Diese Welt…

contrapunctusMeine Hände sind leer
Und müde mein Geist.
Mein Herz schlägt schwer
Das Nichts in mir kreist.

Wie kann ich das abwenden?
Wo finde ich mein Glück?
In meinen leeren Händen
Zerbricht es Stück für Stück.
Das letzte Fünkchen Glück.

Die Angst hat meiner Seele
Große Mauern aufgebaut.
Der Kloß in meiner Kehle
Hass und Trauer in sich staut.

Ich werd die Welt niemals verstehen.
Nicht ihre Freuden, nicht die Leiden.
Dies täglich stumpfe Weltgeschehen
Möcht ich zu gerne meiden.

Überall Lügen, Gier und Neid
Krieg, Moralismus und Hass.
Der Welten schönes Kleid
Wirkt erschöpft und leichenblass.

Ich glaub nur, das was ich sehe
Und das ist schon zu viel.
Egal, wohin ich gehe
Diese Welt ist nicht mein Ziel.

22.09.2015 - 00.32 Uhr

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Neues Leben

10698422_857026800985739_4805650522985778330_nSiebzehn Jahre Gras und Wein
Dramen, Tod und Lotterleben.
All das soll’s gewesen sein?
Es muss noch mehr da draußen geben.

Siebzehn Jahre roter Wein
Siebzehn Jahre roter Tod.
Er wollte mein Begleiter sein
Und brachte mich in Seelennot.

Siebzehn Jahre grünes Gras,
Siebzehn Jahre toter Geist.
Zugekifft und ohne Spaß
Ein Teufel um den andren kreist.

Liebe nur im Suff ertragen
Trauer schreit, wenn sie vergeht.
Depression an Wintertagen
Wenn mein Herz nach Wärme fleht.

Gedanken im Nebel bunt und schön,
Grüner Rauch in meinen Lungen.
Ich kann die Freude nicht mehr sehn
Der Teufel ist schon eingedrungen.

All das soll nun anders werden
Ich hab mein altes Leben satt.
Es gibt so viel Glück auf Erden
Wenn man’s nur gefunden hat.

Ich werd mein Glück bald finden.
Der erste Schritt ist schon getan.
Keine Zeit will ich mehr schinden.
Mein neues Leben fängt jetzt an.

01.02.2015



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Wasser & Kot

trauer12Täglich spring ich ins Wasser
Und täglich tauche ich auf.
Jedes Mal werde ich blasser,
Doch ich scheiße darauf.

Jedes Mal tiefer,
Bis nahe dem Tod.
Mir steht’s bis zum Kiefer.
Wasser und Kot.

Mir steigt diese Scheiße
Nun bis in den Kopf.
Ich sag es ganz leise:
Mir wächst schon der Kropf.

Wasser & Kot,
Mir stehts bis ins Hirn!
Die Seel’ schwimmt in Not,
Mir runzelt die Stirn.

Mein Herz kotzt es aus:
Ich möcht hier nicht sein.
Ich geh jetzt hinaus.
Und kehr nicht mehr heim.

30.11.2014 - 03.10

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Der Clown

robin-williams

Manchmal erkenn ich mich nicht wieder;
Mein Geist schwimmt in Glückseligkeit.
Ich tanze auf alte Lieder
Und geb mich hin der Albernheit.

Doch wie es aussieht, ist es nicht;
Meine Seele möchte schrei‘n.
Nur der Clown lacht im Gesicht,
Und wahrt den falschen Schein.

Weinen möcht‘ er viele Tränen
In ein großes Tränenmeer.
Ich sollte noch erwähnen:
Eigentlich will er gar nicht mehr.

Ich zieh die Maske vom Gesicht
Und geh von dieser Welt.
Es ist nun meine letzte Pflicht,
Denn hier ist nichts, was mich noch hält.

05. Januar 2014 - 01.15 (gewidmet dem großartigen Schauspieler Robin Williams † 11.08.2014)

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Im Regen

regenSeltsam, im Regen zu wandern.
Nass ist ein jeder Stein.
Keiner grüßt den andern.
Und ich bin allein.

Voll Glanz war mir die Welt,
Als gestern noch die Sonne schien.
Aber nun, seit der Regen fällt,
Sind all meine Freuden dahin.

Seltsam, im Regen zu gehn.
Jede Blume schließt ihre Blüten.
Keiner möcht den andern sehn,
Wenn Regenschauer wüten.

(Entstanden durch die Inspiration von Hermann Hesses “Im Nebel”)

11. April 2012 – 15.10

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The End

blutroseIch weiß. Ich hab Seal seinen Twitterspruch geklaut. Aber er passt leider so gut. Nur dass es bei René und mir nicht sieben Jahre waren, sondern eher sieben Wochen. Eigentlich wusste ich schon so lange, dass es nicht weiter gut geht. Nur wollte ich diese „Wahrheit“ nicht sehen, nicht anerkennen und nicht hören. „Es wird schon“ hatte ich mir immer zwanghaft eingeredet, weil ich diesen jungen Mann einfach so sehr schätze. Endlich hatte ich da einen Menschen, der jeden meiner Makel akzeptiert, der mir keine Schande aus meiner Vergangenheit und meinem Jetzt nachträgt. Und doch ging diese Partnerschaft kaputt.

Dass auch Dezemberrosen nicht für die Ewigkeit geschaffen sind und irgendwann verdorren, war mir bewusst. Und trotzdem war diese Dezemberrose das Symbol für unsere Liebe. Ich versuchte Wurzeln aus ihr zu ziehen, jedoch sie verdorrte.

Zu ähnlich waren wir uns. Nein, ich möchte sogar behaupten, wir waren uns in vielen Situationen zu gleich. Stetig wurden meine negativen Gedanken bejaht, statt dementiert, zu oft waren meine Leiden die seinen und zu oft fühlte ich mich, als würde ich kopiert. Vielleicht fühlte René das auch umgekehrt so. Aber es nahm mir auf Dauer jeden Antörn für ihn, obgleich er dafür gar nichts kann. Schon zu Anfang an, begonnen in seiner ersten vierseitigen Anschrift an mich, hob er mich auf eine Stufe, wo ich nicht hingehöre. Ich fühlte mich angepriesen, vergöttert, verehrt. Ich dachte immer, ich wünschte mir das. Leider musste ich feststellen, dass mir solches gar nicht recht behagt. Ich benötige ein Gleichgewicht. Jemand muss mir auch mal sagen können: „So nicht John!“

Wie auch immer, nun haben wir gestern Abend mehr oder weniger „beschlossen“, diese Partnerschaft nach fast zwei Monaten aufzugeben. Ein Ende mit Schrecken; aber vielleicht ist es ein Neuanfang für uns. Für mich im Moment eher nicht. Ich fühle mich scheiße. Scheiße ist gar kein Ausdruck. Ich fühle seit Wochen meine linke Hand nur noch zur Hälfte, verlasse das Haus kaum mehr, bin appetitlos, liege oft den halben Tag mit schwersten Depressionen im Bett, fühle an nichts mehr Freude, möchte am liebsten sterben. Schmerzlos. Es ist ein Graus, einem Jungen weh zu tun, der alles Menschenmögliche versucht hat, mir zu gefallen. Ich hab das schon mal erlebt und ich schwor mir, es darf nie wieder geschehn. Nun ist es wieder geschehn. Ich kann einfach nicht mehr. Alles was ich anfasse oder beginne, geht kaputt.

Auch mein Gram darüber, dass ich es wohl nicht mehr schaffen werde, jemals glücklich werden zu können, entschied nun darüber, dass ich allein bleiben werde. Nie wieder werde ich jemanden finden, der zu mir passt und ich möchte das auch nicht mehr. Denn: Ich bin nicht pässlich!

Ich scheiße auf dieses Leben, welches seit meiner Kindheit Krieg mit mir führt. Meinem letzten Glück sei Dank, dass ICH es nicht selbst beenden muss, weil es schon am Ende ist.

25.01.2012 – 00.50

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Zwei Herzen

zwei-herzenZwei Herzen voller Einsamkeit
fanden sich in der Novemberblüte.
Ich dacht, der Frühling wär nicht weit
und mit ihm die Liebe, Wärme, Güte.

Zwei Herzen still in Trauer
haben alles stets versucht,
zu durchbrechen diese Mauer
von Depression und Flucht,
so lang nach uns gesucht…

Zwei Herzen rein, in tiefen Schmerzen
hatten nur den einen Glauben
an die Verschmelzung ihrer Herzen
unter lüstern Weines Trauben.

Zwei Herzen mit dunkler Geschichte
wollten sich gleich alles sagen.
Jedoch wir schrieben nur Gedichte
um uns zu lieben und anzuklagen.

Zwei Herzen, sich zu nah und doch zu fern,
wollten sich beweisen:
„DICH! Sonst hab ich keinen gern!“
Und in wen’gen Worten, in ganz leisen
wurd der eine dem andern fern,
lag in Gedanken schon auf Gleisen
und sah noch mal den Abendstern.

Zwei Herzen, die sich einst gefunden
werden immer wieder gern
in tausend alten Stunden
wühlen in ihrer Liebe Kern.

Zwei Herzen sind nun schwer.
Können aus Liebe jetzt nicht mehr.
Der eine zu schwarz,
der andere zu weiß.
Der andere braucht nen Arzt,
der eine auch, im Todesschweiß.

Zwei Herzen weinen nun heraus
all erdenklich kalten Schmerz.
Keines sagt „Es ist jetzt aus“
denn wir sind ein ganzes Herz.

Zwei Herzen, scheiß auf den Titel, das Wort!
Ich werd immer da für Dich sein,
egal was passiert; Dir bin ich niemals fort.
Nie lass ich Dich allein.
Und niemals dort.
Dein Herz ist zu rein,
als dass es in meinen Händen schmort.

18./19.01.2012 – 01.15

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Weggeworfen

Herz herausgerissenGibs nur zu, es war Dein Spiel,
fast genau ein Jahr.
Über mich weißt Du nun viel,
wer ich bin und wer ich war.

Schenkte Dir all mein Vertrauen,
und meine Liebe auch dazu.
Künftig hüt‘ ich mich vor fremden Frauen,
denn seit meiner Kindheit seh ich zu,
wie sie auf mich herunter schauen
und mir mein Leben teils versauen.
Frauen, lasst mir meine Ruh!

All Deine Güte und Geduld;
warn vermutlich niemals echt.
Gibst mir ein Gefühl von Schuld,
und dass ich sei mehr schlecht als recht.

Schon so lange kennst Du meinen Schmerz
hast auch gute Zeiten schon gesehn.
Nun grundlos stichst Du mir ins Herz,
sagst nur, ich soll einfach gehn .

Wie heuchlerisch warn Deine Worte:
„Wir lieben dich, so wie du bist!“
Denn als ich in der Hölle schmorte,
hast Du einfach Dich verpisst!

Ich glaub Dir künftig gar nichts mehr,
egal, was Du mir sagst.
Die Last auf mir, sie wiegt zu schwer,
weil Du nicht Dich mal fragst:
War das wirklich fair?

Du warfst mich einfach weg,
nur weil Dir meine Meinung nicht passt.
Wie ein Stück Dreck,
fühl ich mich nun gehasst.

Wer Deiner Meinung widerspricht,
den stichelst Du bis auf sein Blut.
Fräulein, so was macht man nicht!
Sowas ist nicht gut.

Trotzdem denk ich wirklich gern
an unsre Illusion zurück.
Leider liegt sie nun sehr fern,
und mit ihr auch das unsre Glück.

Weggeworfen, wie’n Stück Dreck
wurd ich öfter schon im Leben.
Lieber ist mir, ich verreck,
als solls sowas nochmal geben!

John

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Unwirklich

der_steinige_wegIch laufe durch die Straßen.
Alles erscheint mir unwirklich.
Fühle mich fremd in diesen mir sonst so vertrauten Straßen.
Sehe Menschen.
Schöne Menschen.
Alte Menschen.
Traurige, geknickte Augen.
Ich frage mich, warum sie alle noch leben.
Warum bringen sie sich nicht um?
Was hält sie am Leben in dieser trostlosen, grauen Welt?

Alles erscheint so unwirklich.
Dezember.
Tiefschwarze Wolken und ein Donner im Norden.
Milder Wind fegt durch die Gassen.
Ich eile in den Supermarkt.
Viele Menschen.
Ich beachte sie nicht.
Fühle mich unwirklich.

Schnell zwei Bier und Zigaretten.
Sie mustern mich.
Ich muss raus.
Vor mir eine Plapper-Oma an der Kasse.
Wie ich es hasse.
Schweiß. Zittern. Herzjagen. Schwindel. Übelkeit.
Ich bin befreit.
Alles wirkt so unwirklich.

Auf meiner Bank im Park trinke ich mein Bier.
Denke über alles nach.
Denke über die Unwirklichkeit nach.
Bin ich ich?
Der Sturm peitscht mir Tränen ins Gesicht.
Ich eile nach Hause.
Ich fühle mich nicht.

Alles erscheint so unwirklich.

14.12.2011 – 16.10

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Du Schicksal

Wie Du Schicksal mich wieder fickst;
ich halte das nicht mehr aus!
Und wie Du mir die Stimmung knickst;
nun sitz‘ ich wieder mal Zuhaus‘!

Egal, was ich auch mache,
niemals ist es Recht!
Und nach jeder begonnenen Sache,
fühle ich mich wieder schlecht!

Ich seh‘ den anderen zu,
wie sie glücklich leben.
Und ohne Rast und Ruh‘
sitze ich daneben.

Fick Dich, Du Schicksal
von ungeheurer Macht!
Du lässt mir keine Wahl,
drum verschwind ich in dieser Vollmondnacht.

(12.08.2011 – 15.50)

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Vatertag

Ich sitz’ vor einem leeren Blatt Papier
und weiß nicht was ich schreiben soll.
Stunden sitze ich so hier
und höre Bach von Dur bis Moll.

Ich würd Dir gerne sagen,
was mich heut bewegt.
Jedoch an solchen Tagen
ist’s der Gram, der mich erschlägt.

Drum find’ ich keine Worte,
bleibe still und stumm.
Der Elan, der einst rumorte,
ist schon wieder um.

Ich wünsch’ mir oft so sehr,
ich könnt’ ein wenig sein wie Du.
Mein Herz bleibt einsam, mein Geist ist leer,
und ich seh Dir zu
und träum’ von dem, was wär’,
wär’ ich ein bischen mehr…

…wie Du.

Ich danke Dir für 31 Jahre,
deines stetig Vater-seins.
Alles, was ich heut erfahre,
alles das, das war mal Deins.

(02.06.2011 - 16.40 für Dad)

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Endzeit

Als dies’ Jahr der Sommer begann,
war mein Geist noch voller Pläne.
Und als das Glück dann wieder zerrann,
blieb davon nur eine Träne.

Mein Leben; ich hab’s aufgegeben;
hab keinerlei Elan.
NIE nach Glück werd’ ich mehr streben,
weil das Glück mich langsam KANN.

Jedoch, bevor der Vorhang bald für immer fällt,
möcht’ ich’s noch einmal wissen.
Das Gefühl, das Schönste auf der Welt,
möcht’ ich nie mehr vermissen.

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Sommerstrahlen

normal_eiche-im-spaetsommerDie allerletzten Sommerstrahlen
warten draußen, warm und rein.
bevor der Herbst mit blassen, fahlen
Bildern stiehlt des Sommers Schein.

Sommer, deine Tage sind gezählt!
Beehr mich bitte sehr bald wieder!
Denn wenn Winter meine Seele quält,
verstummen alte Lieder.

Ich nehm die letzten Sommerstrahlen
an mich - geb sie nicht mehr her.
Welchen Preis muss ich wohl zahlen,
dass der Sommer bleibt, den ich so sehr

begehr?

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Ausschaltknopf

Ich wünscht, es gäb nen Ausschaltknopf
an meiner kranken Seele.
Ich hab einfach zu viel im Kopf,
mit dem ich mich nur quäle.

12.08.2010 - 02.15

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SommerendDepression

Die schlimme Stimmung kam zurück,
auch wenn ich es nicht wollte.
Es fließt dahin, mein ganzes Glück,
auch wenn ich’s fangen sollte.

Mein Antrieb, der mich im Sommer noch leben ließ ,
ist mit den letzten Tagen gegangen.
Nun wieder, ist das Schicksal sehr fies,
ich hab das Gefühl, als kann ich mich nicht mehr fangen.

13.08.2010

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Sommerende

HerbstEinst standen grüne Weizenähren
Auf den Wiesen um mich rum.
Heut hängen sie, als ob sie wären
Traurig, tot, geknickt und stumm.

Braune Felder, abgemäht,
Gesang der Vögel ist vorbei.
Das End’ des Sommers ist gesäht,
Der Herbst eilt sehr bald schon herbei.

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Ohne Worte

Ich möcht grad so gern dichten,
doch mir fällt nichts ein.
Kann nur eines heut berichten,
Ich fühl mich recht allein.

An Tagen wie diesen
erscheint alles grau und leer.
Wenn Regenströme fließen,
in ein Tränenmeer.

Ich möcht’ grad so gern schreiben,
jedoch mir fehlt das Wort.
Die Zeit scheint stehn zu bleiben,
Mein Schöngeist ist hinfort.

Versuch nicht mir zu sagen,
was richtig für mich ist.
ICH hab den Gram zu tragen,
da bleib’ ich Egoist.

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Ach, Du schöner, roter Wein

roseweinAch, Du schöner, roter Wein…
viele Jahre warst Du mein.
Dein Rebensaft hat mich betört
und auch so manche Lieb’ zerstört.
Der Eine ging, der And’re kam,
stets warst Du dabei,
ganz ohne Scham.

Ach, Du schöner, roter Wein…
wie konnt’ ich ohne Dich nur sein.
War’n einst Wochen ohne Dich vergangen,
kam mir sehr bald das Verlangen:
Verlangen nach tiefrotem Erdenblut,
in welchem mein Geist für Stunden ruht.

Ach, Du schöner, roter Wein…
Du bist bei mir, wenn ich allein
in meiner Stube sitze oder traurig bin,
zu viel von Dir rafft meine Gesundheit hin.
Die Leber dankt’s und auch das Herz,
der Magen windet sich vor Schmerz.

Ach, Du schöner, roter Wein…
Ich frage Dich: Kann es denn sein,
Dein roter Glanz nur Täuschung ist,
so manchem seine Seele frisst?
Dein Duft von Erden ein Lied erzählt,
doch manchen durch Dich sein Leben quält?

Du schöner, roter Wein, wenn die Liebe rot ist, warum bin ich allein?

31.07.2010 - 21.30 Uhr

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Der unechte Diamant

Einst fand ich einen Diamanten. Glänzend und schön. Und plötzlich war ich steinreich. Glücklich.

Jedoch stellte sich dieser “Diamant” einige Wochen später als unecht heraus und ich wurde ärmer als zuvor…

(John T.)

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Begraben. Akt III - Horror

herzblut

So gegen drei Uhr nachts, als meine Gewissheit immer reiner und ich immer unruhiger werden, beginne ich abermals nach Simons Spuren im Internet zu recherchieren und stoße doch tatsächlich auf zwei dbna Profile von ihm. Eines scheint schon länger inaktiv, das Andere hat er erst letzten Abend benutzt. Sehr schnell habe ich auch das Passwort und logge mich ein. Als ich dann in seinen Nachrichten die Verläufe der letzten beiden Tage sehe, wird mir schwarz vor Augen.

Er gibt sich als Single aus und macht massenhaft fremden Typen die heißesten Komplimente, versucht mit ihnen zu daten und gibt fast jedem seine Handynummer. Gegen Mittags, als er angeblich wie immer nach der Arbeit schlief, schlief er gar nicht. Während ich seine Hilfe brauchte und in Günzburg stand, flirtete er mit einem Typen aus Lauingen, verabredete sich für Mittwoch. Jetzt wird mir alles klar. Das Puzzle ist zusammen. Mein Gefühl hatte mich nicht im Stich gelassen. Mein Puls schnellt in schwindelerregende Höhen und meine Nerven machen, was sie wollen.

Nein! Nein! Du Idiot! Du dummer dummer Mensch!” rufe ich laut um kurz nach drei Uhr nachts. Ich schreibe ihm eine SMS, dass er mich nun endgültig verloren hat. Gegen halb vier falle ich erschöpft und missgelaunt ins Bett.

Am nächsten Morgen erhalte ich eine SMS von ihm. Ich solle ihm sofort das geänderte dbna Passwort sagen. Und was ich da zu suchen hätte. Es ist ihm egal, ob er mich verloren hat. Er treffe sich sowieso mit jemand aus Lauingen, der wäre viel näher bei ihm und den könnte er jeden Tag sehen. Meine Sachen schickt er alle zurück.

Arschloch! Man kann es sich vorstellen, und wer mich besser kennt, weiß, dass meine Stimmung nach dieser Nacht, einen Tag vor unserem “Einmonatigen” nicht die Beste ist. Aber ich versuche trotz des tiefen Schmerz Contenance zu bewahren, bleibe tagsüber nüchtern und press mir Abends mal ein paar Böcke. Es macht keinen Spaß mehr, den ganzen Abend nüchtern zu sein.

Abends ein Anruf von Simon. Ich geh ran. “Rufst Du bitte zurück?” fragt er. “In zehn Minuten.” antworte ich. Tausend Gedanken rasen in dieser Zeit durch meinen Kopf, was er mir wohl zu sagen hätte. Aber für den Inhalt des folgenden Gesprächs müsste ich ihn eigentlich bis nach Ägypten watschen.

Nur, dass ich Bescheid wüsste; ich bekäme morgen ein Paket mit den Sachen drin. Schwärmt von seiner neuen Liebe aus Lauingen, den er heute getroffen hat. “Schön für dich Simon. Hast du deswegen angerufen?” “Nein.” “Was laberst du mir dann so nen Scheiß vor? Is dir egal, wies mir dabei geht?” frag ich wütend. “Nein. Wie gehts Dir denn?” “Wie solls mir gehn? Beschissen.” antworte ich. “Ach schau, wir ham vielleicht einfach nicht zusammengepasst. Du findest schon den Richtigen.” sagt er. “Ja klar, das fällt Dir ja früh ein und spielst mir aber bis zuletzt was vor!” halte ich entgegen. “Nein ich hab nicht mit Dir gespielt.” erwidert er. “Verarsch deinen Nächsten bitte, OK?” Dann erzählt er mir noch, dass er jetzt endlich einen gefunden hat, der mit ihm Urlaub in Ägypten machen will. Das ist zuviel. “Ok, Arschloch. Ich wünsch Dir noch nen schönen Abend!” sage ich und leg auf.

Im nächsten Moment fliegt meine Teetasse gegen die Wand und zerspringt in alle Einzelteile. Da hatte ich mir doch wirklich mal wieder so nen “Max” aufgehalst und war blind vor Liebe. Nur gut, dass ich das alles früh genug mitbekam. Nach Monaten oder Jahren tut es mehr weh.

In der nächsten Zeit, möchte ich weder die hier erwähnten Orte, noch irgendwas über Schwaben sehen oder hören. Ich brauche Ablenkung. Nicht nur meine Großmutter wurde in Dillingen begraben. Auch diese besondere, kurze Liebe…

Das Kapitel “Begraben” ist Simon gewidmet.

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