemischten Internetcafés Kr@ftAkt in München miterlebt hat, weiß sicher von was ich spreche. Die Plätze an den Rechnern waren meist bis auf den Letzten belegt, zumal damals auch nicht jeder einen eigenen Rechner oder Internetanschluss besaß. Wer diesen Ort heute, elf Jahre später besucht, wird feststellen, dass die Bildschirme und PCs mittlerweile nicht mehr nötig sind, da ohnehin ein jeder der jüngeren Generationen in den Bildschirm seines Smartphones starrt und wie wild darauf herum tippt. Blickkontakt herrscht, wenn, dann nur noch unter Leuten, die sich wirklich gefunden haben. Der moderne Schwule von heute ist immer extrem busy und immer on the way. Und gefragt muss er natürlich auch sein, woher sonst sollte er seinen aktuellen Marktwert kennen, wenn nicht durch die Likes, die er mit dem neuesten Schnuten-, Grinse- oder extrem-bös-guck-Gesicht auf Facebook erschnorrt. Von im Schnitt vierhundert „Freunden“.

Kommen wir zurück zu Gayromeo. Oder gerne auch jeder anderen Plattform, auf der man sich so tummelt; aber das Herzstück ist und bleibt nun mal die besagte Community. Ich habe festgestellt, dass man als User oft eine von vielen ungeahnten Hintertürchen ist, die sich das Gegenüber offen hält, um möglichst „noch einen Besseren“ zu finden. Das mag zunächst nicht viel anders als auch im realen Leben sein. Das fiese aber daran ist, dass die Typen ihr dummes Maul nicht aufbekommen, Dir einen ehrlichen „Korb“ zu reichen, sondern weiter mit Dir chatten, dir manchmal auch ein (nachlassendes) Gefühl von Interesse geben und immer einen Grund finden, warum sie grad keine Zeit für ein Treffen haben. Ein kluger Mann wie ich resigniert und hakt den Kontakt ab. Mangelt es ihnen an Selbstbewusstsein? Nein, nicht immer. Oft melden sie sich sogar Monate später wieder, weil das mit dem Ex oder wem auch immer nun doch nicht geklappt hat. Ein kluger Mann (wie ich) schickt den Burschen in die Wüste.

Es gibt dann aber auch noch solche, die in ihrem Profil schon vorheucheln, dass Sexdates ein No-Go sind, treffen sich mit Dir, holen sich, was sie in Wirklichkeit wollen (Sex, weil Du sagst ja schließlich nicht nein) und heucheln dann weiter, wie schön es bei Dir war, wie wenig Zeit sie jedoch für ein zweites Treffen haben, sitzen aber jeden Tag nach Feierabend mit Freunden im Kraftakt oder daten sich mit dem Nächsten. Wer schlau ist, findet das relativ schnell heraus, der naive Dumme läuft ihm ewig hinterher.

Nun, das waren nur zwei Beispiele von den unzählig möglichen, die wir in unserer täglichen Gayromeo-Lethargie erleben; sie zeigen aber eines deutlich auf: Wer im heutigen Zeitalter der Internetisierung von Partnersuchen lebt, hat es schwieriger, den Richtigen zu finden, als dies zuvor der Fall war. An einem weiteren, drastischen Beispiel, das ich vor Jahren selbst erlebt habe, möchte ich diese Aussage erläutern:

Vor einigen Jahren fiel mir ein sehr gutaussehender Junge bei Gayromeo auf und ich schrieb ihn an. Ich war erstaunt, dass er sogar antwortete; er war höflich und meinte, ich sei nicht so sein Typ. Nun gut, damit kann ich leben; das ist ehrlich. Ein paar Wochen später war ich mit einem guten Freund im Kraftakt. Ja, auch ich verirre mich wenige Male im Jahr trotz meiner Szene-Aversionen noch dort hin, weil es mir eigentlich ganz gut gefällt. Das Ambiente, der Service, manchmal auch wirklich nette Gäste, die nicht von der Münchener Oberflächlichkeit gesegnet sind. Als ich zum Rauchen nach draußen ging, kam mir wenige Sekunden später ein junger, gutaussehender Typ hinterher, der mich um Feuer bat. Er kam mir irgendwie bekannt vor. Er fragte mich ob, ich der aus Gayromeo sei und nannte meinen und seinen Nick. (Der im Übrigen nicht schwer herauszufinden sein dürfte) Nach kurzer Zeit bejahte ich, als mir bewusst wurde, dass er der Junge war, dem ich einige Wochen zuvor auf meinen Bildern nicht so sehr entsprach. Dieser Junge machte mir sehr schnell unverblümt klar, dass ich total sein Typ sei und dass ihm „der Korb“ von vor ein paar Wochen total leid tue. Muss wohl an meinen Bildern gelegen haben. Dieser Junge ging auch mit mir nach Hause, verbrachte eine heiße Nacht mit mir, ehe er mir am nächsten Morgen (genauso ehrlich, wie auf Gayromeo) erklärte, dass er mittlerweile leider einen Freund habe und ihm auch das total leid tue.

Daraus entstand wohl der Gayromeo-Grundleitsatz: WER DICH WILL, DEN WILLST DU NICHT, DOCH WEN DU WILLST, DER WILL DICH NICHT.

Die Jungen wie die Alten im Web sind zum Großteil sexbesessen; kaum einer von ihnen schert sich mehr um wirkliche Werte wie Vertrauen, Verstand, Humor, Ehrlichkeit, Geborgenheit. Geltungssucht, Partys, Sex und Lügen bestimmen das Alltagsbild. Wenn man das mit dem männlichen Fortpflanzungstrieb vereinen könnte, würde ich mir hier einige Silben ersparen. Aber gerade bei uns Schwulen?

Vielleicht bemerken wir eines Tages ja doch, dass uns die Gefangenschaft im Onlinewahn kein Stück weiterbringt. Die Liebe ist dort ein Spiel und Du bist womöglich der Verlierer, weil Du ausgenutzt wurdest, Du kannst aber auch Gewinner sein, wenn Du weißt, was Du willst, oder wenn Du einfach nur eine unbezahlte Nutte unter vielen hier bist. Dann lernst Du wenigstens die Wertschätzung Deines Körpers kennen.

03.05.2013-22.55

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Geistiger Tod

kill meDas Jahr 2012 begann beschissen. Wobei ich unsere gemeinsame Silvesterfeier noch zum letzten Jahr zähle. Es war trotz einiger widerer Umstände ein sehr gutes Jahr 2011. Und Anfang Januar kamen schon die ersten Katastrophen. Die Wirtschaftskrise traf auch mich. Keine Aufträge mehr, überhöhte Preise, mein Graskonsum stieg schon seit einem Jahr bis ins Unermessliche. Dazu die vertrackte Lage mit René, dem ich durch mein Geständnis, dass es mit uns nicht klappen werde, nicht weh tun wollte. Ich hatte schon im letzten Jahr das böse Omen, dass 2012 das Jahr der Trennungen sein wird. Und René sollte nicht die einzige Trennung sein.

Auch Elke, jene Frau, die ich im Mai letzten Jahres kennen gelernt hatte und die mir das Jahr über viel Kraft gab, entfernte sich zum Ende des Jahres immer mehr von mir. Alles begann, als sie am 3. Advent zu Besuch kam und ebenso schnell wieder verschwand, weil eine Graswolke in der Wohnung stand, die sie nicht vertrug. Nach diesem Katastrophenabend war alles nicht mehr wie vorher zwischen uns. Danach kamen von ihrer Seite überwiegend nur noch Vorwürfe und Ablehnung auf mich ein gehagelt. Sie wollte weder mehr hören, noch lesen, wie schlecht es mir ständig ginge und über meinen neuen Freund wollte sie am besten so wenig wie möglich erfahren. Mein Facebook-Posting über die Bettelkinder (Sternsinger) beendete schließlich unsere „Freundschaft“, da sie darin ihren 14-jährigen Sohn, der selbst mal Sternsinger war, beleidigt sah. Obwohl ich nie wusste, dass er das mal war. Es interessierte mich in diesem Moment auch wenig, da ich diesen Post jedes Jahr zu „Hl. Drei Könige“ ablasse. Alle Geduld und Verständnis, die sie jemals für mich empfand, warf sie einfach über Bord und sortierte mich aus ihrem heilen Leben aus, in dem sie mich erst so offenherzig empfangen hatte. Sie hatte ihre Gründe nun zusammen um mich zu kicken. Nur für was wollte sie mich als Freund? Einer, der ihr ständig vorheuchelt, wie gut es ihm geht? Ich verzichte mittlerweile dankend, denn FREUNDE stehen immer hinter mir, egal wie es mir geht und was ich aus mir mache!

Meine Alkoholabstürze mehrten sich im neuen Jahr, so auch in der Vollmondnacht zum 09. Januar. Am nächsten Tag erfuhr ich durchs Internet, was es mit den tauben Fingern an meiner linken Hand auf sich hat. Ein Ulnarisrinnen-Syndrom, eine Art Nervenentzündung. Es genügt ja nicht schon meine seit November nicht endende Gürtelrose, meine Schmerzen, Panikattacken und der ganze restliche Scheiß, der noch auf mich zukommt.

Kurz rappelte ich mich wieder auf und verlor sehr schnell wieder die Kontrolle… Noch am 16. Januar räumte ich mein Wohnzimmer um und strich eine Wand rot. Ich dachte, die Umstellung würde mir helfen. Jedoch war es nur ein Tropfen im heißen Wüstensand. Und eben, während ich das schreibe, erfahre ich im Chat von Heiko, dass Vollmondnacht ist. Nun weiß ich auch, warum schon wieder diese innere Unruhe in mir herrscht und ich noch nicht, wie in den letzten Tagen auch, schon im Bett bin.

Am 20. Januar kam der verspätete Winter. 20 cm Schnee hatten wir hier auch nicht jedes Jahr. In dieser Nacht erlebte ich mein bisher wohl letztes Glück. Klaus und ich bauten einen Schneemann im Garten. Woher kam diese plötzliche Freude? Jemand schenkte mir nach Tagen von Abstinenz was zum Rauchen…

Ein paar Tage später, schwelgte ich in Kindheitserinnerungen und sah mir alte Videos an, auf denen auch meine verstorbene Mutter zu sehen ist. Es machte mich noch weiter fertig. Alles überschattet vom drohenden Ende der Beziehung zwischen Rene und mir. Und sie kam sehr bald darauf, nach wieder massenhaft verlorenen Tagen. Als ich ihm am Abend des 24. Januar wieder nicht sagen konnte, wie ich zu dieser zerrütteten Beziehung stehe, löschte er gegen 21.45 Uhr kurzerhand unsere Beziehungsverbindung in Facebook. Eigentlich hätte es mir Recht sein sollen. Nur die Umstände, die zu seiner Verzweiflung und zu unserem Ende geführt hatten, verkraftete ich im Nachhinein ganz und gar nicht. Seit Tagen ohne Gras, warf ich mir dann Schmerzmittel ein um den Seelenschmerz zu vergessen und trank dazu Rotwein. Nicht wenig. Es wurden in dieser Nacht und mit dem Telefonat mit Rene etwa drei Flaschen. Und irgendwann verlor ich mein Bewusstsein…

Gegen sechs Uhr morgens kam ich zu mir,  in meinem Bett liegend, während mir jemand immer wieder ins Gesicht haute und mich rüttelte. Als ich bei mir war, konnte ich erkennen, dass Notärzte, Polizisten und Feuerwehrmänner in meiner Wohnung standen. Ich war sehr verwirrt. „Was macht ihr hier? Wie kommt ihr hier rein??“ fragte ich die Menschen verwirrt. „Durch die Tür“ sagte ein Polizeibeamter lächelnd, der mir später auch eine seiner Zigaretten anbot, da ich keine mehr hatte. Im Laufe des Aufklarens und dem Gespräch mit den Beamten stellte sich heraus, dass mein „Partner“, so wie sie sagten, den Notarzt verständigt hatte, da er glaubte, ich liege mit einer Überdosis tot in der Wohnung. Nach etwa einer halben Stunde Gesprächen hatte ich die Leute aus meiner Wohnung und soff weiter. Eigentlich wäre ich in wieder mal in der Psychiatrie Haar gelandet, aber Dank meines geschickten Mundwerks und meiner Ausreden ist das nicht geschehn. Sehr erbost teilte René telefonisch mit, was ich von seiner Aktion halte. Heute wäre ich froh, sie hätten mich für ein paar Wochen in die geschlossene Anstalt gesteckt.  An diesem Tag wurde es sehr kalt.

Mit Dezemberrosen warst Du mein
und bliebst bei mir.
Im Januar-Eis war’n wir allein
mit einem leeren Blatt Papier.

Vier Stunden später erschien ich zu meinem Ersttermin bei einer Psychiaterin in meiner Nähe. Ein Termin, für den ich lange gekämpft hatte. Als sie von meiner Anamnese und dem Geschehnis der letzten Nacht erfuhr, sagte sie nur: „Ich kann ihnen nicht helfen. Sie sind ein Fall für die Klinik.“ Danke Deutschland. Ab Mittag, war Julie bei mir und achtete auf mich. Ich befand mich den ganzen Tag über in einer Art Manie und Depression zugleich. Ich war betrunken, kotzte Blut, hatte schwere Schmerzen und war zwischendurch aufgesetzt lustig. Das ging bis in den späten Abend. Mir ist es bis heute kaum erklärlich, wie Julie meinen Zustand, den sie zum ersten mal, seit wir uns kannten mitbekam, ertragen konnte. Ich war noch etwa drei Tage auf diesen Tabletten „drauf“ und hatte schlimmste Schmerzen, ehe sich mein körperlicher und geistiger Zustand zur „Ruhe“ legte.

Danach wurde diese schier gespenstische Ruhe um mich immer stärker. Und gerade im neuen Jahr, zum Februar, als ich eigentlich dachte, das Schlimmste wäre überstanden, kam der Winter mit vollster Wucht. Nicht etwa wie 2006, sondern mit trügerischem, hässlichen Sonnenschein und eisiger Kälte bei über minus 20°C. Und es kamen Diagnosen von Ärzten…

Seit Ende Januar schreibe ich nun gar nichts mehr in meinem persönlichen Facebook-Profil. Anfangs war es schwierig, aber mit der Zeit wurde meine Abneigung, Dinge zu schreiben, die mich gerade beschäftigen, immer größer. Die derzeitige Wetterlage und die verbundene Kälte sind neben verregneten Sommern das Schlimmste, was ich mir unter „Wetter“ nur vorstellen kann und ziehen mich noch mehr runter. Meine Schmerzen, die oft akut und dann stundenlang auftreten, nehme ich zähneknirschend hin. Ich nehme seit meiner Tablettenintoxikation keinerlei Medizin mehr zu mir. Das Schlimmste an allen Umständen mag wohl meine Depression sein, die so schlimm, wie selten zuvor auf mich einschlägt. Nein, ich sitze nicht zuhause und weine. Ich habe meist keine Tränen mehr. Ich bin stumm und liege solange wie nur möglich im Bett. Nur weil mir das Liegen nach Mittag irgendwann lästig wird, stehe ich irgendwann auf und versuche etappenweise, meinen Haushalt ordentlich zu halten. Ich bin wohl der einzige Mensch mit schweren Depressionen auf dieser Welt, der in einer ordentlichen Umgebung haust. Ich möchte niemanden sehen und wünsche mir ab und an doch, dass bestimmte Menschen nach mir sehen, aber genau DIESE tun es eben nicht. Und ist jemand bei mir, bringe ich oft keinen Ton raus. Selbst mein Kater flüchtet seit Wochen immer wieder ins Bad, weil er meine Laune fühlt. Der Einzige, der WIRKLICH für mich da ist, ist Klaus. Er geht für mich einkaufen, weil ich selbst das nicht mehr schaffe, versucht mir etwas Trost zu spenden, auch wenn es nicht mehr ankommt. Bevor ich zum Briefkasten stürme, vergewissere ich mich, dass kein Nachbar auf den Hausfluren läuft, da mir eine Unterhaltung und vor Allem die Frage „Wie geht’s Dir?“ unangenehm ist. Ich habe an nichts mehr Freude, kaufe mir nun auch kein Gras mehr, weil es meine Stimmung nur noch kurzfristig steigert. Mein Handy ist meist aus oder lautlos. Auf Mails in Facebook antworte ich nur noch, wenn ich sie mal sehe oder mit höchster Unlust. Oder gar nicht. Ich wäre im Moment am liebsten im Koma, bis alles ein Ende hat. Oder zumindest bis diese Kälte weg geht. Sie macht mich noch mehr kaputt. Mein größter Hass, der sich nicht auf Menschen und ihr Tun richtet, richtet sich gegen Kälte und Winter. Denn ich kann dagegen rein gar nichts ausrichten, außer in ein warmes Land zu gehen, aber dafür fehlt mir das Geld. Es wäre ein Traum… Weg hier…

Ich wäre gern verliebt, aber denke im gleichen Atemzug schon wieder daran, wie schnell das enden kann. Ich träume seit Monaten sehr stark und wirr. Und wieder vermehrt von Max. Im wahren Leben hält er mich von sich fern und nachts in meinen Träumen lässt er mich nicht in Ruhe. Es macht mich zusätzlich fertig.

Mein Vater ist ein Ignorant. Vor zwei Wochen schrieb ich ihm zum ersten Mal in meinem Leben aus eigenen Zügen einen ehrlichen, langen Brief und er bleibt: ignorant. Keine Antwort. Ich vermisse meine Mutter.

Jeder Tag ist nur eine Qual. Auch wenn ich weiß, dass ich es im Gegensatz zu vielen anderen Menschen auf der Welt sehr gut habe. Ich sehe es jeden Tag in verschiedensten Nachrichten. Aber das hilft mir nicht. Ich bin appetitlos, leblos und unfähig. Ich warte hier nur noch auf meinen Final Day. Denn ab dann wird alles gut.

08. Februar 2012 - 01.50

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The End

blutroseIch weiß. Ich hab Seal seinen Twitterspruch geklaut. Aber er passt leider so gut. Nur dass es bei René und mir nicht sieben Jahre waren, sondern eher sieben Wochen. Eigentlich wusste ich schon so lange, dass es nicht weiter gut geht. Nur wollte ich diese „Wahrheit“ nicht sehen, nicht anerkennen und nicht hören. „Es wird schon“ hatte ich mir immer zwanghaft eingeredet, weil ich diesen jungen Mann einfach so sehr schätze. Endlich hatte ich da einen Menschen, der jeden meiner Makel akzeptiert, der mir keine Schande aus meiner Vergangenheit und meinem Jetzt nachträgt. Und doch ging diese Partnerschaft kaputt.

Dass auch Dezemberrosen nicht für die Ewigkeit geschaffen sind und irgendwann verdorren, war mir bewusst. Und trotzdem war diese Dezemberrose das Symbol für unsere Liebe. Ich versuchte Wurzeln aus ihr zu ziehen, jedoch sie verdorrte.

Zu ähnlich waren wir uns. Nein, ich möchte sogar behaupten, wir waren uns in vielen Situationen zu gleich. Stetig wurden meine negativen Gedanken bejaht, statt dementiert, zu oft waren meine Leiden die seinen und zu oft fühlte ich mich, als würde ich kopiert. Vielleicht fühlte René das auch umgekehrt so. Aber es nahm mir auf Dauer jeden Antörn für ihn, obgleich er dafür gar nichts kann. Schon zu Anfang an, begonnen in seiner ersten vierseitigen Anschrift an mich, hob er mich auf eine Stufe, wo ich nicht hingehöre. Ich fühlte mich angepriesen, vergöttert, verehrt. Ich dachte immer, ich wünschte mir das. Leider musste ich feststellen, dass mir solches gar nicht recht behagt. Ich benötige ein Gleichgewicht. Jemand muss mir auch mal sagen können: „So nicht John!“

Wie auch immer, nun haben wir gestern Abend mehr oder weniger „beschlossen“, diese Partnerschaft nach fast zwei Monaten aufzugeben. Ein Ende mit Schrecken; aber vielleicht ist es ein Neuanfang für uns. Für mich im Moment eher nicht. Ich fühle mich scheiße. Scheiße ist gar kein Ausdruck. Ich fühle seit Wochen meine linke Hand nur noch zur Hälfte, verlasse das Haus kaum mehr, bin appetitlos, liege oft den halben Tag mit schwersten Depressionen im Bett, fühle an nichts mehr Freude, möchte am liebsten sterben. Schmerzlos. Es ist ein Graus, einem Jungen weh zu tun, der alles Menschenmögliche versucht hat, mir zu gefallen. Ich hab das schon mal erlebt und ich schwor mir, es darf nie wieder geschehn. Nun ist es wieder geschehn. Ich kann einfach nicht mehr. Alles was ich anfasse oder beginne, geht kaputt.

Auch mein Gram darüber, dass ich es wohl nicht mehr schaffen werde, jemals glücklich werden zu können, entschied nun darüber, dass ich allein bleiben werde. Nie wieder werde ich jemanden finden, der zu mir passt und ich möchte das auch nicht mehr. Denn: Ich bin nicht pässlich!

Ich scheiße auf dieses Leben, welches seit meiner Kindheit Krieg mit mir führt. Meinem letzten Glück sei Dank, dass ICH es nicht selbst beenden muss, weil es schon am Ende ist.

25.01.2012 – 00.50

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Nichts

nichtsIch möcht jetzt einfach nichts mehr sein,
weder Staub, noch ein Atom.
Mein Herz verwandelt sich in Stein,
meine Lieb‘ in blanken Hohn.

Wie wär jetzt diese Leichtigkeit,
zu schweben, wie ein Nichts?
Wie wäre es denn ohne Zeit,
als Nichts im Sog des Lichts?

Am Grund des Sees will ich mich finden,
Nahrung für die Fische sein.
Während meine Sinne schwinden,
bin ich hoffentlich allein.

Hoch drob’ am Ast, da will ich baumeln,
Tod in lieblicher Natur.
Noch einmal durch den Lichtschein taumeln,
Alles das! Das möcht ich nur.

Voll Alk und Drogen möcht ich sein,
das Leid in mir nicht mehr erkennen.
Tabletten, Gras und guter Wein
werden mich vom Leben trennen.

Der Tod ist nur ein Neuanfang.
Selbst Asche ist etwas.
Nur wird mir dabei Angst und Bang,
begänn mit mir von neu der Spaß.

Drum bitt ich darum, nichts zu sein,
weder Staub, noch ein Atom.
Taucht meine Seele in Säure ein!
Ja, das wär mein Lohn.

24.01.2012 – 22.40

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Zwei Herzen

zwei-herzenZwei Herzen voller Einsamkeit
fanden sich in der Novemberblüte.
Ich dacht, der Frühling wär nicht weit
und mit ihm die Liebe, Wärme, Güte.

Zwei Herzen still in Trauer
haben alles stets versucht,
zu durchbrechen diese Mauer
von Depression und Flucht,
so lang nach uns gesucht…

Zwei Herzen rein, in tiefen Schmerzen
hatten nur den einen Glauben
an die Verschmelzung ihrer Herzen
unter lüstern Weines Trauben.

Zwei Herzen mit dunkler Geschichte
wollten sich gleich alles sagen.
Jedoch wir schrieben nur Gedichte
um uns zu lieben und anzuklagen.

Zwei Herzen, sich zu nah und doch zu fern,
wollten sich beweisen:
„DICH! Sonst hab ich keinen gern!“
Und in wen’gen Worten, in ganz leisen
wurd der eine dem andern fern,
lag in Gedanken schon auf Gleisen
und sah noch mal den Abendstern.

Zwei Herzen, die sich einst gefunden
werden immer wieder gern
in tausend alten Stunden
wühlen in ihrer Liebe Kern.

Zwei Herzen sind nun schwer.
Können aus Liebe jetzt nicht mehr.
Der eine zu schwarz,
der andere zu weiß.
Der andere braucht nen Arzt,
der eine auch, im Todesschweiß.

Zwei Herzen weinen nun heraus
all erdenklich kalten Schmerz.
Keines sagt „Es ist jetzt aus“
denn wir sind ein ganzes Herz.

Zwei Herzen, scheiß auf den Titel, das Wort!
Ich werd immer da für Dich sein,
egal was passiert; Dir bin ich niemals fort.
Nie lass ich Dich allein.
Und niemals dort.
Dein Herz ist zu rein,
als dass es in meinen Händen schmort.

18./19.01.2012 – 01.15

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Schwarz weiß…

Borderline LiebeSchlaflose schwarze Nacht,
heilsamer heller Morgen.
Erst neben Dir erwacht,
fühle ich mich geborgen.

Wenn Du wieder gehst,
weiß ich was mir fehlt.
Nur weil Du zu mir stehst,
hab ich Dich gewählt.

Sprichst Du nicht mit mir,
fühl ich mich gequält.
Und sprichst Du dann für vier,
fühl ich aus meinem Leben erzählt.

Oft hältst Du mir einen Spiegel vor,
den ich kaum ertrage.
und manchmal hebst Du mich empor,
sodass ich mich dann frage:
Was hast Du mit mir vor?

Jedoch ich merke,
wenn auch nur nach und nach;
Du gibst mir mehr Stärke,
als meinem Glauben und Willen je entsprach.

Du bist so Schwarz und so weiß wie ich;
und darum weißt Du ganz genau:
Im Herzen lieb ich Dich inniglich,
denn Du zauberst aus meinem Grau
ein helles Licht.

Endlich…

11.12.11 – 21.50 für René Schwarz

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Einsamkeit

Die Einsamkeit, sie kotzt mich an
und jeden Tag auf’s Neue.
Ich brauch nun endlich einen Mann
und keine Tunten, die ich scheue!

Wen ich möcht’, der gibt kein Licht,
und wer mich will, den möcht’ ich nicht.
Und wollen wir mal doch,
stellt sich raus: Ein Schlampenloch!

So bleib ich doch allein
und resigniere.
Trinke roten Wein,
bis ich mich verliere
und daran krepiere.

Soviel Herz hätt’ ich zu geben;
doch keiner möcht’ es haben.
Drum hass’ ich dieses Leben
und werd mein Herz begraben.

15.07.2011 - 19.00

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Dich

130511-1933Ich möcht nur einen lieben,
der ein wenig ist, wie ich.
Und ich wünscht, auf Wolke sieben
hätt’ ich Dich nur ganz für mich.

Gibt’s Dich denn da draußen,
in dieser schnellen Welt?
Du wärst wohl einer von den Tausend,
der wirklich mir gefällt

…und vielleicht auch zu mir hält.

Der mich versteht und stets auch liebt,
mein gold’nes und auch’s graue Wesen.
Der endlich das Gefühl mir gibt,
als könnt’ ich aus seinen Augen lesen.

Jedoch der Mensch ist viel zu sehr
und zumeist auf sich selbst bedacht.
Drum glaub’ ich dran kaum mehr
und gebe stets recht Acht

…wen’s Herz denn wählt,
bevor die Lieb’ mich noch zu Tode quält.

Trotz alledem; ich wart’ auf Dich;
die Hoffnung gibt mir Zuversicht.
Ich wünschte mir, Du fändest mich
und reichest meinem Glück Dein Licht.

(18.05.2011 - 16.30 Uhr)

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Schattenseiten

Egal, wie Du mich gerne haben willst. Mein Schatten ist immer dabei…

08.07.2010

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Neben Dir

In den Nächten, in denen ich neben Dir liege, fallen mir tausend Verse ein. Doch keiner von ihnen wird jemals geschrieben sein.

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Mein Frühlingskind

herzwolkeDu tratst in mein Leben mit großen Schritten,
alles möcht ich Dir geben - ich hab genug gelitten.

Jede Berührung von Dir ist Ekstase höchster Natur
Dein Antlitz eine wahre Besichtigungstour.

Der Blick in Deine Augen ist Droge für mein Gemüt
so sehr hat mein Frühling noch nie geblüht.

Ich wünscht mir mit Dir eine ewige Zeit
mit Liebe und Begehrlichkeit.

Für Simon - 16.05.2010

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Harmonie

aiDer Weihnachtstag nahm noch eine sehr positive Wendung. Mein Auge schien immer besser abzuheilen. Teilweise konnte ich die Augenklappe sogar für ein paar Minuten abnehmen, ehe ich mir die nächsten Salben und Tropfen hinter die Bindehaut kippen musste. Fast stündlich.

Daniel meldete sich kurz vor 19 Uhr in Skype. Wir haben uns gestern spontan zum Einkaufen verabredet. Nach gut zwei Wochen haben wir uns wieder gesehn. Es tat gut. Ich habe mich bei ihm für einen bösen, dreiseitigen Brief, den ich ihm am 10.12. in den Briefkasten steckte, entschuldigt. Ich hab Mist gebaut. Er hatte das nicht verdient.

“Magst Du mit mir essen gehn?” schrieb ich ihm und suchte sehr lange nach geöffneten Restaurants - aber no chance. Schließlich bestellte ich uns zwei Pizzen. Plötzlich befand ich mich etwas im Organisationsfieber. Michi noch was Nettes vor die Tür legen, einen Kurzbesuch von zwei türkischen Kumpels abfertigen - und Daniel zu erwarten. Auch wenn wir getrennt sind; ich finde seine Anwesenheit sehr schön; vorallem, dass ich ihm wieder in die Augen sehen durfte. Mit meinem Brief, der teilweise sehr unter die Gürtellinie ging, hatte ich ihn fast für ganz verloren. Auch als Mensch und als Freund. Ich möchte einen solchen Umstand nie wieder herbeiführen.

Der Abend verlief harmonisch, mit ein, zwei Diskussionen über Geschehenes, die wir aber recht gut meisterten. Mit zwei White Russian, die Daniel mixte, mit Wort und mit ein wenig Witz.

Es war ein schöner Ausklang, der mir viel bedeutet, den ich in Erinnerung behalte. Die unerträgliche Last ist abgefallen. Ein anfänglicher Horror-Tag, nahm doch noch eine positive Wendung. Das Leben ist manchmal wirklich schwarz-weiß

unterschrift

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The Party is over

The Party is over

I lost you in the morning
When the snow felt in our world
I lost you in the cold
Between these shades of our illusions
I found an empire of love and pain
Within this kiss - this kiss goodbye
For I will never
Forget your face
Behind the window
Of this parting train

I asked the moon
To bring you back into my arms
I called the win to guide your way
I begged the earth to hold you tight
Keep you from harm
I send you kisses in my dreams
For I know
We had our time
I close the door
The party is over

Imposing our love
Through all the years we have to face
Now I am on my own
Passing through these fields of memories
All these visions of my temple dream
I sacrifice my everything
For I will never
Forget your face
Behind the window
Of this parting train

I asked the moon
To bring you back into my arms
I called the win to guide your way
I begged the earth to hold you tight
Keep you from harm
I send you kisses in my dreams
For I know
We had our time
I close the door
The party is over

by Lacrimosa - Das ist nur für Dich, und ich wünschte, es stammte aus meiner Feder…

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Ich verlasse heut Dein Herz

Ich Verlasse Heut’ Dein Herz

Verlasse Deine Nähe
Die Zuflucht Deiner Arme
Die Wärme Deiner Haut
Wie Kinder waren wir
Spieler - Nacht fur Nacht
Dem Spiegel treu ergeben
So tanzten wir bis in den Tag

Ich verlasse heut’ Dein Herz
Verlasse Deine Liebe

Ich verlasse Deine Tränen
Verlasse was ich hab’
Ich anbefehle heut Dein Herz
Dem Leben - der Freiheit
Und der Liebe
So bin ich ruhig -
Da ich Dich liebe!

Im Stillen
Lass ich ab von Dir
Der letzte Kuss - im Geist verweht
Was Du denkst bleibst Du mir schuldig
Was ich fühle das verdanke ich Dir
Ich danke Dir für all die Liebe
Ich danke Dir in Ewigkeit

Ich verlasse heut’ Dein Herz
Verlasse Deine Liebe
Ich verlasse Dein Herz
Dein Leben - Deine Küsse
Deine Wärme - Deine Nähe -
Deine Zärtlichkeit

by Lacrimosa

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Entfremdung

Zu merken, wie man sich zusehends vom Partner entfremdet, weil man sich nicht mehr ernstgenommen fühlt, und nichts dagegen tun zu können, ist eine traurige Angelegenheit.

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