Misère

030414-004Der Wind geht rau
Seit vielen, vielen Tagen.
Nebel legt sich auf der Au
Was hilft’s, jetzt noch zu klagen.

Dieser Sommer war schon tot,
Ehe er begann.
Der Krähen schwarzer Kot
Ist der Traum, der längst zerrann.

Nun stehn die Weizenfelder
Traurig, leer und krumm,
Die alt geword’nen Wälder
Bleiben braun und schweigen stumm.

Auch die Sonne scheint nicht mehr,
Als wäre sie verschwunden.
Hinter einem Meer
Von totgelebten Stunden.

Komm! Lass uns noch mal tanzen!
Wie in früh’ren Jahren!
Als unsere Romanzen
Noch frisch und ehrlich waren.

Gib mir noch mal das Gefühl,
Von heißen Julisommern
Von den Bergen in Kitzbühel
Bis weit ins Land Vorpommern.

Doch der Traum ist ausgebrannt;
Es führt kein Weg zurück.
Noch ehe ich zum Leben fand,
War ausgeträumt das Glück.

14.08.2014 - 23.33

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Trostlos graue Wolkenbilder

regenTrostlos graue Wolkenbilder
Hängen tief am Firmament.
Schwarze Vögel kreischen wilder;
Wind wird rau und turbulent.

Eisig stürmt er um die Gassen;
Herbstlaub tanzt am Wegesrand.
Dieses Grauen ist zum Hassen
Auf die Ewigkeit verdammt.

Dauerregen peitscht seit Tagen
Unerlässlich her,
Schafft mir stetig Unbehagen;
Mein Geist ist müd und leer.

Der Sommer dürft mir ewig bleiben,
Das tut er aber nicht.
Sobald die ersten Blüten treiben,
Optimismus aus mir spricht.

04./05.10.2013 – 15.00

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Septemberblues

090813-001Regen, Dunst und Nebelschwaden
Ziehen durchs Septemberland.
Stürmisch kühl und ohne Gnaden
Braust der Wind durch mein Gewand.

Gelblich Herbstlaub ziert die Gassen;
Das Lied der Vögel ist verklungen.
Aus traurig grauen Wolkenmassen
Ist ein Herbst entsprungen.

Das graue Bild trübt mein Gemüt;
Ich mag es nicht ertragen.
Die Sommerfarben sind verblüht;
Nun blüht das Unbehagen.

27.09.2013 - 12.30

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Julihitze

38-gradIn Mai und Juni kam der Regen
Und flutete das Land.
Der großen Wassermassen wegen,
Es jeder schrecklich fand.

Und nun seit vielen Wochen
Bleibt der Regen fern.
Die Badeseen kochen
Unterm Sonnenstern.

Die Flora trocknet aus;
Ich seh’s an jedem Strauch.
Fast 30° in meinem Haus;
Der Rasen löst sich auf in Rauch.

Ich will mich nicht beschweren;
Den Sommer mag ich sehr!
Doch möcht er sich bewähren,
Schick‘ er Gewitter her!

27.07.2013 – 18.20

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Ich bin wie das Wetter

Regen SchreiIch bin wie das Wetter
Und schlag um mich her.
Mal bin ich adretter,
Mal traurig und schwer.

Kann brausen und wüten
Wie der schlimmste Orkan.
Vor mir musst Du Dich hüten,
Denn man sieht’s mir nicht an.

Wenn ein edler Sonnenschein
Umfließt Dein kleines Herz,
Schlägt jäh ein greller Blitz hinein,
Bringt Panik, Gram und Schmerz.

Ich kann der schönste Frühling sein,
Voll Wärme und Behagen.
Ich reife wie der beste Wein,
An heißen Sommertagen.

An andren Tagen bin ich Regen,
Kühl und trostlos grau.
Auch das musst Du erwägen,
Mein Himmel ist nur selten blau.

Und wie Mutter Natur
Setz ich mich zur Wehr.
Änderst Du meine Temperatur,
Mach ich Dir Dein Leben schwer.

14.06.2013 – 21.53

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Kalter Mai

wetterdepression 2013Ich schwelge in Erinnerungen
An die alte Zeit.
Da hat das Leben noch geklungen,
Als wäre es befreit.

Als war der Mai noch frühlingshaft
Und stand in voller Blüte.
Die Kirsche stand in vollem Saft,
Mein Herz war voller Güte.

Der Frühling war ein Sonnenschein
Und brachte uns die Wonne.
Heutzutage bricht er ein
Und regnet in die Tonne.

Ich wünschte mir, es wär nicht wahr,
Dass dieser Sommer trotzt.
Doch von der Elb bis an die Saar,
Ein jeder nur noch kotzt.

Ich wünsche einen Sommer,
Wie er früher einmal war!
Ich wünsche uns die Sonne,
Zwanzig Stunden ganz und gar!

27.05.2013-21.00

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Befreiung

regenIch scheiß auf Einsicht und Moral;
Ich geb es jedem weiter.
Was Du denkst ist mir egal;
Schon fühl ich mich befreiter.

Schütt ich Mittags Bier mir rein,
Um alles zu vergessen,
Und Abends literweise Wein,
Dann fühl ich mich zerfressen.

Wilde Regenstürme wüten
Übers Maienland.
Und die bunten Blüten
Bleiben unerkannt.

Mein Herz ist leer,
Mein Geist voll Wut.
Tristesse liegt schwer
In meinem Blut.

Ich geb das Blut nun weiter
An den Rest der Welt.
Es fühlt sich an wie Eiter;
Der aus den Poren quellt.

27.05.2013 - 17.10

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Dieser wunderbare Sommertag

180712-002Ach, wie lieb ich diesen einen
Wunderbaren Sommertag.
Bis gestern konnt man meinen,
Der Sommer bleibt so fad.

Regen, Hagel, Donnerschlag,
Graue Wolken, steife Briesen
Nahezu an jedem Tag
Im Frust mich baden ließen.

Heut jedoch ist’s nicht zu kühl
Und auch nicht brütend heiß.
Die Uhr des Herbstes steht heut still.
Wie lange noch? Wer weiß?

Hätt nur einen Wunsch ich frei,
Dann wünscht ich ewig Sommertage
Von Bayern bis nach Norderney
Die beste Wetterlage!

18.07.2011 – 17.30/23.25

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Da kommt die Sonne

SonneDa kommt die Sonne
Und erwärmt das Land.
Nach vielen Tagen Regen,
Wie von Geisterhand -
Ein neuer Sommersegen.

Da kommt die Sonne
Und alles wird gut.
Vorbei ist die Not,
Zurück ist der Mut.
Das Grauen ist tot.

Da kommt die Sonne.
Hier geht sie dahin.
Möge sie bleiben,
Mein Amphetamin!

26.06.2012 – 13:05

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Adieu an den Mai

Ende MaiAdieu, Du alter Mai,
Deine Tage sind gezählt.
Der Juni kommt morgen herbei,
Der Frühlingsvorhang fällt.

Hagel, Schnee und Sommerhitze
Hast Du uns beschert.
Fluten, Sturm und grelle Blitze
Haben das Fürchten uns gelehrt.

Wenn Du gehst, lass mir die Sonne
Und halt die Kälte von mir fern.
Sag dem Juni, meine Wonne
Ist der Sommer.
Ja, auch den hab ich sehr gern.

Sag ihm auch, wir brauchen Regen,
Wenn es ging, nur in der Nacht.
Für die Flora wärs ein Segen,
Du Mai hast nicht oft dran gedacht.

31.05.2012 – 17.20

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Pappel-Pollen

120509-002Pappel-Pollen schweben
Im späten Maienblust
Hängen in Spinnweben,
Tanzen voller Lust.

Taumeln weiter in die Ferne,
Getragen durch den Wind,
Wie tausend kleine Sterne,
Die Nachts am Himmel sind.

Einem kleinen Schneesturm gleich
Fliegen sie waagrecht daher.
Jedoch so warm und weich
Mag ich die Flöckchen sehr.

Bald kommt der große Regen
Und wäscht sie alle hernieder.
Alter Mai wird sich legen.
Neuer Juni kommt wieder.

27.05.2012 – 16.45

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Im Regen

regenSeltsam, im Regen zu wandern.
Nass ist ein jeder Stein.
Keiner grüßt den andern.
Und ich bin allein.

Voll Glanz war mir die Welt,
Als gestern noch die Sonne schien.
Aber nun, seit der Regen fällt,
Sind all meine Freuden dahin.

Seltsam, im Regen zu gehn.
Jede Blume schließt ihre Blüten.
Keiner möcht den andern sehn,
Wenn Regenschauer wüten.

(Entstanden durch die Inspiration von Hermann Hesses “Im Nebel”)

11. April 2012 – 15.10

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Unwirklich

der_steinige_wegIch laufe durch die Straßen.
Alles erscheint mir unwirklich.
Fühle mich fremd in diesen mir sonst so vertrauten Straßen.
Sehe Menschen.
Schöne Menschen.
Alte Menschen.
Traurige, geknickte Augen.
Ich frage mich, warum sie alle noch leben.
Warum bringen sie sich nicht um?
Was hält sie am Leben in dieser trostlosen, grauen Welt?

Alles erscheint so unwirklich.
Dezember.
Tiefschwarze Wolken und ein Donner im Norden.
Milder Wind fegt durch die Gassen.
Ich eile in den Supermarkt.
Viele Menschen.
Ich beachte sie nicht.
Fühle mich unwirklich.

Schnell zwei Bier und Zigaretten.
Sie mustern mich.
Ich muss raus.
Vor mir eine Plapper-Oma an der Kasse.
Wie ich es hasse.
Schweiß. Zittern. Herzjagen. Schwindel. Übelkeit.
Ich bin befreit.
Alles wirkt so unwirklich.

Auf meiner Bank im Park trinke ich mein Bier.
Denke über alles nach.
Denke über die Unwirklichkeit nach.
Bin ich ich?
Der Sturm peitscht mir Tränen ins Gesicht.
Ich eile nach Hause.
Ich fühle mich nicht.

Alles erscheint so unwirklich.

14.12.2011 – 16.10

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Sommer 2011

Wie ein Juni kam der April daher,
und wie ein Juli war der Mai.
Und schon im Juli war nichts mehr
von der Sommer-Jubelei.

Wenn schon im August
die ersten Blätter fallen,
erwacht mein Frust,
stirbt Gesang von Nachtigallen.

Bald stürmen kalte Winde,
wie jene aus Oktobern,
sehr schroff und ungelinde,
um den Winter zu erobern.

Stürme, Hagel und Fluten
waren diesen Sommers Geleit;
auch im August wird der Himmel bluten,
wie jeden Tag zur Zeit.

(05.08.2011 – 00:10)

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Juligrauen

Regnerisch, zu kalt und voller Grauen
schlägt der Juli auf mich her.
Auf Sommersonne und hellblauen
Himmel vertraue ich nicht mehr.

All das Glück der letzten Wochen,
all das schöne Hochgefühl
sind im Juli nun zerbrochen;
mein Leben steht jetzt gänzlich still.

Ich wünscht’ ich müsst’ sie nicht erleben,
diese widerliche, dunkle Zeit.
Würd’ mein Leben dafür geben,
wär von diesem Grauen ich befreit.

24.07.2011 - 13.20

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Ein Tag Leben

EinklangDie letzten Wochen wurden durch meine Apathie immer unerträglicher, schmerzhafter und zurückgezogener. Bis ich am letzten Wochenende zum Umdenken kam. „So wie es jetzt ist, endet es in einer Katastrophe.“ Ich stellte ab Montag, Dienstag und Mittwoch einige schlechte Gewohnheiten wie das Rauchen und das „Rauchen“ abrupt ein, nahm meinen Behandlungstermin in der Kieferchirurgie wahr und bemerkte eine allgemeine, sehr plötzliche Besserung. Alkohol trinke ich kaum mehr, ein oder zwei Gläser Wein in den Abendstunden.

Herzrasen, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Verwirrtheit, Schwindel, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Zittern, Schmerzen an fast allen Organen und in der Motorik, Schweißausbrüche, Paranoia, Panik… All‘ diese Symptome, die mich oft Tag und Nacht, manchmal über viele Stunden schier wahnsinnig machten und meinem Leben jegliche Qualität entzogen, schienen plötzlich nach und nach im Nichts zu verschwinden. Vielleicht ist es auch das Medikament Opipramol, welches ich seit Montag zwei Mal täglich einnehme. Aber das sollte laut Ärztin sehr schwach sein und erst nach einigen Wochen zur Besserung führen. Mit Sicherheit auch mein nun vehementes Entgegenwirken, um dieser Krankheit kein Terrain zu bieten. Wer mich aber länger kennt, weiß, dass diese positiven, glücklichen Phasen leider meist nur von kurzer Dauer waren und mich oft schon am folgenden Tag eine grauenvolle Depression oder eine andere Sauerei heimsuchten und das einstige, kurze Glück in einem traurigen Nachhall verstummte.

Donnerstag, 16.06.11. Um halb sieben wache ich auf. Im Fernsehen wird über „Cyberwar“ und die verheerenden Ursachen berichtet. Als wüsste ich nicht schon seit Jahren, dass Bomben und Zerstörung künftig Out sind und viel zu viel Geld verschlingen. Genervt drehe ich mich wieder um. Nein! So darf ein Morgen nicht beginnen. Wie von einer inneren Stimme getrieben, stehe ich auf, schalte den TV aus und tausche Horrormeldungen gegen heitere Musik, schwinge mich unter die Dusche und hab das überirdische Verlangen, etwas zu tun, was ich lange nicht freiwillig tat. Zugfahren. Tapetenwechsel.

Meine Laune wird immer besser und ich bin selbst etwas erstaunt, wie selbstverständlich heute alles funktioniert, ohne einen einzigen Gedanken, mein Vorhaben wegen irgendwelchen wirren Gedanken hinauszuzögern oder gänzlich zu canceln. Teilweise fühle ich mich, als wär ich gar nicht mehr ich. Ich bin weiterhin rauchfrei, bis auf vielleicht ein oder zwei Ausnahmen in den späten Abendstunden und dann rauche ich dann auf dem Balkon. Kurz nach acht verlasse ich das Haus, nachdem ich die restlichen drei Zigaretten aus der Schachtel ins Klo kippe und beschließe, erst gar keine mitzunehmen. Als würde ich es jeden Tag tun, setze ich mich in den Bus und steige am Laimer Platz in die U Bahn um. So unwohl ist mir gar nicht; die Bahn ist nicht überfüllt. Am Bahnhof wird die Situation unwohler, aber ich blende die Menschen aus und konzentriere mich auf den Fahrkartenautomaten und die Suche nach dem Gleis. Exakt, eine Minute vor Abfahrt erwische ich den Zug. Nach Rosenheim.

Eigentlich war ich nur zwei Mal in Rosenheim. Im September 2006 mit Max und danach allein aus Verzweiflung. Und nie nüchtern. Elke, die ich kürzlich kennengelernt hatte, lebt auch dort und vielleicht freut sie sich, wenn ich mich überraschend melde.

Ich finde einen Platz vor zwei Mittfünfzigern, die ihrem Gespräch nach zu urteilen das erste Mal in die Berge fahren. Auch während der Fahrt weichen die Klänge aus dem MP3 Player nicht von meinen Ohren. Ich lese in Albert Camus‘ „Weder Opfer noch Henker“ und genieße den Ausblick auf die grünen Weiden und die Alpen. Nach ca. anderthalb Stunden erreicht der Zug Rosenheim. Als ich auf dem Podium des Bahnhofsausgangs stehe, sehe ich alte Bilder vor meinen Augen. Ich sehe Max und eine Amarettoflasche in meiner Hand. Ich wische mir diese Bilder von den Augen und gehe zielstrebig Richtung Innenstadt. Als ich an einer Apotheke vorbeikomme, sehe ich wieder diese Bilder und mache Halt. Da saß ich mal, vor fünf Jahren mit meiner Flasche Amaretto, nach einem Streit mit Max. Wieder schiebe ich diese Bilder beiseite, gehe weiter und beginne zu schwitzen. Es war ungünstig, bei dieser Schwüle meine lange Hose und das ebenso schwarze Shirt zu tragen. Ich wollte sowieso ein paar Sommerklamotten kaufen und sah mich in einigen Läden um. In einem Bekleidungsgeschäft probiere ich schließlich drei verschiedene Hosengrößen, ehe sich die letzte mit Größe 46 ohne zu rutschen an meine Hüften schmiegt. Sie ist rot-weiß-grau kariert, nicht wie sonst in eintönigem schwarz oder weiß. Auch lasse ich mich von einem Verkäufer beraten, was ich die Jahre zuvor immer gemieden hatte. Als ich dann auch noch ein paar Stoffschuhe finde, bin ich zufrieden und setze meinen Stadtbummel fort. Sehr lange liegt der letzte Tag zurück, an dem ich ein so unglaublich großes Glück empfand. Und das ohne jegliche Suchtmittel, ohne Alkohol und sogar ohne eine einzige Zigarette. Dafür kaue ich Kaugummis, bis mir davon schlecht wird.

Mittags lasse ich mich in einem Park nieder, der mit sämtlichen Rosenarten und Kräutern bepflanzt ist. Ich beobachte die wenigen Menschen, die ebenso darin herumlaufen und ich fühle keinen Hass, wie ich das sonst tue. Ich lasse sie ebenso gewähren wie ich mich. Später sitze ich in der Fußgängerzone in einem italienischen Straßencafe, bestelle mir eine heiße Schokolade und einen Tomate-Mozzarella Teller, lese in meinem Buch und genieße jede Sekunde dieses Lebens, was mir sonst nahezu täglich verwehrt war. Es fühlt sich an, wie wenn ich nach zehn Jahren Knast das Leben wieder spüren darf.

Kurze Zeit später stößt Elke dazu, nachdem sie sich vergewissern musste, dass da kein Teen sitzt, sondern der andere John. Das war wirklich eine sehr lustige Begrüßung. Sie bestellt sich eine Cola und erzählt von ihrem zeitausfüllenden Tag. Elke ist zwar verabredet, freut sich aber über die Überraschung und gönnt uns anderthalb Stunden Zeit miteinander. Wir fahren zum Simssee, sitzen auf einer Bank und ratschen. Sie fragt mich, wie ich mich fühle. Ich kann mit gutem Gewissen „Bestens!“ antworten.

Später, als sie zu ihrer Verabredung fährt, setzt sie mich in Rosenheim ab und ich schlendere nochmal durch die kleinen, vertrauten Gassen und besuche ein Straßencafe, trinke Mangosaft. Ein kurzer Gewitteraschauer zieht auf; die Leute laufen schneller, stellen sich unter, verlieren sich. Ich sitze da und atme diese Mischung aus schwüler und feuchter Luft ein. Diesen Geruch von heißem, nassem Asphaltboden. Es grummelt bald von allen Seiten und es sieht nicht wirklich danach aus, als ob sich die Sonne nochmal blicken lasse. Während ich die Wolken und ihre Zugbahn betrachte, vermute ich, dass in München noch bestes Wetter herrscht und entschließe mich kurzerhand, zurück zufahren.

Und tatsächlich fährt der Regionalexpress vom Regen in die Sonne Münchens. Nein, ich mag die Stadt immer noch nicht (nicht mehr) und ich kämpfe mich durch die Menschenmassen zur U Bahn. Am Laimer Platz sehe ich in einer Boutique wieder diese abstrakte Uhr, die mir im März schon gefiel. „Irgendwann kauf ich sie mir!“ hatte ich damals gesagt. Und ich kaufe sie. Die Verkäuferin ist sehr freundlich und gibt auf meine Anfrage sogar ein paar Euro Rabatt. Frohen Mutes nehme ich den nächsten Bus und fahre nach Hause. Im Garten sitzen Klaus, Udo und Michi. Ich geselle mich etwas dazu. Ein vorbeiziehender Gewittersturm und ein Besuch von Michi und Dennis runden diesen einen glücklichsten aller Tage ab. Zufrieden schlafe ich ein und hoffe, dass dieses Glück nie enden möge.

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Sommergewitter

unwetter05Alle Wiesengräser wiegen
sich zeitgleich mit dem Wind.
Wenn Vögel tiefer fliegen,
Gewitter nicht weit sind.

Zuerst sonnig, weiß und blau,
in drückend schwüler Hitze
wird der Himmel nun schwarz-grau,
und ich sehe erste Blitze.

Ein Donner folgt in warmen Grummeln,
eh’ der erste Tropfen fällt.
Die Vögel scheinen zu verstummen,
während ein Sturm Einzug hält.

Wilde Wolken treibt er her,
beutelt Bäume, knickt sie ein.
Auch der Hagel schlägt nun schwer,
alle Pflanzen kurz und klein.

Die Natur lässt der Gewalt
nun ihren freien Lauf.
Es rummst, es kracht, es knallt;
selbst die Katze wacht nun auf.

So schnell ist es vorbei,
wie es erst begann.
Auch die Wehr eilt schon herbei;
man räumt und hilft, wo man nur kann.

So wie der Mensch, auch die Natur,
möcht’ zur Wehr sich setzen.
Sei gut zu ihr, versteh’ sie nur,
gewiss, sie wird es schätzen!

(07.06.2011 - 17.30)

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Ohne Worte

Ich möcht grad so gern dichten,
doch mir fällt nichts ein.
Kann nur eines heut berichten,
Ich fühl mich recht allein.

An Tagen wie diesen
erscheint alles grau und leer.
Wenn Regenströme fließen,
in ein Tränenmeer.

Ich möcht’ grad so gern schreiben,
jedoch mir fehlt das Wort.
Die Zeit scheint stehn zu bleiben,
Mein Schöngeist ist hinfort.

Versuch nicht mir zu sagen,
was richtig für mich ist.
ICH hab den Gram zu tragen,
da bleib’ ich Egoist.

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Bitte lieber Kachelmann

Schad, der Sommer scheint zu gehn,
jetzt schon wilde Winde wehn

Himmelstränen im Überfluss
bringen so Manchen in Verdruss.

Früh der Abend wird schon kühl,
ich verlier mein Zeitgefühl.

Ich möcht nicht wirklich daran glauben,
welken meine Rosenlauben,

welkt der Wiese frischer Schnitt,
und der Baumschmuck sogleich mit?

Bitte lieber Kachelmann,
preis’ nochmal den Sommer an!

06.08.2010

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Herbstdepression

Herbstdepression

Die Zeit bleibt stehn, die Luft wird rauh
Natur gehüllt in tristes grau

Die Bäume kahl und splitternackt
eine Trauer die mich sofort packt
lässt mich nicht mehr los, zieht mich runter, macht mich down
muss immer wieder rückwärts schaun

Schönheit, vergänglich, geweihet zum Tod
Mein Kummer wacht über die seelische Not

Wann werden wieder die Blüten treiben
die lange in meinem Herzen bleiben

[by JOHN 22.10.2007 - 16.15 Uhr]

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