Mit Rach und List

141116-contrapunctusIch reiße Dir Dein Herz heraus
Und labe mich an jedem Bissen.
Was wird das für ein Leichenschmaus!
Kein Mensch wird Dich vermissen.

Ein Glas Burgunder noch dazu.
Oh ja - das wird mir munden!
Und in dieser Todesruh
Gehörst Du mir - für Stunden!

Ich werde Dich zerstören
Bis nichts mehr von Dir ist.
Du wirst mich gar nicht hören.
Ich komm mit Rach und List.

14.11.2016-23.00

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Herr hilf!

Schuss in den KopfHerr, hilf mir, die Welt zu verstehn,
Sie zu lieben und zu ehren.
Hilf mir endlich, das Schöne zu sehn
Lass das Böse nicht gewähren.

Herr, warum so viel Hass auf der Welt?
Muss das denn wirklich sein?
Meine Seele ist so sehr gequält
Von all den Schweinereinen.

Krieg, Gewalt und Hetzereien
Täglich wird es immer schlimmer.
Und täglich möcht‘ ich ganz laut schreien
Dir, o‘ Herr, vertrau ich nimmer!

Täglich trage ich den Schmerz
Einer ganzen Welt in mir.
Täglich frage ich mein Herz
Warum bist Du jetzt nicht hier?

Herr, ich glaube nicht an Dich
Und doch bitte ich darum!
Herr, o‘ Herr, errette mich!
Oder bring mich endlich um.

07.01.2016 - 01.30

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Ich küsse deine Hände

IsarkingBrichst du mir den Finger,
Brech ich deine Hand.
Nimmst du mir mein Haus,
Nehme ich dein Land.

Brichst du mir den Zahn,
Brech ich dein Gebiss.
Nimmst du mir das Liebste,
Ist dir der Tod gewiss.

Tötest du mein Kind,
Hol ich mir deine Sippe.
Brichst du mir einen Knochen,
Brech ich dein ganzes Gerippe.

Nimmst du mir mein Augenlicht,
Nehm ich dir die Welt.
Stiehlst du mir einen Penny,
Hol ich mir all dein Geld.

Erst wenn ich mit dir fertig bin,
Ist unser Spiel zu Ende.
Dann bade ich dich in Benzin
Und küsse deine Hände.

18.11.2015 - 22.50

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Im Schmerz geboren

Im Schmerz warst du geboren
In klarer Vollmondnacht.
Von den Göttern auserkoren
Kurz aus einem Traum erwacht.

Der Schmerz, er goss sich weiter
Durch deine Lebenszeit.
Und bald war er der Reiter
Deiner Hilflosigkeit.

Und jetzt im dritten Lebensakt
Führt er Dich ins Verderben.
Während er dein Herz zerhackt
In tausend rote Scherben
Und ein Leid dein Nächstes jagt,
Willst du leise sterben.

Doch den Triumph erlangst du nicht!
Ich spiel’ ein Spiel mit dir!
Und wenn ich mit dir fertig bin,
Dann gehörst du mir!

Ich bin dein Schmerz.
Und werde deine Stimme sein.
Ich nehme mir dein Herz
Und brech dir jedes Bein.
Es wird mir eine Freude sein.

Im Schmerz warst du geboren
Im Schmerze wirst du gehn.
Dies Spiel hast du verloren
Nun ist’s um dich geschehn.

07.11.2015 - 01.08

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Neues Leben

10698422_857026800985739_4805650522985778330_nSiebzehn Jahre Gras und Wein
Dramen, Tod und Lotterleben.
All das soll’s gewesen sein?
Es muss noch mehr da draußen geben.

Siebzehn Jahre roter Wein
Siebzehn Jahre roter Tod.
Er wollte mein Begleiter sein
Und brachte mich in Seelennot.

Siebzehn Jahre grünes Gras,
Siebzehn Jahre toter Geist.
Zugekifft und ohne Spaß
Ein Teufel um den andren kreist.

Liebe nur im Suff ertragen
Trauer schreit, wenn sie vergeht.
Depression an Wintertagen
Wenn mein Herz nach Wärme fleht.

Gedanken im Nebel bunt und schön,
Grüner Rauch in meinen Lungen.
Ich kann die Freude nicht mehr sehn
Der Teufel ist schon eingedrungen.

All das soll nun anders werden
Ich hab mein altes Leben satt.
Es gibt so viel Glück auf Erden
Wenn man’s nur gefunden hat.

Ich werd mein Glück bald finden.
Der erste Schritt ist schon getan.
Keine Zeit will ich mehr schinden.
Mein neues Leben fängt jetzt an.

01.02.2015



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Der Schmerz

10348445_777504408937979_8480489770700095759_nDer Schmerz lacht
In meiner Brust
Er will nicht hinaus
Bleibt gefangen
In verblichenen Bildern
Verklungenen Melodien
Und längst verflogenen Düften.

Der Schmerz umklammert
Mein Herz
Wie tausend Nägel
Aus Stahl
Und jede Nacht
Wäre ich zum Sterben bereit
Wenn er nur abließe von mir.

Gierig saugt er
Den letzten Lebenssaft
Aus meinen Adern
Nimmt alles
Was mir einst wichtig war
Und kotzt es
Mir mitten ins Gesicht.

Wie ein Schatten
Der Schmerz
In meinem Kopf
Nie wird er
Von mir weichen
Wie ein guter Bruder
Der erst durch den Tod
Von mir geht.

27.09.2014 - 01.00

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Gefangen im Traum

100814-004Ich wache auf und bin nicht wach.
Das Leben schläft.
Ich schwimme in einem Strom
Der mich in die Tiefe reißt
Greife nach dem Ausgang
Schlafe weiter
Wache niemals auf.
Babylon hält mich gefangen.

Möchte ausbrechen
Aus diesem Albtraum.
Wie lange dauert mein Schlaf?
Ich wache auf und erkenne
Dass alles ein Traum ist.
Realität ist ein Traum.
Am Ende schlafe ich
Doch allein.

Der Traum von Erfüllung
Bleibt ein Schleier ohne Sinn.
Ich lege alles ab
Und bin frei
Frei in diesem Traum.
Doch Traum ist nicht Realität.
Egal was ich mache
Es ist nur ein Traum.

Der Traum wird vergehen
Und ich werde mit ihm schwinden.
Ich bin nichts wert.
Nur einer von vielen.
Ich breche aus!
Ich wache auf!
Sonst ist es zu spät……..

09.09.2014 - 22.00

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Misère

030414-004Der Wind geht rau
Seit vielen, vielen Tagen.
Nebel legt sich auf der Au
Was hilft’s, jetzt noch zu klagen.

Dieser Sommer war schon tot,
Ehe er begann.
Der Krähen schwarzer Kot
Ist der Traum, der längst zerrann.

Nun stehn die Weizenfelder
Traurig, leer und krumm,
Die alt geword’nen Wälder
Bleiben braun und schweigen stumm.

Auch die Sonne scheint nicht mehr,
Als wäre sie verschwunden.
Hinter einem Meer
Von totgelebten Stunden.

Komm! Lass uns noch mal tanzen!
Wie in früh’ren Jahren!
Als unsere Romanzen
Noch frisch und ehrlich waren.

Gib mir noch mal das Gefühl,
Von heißen Julisommern
Von den Bergen in Kitzbühel
Bis weit ins Land Vorpommern.

Doch der Traum ist ausgebrannt;
Es führt kein Weg zurück.
Noch ehe ich zum Leben fand,
War ausgeträumt das Glück.

14.08.2014 - 23.33

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Schön’s Blümelein

StiefmütterchenEinst stand da ein schön’s Blümelein
Vor einem alten Haus.
Es stand so einsam und allein;
Das hielt mein Herz nicht aus.

Behutsam nahm ich es zu mir
Und setzte es Zuhause ein.
Es war dann fortan hier,
Das zarte, junge Blümelein.

Es gedieh so wunderbar
Und blühte auf, in voller Pracht,
Seit es bei mir war,
So bei Tag und bei der Nacht.

Doch an jenem Sommertage,
Als von der Reise ich zurück,
Blieb die eine alte Frage:
Warum starb das junge Glück?

Den Topf des schönen Blümelein
Zierte nur noch toter Schmerz.
Es konnt’ nicht länger bei mir sein.
Mir zerriss es schier mein Herz.

Ein Jahr später, vor dem Garten,
Als der Schmerz verklungen,
Sah ich neue Blümlein warten,
Meine Seele hat gesungen!

Und so nahm ich notgedrungen
Eines mit nach Haus.
Ich hatte lang mit mir gerungen;
Dieses Blümchen war ein Graus!

Zwar glich es dem vom letzten Jahr
Wie ein Ei dem andern.
Doch seine Absicht war,
Von Topf zu wandern.

Auch das Blümlein, das hernach
Nicht lange bei mir blieb,
Hielt mich viele Nächte wach,
Entpuppte sich als Herzensdieb.

Ein Blümlein, das ich zu mir nahm,
Aus fremdem Untertopf
Blieb nichts, als alter Gram,
Und Wut in meinem Kopf.

So lass ich all die Blümelein
Künftig wo sie sind.
Erfreue mich an ihrem Schein,
An ihrem Tanz im Wind.

31.05.2014 - 21.18

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Kindheit, Jugend, Herbst und Winter

5vor121Ein Frühling voller Kindheitstage
Kühl, verregnet, grauenvoll.
Kindheit war die reinste Plage
Ein Frühling in H-Moll.

Der Sommer wollte besser sein
Die Jugend in C-Dur.
Liebe, Sex und roten Wein
Lebenslust und Freude pur.

Eines Tags bemerkte ich:
Mein Sommer wird zu heiß.
Und als er just dem Winter glich
Lag ich tot in kaltem Schweiß.

Viele Blätter sind gefallen
Sommerfarben sind verblichen.
Mein Herbst zeigt seine Krallen
Die Jugend ist verstrichen.

Auf die viel zu heißen Sommertage
Folgt ein Herbst der Ewigkeit.
Ich weiß nicht, ob ich ihn ertrage.
Es hat auch schon geschneit…

Der Winter steht vor meiner Tür.
Er wird kurz und heftig sein.
Jede Flocke, die ich spür
Bringt mir Schmerz und Pein.

Ich wünschte ein paar Sommerstunden
Inmitten des Novemberblues
Etwas Heil für meine Wunden
Vom Sommer nur ein kleiner Gruß.

Stattdessen wart ich weiter
Auf die dunkle Winterzeit.
Aus meinen Wunden quillt der Eiter
Zum Sterben bin ich nicht bereit.

18.02.2014 – 17.14

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Novembertage

hochnebelIm Nebel zieht mein Leben vorbei
Und hinterlässt unsichtbare Spuren.
Alte Gedanken werden wieder frei
Und drehn an meinen Uhren.

Täglich ohne Rast und Ruh‘
Seh ich dem November zu
Wie er mir die Seele raubt,
Meine letzten Früchte klaubt,
Es ist egal, was ich heut tu…

Sterb ich, leb ich wach ich,
Es tangiert mich peripher.
Das Leben sei, einst dacht ich,
Nicht so trostlos, grau und leer.

Und da sind die Kindertage
Vor mir in alten Bildern…
Den Schmerz, den ich heut trage,
Konnt‘ ich damals noch nicht schildern.

Ich kann den Weg vor mir nicht gehen,
Wenn hinter mir der Unrat liegt.
Täglich muss ich wieder sehen,
Wie mich alter Frust besiegt.

So oft wünscht‘ ich, ging dies‘ Leben
Mit einem Paukenschlag vorbei.
Doch meine Mutter hat’s gegeben;
Und sie dacht sich was dabei.

Was soll nun diese Farce?
Was soll mir das nun sagen?
Einmal Leben und das war’s –
Inklusive Bonustagen?

Erklär mir bitte nur den Sinn
Hinter diesem Spiel.
Liegt der große Gewinn
Etwa nicht in meinem Ziel?

Ist mein Ziel ein Traum
Den’s für mich nicht gibt?
An das Leben glaub ich kaum;
Weil das Leben mich nicht liebt.

23.11.2013-19.37

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Schlacht in der Nacht

dunkelheitDer Wein schmeckt mir bitter
Und angstvoll die Nacht.
Auch heut kein Gewitter,
Doch in mir die Schlacht.

Die Schlacht um mein Leben;
Ich will es zurück!
Nichts kann mir mehr geben,
Als mein altes Glück.

Ich hatte verlernt,
Mir das Glück einzuteilen.
Dann hatt sich’s entfernt
Und bleibt fern – einstweilen.

Doch ich hol es mir wieder
Und sei’s durch den Tod.
Dann verklingen die Lieder
Um Sehnsucht und Not.

08.08.2013 – 19.09

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2079 - Nichts ist mehr, wie es war

2079_header

Thomas Janssen, zuletzt wohnhaft in München, Schriftsteller mit geringem Einkommen, geboren 1979. An diesem Auszug aus einer Patientenakte wäre zunächst nichts Ungewöhnliches zu erkennen, würde dieser Mann sich nicht kurz vor seinem 100. Geburtstag in einer Welt wiederfinden, die er so nicht kennt. Wie es dazu kommen konnte, dass er sich als fast Hundertjähriger im Körper eines jungen Mannes Anfang Dreißig wiederfindet, erfährt er recht bald. Und auch, dass diese Welt, in der er nun lebt, noch viel grausamer ist, als es die in seinem alten Leben war, noch viel grausamer, als er sich die Zukunft zum Ende dieses Jahrhunderts je vorgestellt hatte.

Janssen muss den Verlust unzähliger Freunde, Bekannter und Familienmitglieder verkraften und möchte in diesem „unwirklichen Spiel“, wie er es nennt, genauso wenig leben, wie 2015, als er sich vom 7. Stock seines Wohnhauses stürzte. Aber der Pharmakonzern LIFEGUARD möchte das und hat anfangs große Mühen, diesen gebrochenen Mann für das Leben in dieser neuen, geordneten Welt zu erwärmen. Janssen spielt mit – und geht durch die Hölle.

Diese Zukunftsvision beschäftigt sich mit einer Urangst der Menschheit. Die unbekannte Zukunft. Ein Mensch aus dem Mittelalter hätte nichts mehr zu fürchten, als in unserer Zeit leben zu müssen und ein Mensch der Gegenwart würde im düsteren Mittelalter ersticken. Wir Menschen können uns von Natur aus nur unserer gegenwärtigen Zeit anpassen. Weiter wird die ungeschminkte Realität des Überwachungswahns auf unserer Welt thematisiert und was damit auf uns alle zukommen wird, wenn Politiker und Regierungen nicht beginnen, umzudenken.

Eine real wirkende, wenn auch fiktive Reise ins Jahr 2079, basierend auf wissenschaftlichen Recherchen aus dem Jahre 2013.

HIER gehts weiter: http://2079.contrapunctus.me/

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Fahrt in den Tod

fahren-mit-lichtgeschwindigkeit-autobahn_19-137559Ich finde mich als Beifahrer in einem Auto auf einer Landstraße wieder. Der Fahrer ist ein Bekannter von mir, den ich nur schwer identifizieren kann. Ich denke, es ist Louis. Das Auto ist schnell. „Ehe ich ihn fragen kann, was ich hier zu suchen habe, beschleunigt er auf über 200 km/h und lächelt mich an. „Du möchtest sterben, John? Jetzt hast Du die Gelegenheit. Genieß es. Es tut überhaupt nicht weh.“

Das Auto beschleunigt weiter. 300 km/h. Während ich die kahlen Birken auf der linken Straßenseite vorbeirasen sehe, werde ich tief in den Sitz hineingepresst. Ich kann nicht sprechen und entscheide mich dafür, alles geschehen zu lassen, was nun geschieht. Ich habe keine Angst. Die Tachonadel rotiert nervös und wir steuern geradezu auf über 700 km/h. Ich möchte mir die Arme vors Gesicht halten; aber es scheint mir durch die extreme Fliehkraft schier unmöglich, mich zu bewegen. „Hab keine Angst, John, wir sind gleich da.“ sagt mein Beifahrer und blickt mit einem unerschütterlichen Grinsen nach vorn. Das Fahrzeug wird immer schneller und schert nach links; die Tachonadel dreht sich wie verrückt und da sehe ich am rechten Fahrbahnrand plötzlich Bilder aus meiner Vergangenheit vorbeirasen, die mir bekannt vorkommen. Kindheitsbilder, meine verstorbene Mutter, Blut, Geburt… Und kurz vor dem vermeintlichen Aufprall fühle ich mich ganz schwerelos und allein…

Was für ein wunderschöner Traum…

03. Januar 2013

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Ich sag dem Tod Adieu

wegLange Zeiten war mein Tod
Unendlich lange Qual
Und grenzenlose Not,
Die mir mein Leben stahl.

Das Maß war voll; ich wollt nicht mehr
In diesem Umstand leben.
Mein Geist schien endlos leer;
Mein Ich lag nur daneben.

Jahre voller Pein und Schmerz
In steter Unzufriedenheit
Brachen mir so oft das Herz,
Auf der Suche nach Vollkommenheit.

Doch nun hat alle Pein ein Ende.
Ich kehr nie mehr zurück!
Begebe mich in fremde Hände
Und erkämpfe mir die Chance auf Glück!

Von allen Giften dieser Welt
Möchte ich entzogen sein.
Nichts ist, was mich hier noch hält,
Nur Krieg und Gift und Schererei’n.

Ich sag dem Tod „Adieu“
Und reiß ihn aus der Brust.
Ich verlasse das Milieu
Des Todes ganz bewusst.

Nie wieder wird der Ort mich quälen,
Wo alles Unglück einst begann.
Werd den Frust vom Leib mir schälen;
Wir sehn uns wieder – irgendwann.

10.09.2012 – 16.40


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Am Tag, der uns den Frieden bringt

SchreiAm Tag, der uns den Frieden bringt,
Da möcht ich wieder leben,
Dass Freude alle Welt durchdringt,
Und Liebe weiter geben.

Am Tag, der uns den Frieden bringt
Und Hass zum Fremdwort macht;
Am Tag, der neu nach Leben klingt
Und der Mensch von Herzen lacht

Am Tag, der uns den Frieden bringt,
Ein jeder Mensch Dein Bruder ist
Und frischer Wind Dein Herz durchdringt,
Dann werde ich zum Optimist.

Am Tag der uns den Frieden bringt,
Fest verwurzelt hier auf Erden,
Wenn das letzte Kriegsschiff sinkt
Und wir alle glücklich werden.

An diesem Tag bin ich befreit,
Von aller Welten Leiden
Und mache mich bereit,
Aus derselben auszuscheiden.

19.08.2012 – 13.30


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Geschützt: Ich habe gelebt

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Am Ende der Hoffnung

endeZu Nichts hab ich es gebracht
Und zu Nichts werd ich werden.
Aus dem Nichts bin ich erwacht,
Gefangen hier auf Erden.

Gefangen in diesem Leben,
Das ich so sehr hasse.
Es kann mir nichts mehr geben;
Ich ging nie mit der Masse.

Ich wünsch, dies Spiel geht bald zu Ende
Und wiederholt sich niemals wieder.
Leer sind meine Hände,
Verklungen alte Lieder.

Am Ende der Hoffnung angelangt,
Wart ich einsam auf den Tod.
Ein Wenig wird mir bang,
Vor dem Schmerz, der mir dann droht.

Doch wird er kurz und nichtig sein,
Gegen alle Schmerzen des Lebens.
Frei wie ein Vogel werd ich sein;
Das hoffte ich vergebens.
Den letzten Schritt geh ich allein..

21.07.2012 – 23.25

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Willkommen im Leben

marchenwaldHerrlich, das Starkbier. Nur etwas kühler dürfte es sein. Während ich auf der Parkbank sitze und am Joint ziehe, scheine ich beinahe einem Mann mit Kinderwagen zu übersehen, der des Weges näher kommt. Ich verstecke meine Tüte zwischen den Sitzbalken der Bank. Der gutaussehende Mittvierziger setzt sich zu mir, wippt lächelnd den Kinderwagen und für einen Moment denke ich, dass ich ihn schon mal gesehen hätte, aber bin mir zeitgleich sicher, ihm nie begegnet zu sein. Wie eine Art Déjà-vu.
„Was rauchen sie da?“ ertönt neben mir plötzlich eine laute, autoritäre Stimme und mein Déjà-vu sieht mich wütend an. „Ich? Äh…nichts?“ antworte ich etwas erstaunt. „Erzählen sie mir nichts; ich kann es doch riechen!“ Plötzlich springen vier uniformierte Polizisten aus dem Kinderwagen und richten Maschinenpistolen auf mich. Geistesgegenwärtig renne ich los. Ich renne um mein Leben und weiß nicht, warum. Ich fühle, wie die Kugeln meinen Körper durchdringen und ich werde immer schneller. Schon nach Sekunden habe ich die Autobahn erreicht und laufe jetzt schneller als die Autos fahren. Ich springe in Riesenschritten über ihre Dächer, geradezu der Sonne entgegen. Die Schüsse der Schützen sind längst verschallt, da endet die Autobahn abrupt und die Autos scheinen sich an dieser Grenze in Nichts aufzulösen.
Vor mir liegt ein Gemälde aus exotischen Bäumen und Sträuchern, Blumenwiesen und einem kleinen See. Ein kleines Brücklein führt darüber und ich möchte es begehen. Meine Laufgeschwindigkeit hat sich nach dem kuriosen Ende der Autobahn rasch wieder normalisiert und ich bin immer noch etwas verwundert darüber, wie das alles um mich geschieht. Neugierig gehe ich auf die Brücke zu und lausche an der Natur. Ein Duft von tausend nie gerochenen Blumen umströmt meine Nase. Ein warmer Wind legt sich wie eine zärtliche Umarmung um meine Schultern. Ich fühle mich seltsam glücklich.
Auf der Mitte der Brücke bleibe ich stehen und blicke in den See. Die einzelnen Sonnenstrahlen, die durch die Baumkronen scheinen, lassen mein Gesicht im Wasser spiegeln. Schön sieht es aus. Wie Anfang 20 und kerngesund. Unverlebt. Aber ich bemerke, dass mein Spiegelbild sich anders als ich bewegt, wild gestikuliert und wütend mit mir spricht, obgleich ich nichts hören kann. Schließlich wendet es sich mit einer abweisenden Handbewegung ab und bleibt verschwunden. Verdutzt und nachdenklich gehe ich auf der Brücke weiter und entdecke weit ab vom Weg, inmitten des tiefen Waldes ein kleines Häuschen. Neugierig gehe ich darauf zu und habe mein zeterndes Spiegelbild wieder vergessen. Während ich mich durch das Dickicht kämpfe und rückwärts blicke, fällt mir auf, dass hinter mir alles verschwindet. Das Brücklein, der See, die Blumen. Ein dunkler, nie enden mögender Wald liegt hinter mir.
An der von Spinnen verwebten Holztür des Häuschens ist ein kleines Schild angebracht; darauf steht geschrieben: „Herzlich Willkommen im Leben“ Und darunter steht in kleinen Lettern: „Wenn Du weitergehst, wirst Du aus diesem Wald nie zurückkehren.“ Was für ein unsäglicher Blödsinn! Denke ich und drücke gegen die Türklinke. Sie bleibt verschlossen. Auf dem Fensterbrett neben der Tür steht die einzige Blume in diesem plötzlich finster und kühl verwandelten Wald in einem kleinen Tontöpfchen. Ich hebe es an und finde darunter einen alten, verrosteten Schlüssel. Mit einigen Mühen lässt sich das Schloss öffnen und ich trete ein. Musik von Bach ertönt. Das Innere der Behausung ist spartanisch eingerichtet. In flackerndem Kerzenschein erkenne ich ein altes Feldbett mit Nachttisch, ein wuchtiger Kleiderschrank mit zwei großen Türen, eine hübsche Kommode, auf der ein Grammophon steht und ein Tisch an dem ein älterer Herr mit zerzaustem, grauen Haar sitzt. Ich trete näher und erkenne Johann Sebastian Bach. Mürrisch erhebt er sich von seinen Notenblättern, geht an den Kleiderschrank, setzt eine weiße Lockenperücke auf und mustert mich mit bitterer Miene. „Können sie nicht Guten Tag sagen, sie undankbarer Mensch, sie?!“ raunt er mit erzürnter Stimme. „Verzeihen sie. Guten Tag Herr Bach. Ich bin recht überrascht, sie hier zu treffen. Ich mag ihre Musik sehr. Ich…“ Ach schweigen sie, sie Dilettant! Gehen sie! Lassen sie mir meinen Frieden und gehen sie!“ unterbricht er mich. „Aber an der Tür stand doch…“ stottere ich. „An der Tür… an der Tür! Mensch, glauben sie eigentlich alles, was sie irgendwo lesen? Das Leben ist dort!“ sagt er und deutet auf den Kleiderschrank. „Dort drin?“ frage ich verdutzt. „Gehen sie endlich, John!“

Während Bach sich schnaufend wieder über seine Notenblätter beugt und ich mich frage, woher er meinen Namen kennt, öffne ich die knarrenden Türen des Kleiderschranks und gehe durch einen schmalen, dunklen Gang mit Fackeln an den Wänden. Ich höre Gelächter und Schritte hinter mir. Es kommt näher. Mein Herz rast. Ich laufe schneller. Sie holen mich bald ein. Schon spüre ich die ersten Hiebe von Peitschen und Ketten auf meinem nackten Rücken. Ich bin nackt! Hässliche, kleine Teufelsfratzen rennen hinter und neben mir her. Lachen mich schallend aus, treten mich, schlagen mich, nagen an meinem nackten Körper. Unter schlimmsten Schmerzen erreiche ich eine Tür und schlage sie hinter mir zu. Die Fratzenstimmen und die ohrenbetäubenden Kettengeräusche verstummen.
Ich stehe in einem Raum ohne Fenster und mit nur der einen Tür, durch die ich gekommen bin. Ein Zurück ist nicht möglich. Verzweifelt sinke ich auf den Boden und wünsche, dass das alles aufhört. Ich möchte zurück zu Bier und Parkbank. Zurück dahin, wo vor wenigen Stunden alles begann und unwirklich wurde. Aber hinter der Tür, durch die ich gekommen war, lauern die Fratzen, womöglich der Tod? Plötzlich beginnt der Boden unter mir zu brennen und erfüllt den Raum in ein gleißendes Licht. Ich erlebe die schlimmsten Schmerzen meines Lebens, sehe im Sekundentakt schmerzende Bilder aus meinem Leben vor mir aufflackern und leide. Da erkenne ich eine Leiter aus Metall, die nach oben zu einem Ausgang führt. Sie glüht. Als ich sie anfasse, verbrenne ich mir die Hände. „Komm!“ ruft eine Stimme von oben. Sie kommt mir bekannt vor. Ich sehe eine ausgestreckte Hand am Ausgang, der sich etwa zehn Meter über mir befindet.“Ich kann nicht! Die Leiter glüht! Ich verbrenne mir die Hände!“ rufe ich der Stimme zu, während meine Beine gebraten werden. „Du willst nicht!“ ruft die Stimme zurück. „Du kannst auch durch die Tür zurück oder hier unten langsam und qualvoll verbrennen!“ „Woher weiß ich, dass du ehrlich bist!? Frage ich. Plötzlich verwandelt sich die strenge Männerstimme in die Stimme meiner verstorbenen Mutter. „Du hast nur diese Möglichkeit, mein Kind! Du weißt, was Dich erwartet, wenn Du zurückgehst oder da unten verharrst. Eine jede Mutter liebt ihr Kind, auch wenn es oft nicht so scheinen mag.“ Sie klingt plötzlich so liebevoll und vertraut. Schließlich nehme ich all meinen Mut zusammen, umfasse die glühenden Metallstreben und steige vollen Schmerzes hinauf. Griff für Griff schreie ich auf vor Schmerz und der Weg nach oben wird immer länger. Die Eisenstangen kühlen sich auf dem Weg nach oben sehr rasch ab und nach Stunden einer Albtraumkletterei erreiche ich endlich die helfende Hand, die mich den letzten freien Meter nach oben zieht.

Als ich vor meinem Retter stehe, erkenne ich den Mann mit dem Kinderwagen wieder vor mir. Wir stehen an der Parkbank, wo alles begann. Aber alles fühlt sich anders an, als je zuvor. „Wer bist du?“ frage ich den Mann, der mir immer noch so seltsam bekannt vorkommt. „Ich bin John. Willkommen im Leben!“ sagt er, gibt mir freundlich die Hand und geht mit seinem Kinderwagen davon. Verdutzt stehe ich da und sehe ihm nach, bis er schließlich in der untergehenden Sonne verschwindet.

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Sterbende Menschen

mannhundEinige Menschen, die sterben,
Hab ich schon gesehn.
Wer sind ihre Erben?
Wann müssen sie von uns gehn?

Ein alter Herr mit seinem Hund;
Ich seh ihn jeden Tag,
Hustet sich die Lunge wund,
Krebs an seinem Atem nagt.

Und täglich dreht er seine Runde
Mit dem braunen Zottelbär.
Stets zur gleichen Stunde,
Ganz friedlich, als ob nichts wär.

Es wird der Tag kommen,
Da wird ich ihn nie mehr sehn.
Alte Bilder werden verschwommen,
Ein jeder von uns muss gehn.

Wir Menschen sind wie Eintagsfliegen
Auf dieser großen Welt.
Der Tod wird über alles siegen,
Der letzte Vorhang fällt.

21.05.2012 – 16.10

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