Dein Atem

Fragezeichen-HerzDein Atem schwebt leicht
Über meiner Brust.
Mein Herz ist erweicht
Im Genuss dieser Lust.

Dein Atem schmeckt bitter,
Doch sinnlich und rein.
In mir herrscht Gewitter
Vom aufgeregt sein.

Dein Atem berührt
Mein einsames Herz.
Du hast mich entführt
Und lässt mir den Schmerz.

Den Schmerz, Dich zu begehren,
Er wiegt in mir sehr schwer.
Er wird mir sehr bald lehren,
Die Liebe gibt uns kein Gewähr.

Und doch genieß’ ich jede Stunde,
In der ich Dich begehr’.
Du leckst mir jede Wunde,
Ich lieb Dich wirklich sehr.

Für J. - 31.10.2016 - 02:49

Kein Kommentar »

Herr hilf!

Schuss in den KopfHerr, hilf mir, die Welt zu verstehn,
Sie zu lieben und zu ehren.
Hilf mir endlich, das Schöne zu sehn
Lass das Böse nicht gewähren.

Herr, warum so viel Hass auf der Welt?
Muss das denn wirklich sein?
Meine Seele ist so sehr gequält
Von all den Schweinereinen.

Krieg, Gewalt und Hetzereien
Täglich wird es immer schlimmer.
Und täglich möcht‘ ich ganz laut schreien
Dir, o‘ Herr, vertrau ich nimmer!

Täglich trage ich den Schmerz
Einer ganzen Welt in mir.
Täglich frage ich mein Herz
Warum bist Du jetzt nicht hier?

Herr, ich glaube nicht an Dich
Und doch bitte ich darum!
Herr, o‘ Herr, errette mich!
Oder bring mich endlich um.

07.01.2016 - 01.30

Kein Kommentar »

Im Schmerz geboren

Im Schmerz warst du geboren
In klarer Vollmondnacht.
Von den Göttern auserkoren
Kurz aus einem Traum erwacht.

Der Schmerz, er goss sich weiter
Durch deine Lebenszeit.
Und bald war er der Reiter
Deiner Hilflosigkeit.

Und jetzt im dritten Lebensakt
Führt er Dich ins Verderben.
Während er dein Herz zerhackt
In tausend rote Scherben
Und ein Leid dein Nächstes jagt,
Willst du leise sterben.

Doch den Triumph erlangst du nicht!
Ich spiel’ ein Spiel mit dir!
Und wenn ich mit dir fertig bin,
Dann gehörst du mir!

Ich bin dein Schmerz.
Und werde deine Stimme sein.
Ich nehme mir dein Herz
Und brech dir jedes Bein.
Es wird mir eine Freude sein.

Im Schmerz warst du geboren
Im Schmerze wirst du gehn.
Dies Spiel hast du verloren
Nun ist’s um dich geschehn.

07.11.2015 - 01.08

Kein Kommentar »

Der Schmerz

10348445_777504408937979_8480489770700095759_nDer Schmerz lacht
In meiner Brust
Er will nicht hinaus
Bleibt gefangen
In verblichenen Bildern
Verklungenen Melodien
Und längst verflogenen Düften.

Der Schmerz umklammert
Mein Herz
Wie tausend Nägel
Aus Stahl
Und jede Nacht
Wäre ich zum Sterben bereit
Wenn er nur abließe von mir.

Gierig saugt er
Den letzten Lebenssaft
Aus meinen Adern
Nimmt alles
Was mir einst wichtig war
Und kotzt es
Mir mitten ins Gesicht.

Wie ein Schatten
Der Schmerz
In meinem Kopf
Nie wird er
Von mir weichen
Wie ein guter Bruder
Der erst durch den Tod
Von mir geht.

27.09.2014 - 01.00

Kein Kommentar »

Schön’s Blümelein

StiefmütterchenEinst stand da ein schön’s Blümelein
Vor einem alten Haus.
Es stand so einsam und allein;
Das hielt mein Herz nicht aus.

Behutsam nahm ich es zu mir
Und setzte es Zuhause ein.
Es war dann fortan hier,
Das zarte, junge Blümelein.

Es gedieh so wunderbar
Und blühte auf, in voller Pracht,
Seit es bei mir war,
So bei Tag und bei der Nacht.

Doch an jenem Sommertage,
Als von der Reise ich zurück,
Blieb die eine alte Frage:
Warum starb das junge Glück?

Den Topf des schönen Blümelein
Zierte nur noch toter Schmerz.
Es konnt’ nicht länger bei mir sein.
Mir zerriss es schier mein Herz.

Ein Jahr später, vor dem Garten,
Als der Schmerz verklungen,
Sah ich neue Blümlein warten,
Meine Seele hat gesungen!

Und so nahm ich notgedrungen
Eines mit nach Haus.
Ich hatte lang mit mir gerungen;
Dieses Blümchen war ein Graus!

Zwar glich es dem vom letzten Jahr
Wie ein Ei dem andern.
Doch seine Absicht war,
Von Topf zu wandern.

Auch das Blümlein, das hernach
Nicht lange bei mir blieb,
Hielt mich viele Nächte wach,
Entpuppte sich als Herzensdieb.

Ein Blümlein, das ich zu mir nahm,
Aus fremdem Untertopf
Blieb nichts, als alter Gram,
Und Wut in meinem Kopf.

So lass ich all die Blümelein
Künftig wo sie sind.
Erfreue mich an ihrem Schein,
An ihrem Tanz im Wind.

31.05.2014 - 21.18

Kein Kommentar »

Kindheit, Jugend, Herbst und Winter

5vor121Ein Frühling voller Kindheitstage
Kühl, verregnet, grauenvoll.
Kindheit war die reinste Plage
Ein Frühling in H-Moll.

Der Sommer wollte besser sein
Die Jugend in C-Dur.
Liebe, Sex und roten Wein
Lebenslust und Freude pur.

Eines Tags bemerkte ich:
Mein Sommer wird zu heiß.
Und als er just dem Winter glich
Lag ich tot in kaltem Schweiß.

Viele Blätter sind gefallen
Sommerfarben sind verblichen.
Mein Herbst zeigt seine Krallen
Die Jugend ist verstrichen.

Auf die viel zu heißen Sommertage
Folgt ein Herbst der Ewigkeit.
Ich weiß nicht, ob ich ihn ertrage.
Es hat auch schon geschneit…

Der Winter steht vor meiner Tür.
Er wird kurz und heftig sein.
Jede Flocke, die ich spür
Bringt mir Schmerz und Pein.

Ich wünschte ein paar Sommerstunden
Inmitten des Novemberblues
Etwas Heil für meine Wunden
Vom Sommer nur ein kleiner Gruß.

Stattdessen wart ich weiter
Auf die dunkle Winterzeit.
Aus meinen Wunden quillt der Eiter
Zum Sterben bin ich nicht bereit.

18.02.2014 – 17.14

Kein Kommentar »

An so manchen Tagen

151215-001webneuAn so manchen Tagen
Wirst Du mich lachen sehn.
Doch keiner wird mich fragen,
Wie die Dinge wirklich stehn.

An so manchen Tagen
Schein ich voller Glück.
Ohne Zwietracht, ohne Klagen,
Mit Humor, latent verrückt.

In so manchen Stunden
Vergess ich kurz den Schmerz.
Vergesse alte Wunden
Und mein blutend Herz.

Die Wirklichkeit schmeckt bitter
Und nach vergang’ner Lust.
In mir herrscht ein Gewitter,
Gleich hinter meiner Brust.

Mag ich noch so scherzen
Und scheinbar fröhlich sein:
Tief in meinem Herzen
Möchte ich nur schrei‘n.

08.08.2013 – 18.47

Kein Kommentar »

Erinnerung

ErinnerungErinnerung tut weh,
Ist sie auch noch so schön.
Stets, wenn ich sie seh,
Möcht an der Zeit ich drehn.

Erinnerung macht mürbe,
Denn sie kommt nie zurück.
Und wenn die Liebe stürbe:
Ich fühl noch heut ihr Glück.

Erinnerung ist Schmerz,
Der nie mehr vergeht.
Ich fühls in meinem Herz,
Wenn der Nordwind weht.

Erinnerung bist Du!
Du bist all mein Leid!
Ich komm niemals zur Ruh
Und denk an Dich zu jeder Zeit.

13.07.2013 – 20.51

Kein Kommentar »

Liebe heißt Leiden

herzblut2Liebe ist Kleiden
Liebe macht schön
Liebe ist Neiden
Liebe will sehn

Liebe ist Streiten
Liebe macht blind
Liebe ist Meiden
Liebe ist Wind

Liebe ist Schneiden
Liebe ist Schmerz
Liebe heißt Leiden -
Fürs einsame Herz.

10.07.2013 – 20.22

Kein Kommentar »

Ich bin wie das Wetter

Regen SchreiIch bin wie das Wetter
Und schlag um mich her.
Mal bin ich adretter,
Mal traurig und schwer.

Kann brausen und wüten
Wie der schlimmste Orkan.
Vor mir musst Du Dich hüten,
Denn man sieht’s mir nicht an.

Wenn ein edler Sonnenschein
Umfließt Dein kleines Herz,
Schlägt jäh ein greller Blitz hinein,
Bringt Panik, Gram und Schmerz.

Ich kann der schönste Frühling sein,
Voll Wärme und Behagen.
Ich reife wie der beste Wein,
An heißen Sommertagen.

An andren Tagen bin ich Regen,
Kühl und trostlos grau.
Auch das musst Du erwägen,
Mein Himmel ist nur selten blau.

Und wie Mutter Natur
Setz ich mich zur Wehr.
Änderst Du meine Temperatur,
Mach ich Dir Dein Leben schwer.

14.06.2013 – 21.53

Kein Kommentar »

Im Schnee warst Du gekommen…

loslassenEin Himmel voller Geigen,
Voll lieblicher Musik.
Der Teufel musste schweigen,
Mein Herz hoffte auf Sieg.

Die wunderbaren Wochen
Mit Dir bleiben feiner Sand,
Der leis‘ und still gekrochen
Durch mein Uhrwerk fand.

Im Schnee warst Du gekommen,
Und fandest in mein Herz.
Im Schnee warst Du gegangen,
Zurück blieb nur der Schmerz.

Ich werd Dich weiter lieben,
Auch wenn Du mich nicht liebst.
Meine Uhr ist stehngeblieben,

Ich hoffe, Du vergibst…

19.02.2013 – 21.33

Kommentare (1) »

Mein Herz

herzblut1Das Jahr neigt sich dem Ende,
Meine Seele bleibt allein.
Das Herz sprach tausend Bände,
Nun mag es nur noch schrei’n.

Es schreit nach Liebe, schreit nach Luft
Und windet sich vor Schmerz.
Versperrt in dunkler Gruft,
Das blutend, heiße Herz.

Des Menschen kühler Hass
Sperrte es dort ein.
Ich fühle noch den Bass
Der alten Schweinerei’n.

Ich lass Gefühle künftig
Stetig außen vor.
Gefühl ist unvernünftig,
Weil ich dadurch verlor.

23.12.2012 – 00.10


(2) Kommentare »

Ich sag dem Tod Adieu

wegLange Zeiten war mein Tod
Unendlich lange Qual
Und grenzenlose Not,
Die mir mein Leben stahl.

Das Maß war voll; ich wollt nicht mehr
In diesem Umstand leben.
Mein Geist schien endlos leer;
Mein Ich lag nur daneben.

Jahre voller Pein und Schmerz
In steter Unzufriedenheit
Brachen mir so oft das Herz,
Auf der Suche nach Vollkommenheit.

Doch nun hat alle Pein ein Ende.
Ich kehr nie mehr zurück!
Begebe mich in fremde Hände
Und erkämpfe mir die Chance auf Glück!

Von allen Giften dieser Welt
Möchte ich entzogen sein.
Nichts ist, was mich hier noch hält,
Nur Krieg und Gift und Schererei’n.

Ich sag dem Tod „Adieu“
Und reiß ihn aus der Brust.
Ich verlasse das Milieu
Des Todes ganz bewusst.

Nie wieder wird der Ort mich quälen,
Wo alles Unglück einst begann.
Werd den Frust vom Leib mir schälen;
Wir sehn uns wieder – irgendwann.

10.09.2012 – 16.40


Kommentare (1) »

Am Ende der Hoffnung

endeZu Nichts hab ich es gebracht
Und zu Nichts werd ich werden.
Aus dem Nichts bin ich erwacht,
Gefangen hier auf Erden.

Gefangen in diesem Leben,
Das ich so sehr hasse.
Es kann mir nichts mehr geben;
Ich ging nie mit der Masse.

Ich wünsch, dies Spiel geht bald zu Ende
Und wiederholt sich niemals wieder.
Leer sind meine Hände,
Verklungen alte Lieder.

Am Ende der Hoffnung angelangt,
Wart ich einsam auf den Tod.
Ein Wenig wird mir bang,
Vor dem Schmerz, der mir dann droht.

Doch wird er kurz und nichtig sein,
Gegen alle Schmerzen des Lebens.
Frei wie ein Vogel werd ich sein;
Das hoffte ich vergebens.
Den letzten Schritt geh ich allein..

21.07.2012 – 23.25

Kommentare (1) »

Willkommen im Leben

marchenwaldHerrlich, das Starkbier. Nur etwas kühler dürfte es sein. Während ich auf der Parkbank sitze und am Joint ziehe, scheine ich beinahe einem Mann mit Kinderwagen zu übersehen, der des Weges näher kommt. Ich verstecke meine Tüte zwischen den Sitzbalken der Bank. Der gutaussehende Mittvierziger setzt sich zu mir, wippt lächelnd den Kinderwagen und für einen Moment denke ich, dass ich ihn schon mal gesehen hätte, aber bin mir zeitgleich sicher, ihm nie begegnet zu sein. Wie eine Art Déjà-vu.
„Was rauchen sie da?“ ertönt neben mir plötzlich eine laute, autoritäre Stimme und mein Déjà-vu sieht mich wütend an. „Ich? Äh…nichts?“ antworte ich etwas erstaunt. „Erzählen sie mir nichts; ich kann es doch riechen!“ Plötzlich springen vier uniformierte Polizisten aus dem Kinderwagen und richten Maschinenpistolen auf mich. Geistesgegenwärtig renne ich los. Ich renne um mein Leben und weiß nicht, warum. Ich fühle, wie die Kugeln meinen Körper durchdringen und ich werde immer schneller. Schon nach Sekunden habe ich die Autobahn erreicht und laufe jetzt schneller als die Autos fahren. Ich springe in Riesenschritten über ihre Dächer, geradezu der Sonne entgegen. Die Schüsse der Schützen sind längst verschallt, da endet die Autobahn abrupt und die Autos scheinen sich an dieser Grenze in Nichts aufzulösen.
Vor mir liegt ein Gemälde aus exotischen Bäumen und Sträuchern, Blumenwiesen und einem kleinen See. Ein kleines Brücklein führt darüber und ich möchte es begehen. Meine Laufgeschwindigkeit hat sich nach dem kuriosen Ende der Autobahn rasch wieder normalisiert und ich bin immer noch etwas verwundert darüber, wie das alles um mich geschieht. Neugierig gehe ich auf die Brücke zu und lausche an der Natur. Ein Duft von tausend nie gerochenen Blumen umströmt meine Nase. Ein warmer Wind legt sich wie eine zärtliche Umarmung um meine Schultern. Ich fühle mich seltsam glücklich.
Auf der Mitte der Brücke bleibe ich stehen und blicke in den See. Die einzelnen Sonnenstrahlen, die durch die Baumkronen scheinen, lassen mein Gesicht im Wasser spiegeln. Schön sieht es aus. Wie Anfang 20 und kerngesund. Unverlebt. Aber ich bemerke, dass mein Spiegelbild sich anders als ich bewegt, wild gestikuliert und wütend mit mir spricht, obgleich ich nichts hören kann. Schließlich wendet es sich mit einer abweisenden Handbewegung ab und bleibt verschwunden. Verdutzt und nachdenklich gehe ich auf der Brücke weiter und entdecke weit ab vom Weg, inmitten des tiefen Waldes ein kleines Häuschen. Neugierig gehe ich darauf zu und habe mein zeterndes Spiegelbild wieder vergessen. Während ich mich durch das Dickicht kämpfe und rückwärts blicke, fällt mir auf, dass hinter mir alles verschwindet. Das Brücklein, der See, die Blumen. Ein dunkler, nie enden mögender Wald liegt hinter mir.
An der von Spinnen verwebten Holztür des Häuschens ist ein kleines Schild angebracht; darauf steht geschrieben: „Herzlich Willkommen im Leben“ Und darunter steht in kleinen Lettern: „Wenn Du weitergehst, wirst Du aus diesem Wald nie zurückkehren.“ Was für ein unsäglicher Blödsinn! Denke ich und drücke gegen die Türklinke. Sie bleibt verschlossen. Auf dem Fensterbrett neben der Tür steht die einzige Blume in diesem plötzlich finster und kühl verwandelten Wald in einem kleinen Tontöpfchen. Ich hebe es an und finde darunter einen alten, verrosteten Schlüssel. Mit einigen Mühen lässt sich das Schloss öffnen und ich trete ein. Musik von Bach ertönt. Das Innere der Behausung ist spartanisch eingerichtet. In flackerndem Kerzenschein erkenne ich ein altes Feldbett mit Nachttisch, ein wuchtiger Kleiderschrank mit zwei großen Türen, eine hübsche Kommode, auf der ein Grammophon steht und ein Tisch an dem ein älterer Herr mit zerzaustem, grauen Haar sitzt. Ich trete näher und erkenne Johann Sebastian Bach. Mürrisch erhebt er sich von seinen Notenblättern, geht an den Kleiderschrank, setzt eine weiße Lockenperücke auf und mustert mich mit bitterer Miene. „Können sie nicht Guten Tag sagen, sie undankbarer Mensch, sie?!“ raunt er mit erzürnter Stimme. „Verzeihen sie. Guten Tag Herr Bach. Ich bin recht überrascht, sie hier zu treffen. Ich mag ihre Musik sehr. Ich…“ Ach schweigen sie, sie Dilettant! Gehen sie! Lassen sie mir meinen Frieden und gehen sie!“ unterbricht er mich. „Aber an der Tür stand doch…“ stottere ich. „An der Tür… an der Tür! Mensch, glauben sie eigentlich alles, was sie irgendwo lesen? Das Leben ist dort!“ sagt er und deutet auf den Kleiderschrank. „Dort drin?“ frage ich verdutzt. „Gehen sie endlich, John!“

Während Bach sich schnaufend wieder über seine Notenblätter beugt und ich mich frage, woher er meinen Namen kennt, öffne ich die knarrenden Türen des Kleiderschranks und gehe durch einen schmalen, dunklen Gang mit Fackeln an den Wänden. Ich höre Gelächter und Schritte hinter mir. Es kommt näher. Mein Herz rast. Ich laufe schneller. Sie holen mich bald ein. Schon spüre ich die ersten Hiebe von Peitschen und Ketten auf meinem nackten Rücken. Ich bin nackt! Hässliche, kleine Teufelsfratzen rennen hinter und neben mir her. Lachen mich schallend aus, treten mich, schlagen mich, nagen an meinem nackten Körper. Unter schlimmsten Schmerzen erreiche ich eine Tür und schlage sie hinter mir zu. Die Fratzenstimmen und die ohrenbetäubenden Kettengeräusche verstummen.
Ich stehe in einem Raum ohne Fenster und mit nur der einen Tür, durch die ich gekommen bin. Ein Zurück ist nicht möglich. Verzweifelt sinke ich auf den Boden und wünsche, dass das alles aufhört. Ich möchte zurück zu Bier und Parkbank. Zurück dahin, wo vor wenigen Stunden alles begann und unwirklich wurde. Aber hinter der Tür, durch die ich gekommen war, lauern die Fratzen, womöglich der Tod? Plötzlich beginnt der Boden unter mir zu brennen und erfüllt den Raum in ein gleißendes Licht. Ich erlebe die schlimmsten Schmerzen meines Lebens, sehe im Sekundentakt schmerzende Bilder aus meinem Leben vor mir aufflackern und leide. Da erkenne ich eine Leiter aus Metall, die nach oben zu einem Ausgang führt. Sie glüht. Als ich sie anfasse, verbrenne ich mir die Hände. „Komm!“ ruft eine Stimme von oben. Sie kommt mir bekannt vor. Ich sehe eine ausgestreckte Hand am Ausgang, der sich etwa zehn Meter über mir befindet.“Ich kann nicht! Die Leiter glüht! Ich verbrenne mir die Hände!“ rufe ich der Stimme zu, während meine Beine gebraten werden. „Du willst nicht!“ ruft die Stimme zurück. „Du kannst auch durch die Tür zurück oder hier unten langsam und qualvoll verbrennen!“ „Woher weiß ich, dass du ehrlich bist!? Frage ich. Plötzlich verwandelt sich die strenge Männerstimme in die Stimme meiner verstorbenen Mutter. „Du hast nur diese Möglichkeit, mein Kind! Du weißt, was Dich erwartet, wenn Du zurückgehst oder da unten verharrst. Eine jede Mutter liebt ihr Kind, auch wenn es oft nicht so scheinen mag.“ Sie klingt plötzlich so liebevoll und vertraut. Schließlich nehme ich all meinen Mut zusammen, umfasse die glühenden Metallstreben und steige vollen Schmerzes hinauf. Griff für Griff schreie ich auf vor Schmerz und der Weg nach oben wird immer länger. Die Eisenstangen kühlen sich auf dem Weg nach oben sehr rasch ab und nach Stunden einer Albtraumkletterei erreiche ich endlich die helfende Hand, die mich den letzten freien Meter nach oben zieht.

Als ich vor meinem Retter stehe, erkenne ich den Mann mit dem Kinderwagen wieder vor mir. Wir stehen an der Parkbank, wo alles begann. Aber alles fühlt sich anders an, als je zuvor. „Wer bist du?“ frage ich den Mann, der mir immer noch so seltsam bekannt vorkommt. „Ich bin John. Willkommen im Leben!“ sagt er, gibt mir freundlich die Hand und geht mit seinem Kinderwagen davon. Verdutzt stehe ich da und sehe ihm nach, bis er schließlich in der untergehenden Sonne verschwindet.

Kein Kommentar »

Liebe

liebeLiebe war ein schönes Wort,
Das den Schmerz mit Freuden teilte.
Liebe war an jedem Ort,
Den mein Leben einst ereilte.

Liebe war mir dreizehn Jahr
Zwar Mythos, doch nie fern.
Liebe war stets wunderbar.
Die Liebe hatt ich gern.

Doch seit ein‘gen Jahren nun
Hat die Liebe sich entfernt.
Flirten, Buhlen, all das Tun
Scheint mir wie verlernt.

Fast schon einer Sehnsucht gleich
Wirkt die Liebe heut auf mich.
Ein Wort, so ausgezehrt und bleich,
War einst glanzvoll, inniglich.

Heut gewährt die Liebe Stunden,
Mit Glück, mir ein paar Wochen.
Kaum dabei, sie zu erkunden,
War mein Herz erneut gebrochen.

Nachts im Traum ist mir die Liebe
Gar flüchtiges Theaterspiel.
Ach, wenn sie mir doch nur bliebe!
Wär der ew‘ge Schlaf mein Ziel.

04. Mai 2012 - 18.20

Kein Kommentar »

Schwermut

Seh ich einstge Fotos an,
hör ich alte Lieder,
denk ich dann und wann
daran…
und häufig immer wieder,
wie mein Leben mir zerrann.
So drückt es mich hernieder;
mein Leben spielt Tyrann.

Alle meine Lebenssäfte,
viere an der Zahl,
verlassen ihre Kräfte,
schwarze Galle, voller Qual.

Des Teufels Prüfung schmerzt in mir
geht tief an die Substanz.
Und weckt in mir die tiefe Gier,
nach einem letzten Lebenstanz.

Leben! Wo bist du hingegangen?
Deine Bilder aus den alten Jahren
halten meine Seel gefangen,
die in tiefschwarz-sternenklaren
Nächten in mein Innres drangen.

Leben, sag! Wo bist du hin?
Ich bitt Dich, komm zurück!
Ohne dich machts keinen Sinn,
ohne dich und ohne Glück.

11.02.2012 - 23.45

Kein Kommentar »

Nichts

nichtsIch möcht jetzt einfach nichts mehr sein,
weder Staub, noch ein Atom.
Mein Herz verwandelt sich in Stein,
meine Lieb‘ in blanken Hohn.

Wie wär jetzt diese Leichtigkeit,
zu schweben, wie ein Nichts?
Wie wäre es denn ohne Zeit,
als Nichts im Sog des Lichts?

Am Grund des Sees will ich mich finden,
Nahrung für die Fische sein.
Während meine Sinne schwinden,
bin ich hoffentlich allein.

Hoch drob’ am Ast, da will ich baumeln,
Tod in lieblicher Natur.
Noch einmal durch den Lichtschein taumeln,
Alles das! Das möcht ich nur.

Voll Alk und Drogen möcht ich sein,
das Leid in mir nicht mehr erkennen.
Tabletten, Gras und guter Wein
werden mich vom Leben trennen.

Der Tod ist nur ein Neuanfang.
Selbst Asche ist etwas.
Nur wird mir dabei Angst und Bang,
begänn mit mir von neu der Spaß.

Drum bitt ich darum, nichts zu sein,
weder Staub, noch ein Atom.
Taucht meine Seele in Säure ein!
Ja, das wär mein Lohn.

24.01.2012 – 22.40

Kein Kommentar »

Zwei Herzen

zwei-herzenZwei Herzen voller Einsamkeit
fanden sich in der Novemberblüte.
Ich dacht, der Frühling wär nicht weit
und mit ihm die Liebe, Wärme, Güte.

Zwei Herzen still in Trauer
haben alles stets versucht,
zu durchbrechen diese Mauer
von Depression und Flucht,
so lang nach uns gesucht…

Zwei Herzen rein, in tiefen Schmerzen
hatten nur den einen Glauben
an die Verschmelzung ihrer Herzen
unter lüstern Weines Trauben.

Zwei Herzen mit dunkler Geschichte
wollten sich gleich alles sagen.
Jedoch wir schrieben nur Gedichte
um uns zu lieben und anzuklagen.

Zwei Herzen, sich zu nah und doch zu fern,
wollten sich beweisen:
„DICH! Sonst hab ich keinen gern!“
Und in wen’gen Worten, in ganz leisen
wurd der eine dem andern fern,
lag in Gedanken schon auf Gleisen
und sah noch mal den Abendstern.

Zwei Herzen, die sich einst gefunden
werden immer wieder gern
in tausend alten Stunden
wühlen in ihrer Liebe Kern.

Zwei Herzen sind nun schwer.
Können aus Liebe jetzt nicht mehr.
Der eine zu schwarz,
der andere zu weiß.
Der andere braucht nen Arzt,
der eine auch, im Todesschweiß.

Zwei Herzen weinen nun heraus
all erdenklich kalten Schmerz.
Keines sagt „Es ist jetzt aus“
denn wir sind ein ganzes Herz.

Zwei Herzen, scheiß auf den Titel, das Wort!
Ich werd immer da für Dich sein,
egal was passiert; Dir bin ich niemals fort.
Nie lass ich Dich allein.
Und niemals dort.
Dein Herz ist zu rein,
als dass es in meinen Händen schmort.

18./19.01.2012 – 01.15

Kein Kommentar »

Weggeworfen

Herz herausgerissenGibs nur zu, es war Dein Spiel,
fast genau ein Jahr.
Über mich weißt Du nun viel,
wer ich bin und wer ich war.

Schenkte Dir all mein Vertrauen,
und meine Liebe auch dazu.
Künftig hüt‘ ich mich vor fremden Frauen,
denn seit meiner Kindheit seh ich zu,
wie sie auf mich herunter schauen
und mir mein Leben teils versauen.
Frauen, lasst mir meine Ruh!

All Deine Güte und Geduld;
warn vermutlich niemals echt.
Gibst mir ein Gefühl von Schuld,
und dass ich sei mehr schlecht als recht.

Schon so lange kennst Du meinen Schmerz
hast auch gute Zeiten schon gesehn.
Nun grundlos stichst Du mir ins Herz,
sagst nur, ich soll einfach gehn .

Wie heuchlerisch warn Deine Worte:
„Wir lieben dich, so wie du bist!“
Denn als ich in der Hölle schmorte,
hast Du einfach Dich verpisst!

Ich glaub Dir künftig gar nichts mehr,
egal, was Du mir sagst.
Die Last auf mir, sie wiegt zu schwer,
weil Du nicht Dich mal fragst:
War das wirklich fair?

Du warfst mich einfach weg,
nur weil Dir meine Meinung nicht passt.
Wie ein Stück Dreck,
fühl ich mich nun gehasst.

Wer Deiner Meinung widerspricht,
den stichelst Du bis auf sein Blut.
Fräulein, so was macht man nicht!
Sowas ist nicht gut.

Trotzdem denk ich wirklich gern
an unsre Illusion zurück.
Leider liegt sie nun sehr fern,
und mit ihr auch das unsre Glück.

Weggeworfen, wie’n Stück Dreck
wurd ich öfter schon im Leben.
Lieber ist mir, ich verreck,
als solls sowas nochmal geben!

John

(3) Kommentare »

Retter-Radio - Wir retten Dich aus dem Alltag!

kostenloser Counter
Poker Blog