Dein Atem

Fragezeichen-HerzDein Atem schwebt leicht
Über meiner Brust.
Mein Herz ist erweicht
Im Genuss dieser Lust.

Dein Atem schmeckt bitter,
Doch sinnlich und rein.
In mir herrscht Gewitter
Vom aufgeregt sein.

Dein Atem berührt
Mein einsames Herz.
Du hast mich entführt
Und lässt mir den Schmerz.

Den Schmerz, Dich zu begehren,
Er wiegt in mir sehr schwer.
Er wird mir sehr bald lehren,
Die Liebe gibt uns kein Gewähr.

Und doch genieß’ ich jede Stunde,
In der ich Dich begehr’.
Du leckst mir jede Wunde,
Ich lieb Dich wirklich sehr.

Für J. - 31.10.2016 - 02:49

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Im Schmerz geboren

Im Schmerz warst du geboren
In klarer Vollmondnacht.
Von den Göttern auserkoren
Kurz aus einem Traum erwacht.

Der Schmerz, er goss sich weiter
Durch deine Lebenszeit.
Und bald war er der Reiter
Deiner Hilflosigkeit.

Und jetzt im dritten Lebensakt
Führt er Dich ins Verderben.
Während er dein Herz zerhackt
In tausend rote Scherben
Und ein Leid dein Nächstes jagt,
Willst du leise sterben.

Doch den Triumph erlangst du nicht!
Ich spiel’ ein Spiel mit dir!
Und wenn ich mit dir fertig bin,
Dann gehörst du mir!

Ich bin dein Schmerz.
Und werde deine Stimme sein.
Ich nehme mir dein Herz
Und brech dir jedes Bein.
Es wird mir eine Freude sein.

Im Schmerz warst du geboren
Im Schmerze wirst du gehn.
Dies Spiel hast du verloren
Nun ist’s um dich geschehn.

07.11.2015 - 01.08

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Kindheit, Jugend, Herbst und Winter

5vor121Ein Frühling voller Kindheitstage
Kühl, verregnet, grauenvoll.
Kindheit war die reinste Plage
Ein Frühling in H-Moll.

Der Sommer wollte besser sein
Die Jugend in C-Dur.
Liebe, Sex und roten Wein
Lebenslust und Freude pur.

Eines Tags bemerkte ich:
Mein Sommer wird zu heiß.
Und als er just dem Winter glich
Lag ich tot in kaltem Schweiß.

Viele Blätter sind gefallen
Sommerfarben sind verblichen.
Mein Herbst zeigt seine Krallen
Die Jugend ist verstrichen.

Auf die viel zu heißen Sommertage
Folgt ein Herbst der Ewigkeit.
Ich weiß nicht, ob ich ihn ertrage.
Es hat auch schon geschneit…

Der Winter steht vor meiner Tür.
Er wird kurz und heftig sein.
Jede Flocke, die ich spür
Bringt mir Schmerz und Pein.

Ich wünschte ein paar Sommerstunden
Inmitten des Novemberblues
Etwas Heil für meine Wunden
Vom Sommer nur ein kleiner Gruß.

Stattdessen wart ich weiter
Auf die dunkle Winterzeit.
Aus meinen Wunden quillt der Eiter
Zum Sterben bin ich nicht bereit.

18.02.2014 – 17.14

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Digga

scottWenn Dein Blick den meinen streift
Und Du täglich bei mir bist:
Jeden Tag die Liebe reift,
Die für Dich nicht greifbar ist.

Liebe, die aus meinem Herzen
Immer wieder auf Dich trifft,
Liebe, die mit großen Schmerzen
Mein Leid auf das Deine schifft.

Jede Runde Schach mit Dir
Erweckt in mir die Leidenschaft-
Leidenschaft und Gier:
Leidenschaft, die Leiden schafft.

Du bist für mich das Licht des Lebens
Und zugleich die Dunkelheit.
Dich zu lieben ist vergebens,
Denn Dein Herz ist noch zu weit.

Viel zu weit entfernt von mir,
Ich möchte Dich begehren!
Sei doch bitte einfach hier,
Ich muss an deinem Dasein zehren.

Digga, glaub mir, Du bist nice!
Like a brother, if you know!
Ich sag es Dir ganz leis’:
Ich liebe Dich und so…

Für Scott – 09.11.2013 – 23.55



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Wochenenden

roseweinAm Wochenende feiert, tanzt und lacht
Der halbe Rest der Welt.
Ich bleib allein, bis gegen Acht
Mein schwarzer Vorhang fällt.

Der rote Wein ist mein Begleiter
Durch diese tote Nacht.
Ich trink ihn immer weiter,
Bis er mich müde macht.

Diese graue Einsamkeit
Nüchtern zu ertragen,
Ist die pure Grausamkeit
An solchen toten Tagen.

Aber auch der rote Wein
Bringt mich nicht ans Ziel.
Am nächsten Morgen seh ich ein:
Das war wirklich viel zu viel.

Mein Wunsch ist nur, geliebt zu werden;
Doch der Traum weilt fern.
Hier auf triebverseuchten Erden
Hat die Liebe mich nicht gern.

Schenk mir nicht nur eine Nacht;
Schenk mir das ganze Leben!
Mit Dir bin ich einst aufgewacht.
Das wird es nie mehr geben.

07.09.2013 – 20.18/22.30

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Die Gayromianisierung der schwulen Szene

GayromeoEinige meines Semesters Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre wird die Zeit noch kennen, als man sich über Szenekneipen oder Kontaktanzeigen in verschiedensten Printmagazinen kennenlernte. Damals gab es sogar noch „Blind Dates“. Wie verrückt mag das wohl für Euch jüngeren Schwulen von heute klingen. Blind Date. Hat der kein Iphone? Keine Cam? Ne, der ist sicher komisch drauf. Ich gebe zu, auch ich treffe mich seit dem Zeitalter des Internets, Gayromeo, erschwinglichen Digicams und Smartphones nicht mehr mit Menschen, von denen ich nicht mindestens ein Bild vorher gesehen habe. Das Problem, das sich seit der Gayromianisierung der schwulen Szene in unser Leben schleicht, ist ein ganz anderes.

Und zwar die schier unendliche Auswahl. Auswahl zwischen dem Katalogmodel, dem Traumboy, oder dem Typen von nebenan, bis hin zu nimmersatten Daddys oder Fetischtypen. Vor ca. zehn bis zwölf Jahren, als noch nicht jeder die technischen Voraussetzungen für Bilder in seinem Profil besaß, traf man sich einfach und auch wenn drei Male hintereinander kein Traumtyp dabei war, so hatten diese Treffen doch immer einen gewissen Reiz. Den Reiz des Unbekannten.

Wer zufällig wie ich die Anfangsjahre des schwul-gemischten Internetcafés Kr@ftAkt in München miterlebt hat, weiß sicher von was ich spreche. Die Plätze an den Rechnern waren meist bis auf den Letzten belegt, zumal damals auch nicht jeder einen eigenen Rechner oder Internetanschluss besaß. Wer diesen Ort heute, elf Jahre später besucht, wird feststellen, dass die Bildschirme und PCs mittlerweile nicht mehr nötig sind, da ohnehin ein jeder der jüngeren Generationen in den Bildschirm seines Smartphones starrt und wie wild darauf herum tippt. Blickkontakt herrscht, wenn, dann nur noch unter Leuten, die sich wirklich gefunden haben. Der moderne Schwule von heute ist immer extrem busy und immer on the way. Und gefragt muss er natürlich auch sein, woher sonst sollte er seinen aktuellen Marktwert kennen, wenn nicht durch die Likes, die er mit dem neuesten Schnuten-, Grinse- oder extrem-bös-guck-Gesicht auf Facebook erschnorrt. Von im Schnitt vierhundert „Freunden“.

Kommen wir zurück zu Gayromeo. Oder gerne auch jeder anderen Plattform, auf der man sich so tummelt; aber das Herzstück ist und bleibt nun mal die besagte Community. Ich habe festgestellt, dass man als User oft eine von vielen ungeahnten Hintertürchen ist, die sich das Gegenüber offen hält, um möglichst „noch einen Besseren“ zu finden. Das mag zunächst nicht viel anders als auch im realen Leben sein. Das fiese aber daran ist, dass die Typen ihr dummes Maul nicht aufbekommen, Dir einen ehrlichen „Korb“ zu reichen, sondern weiter mit Dir chatten, dir manchmal auch ein (nachlassendes) Gefühl von Interesse geben und immer einen Grund finden, warum sie grad keine Zeit für ein Treffen haben. Ein kluger Mann wie ich resigniert und hakt den Kontakt ab. Mangelt es ihnen an Selbstbewusstsein? Nein, nicht immer. Oft melden sie sich sogar Monate später wieder, weil das mit dem Ex oder wem auch immer nun doch nicht geklappt hat. Ein kluger Mann (wie ich) schickt den Burschen in die Wüste.

Es gibt dann aber auch noch solche, die in ihrem Profil schon vorheucheln, dass Sexdates ein No-Go sind, treffen sich mit Dir, holen sich, was sie in Wirklichkeit wollen (Sex, weil Du sagst ja schließlich nicht nein) und heucheln dann weiter, wie schön es bei Dir war, wie wenig Zeit sie jedoch für ein zweites Treffen haben, sitzen aber jeden Tag nach Feierabend mit Freunden im Kraftakt oder daten sich mit dem Nächsten. Wer schlau ist, findet das relativ schnell heraus, der naive Dumme läuft ihm ewig hinterher.

Nun, das waren nur zwei Beispiele von den unzählig möglichen, die wir in unserer täglichen Gayromeo-Lethargie erleben; sie zeigen aber eines deutlich auf: Wer im heutigen Zeitalter der Internetisierung von Partnersuchen lebt, hat es schwieriger, den Richtigen zu finden, als dies zuvor der Fall war. An einem weiteren, drastischen Beispiel, das ich vor Jahren selbst erlebt habe, möchte ich diese Aussage erläutern:

Vor einigen Jahren fiel mir ein sehr gutaussehender Junge bei Gayromeo auf und ich schrieb ihn an. Ich war erstaunt, dass er sogar antwortete; er war höflich und meinte, ich sei nicht so sein Typ. Nun gut, damit kann ich leben; das ist ehrlich. Ein paar Wochen später war ich mit einem guten Freund im Kraftakt. Ja, auch ich verirre mich wenige Male im Jahr trotz meiner Szene-Aversionen noch dort hin, weil es mir eigentlich ganz gut gefällt. Das Ambiente, der Service, manchmal auch wirklich nette Gäste, die nicht von der Münchener Oberflächlichkeit gesegnet sind. Als ich zum Rauchen nach draußen ging, kam mir wenige Sekunden später ein junger, gutaussehender Typ hinterher, der mich um Feuer bat. Er kam mir irgendwie bekannt vor. Er fragte mich ob, ich der aus Gayromeo sei und nannte meinen und seinen Nick. (Der im Übrigen nicht schwer herauszufinden sein dürfte) Nach kurzer Zeit bejahte ich, als mir bewusst wurde, dass er der Junge war, dem ich einige Wochen zuvor auf meinen Bildern nicht so sehr entsprach. Dieser Junge machte mir sehr schnell unverblümt klar, dass ich total sein Typ sei und dass ihm „der Korb“ von vor ein paar Wochen total leid tue. Muss wohl an meinen Bildern gelegen haben. Dieser Junge ging auch mit mir nach Hause, verbrachte eine heiße Nacht mit mir, ehe er mir am nächsten Morgen (genauso ehrlich, wie auf Gayromeo) erklärte, dass er mittlerweile leider einen Freund habe und ihm auch das total leid tue.

Daraus entstand wohl der Gayromeo-Grundleitsatz: WER DICH WILL, DEN WILLST DU NICHT, DOCH WEN DU WILLST, DER WILL DICH NICHT.

Die Jungen wie die Alten im Web sind zum Großteil sexbesessen; kaum einer von ihnen schert sich mehr um wirkliche Werte wie Vertrauen, Verstand, Humor, Ehrlichkeit, Geborgenheit. Geltungssucht, Partys, Sex und Lügen bestimmen das Alltagsbild. Wenn man das mit dem männlichen Fortpflanzungstrieb vereinen könnte, würde ich mir hier einige Silben ersparen. Aber gerade bei uns Schwulen?

Vielleicht bemerken wir eines Tages ja doch, dass uns die Gefangenschaft im Onlinewahn kein Stück weiterbringt. Die Liebe ist dort ein Spiel und Du bist womöglich der Verlierer, weil Du ausgenutzt wurdest, Du kannst aber auch Gewinner sein, wenn Du weißt, was Du willst, oder wenn Du einfach nur eine unbezahlte Nutte unter vielen hier bist. Dann lernst Du wenigstens die Wertschätzung Deines Körpers kennen.

03.05.2013-22.55

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Die Liebe ist ein Spiel

schach-herzNur noch in mancher Nacht
Ist die Liebe mir gesonnen.
Am Tag hab ich dann oft gedacht:
Dies Spiel hat er gewonnen.

Ein Spiel aus tausend Küssen,
Voller Lust und Leidenschaft
Hat mein Herz zerrissen;
Ja, die Nacht war fabelhaft!

Für Stunden hab ich das Gefühl,
Nicht mehr allein zu sein.
Doch der nächste Tag bleibt kühl.
Die Liebe ist ein Schwein.
Die Liebe ist ein Spiel.

Wie oft hab ich an Liebe
Und ihren Charme geglaubt?
Für den andren waren’s Triebe.
Mein Herz war kurz geraubt.
Und ich hab es erlaubt…

Gern würd ich so sein,
Wie all die Herzensbrecher!
Ich wollt, ich wär ein Schwein
Und säh in Euch nur Löcher!
Ja, das wär wohl fein.

Jedoch bleib ich gefangen
In der Liebe Zuversicht.
Obwohl mir Vöglein sangen:
Liebe? Nein, die gibt es nicht!

Ich zieh sie förmlich an,
Die ewig Nimmersatten.
Die hier und da und dann und wann
Nur bumsen wie die Ratten.

Ich leb wohl in der falschen Zeit,
Die Liebe gibt’s nicht mehr.
Für Sex ist ein Jeder bereit
Mein Herz bleibt trüb und leer.

24.02.2013 – 18.26/23.30

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Wo gehst Du hin?

LiebeWo gehst Du hin?
Was ist Dein Ziel?
Was spricht Dein Herz?
War es ein Spiel?

Wenn Dein Herz Dich zu mir trägt
Und bei mir noch schneller schlägt,
Zöger nicht und greife zu.
Was ich möchte, das bist Du.

Tief in Deinem Augenlicht
Sehe ich Bedenken.
Jedoch fürchten musst du nicht;
Ich hab nur Liebe zu verschenken.

Wenn Liebe nur so einfach wär
Wie schnöder Sex zu haben,
Wär meine Seele nicht so leer
Und mein Herz erhaben.

Ich geh dorthin,
Wo weilt mein Ziel.
Es spricht mein Herz:
Es war kein Spiel.

23.04.2013 – 22.11

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Schwarzer Engel

280213-1840web1Schwarzer Engel, flieg hinweg,
Flieg ganz ohne Mitgefühl.
Mach die Herzen starr vor Schreck
Bleibe dabei auch stets kühl.

Schwarzer Engel, Deine Augen,
Dunkler als die Nacht,
Ließen mich so oft im Glauben,
Du hättest mir vermacht
Dein Herz,
Um meins zu rauben.
Übrig blieb der Schmerz.

Schwarzer Engel, eine Feder
Liegt nun tot bei mir.
Sie erzählt von jeder
Minute mit Dir.

Schwarzer Engel, flieg hinaus,
Die Liebe wird Dich sehen.
Dich zu lieben ist ein Graus,
Ich sollte es umgehen.

Sag mir, schwarzer Engel,
Wenn mein Herz Dich wärmt
Und Deine Flügel heller macht,
Weil nur einer von Dir schwärmt.

Immer neu, in jeder Nacht.

28.02.2013-23.15

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Liebe macht blind

online_datingEgal, ob es Liebe zu gutem Essen ist,
Die Liebe zur Musik,
Oder die Liebe zur Liebe.
Liebe macht blind,
Weil wir durch einen dunklen Nebel wandern,
Der uns, ähnlich einem Beruhigungspulver,
Gleichgültig und zufrieden macht.

Liebe macht so blind,
Dass wir nicht einmal mehr wahrnehmen,
Wenn unser Gegenüber sagt:
„Ich liebe Dich nicht!“
Liebe besteht aus Sex,
Eingebettet in einem Viertel aus Höflichkeit,
Verlustangst und Toleranz.
Liebe fragt nicht, ob Du mit ihr gehst.
Liebe nimmt Dich, wo Du stehst.

Liebe spuckt Dich aus,
Wenn sie nimmer an Dir frisst!
Liebe hält Dich solang aus,
Bis sie Dich nicht mehr vermisst.

Drum glaube nicht, in keiner Nacht,
Was seine Augen sagen;
Sie war’n für Dich zurecht gemacht,
Und hernach wirst Du klagen:
„Die Liebe hat mich angelacht!
Wie soll ich das ertragen?!“

Und weiter sehe ich vor mir
Deine treuen Blicke.
Du warst mein Lebenselixier,
Weil ich ohne Dich ersticke.

27.02.2013-23.30

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10 Jahre Gayromeo

internet-liebeNachdem ich im Artikel Gayromeo und die User des Grauens versucht hatte, User dieser Plattform in Schubladen zu stecken, gehe ich heute noch einen Schritt weiter. Ich möchte Anfänge, Erlebnisse, Erlerntes und Kurioses der letzten zehn Jahre einmal zusammenfassen und berichten, wie ich heute darüber denke. Über Gayromeo, seine User und das Résumé daraus.

Wenn ich meine Besucherliste heute so durchsehe, fällt mir anhand der Profile nicht nur auf, dass fast alle Besucher wesentlich älter sind, als ich, sondern dass ihre Headline im Profil deutlich ist. „Barestute sucht aktiven Ficker“ heißt es da oder: „Reinkommen, abspritzen, gehn!“  Mir wird schlecht. Ständig. Und am schlimmsten wird es, wenn ich Nachrichten öffne, die etwa lauten: „Hey, geile Pics, Bock jetzt?“ oder: „ Hast XL? Mich nerven solche Nachrichten unheimlich, vor Allem, wenn sie noch von Usern stammen, die jenseits meiner gesuchten Altersklasse liegt. Und da beginnt der geniale Spruch „Wer Dich will, den willst Du nicht und wen Du willst, der will Dich nicht!“ zu greifen. Denn eine Antwort auf Zuschrift von Typen, die einem auf den ersten Blick gefallen würden, erhält man fast nie. Ich spreche absichtlich in der dritten Person, da ich aus sicheren Quellen weiß, dass dieses Phänomen nicht nur mich beschäftigt.

Dann wird zum Teil gar nicht mehr gelesen, was man in seinem Profil mitzuteilen hat. Selbst die Headline, die deutlich besagt, was man sucht und was nicht, wird nicht ernstgenommen. Da kommen dann Nachrichten von z.B. Gerd, 43, in denen er beschreibt, von wann bis wann er in München im Hotel wäre und auf was er so alles abfährt. Oft sind diese Nachrichten von sog. Plus-Usern (Bezahlende Mitglieder) schon vorgefertigt und werden nur noch per Klick ausgewählt. Solche Umstände kotzen mich ja erst richtig an, und nicht selten mache ich meinem Ärger dann Luft und teile Beleidigungen aus. Mein Lieblingsspruch in solchen Fällen lautet: “Schreib Dich nicht ab. Lern lesen!”

Früher, also als Gayromeo noch in den Kinderschuhen steckte, war das anders. Der Umgang untereinander war noch viel scheuer, unschuldiger und etwas niveauvoller als heute. Selbst auf Blind Dates ließen wir uns ein, weil das Zeitalter der Digicams und Smartphones noch nicht reif war. Dieses Portal bescherte mir auch schon sehr gute Zeiten mit wunderbaren Menschen. Das mag zum einen daran liegen, dass heute um ein Vielfaches mehr User angemeldet sind, als vor zehn Jahren. Das Angebot ist groß. Und wird das Angebot zu groß, wird auch die Wahl immer schwieriger. Wer entscheiden kann, zwischen Liebe, Treue, Harmonie oder schnellem Sex, Anonymität und Perversionen, oder aber zwischen dem Typ von nebenan und dem Katalogmodel, der wird wohl mit der Zeit immer anspruchsvoller und erhofft sich immer eine Steigerung seiner Wünsche und Lüste, bis er selbst gar nicht mehr weiß, was er eigentlich will.

Zum anderen würde ich mittlerweile sogar behaupten, dass  fremde Menschen auf digitalen Bildern oftmals ganz anders auf uns wirken, als sie in Wirklichkeit sind und wir zu schnell und abwertend entscheiden. Würden wir aber denselben Menschen irgendwo in einer Bar oder einer Mensa treffen, kann es passieren, dass wir uns unheimlich angezogen von dieser Person fühlen, die wir zuvor im anhand einiger Bilder im Internet abgelehnt hätten. Ich spreche da wirklich aus Erfahrung; und man sieht in diesem Beispiel sehr deutlich, wie sehr viele Menschen dadurch allein bleiben und vereinsamen. Und das geht sicher nicht nur Schwulen so. Wobei es für einen, der auf Frauen steht, sicher bessere Gelegenheiten gibt, eine dergleichen kennen zu lernen.

An Alter und Aussehen liegt es also weitestgehend nicht; da hatte ich in der Vergangenheit genügend Erfahrungen, die mir beweisen, dass dahingehend noch alles in Ordnung ist.  Ein Freund sagte mir mal, dass es wohl daran liege, dass sich in München mit einem Job kaum mehr jemand über Wasser halten kann. Viele machen Schule, Studium, Arbeit und wären an den Wochenenden auch noch ausgelastet, würden daher nur die schnelle Nummer nebenbei suchen und hätten für Liebesduselei keine Zeit. Das wirkt zu polemisch auf mich. Ich denke, es liegt am Angebot und an dieser Stadt.

Nehmen wir meine letzten Beziehungen, oder jene, die es hätten werden können.  Kein einziger meiner Partner stammte aus München. Die Münchner hingegen, die ich bisher traf, blieben meist eine einmalige Nummer oder ich hörte nie wieder von ihnen. Dann gibt es noch die Erfahrung, dass sich ein Exfreund von mir, als er nach München kam und nur wenige Jahre in der Münchener Schwulenszene arbeitete, zu einer arroganten Schlampe entwickelt hat. Jahre zuvor, als er noch auswärts lebte, war das ein wunderbarer Mensch. Und da sind wir schon bei meinen Antworten auf die Frage, warum ich denn nicht in das wahre Leben da draußen gehe und mich ein wenig durch die Szene tummle. Ich mag die Szene nicht. Zum Einen aus den oben erwähnten Gründen, zum anderen ist es mir zu aufwendig und teuer, Abende lang in irgendwelchen Bars rumzusitzen und für jede Kippe nach draußen rennen zu dürfen. Ich weiß, dass ich die Münchener Schwulen damit sehr diskreditiere, und es tut mir leid, wenn sich damit auch jene angesprochen fühlen, die nicht so sind. Aber es sind nun mal meine Erfahrungen.

Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden, wünschen sich sicher viele, dass sich abends die Tür öffnet und ein lieber Mensch hereinkommt, der einen in den Arm nimmt. Und der absolut immer da ist, wenn man zusammen sein möchte. Aber es gibt leider noch mehr von der Sorte, die einfach nur eine Nummer suchen und wieder abziehen. Ich gebe zu; auch ich habe mir meine Hörner ordentlich abgestoßen und war selbst in manchen Beziehungen nicht immer treu. Aber diese Zeit ist lange vorbei; heute schätze ich andere Werte, die in einem solchen Internet-Sexsklaven-Haufen leider immer seltener zu finden sind. Ich spreche hier keineswegs nur von Gayromeo. In sämtlichen Portalen scheint das so an der Tagesordnung zu sein. Am Schlimmsten finde ich ja jene, die öffentlich im Profil ihren Arsch und ihre Genitalien in die Cam hängen oder solche Bilder in einer ersten Message anhängen. Leute, ich bin keineswegs prüde; aber habt ihr das denn so nötig? Ist Euch jeglicher Verstand von Werten und Niveau abhanden gekommen?

Heißt das also für uns, „back tot he roots“? Wenn ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe, gehe ich in die Schreinerei? Werden wir in Zukunft abends wieder beim Bierchen am Tresen sitzen, während im Hintergrund deutscher Schlager trällert? Oder Nächte in Clubs abhängen, verkatert aufwachen und uns nicht mehr erinnern, wer da im Bett liegt?

Da also beides für mich nicht in Frage kommt, weder die Kneipentouren, die Szene und ihr Getue, die 50jährigen Daddys und die jungen Schlampen, werde ich wohl nur abwarten können, bis sich der glückliche Zufall mal wieder von selbst ergibt. Stalker blocken, Perverse ärgern, mit Leuten chatten, die nach Tagen noch nicht wissen, was sie eigentlich wollen und gähnend auf meine Besucherliste sehen.

Bedenkt bitte, dass es nicht „Gayromeo“ ist, das Schuld an dieser Misere ist, sondern jeder einzelne User und dieser Zeitraum, in dem wir leben. Ich bin den Machern dieser Plattform immer noch dankbar, dass ich durch ihr ins Leben gerufene Portal schon einige gute Menschen kennen lernen durfte, ohne dafür jemals einen Beitrag zahlen zu müssen. Und wenn es auch nur ein total loyaler und lieber Kerl ist, der fast nebenan wohnt und mit dem man sich gut versteht. Auf die meisten User jedoch, möchte ich sicher dankend verzichten. Gayromeo ist, was DU draus machst.

John

04.11./08.11.2012

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Liebe

liebeLiebe war ein schönes Wort,
Das den Schmerz mit Freuden teilte.
Liebe war an jedem Ort,
Den mein Leben einst ereilte.

Liebe war mir dreizehn Jahr
Zwar Mythos, doch nie fern.
Liebe war stets wunderbar.
Die Liebe hatt ich gern.

Doch seit ein‘gen Jahren nun
Hat die Liebe sich entfernt.
Flirten, Buhlen, all das Tun
Scheint mir wie verlernt.

Fast schon einer Sehnsucht gleich
Wirkt die Liebe heut auf mich.
Ein Wort, so ausgezehrt und bleich,
War einst glanzvoll, inniglich.

Heut gewährt die Liebe Stunden,
Mit Glück, mir ein paar Wochen.
Kaum dabei, sie zu erkunden,
War mein Herz erneut gebrochen.

Nachts im Traum ist mir die Liebe
Gar flüchtiges Theaterspiel.
Ach, wenn sie mir doch nur bliebe!
Wär der ew‘ge Schlaf mein Ziel.

04. Mai 2012 - 18.20

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Mein Traum

sommernachtsliebeWar es nur ein Traum?
Oder die Phantasie in mir?
Ich glaub es kaum,
denn mein Shirt riecht noch nach Dir.

Alles erinnert heut wieder an Dich,
egal, wohin ich gehe.
Die letzte Nacht war inniglich.
Ich vermiss(t)e Deine Nähe.

Und wärs mein letzter Traum gewesen,
Dir noch einmal nah zu sein,
hast Du ihn aus meinen Augen gelesen,
mit Deinen Küssen, süßer als Wein.

Mir ist bewusst, es wär Dir Recht,
ich würd die Nacht vergessen.
Doch mein Gefühl ist echt:
Ich bin von ihr besessen.

20.11.2011-15.50/16.30

John

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Betthälfte zu verschenken!

160411-2218Das Bett hat eine Gesamtbreite von 1,40m und lässt für Dich mindestens 1.20m  Platz und mehr, je nachdem ob Du noch neben mir oder schon unter und auf mir liegst. Sie ist lange nicht benutzt und bietet Dir, sofern Du Dich für diese Betthälfte eignen solltest, Einschlafkomfort von ausgesprochener Einzigartigkeit. Bist Du der verträumte Romantiker und liebst warme, rote Farben, werden Dich die zahlreichen Kissen und funkelnden Kerzen  in einen traumhaften Schlaf wiegen. Wünscht Du sanfte Massagen, ist Dein Bettnachbar bereit, Deine heimlichen Gelüste bis in den Orion zu massieren.

Für diese Betthälfte solltest Du die Maße 27/185/72 nicht überschreiten, da sie auf hin und wieder heftigste Romantik ausgelegt ist, wobei die linke Hälfte oftmals unter bebenden Bewegungen zu leiden hat, da Dein Bettnachbar einfach auf Dich steht. Naja, männlich, um die 20, wär schon cool.

Wie Du Dich für diese Betthälfte (BILD LINKS) bewirbst, bleibst Dir völlig offen. Es sei nur gesagt, dass sie langfristig zu verschenken ist und Du Dir im Klaren sein solltest, ob Du sie willst. Bewerbungen nehme ich jederzeit entgegen.

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Sommernachtsliebe

sommernachtsliebeIn jener klaren Sommernacht
war’s bald um uns geschehn.
Du hast mein Herz verrückt gemacht;
Ich möcht‘ Dich wieder sehn.

Der Glanz in deinen Augen sprach
aus vielen tausend Bänden.
Und auf dem Weg zum Schlafgemach
nahmst Du mich an den Händen.

Es folgten Küsse, noch süßer als Wein,
bis zu den Morgenstunden.
Und noch eh uns weckte der Sonnenschein,
hab ich Dein Herz gefunden.

Eng umschlungen und schier vereint
begrüßten wir den Morgen.
Ich sah Dein Gesicht im Lichterschein
und fühlte mich geborgen.

Komm wieder, wenn Du Sehnsucht spürst,
nach diesen traumhaft Stunden.
Ich lieb‘ es, wenn Du mich verführst,
Deine Liebe zu erkunden.

(17.08.2011 – 22.45)

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Junge Dinger

Wenn Du nur die Jungen liebst,
alles auf das Äuß’re schiebst,
merkst Du schon sehr bald,
wahrer Geist ist alt.

Junge können Schönheit bieten,
die auf’s Äuß’re sind begrenzt.
Doch in der Liebe sind sie Nieten,
weil die Klugheit nicht recht glänzt.

Die wahre Schönheit kommt von innen,
die erst mit der Reife blüht.
Lass die jungen Dinger spinnen,
nimm sie, solange die Leidenschaft glüht.

Achte dabei stets auf ihren Gesang:
Junge Dinger hast Du nicht lang.

16.01.2011 - 22.30

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Hast DU es gesehn?

Hast Du es gesehn?
Das Licht in meinen Augen?
Bleib’ doch mal stehn,
sieh’s an, es wird Dir taugen!

Hast Du es gesehn?
Das Lächeln meiner Lippen?
Immer wenn wir uns sehn,
könnte ich ausflippen!

Hast Du es gespürt?
Berührung meiner Hände?
Nur einem war’s gebürt,
meine Sinnflut, sie spricht Bände.

Hast es gerochen?
Des Sommers lauen Duft?
Als Mücken uns gestochen,
in warmer Abendluft?

Hast Du ihn geschmeckt?
Den einen wahren Kuss?
Er hat in mir erweckt,
was ich Dir sagen muss.

Hast Du es gehört?
Was ich einst zu Dir sprach?
Wenn Dich etwas stört,
sag’s mir, trag’s nicht ewig nach.

Hast Du es gelebt?
Als wir in den Himmel blickten?
Die Erde hat gebebt,
als wir miteinander fickten.

Für meine außerordentliche Fäkalsprache, bzw. meinen Sexismus möchte ich mich an dieser Stelle nicht entschuldigen, nur lediglich darauf hinweisen, dass wir im 21. Jahrhundert leben und der Wortschatz ständig mitwächst.

unterschrift

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Artikel 101 - Das Gesetz der Extase

(In eigener Sache: Ich hatte ganz vergessen, zu erwähnen, dass der letzte Blog der 100. war^^)

Es muss nicht immer nur der Sex die Extase sein. Allein neben ihm zu liegen, seinen Atem zu spüren und ihn zu fühlen, bereitet mir einen Puls bis in schwindelerregende Höhen.

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Leidenschaft

Deine Küsse waren wie ein warmer Frühlingswind in einer kühlen Neujahrsnacht.

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