Das Leben steht still

07041503 contrapunctus mediaDas Leben steht still
Ich fühle es kaum.
Was ich auch will
Lebt nur noch im Traum.

Mein Tag ist ein Schatten
Der vergangenen Nacht.
Egal, was ich mache
Im Kopf bleibt die Schlacht.

Um Freude und Trauer
Um Liebe und Hass
Die Angst schmeckt mir sauer
Auf sie ist Verlass.

Das Leben steht still
Ich hör nur mein Herz.
Es klopft voller Sehnsucht,
Kummer und Schmerz.

15.11.2017 - 20:57

(2) Kommentare »

Jedes Mal, wenn ich Dich seh

liebeskummerJedes Mal, wenn ich Dich seh
Pulsiert mein Blut bis in den Hals
Schießt Adrenalin durch meine Adern
Umschleicht mich edler Schwindel.

Jedes Mal, wenn ich Dich seh
Schmückst Du meine Welt mit bunten Farben
Wehst wie ein Frühlingswind
Durch meine Glieder.

Jedes mal
Bist Du Rausch
Verzweiflung
Und tiefe Sehnsucht.

Eine Sehnsucht
Die nie vergeht
Mit jedem Jahr
Noch stärker weht.

Jedes Mal, wenn ich Dich seh
Bleibt ein Teil von Dir
In meinen Träumen.

17.03.2015 - 23.16

Kein Kommentar »

Gefangen im Traum

100814-004Ich wache auf und bin nicht wach.
Das Leben schläft.
Ich schwimme in einem Strom
Der mich in die Tiefe reißt
Greife nach dem Ausgang
Schlafe weiter
Wache niemals auf.
Babylon hält mich gefangen.

Möchte ausbrechen
Aus diesem Albtraum.
Wie lange dauert mein Schlaf?
Ich wache auf und erkenne
Dass alles ein Traum ist.
Realität ist ein Traum.
Am Ende schlafe ich
Doch allein.

Der Traum von Erfüllung
Bleibt ein Schleier ohne Sinn.
Ich lege alles ab
Und bin frei
Frei in diesem Traum.
Doch Traum ist nicht Realität.
Egal was ich mache
Es ist nur ein Traum.

Der Traum wird vergehen
Und ich werde mit ihm schwinden.
Ich bin nichts wert.
Nur einer von vielen.
Ich breche aus!
Ich wache auf!
Sonst ist es zu spät……..

09.09.2014 - 22.00

Kein Kommentar »

Totgeträumtes Glück

190614-001Nur noch nachts im Traum
Fühle ich das Glück
Das sich tagsüber anfühlt
Wie ein Dejavue.

Kaum greifbar
Und doch war es so nah
Dieses unbeschreiblich schöne
Gefühl von Glück.

Ich atme frei
Während mein Herz
Sanft schaukelt
In den Wogen
Diesen Glücks.

Diesem schmerzfreien
Lustvollen
Nächtlich wiederkehrenden
Gefühl
Das tausendmal schöner ist
Als jeder Fick.

Mit dem Morgen
Beginnt die Sehnsucht
Nach diesem
Totgeträumten Gefühl.

Wie nie gelebt
Umschleicht es
Tausend Stunden.

Tausend totgelebte Stunden.

Zehntausend totgeweinte Stunden.

Hunderttausend tote Jahre meines Lebens.


04.09.2014 - 00.25

Kein Kommentar »

Misère

030414-004Der Wind geht rau
Seit vielen, vielen Tagen.
Nebel legt sich auf der Au
Was hilft’s, jetzt noch zu klagen.

Dieser Sommer war schon tot,
Ehe er begann.
Der Krähen schwarzer Kot
Ist der Traum, der längst zerrann.

Nun stehn die Weizenfelder
Traurig, leer und krumm,
Die alt geword’nen Wälder
Bleiben braun und schweigen stumm.

Auch die Sonne scheint nicht mehr,
Als wäre sie verschwunden.
Hinter einem Meer
Von totgelebten Stunden.

Komm! Lass uns noch mal tanzen!
Wie in früh’ren Jahren!
Als unsere Romanzen
Noch frisch und ehrlich waren.

Gib mir noch mal das Gefühl,
Von heißen Julisommern
Von den Bergen in Kitzbühel
Bis weit ins Land Vorpommern.

Doch der Traum ist ausgebrannt;
Es führt kein Weg zurück.
Noch ehe ich zum Leben fand,
War ausgeträumt das Glück.

14.08.2014 - 23.33

Kein Kommentar »

Traum aus Holz

holzherzMir ist bewusst, mir geht es gut;
Ich dürfte gar nicht klagen.
Doch in mir herrscht eine Wut,
Und tausend alte Fragen.

Jeden Tag aufs Neue
Zeigt das Schicksal mir,
Auf was ich mich auch freue,
Es bleibt nicht lange hier.

Ob die Gründe nun bei mir
Oder einem andren liegen,
Bevor ich explodier,
Bleibe ich gediegen,
Trinke sieben Bier
Und möchte zu Dir fliegen.

Doch Du bist nicht hier…

Jeden Tag aufs Neue
Zeigt das Schicksal voller Stolz:
Auf was ich mich auch freue;
Es bleibt ein Traum aus Holz.

06.12.2013 – 23.32

Kommentare (1) »

Jede Nacht

Lovers

Jede Nacht träum ich davon,
Wie Du daliegst neben mir.
Unser Atem spielt synchron;
Und im Hintergrund Klavier.

Zärtlich streich ich durch Dein Haar
Und küsse Deine Wangen.
Mit Genuss nimmst Du es wahr,
So lieblich, rein und unbefangen.

Und eh Dein Kuss dem meinen gleicht,
Verschmelze ich mit Dir.
Alles um mich wird ganz leicht,
Als wär ich nicht mehr hier.

Sterben möchte ich für die Stunde,
Die der Traum mir nachts gewährt,
Doch er nagt an meiner Wunde,
Welch‘ die Liebe zu Dir nährt.

Ehrlichkeit ist wichtig;
Doch auch durchaus schwer.
Ich kenn‘ Dich ja nur flüchtig,
Doch ich lieb Dich jetzt schon sehr.

25.11.1013 – 20.08

Kein Kommentar »

Novembertage

hochnebelIm Nebel zieht mein Leben vorbei
Und hinterlässt unsichtbare Spuren.
Alte Gedanken werden wieder frei
Und drehn an meinen Uhren.

Täglich ohne Rast und Ruh‘
Seh ich dem November zu
Wie er mir die Seele raubt,
Meine letzten Früchte klaubt,
Es ist egal, was ich heut tu…

Sterb ich, leb ich wach ich,
Es tangiert mich peripher.
Das Leben sei, einst dacht ich,
Nicht so trostlos, grau und leer.

Und da sind die Kindertage
Vor mir in alten Bildern…
Den Schmerz, den ich heut trage,
Konnt‘ ich damals noch nicht schildern.

Ich kann den Weg vor mir nicht gehen,
Wenn hinter mir der Unrat liegt.
Täglich muss ich wieder sehen,
Wie mich alter Frust besiegt.

So oft wünscht‘ ich, ging dies‘ Leben
Mit einem Paukenschlag vorbei.
Doch meine Mutter hat’s gegeben;
Und sie dacht sich was dabei.

Was soll nun diese Farce?
Was soll mir das nun sagen?
Einmal Leben und das war’s –
Inklusive Bonustagen?

Erklär mir bitte nur den Sinn
Hinter diesem Spiel.
Liegt der große Gewinn
Etwa nicht in meinem Ziel?

Ist mein Ziel ein Traum
Den’s für mich nicht gibt?
An das Leben glaub ich kaum;
Weil das Leben mich nicht liebt.

23.11.2013-19.37

Kein Kommentar »

Wochenenden

roseweinAm Wochenende feiert, tanzt und lacht
Der halbe Rest der Welt.
Ich bleib allein, bis gegen Acht
Mein schwarzer Vorhang fällt.

Der rote Wein ist mein Begleiter
Durch diese tote Nacht.
Ich trink ihn immer weiter,
Bis er mich müde macht.

Diese graue Einsamkeit
Nüchtern zu ertragen,
Ist die pure Grausamkeit
An solchen toten Tagen.

Aber auch der rote Wein
Bringt mich nicht ans Ziel.
Am nächsten Morgen seh ich ein:
Das war wirklich viel zu viel.

Mein Wunsch ist nur, geliebt zu werden;
Doch der Traum weilt fern.
Hier auf triebverseuchten Erden
Hat die Liebe mich nicht gern.

Schenk mir nicht nur eine Nacht;
Schenk mir das ganze Leben!
Mit Dir bin ich einst aufgewacht.
Das wird es nie mehr geben.

07.09.2013 – 20.18/22.30

Kommentare (1) »

Mein Geist

trauer11Mein Geist liegt in Fetzen
Vor Euch zerstreut.
Und mit ihm die letzten
Gedanken von heut.

Erst schienen sie rein
Und wundersam echt.
Jetzt sind sie ein Reim;
Meiner Seele ist schlecht.

Mein Traum ist vorbei;
Er war nur ein Schwank.
Die Gedanken sind frei,
Meine Seele ist krank.

Ich geb mich nun hin
Einer anderen Welt,
Und suche den Sinn,
Welcher mich hier noch hält.

Ich finde ihn nicht,
Darum muss ich jetzt gehn.
Merk Dir mein Gesicht
Dann wirst Du verstehn -
Es ist mein Pflicht
Dieser Farce zu entgehn

03.09.2013 – 21.49

Kein Kommentar »

Letzte Nacht

gayloveLetzte Nacht wars erst gewesen,
Da hab ich Dich gesehn.
Ich stand vor einem jungen Wesen
Voller Geist und traumhaft schön.

Du fragtest, ob ich ewig bliebe
Und ich sagte: „Ja!
Dieses ist die wahre Liebe,
Ohne Lüge und Eklat.“

Doch in den frühen Morgenstunden
Musstest Du schon gehn.
Im Déjà-vu der alten Wunden
Fragte ich, wann wir uns sehn.

Du sagst, Du warst ein Traum,
Ein Spiegel meiner Seele.
An Wiedersehen glaubst Du kaum,
Weil mir die Hoffnung fehle.

Ach Schönheit, bitte bleib!
Lass mich doch ewig träumen!
Halte mich an Deinen Leib
Und lass die Liebe ewig schäumen!

Kaum hatt‘ ich dies gesagt,
War mein Traum vorbei.
Es begann ein neuer Tag,
voller Träumerei.

13.07.2013 – 20.27

(3) Kommentare »

Im frühen Februar

DjuvecEs fiel im frühen Februar
Der neue, kalte Schnee.
Mit ihm kamst Du;
Ein Traum ward wahr;
Das Grauen war passé.

Die Tage mit Dir waren
Unwahrscheinlich schön.
Ich hab durch Dich erfahren,
Alte Wunden gehn,
Auch nach vielen Jahren.

Mein Traum von Dir entsteht
Erstmals seit ein paar Tagen.
Und wenn die letzte Skepsis geht,
Dann sollten wir es wagen

Den Frühling zu begrüßen
Und ja zur Liebe sagen,
Den Sommer zu versüßen
Verantwortung zu tragen.

Ich möcht‘ Dich nicht mehr missen,
Nachdem was ich erlebt,
Erlebe mein Gewissen,
Wie’s nach Leben strebt.

09.02.2013 - 01.55

Kein Kommentar »

Fahrt in den Tod

fahren-mit-lichtgeschwindigkeit-autobahn_19-137559Ich finde mich als Beifahrer in einem Auto auf einer Landstraße wieder. Der Fahrer ist ein Bekannter von mir, den ich nur schwer identifizieren kann. Ich denke, es ist Louis. Das Auto ist schnell. „Ehe ich ihn fragen kann, was ich hier zu suchen habe, beschleunigt er auf über 200 km/h und lächelt mich an. „Du möchtest sterben, John? Jetzt hast Du die Gelegenheit. Genieß es. Es tut überhaupt nicht weh.“

Das Auto beschleunigt weiter. 300 km/h. Während ich die kahlen Birken auf der linken Straßenseite vorbeirasen sehe, werde ich tief in den Sitz hineingepresst. Ich kann nicht sprechen und entscheide mich dafür, alles geschehen zu lassen, was nun geschieht. Ich habe keine Angst. Die Tachonadel rotiert nervös und wir steuern geradezu auf über 700 km/h. Ich möchte mir die Arme vors Gesicht halten; aber es scheint mir durch die extreme Fliehkraft schier unmöglich, mich zu bewegen. „Hab keine Angst, John, wir sind gleich da.“ sagt mein Beifahrer und blickt mit einem unerschütterlichen Grinsen nach vorn. Das Fahrzeug wird immer schneller und schert nach links; die Tachonadel dreht sich wie verrückt und da sehe ich am rechten Fahrbahnrand plötzlich Bilder aus meiner Vergangenheit vorbeirasen, die mir bekannt vorkommen. Kindheitsbilder, meine verstorbene Mutter, Blut, Geburt… Und kurz vor dem vermeintlichen Aufprall fühle ich mich ganz schwerelos und allein…

Was für ein wunderschöner Traum…

03. Januar 2013

Kommentare (1) »

Zaubergarten

Zaubergarten

Die Nacht lässt mich nimmer schlafen,
Der Tag denkt nur an Dich.
Seit wir uns einst trafen,
Lieb ich Dich inniglich.

Deine Wärme und Liebe
Als ich bei Dir war,
Deine jungen Triebe,
Dein einsames Jahr,

All Deine faulen Früchte
Und neuen Blüten
Erwecken Sehnsüchte,
Die möcht ich behüten.

Ich wünscht mir so sehr,
Dass wir uns wiedersehn.
Es wär mir eine große Ehr‘
Den Weg mit Dir zu gehn.

Nahezu ein Traum,
Wärs, Du entscheidest Dich
Alleine nur für mich.
Noch halt ich mich im Zaum
Und hoffe auf Dein grünes Licht.

27.05.2012 - 18.00

Kommentare (1) »

Willkommen im Leben

marchenwaldHerrlich, das Starkbier. Nur etwas kühler dürfte es sein. Während ich auf der Parkbank sitze und am Joint ziehe, scheine ich beinahe einem Mann mit Kinderwagen zu übersehen, der des Weges näher kommt. Ich verstecke meine Tüte zwischen den Sitzbalken der Bank. Der gutaussehende Mittvierziger setzt sich zu mir, wippt lächelnd den Kinderwagen und für einen Moment denke ich, dass ich ihn schon mal gesehen hätte, aber bin mir zeitgleich sicher, ihm nie begegnet zu sein. Wie eine Art Déjà-vu.
„Was rauchen sie da?“ ertönt neben mir plötzlich eine laute, autoritäre Stimme und mein Déjà-vu sieht mich wütend an. „Ich? Äh…nichts?“ antworte ich etwas erstaunt. „Erzählen sie mir nichts; ich kann es doch riechen!“ Plötzlich springen vier uniformierte Polizisten aus dem Kinderwagen und richten Maschinenpistolen auf mich. Geistesgegenwärtig renne ich los. Ich renne um mein Leben und weiß nicht, warum. Ich fühle, wie die Kugeln meinen Körper durchdringen und ich werde immer schneller. Schon nach Sekunden habe ich die Autobahn erreicht und laufe jetzt schneller als die Autos fahren. Ich springe in Riesenschritten über ihre Dächer, geradezu der Sonne entgegen. Die Schüsse der Schützen sind längst verschallt, da endet die Autobahn abrupt und die Autos scheinen sich an dieser Grenze in Nichts aufzulösen.
Vor mir liegt ein Gemälde aus exotischen Bäumen und Sträuchern, Blumenwiesen und einem kleinen See. Ein kleines Brücklein führt darüber und ich möchte es begehen. Meine Laufgeschwindigkeit hat sich nach dem kuriosen Ende der Autobahn rasch wieder normalisiert und ich bin immer noch etwas verwundert darüber, wie das alles um mich geschieht. Neugierig gehe ich auf die Brücke zu und lausche an der Natur. Ein Duft von tausend nie gerochenen Blumen umströmt meine Nase. Ein warmer Wind legt sich wie eine zärtliche Umarmung um meine Schultern. Ich fühle mich seltsam glücklich.
Auf der Mitte der Brücke bleibe ich stehen und blicke in den See. Die einzelnen Sonnenstrahlen, die durch die Baumkronen scheinen, lassen mein Gesicht im Wasser spiegeln. Schön sieht es aus. Wie Anfang 20 und kerngesund. Unverlebt. Aber ich bemerke, dass mein Spiegelbild sich anders als ich bewegt, wild gestikuliert und wütend mit mir spricht, obgleich ich nichts hören kann. Schließlich wendet es sich mit einer abweisenden Handbewegung ab und bleibt verschwunden. Verdutzt und nachdenklich gehe ich auf der Brücke weiter und entdecke weit ab vom Weg, inmitten des tiefen Waldes ein kleines Häuschen. Neugierig gehe ich darauf zu und habe mein zeterndes Spiegelbild wieder vergessen. Während ich mich durch das Dickicht kämpfe und rückwärts blicke, fällt mir auf, dass hinter mir alles verschwindet. Das Brücklein, der See, die Blumen. Ein dunkler, nie enden mögender Wald liegt hinter mir.
An der von Spinnen verwebten Holztür des Häuschens ist ein kleines Schild angebracht; darauf steht geschrieben: „Herzlich Willkommen im Leben“ Und darunter steht in kleinen Lettern: „Wenn Du weitergehst, wirst Du aus diesem Wald nie zurückkehren.“ Was für ein unsäglicher Blödsinn! Denke ich und drücke gegen die Türklinke. Sie bleibt verschlossen. Auf dem Fensterbrett neben der Tür steht die einzige Blume in diesem plötzlich finster und kühl verwandelten Wald in einem kleinen Tontöpfchen. Ich hebe es an und finde darunter einen alten, verrosteten Schlüssel. Mit einigen Mühen lässt sich das Schloss öffnen und ich trete ein. Musik von Bach ertönt. Das Innere der Behausung ist spartanisch eingerichtet. In flackerndem Kerzenschein erkenne ich ein altes Feldbett mit Nachttisch, ein wuchtiger Kleiderschrank mit zwei großen Türen, eine hübsche Kommode, auf der ein Grammophon steht und ein Tisch an dem ein älterer Herr mit zerzaustem, grauen Haar sitzt. Ich trete näher und erkenne Johann Sebastian Bach. Mürrisch erhebt er sich von seinen Notenblättern, geht an den Kleiderschrank, setzt eine weiße Lockenperücke auf und mustert mich mit bitterer Miene. „Können sie nicht Guten Tag sagen, sie undankbarer Mensch, sie?!“ raunt er mit erzürnter Stimme. „Verzeihen sie. Guten Tag Herr Bach. Ich bin recht überrascht, sie hier zu treffen. Ich mag ihre Musik sehr. Ich…“ Ach schweigen sie, sie Dilettant! Gehen sie! Lassen sie mir meinen Frieden und gehen sie!“ unterbricht er mich. „Aber an der Tür stand doch…“ stottere ich. „An der Tür… an der Tür! Mensch, glauben sie eigentlich alles, was sie irgendwo lesen? Das Leben ist dort!“ sagt er und deutet auf den Kleiderschrank. „Dort drin?“ frage ich verdutzt. „Gehen sie endlich, John!“

Während Bach sich schnaufend wieder über seine Notenblätter beugt und ich mich frage, woher er meinen Namen kennt, öffne ich die knarrenden Türen des Kleiderschranks und gehe durch einen schmalen, dunklen Gang mit Fackeln an den Wänden. Ich höre Gelächter und Schritte hinter mir. Es kommt näher. Mein Herz rast. Ich laufe schneller. Sie holen mich bald ein. Schon spüre ich die ersten Hiebe von Peitschen und Ketten auf meinem nackten Rücken. Ich bin nackt! Hässliche, kleine Teufelsfratzen rennen hinter und neben mir her. Lachen mich schallend aus, treten mich, schlagen mich, nagen an meinem nackten Körper. Unter schlimmsten Schmerzen erreiche ich eine Tür und schlage sie hinter mir zu. Die Fratzenstimmen und die ohrenbetäubenden Kettengeräusche verstummen.
Ich stehe in einem Raum ohne Fenster und mit nur der einen Tür, durch die ich gekommen bin. Ein Zurück ist nicht möglich. Verzweifelt sinke ich auf den Boden und wünsche, dass das alles aufhört. Ich möchte zurück zu Bier und Parkbank. Zurück dahin, wo vor wenigen Stunden alles begann und unwirklich wurde. Aber hinter der Tür, durch die ich gekommen war, lauern die Fratzen, womöglich der Tod? Plötzlich beginnt der Boden unter mir zu brennen und erfüllt den Raum in ein gleißendes Licht. Ich erlebe die schlimmsten Schmerzen meines Lebens, sehe im Sekundentakt schmerzende Bilder aus meinem Leben vor mir aufflackern und leide. Da erkenne ich eine Leiter aus Metall, die nach oben zu einem Ausgang führt. Sie glüht. Als ich sie anfasse, verbrenne ich mir die Hände. „Komm!“ ruft eine Stimme von oben. Sie kommt mir bekannt vor. Ich sehe eine ausgestreckte Hand am Ausgang, der sich etwa zehn Meter über mir befindet.“Ich kann nicht! Die Leiter glüht! Ich verbrenne mir die Hände!“ rufe ich der Stimme zu, während meine Beine gebraten werden. „Du willst nicht!“ ruft die Stimme zurück. „Du kannst auch durch die Tür zurück oder hier unten langsam und qualvoll verbrennen!“ „Woher weiß ich, dass du ehrlich bist!? Frage ich. Plötzlich verwandelt sich die strenge Männerstimme in die Stimme meiner verstorbenen Mutter. „Du hast nur diese Möglichkeit, mein Kind! Du weißt, was Dich erwartet, wenn Du zurückgehst oder da unten verharrst. Eine jede Mutter liebt ihr Kind, auch wenn es oft nicht so scheinen mag.“ Sie klingt plötzlich so liebevoll und vertraut. Schließlich nehme ich all meinen Mut zusammen, umfasse die glühenden Metallstreben und steige vollen Schmerzes hinauf. Griff für Griff schreie ich auf vor Schmerz und der Weg nach oben wird immer länger. Die Eisenstangen kühlen sich auf dem Weg nach oben sehr rasch ab und nach Stunden einer Albtraumkletterei erreiche ich endlich die helfende Hand, die mich den letzten freien Meter nach oben zieht.

Als ich vor meinem Retter stehe, erkenne ich den Mann mit dem Kinderwagen wieder vor mir. Wir stehen an der Parkbank, wo alles begann. Aber alles fühlt sich anders an, als je zuvor. „Wer bist du?“ frage ich den Mann, der mir immer noch so seltsam bekannt vorkommt. „Ich bin John. Willkommen im Leben!“ sagt er, gibt mir freundlich die Hand und geht mit seinem Kinderwagen davon. Verdutzt stehe ich da und sehe ihm nach, bis er schließlich in der untergehenden Sonne verschwindet.

Kein Kommentar »

Liebe

liebeLiebe war ein schönes Wort,
Das den Schmerz mit Freuden teilte.
Liebe war an jedem Ort,
Den mein Leben einst ereilte.

Liebe war mir dreizehn Jahr
Zwar Mythos, doch nie fern.
Liebe war stets wunderbar.
Die Liebe hatt ich gern.

Doch seit ein‘gen Jahren nun
Hat die Liebe sich entfernt.
Flirten, Buhlen, all das Tun
Scheint mir wie verlernt.

Fast schon einer Sehnsucht gleich
Wirkt die Liebe heut auf mich.
Ein Wort, so ausgezehrt und bleich,
War einst glanzvoll, inniglich.

Heut gewährt die Liebe Stunden,
Mit Glück, mir ein paar Wochen.
Kaum dabei, sie zu erkunden,
War mein Herz erneut gebrochen.

Nachts im Traum ist mir die Liebe
Gar flüchtiges Theaterspiel.
Ach, wenn sie mir doch nur bliebe!
Wär der ew‘ge Schlaf mein Ziel.

04. Mai 2012 - 18.20

Kein Kommentar »

Ein kurzer Traum

kussDeine Hände sanft, sie gleiten
Leise über meinen Rücken.
Ich möcht es nicht bestreiten,
Lebe grad in tausend Glücken.

Halte es für einen Scherz,
Drück Dir Küsse auf den Mund,
Fühle gleich Dein pochend Herz,
während ichs berühre und
zugleich ich fühle diesen Schmerz

Welcher mich die nächsten Tage
Treu und grob begleiten wird.
Aussichtslose Lage,
Herz und Geist verwirrt.

Kurz darauf sind unsre Münder
Eng und fest verbunden.
Mein Herz, ganz kurz gesünder
Möcht das Deine gern erkunden.

Streiche über Deine Wangen,
Seh in Dein Gesicht.
Mehr als das verlangen,
Nein, das möcht ich nicht.

Wie ein Traum, die paar Minuten
Voller Reinheit, Liebesglanz
Und den absoluten
Kuss im Frühlingstanz.

Wünschte, dieser eine Traum
Mit Dir würd niemals enden.
Jedoch ich halte mich im Zaum
Und Dich in meinen Händen.

Für „Anonymouse“ 29.03.2012 – 02.16

Kein Kommentar »

Traumtagebuch vom 11.03.2012

ute takacsEpisode I

Ich laufe den Berg der Tannenbergstraße hoch. Wie früher. Mein Vater erwartet mich weinend an der Haustür. Nachbarn sind versammelt. Oma kommt. Mutter ist tot. Sie liegt auf der Couch im Wohnzimmer. Ich breche zusammen. Ich fühle, wie der Boden unter meinen Beinen schwankt und sich wegzieht.

Schweißgebadet wache ich auf.

Episode II

Traurig laufe ich den Berg der Tannenbergstraße hoch. Meine Mutter ist tot. Wir haben sie einige Tage zuvor beerdigt. Als ich am Haus ankomme, kommt mein Vater raus und fragt, warum ich denn weine. Mutter lebt! Sie war im Leichenschauhaus zu sich gekommen. Sie umarmt mich, doch ich fühle sie nicht.

Schweißgebadet wache ich auf.

Episode III

Ich lebe im JETZT. Ich laufe die Tannenbergstraße hoch und erinnere mich an meine Kindheit. Vieles hat sich verändert. Das Haus von damals bewohnt seit einigen Jahren Martin, der Sohn unserer früheren Nachbarn und Vermieter. Es ist schön restauriert. Ich gehe in den Garten, wo meine Mutter und die Vermieterin einst Blumen, Beerengehölz und Kräuter gepflanzt hatten. Die Beete wurden durch kahle Steinplatten und Rasen ersetzt. Ich bin erschüttert. Neben der Haustüre steht immer noch die grüne Gießkanne von damals. Ich nehme sie und gieße die alten Beete und plötzlich wächst und gedeiht alles wieder wie in alten Jahren. Währenddessen kommen ein paar Jungs um die Ecke. Ich frage sie, ob Martin denn da wäre. „Nein, der ist nach Kanada verreist!“ meint einer der Jungs, der ihm trotz Bart erstaunlich ähnlich sieht. Er sieht mich bemitleidend an, während ich mit der Gießkanne vor ihm stehe. Die drei Jungs gehen rein, in das Haus, das ich zu gern nochmal von innen sehen würde. Im selben Moment zieht ein Sturm auf. Der Horizont verfärbt sich bedrohlich, wie am 21.07.1992 und ich kann noch erkennen, wie die ersten Bäume fliegen, als sich neben mir die Stahltüre der Waschküche öffnet und meine Mutter ruft: „Tobias, komm rein! Ein Sturm!“ Ich möchte die vier Stufen zu ihr in den Keller hinunterlaufen, doch ich erreiche ihre Hand nicht.

Schweißgebadet wache ich auf.

Episode IV – Daniel

Daniel (Nahezu 2 Jahre Beziehung bis vor 2,5 Jahren) und ich sitzen auf einem kahlen Stein vor einer Tankstelle. Er hat dort ein besonderes Bier gekauft. Aus den Niederlanden oder England, ich weiß es nimmer. Es schmeckt mir gut. Und im gleichen Moment genieße ich seine Redeflut, die mir während unserer Beziehung unbekannt war. Warum auch immer, residiere ich gerade in einer kleinen Behausung über einer Kneipe. Wir verstehen uns plötzlich so gut wie nie zuvor und beschließen, zusammen dorthin, in dieses Fremdenzimmer zu gehen. Als wir dort ankommen, hab ich gleich Stress mit dem Wirt. Es geht um ausstehende Mieten. Die vielen alten Männer, die in der Gaststube sitzen, sehen mich argwöhnisch an. Ich schicke Daniel hoch, in mein Zimmer. Er bietet mir an, meine Ausstände zu bezahlen; aber ich verneine und schicke ihn hoch.

Später, mitten in der Nacht, nachdem Daniel und ich traumhafte Stunden verbracht hatten, muss ich aufs Klo. Ich komme an einem offenstehenden Zimmer vorbei und schiebe die Tür etwas auf. Ich sehe auf einer Fensterbank Schmuck und Diamanten liegen, die sich im Licht der Straßenlaterne spiegeln. Ich denke darüber nach, sie zu stehlen und mit Daniel abzuhauen.

Schweißgebadet wache ich auf.

Kein Kommentar »

Frühling 2012

240212-1605Nach Wochen eis‘ger Nächte
Kommt ein Frühlingstag daher.
Es scheint, als dass er brächte
Die Winterplag nie mehr.

Lauer, warmer Frühlingswind,
Scheinbar einem Märzen gleich,
Seelig meinen Geist beschwingt
Und Hoffnung bringt zugleich,
Frühling 2012
Für ein paar gute Stunden.
Winters Antlitz werde bleich!
Lass meine Seel gesunden!
Bald hab ichs überwunden.

Die ersten Sonnenstrahlen
Taun den letzten Schnee hinfort
Frühling 2012In fließenden Rinnsalen
Sucht das Wasser seinen Ort.

Sammelt sich im Wiesengrund,
Bildet große Seen.
Wird immer mehr von Stund zu Stund,
Kaum ein Weg ist zu begehn.

Vögel hüpfen singend
Frühling 2012Frei von Strauch zu Baum,
Nach frischem Futter ringend.
Ach, es ist ein Traum!

Geh noch nicht hinfort,
Du herrlich, guter Tag.
Zeig mir diesen Ort,
Wo ich dich wohl finden mag

Wenn Du bald verblasst,
den Winter noch mal lässt.
Der Winter ist verhasst
bei mir wie einst die Pest!

24.02.2012 – 15.30/18.50

Kein Kommentar »

Heimat

heimatBilder alter Kindertage
überschatten meinen Traum.
Bilder, die ich kaum ertrage,
schweben täglich durch den Raum.

Ich seh die Uferpromenade
die auf meine Schule zielt.
Hoff auf Mutters Gnade,
ein schlechtes Zeugnis ich erhielt.

Doch Mutters Zorn bleibt niemals aus;
werd auch heute ihn erleben.
Fliehe schreiend aus dem Haus,
bin von Einsamkeit umgeben.

Ich hör der Lehrer strenge Worte
„So wird nichts aus dir!“
Egal wo, an jedem Orte;
wen’ge kamen klar mit mir.

Glücklich war ich meist allein,
am Ort, der sich hier Heimat nennt.
Ich konnt nie wie die Andern sein;
es ward mir nicht vergönnt.

Darum, Heimat alter Tage,
darum meid ich heute Dich!
Zu umfangreich ist meine Klage.
Die Klage an mein altes Ich.

16.02.2012

Kein Kommentar »

Retter-Radio - Wir retten Dich aus dem Alltag!

kostenloser Counter
Poker Blog