Schön’s Blümelein

StiefmütterchenEinst stand da ein schön’s Blümelein
Vor einem alten Haus.
Es stand so einsam und allein;
Das hielt mein Herz nicht aus.

Behutsam nahm ich es zu mir
Und setzte es Zuhause ein.
Es war dann fortan hier,
Das zarte, junge Blümelein.

Es gedieh so wunderbar
Und blühte auf, in voller Pracht,
Seit es bei mir war,
So bei Tag und bei der Nacht.

Doch an jenem Sommertage,
Als von der Reise ich zurück,
Blieb die eine alte Frage:
Warum starb das junge Glück?

Den Topf des schönen Blümelein
Zierte nur noch toter Schmerz.
Es konnt’ nicht länger bei mir sein.
Mir zerriss es schier mein Herz.

Ein Jahr später, vor dem Garten,
Als der Schmerz verklungen,
Sah ich neue Blümlein warten,
Meine Seele hat gesungen!

Und so nahm ich notgedrungen
Eines mit nach Haus.
Ich hatte lang mit mir gerungen;
Dieses Blümchen war ein Graus!

Zwar glich es dem vom letzten Jahr
Wie ein Ei dem andern.
Doch seine Absicht war,
Von Topf zu wandern.

Auch das Blümlein, das hernach
Nicht lange bei mir blieb,
Hielt mich viele Nächte wach,
Entpuppte sich als Herzensdieb.

Ein Blümlein, das ich zu mir nahm,
Aus fremdem Untertopf
Blieb nichts, als alter Gram,
Und Wut in meinem Kopf.

So lass ich all die Blümelein
Künftig wo sie sind.
Erfreue mich an ihrem Schein,
An ihrem Tanz im Wind.

31.05.2014 - 21.18

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Schließ Frieden!

FriedenWir wollen alle etwas Großes bewegen und geben uns lieber enttäuscht der Lethargie hin, anstatt im kleinen Frieden anzufangen. Schlösse ein Jeder Frieden mit sich und seinem Umfeld, wäre schon das Größte vollbracht.

Aber Nein! Uns geht es nur
Um all das schnöde Geld.
Ein jeder von uns ist ne Hur‘
Und vergiftet damit seine Welt!

Besser stehlen und betrügen;
Das ist unser wahrer Lohn!
Unsre Welt steckt voller Lügen,
Hass und abgrundtiefem Hohn!

Der Banker ist nur süchtig
Nach Erfolg und Neid.
Fairness kennt er flüchtig,
Aus seiner alten Zeit.

Dein Nachbar ist ein Blockwart
Und macht Dein Dasein schwer?
Vielleicht ist’s Deine Art;
Vielleicht bist Du nicht fair.

Die Frau ist Dir davongelaufen,
Mit dem Deinen Kind?
Hör vielleicht mal auf zu saufen
Und sei nie vor Liebe blind!

Du möchtest stetig besser sein,
Als der graue Rest?
Hör doch mal in Dich hinein;
Vielleicht hast Du die Pest!

Die Pest der toten Seelen,
Die nur sich selbst am Lieben,
Sich und andre quälen,
Mir Gier und Wohlstandstrieben.

Ist die unsre Politik
Dir niemals wirklich recht?
Dann zieh in Deinen Krieg
Und kämpfe um das Recht!

Hab doch einmal Demut
Blick auf Dich zurück!
Dein Leben war doch sehr gut;
Du hattest so viel Glück!

Hast keine tausend Stunden
Im Sterbebett verbracht
Und trägst jedoch die Wunden
Aus jener, alter Nacht.

So schließ doch endlich Frieden,
Als erstes nur mit Dir!
Und hast Du Dich geschieden,
Von der so großen Gier,
Dann. Dann erst, kommen wir.

25.07.2013 – 20.33

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Liebe

liebeLiebe war ein schönes Wort,
Das den Schmerz mit Freuden teilte.
Liebe war an jedem Ort,
Den mein Leben einst ereilte.

Liebe war mir dreizehn Jahr
Zwar Mythos, doch nie fern.
Liebe war stets wunderbar.
Die Liebe hatt ich gern.

Doch seit ein‘gen Jahren nun
Hat die Liebe sich entfernt.
Flirten, Buhlen, all das Tun
Scheint mir wie verlernt.

Fast schon einer Sehnsucht gleich
Wirkt die Liebe heut auf mich.
Ein Wort, so ausgezehrt und bleich,
War einst glanzvoll, inniglich.

Heut gewährt die Liebe Stunden,
Mit Glück, mir ein paar Wochen.
Kaum dabei, sie zu erkunden,
War mein Herz erneut gebrochen.

Nachts im Traum ist mir die Liebe
Gar flüchtiges Theaterspiel.
Ach, wenn sie mir doch nur bliebe!
Wär der ew‘ge Schlaf mein Ziel.

04. Mai 2012 - 18.20

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Geistiger Tod

kill meDas Jahr 2012 begann beschissen. Wobei ich unsere gemeinsame Silvesterfeier noch zum letzten Jahr zähle. Es war trotz einiger widerer Umstände ein sehr gutes Jahr 2011. Und Anfang Januar kamen schon die ersten Katastrophen. Die Wirtschaftskrise traf auch mich. Keine Aufträge mehr, überhöhte Preise, mein Graskonsum stieg schon seit einem Jahr bis ins Unermessliche. Dazu die vertrackte Lage mit René, dem ich durch mein Geständnis, dass es mit uns nicht klappen werde, nicht weh tun wollte. Ich hatte schon im letzten Jahr das böse Omen, dass 2012 das Jahr der Trennungen sein wird. Und René sollte nicht die einzige Trennung sein.

Auch Elke, jene Frau, die ich im Mai letzten Jahres kennen gelernt hatte und die mir das Jahr über viel Kraft gab, entfernte sich zum Ende des Jahres immer mehr von mir. Alles begann, als sie am 3. Advent zu Besuch kam und ebenso schnell wieder verschwand, weil eine Graswolke in der Wohnung stand, die sie nicht vertrug. Nach diesem Katastrophenabend war alles nicht mehr wie vorher zwischen uns. Danach kamen von ihrer Seite überwiegend nur noch Vorwürfe und Ablehnung auf mich ein gehagelt. Sie wollte weder mehr hören, noch lesen, wie schlecht es mir ständig ginge und über meinen neuen Freund wollte sie am besten so wenig wie möglich erfahren. Mein Facebook-Posting über die Bettelkinder (Sternsinger) beendete schließlich unsere „Freundschaft“, da sie darin ihren 14-jährigen Sohn, der selbst mal Sternsinger war, beleidigt sah. Obwohl ich nie wusste, dass er das mal war. Es interessierte mich in diesem Moment auch wenig, da ich diesen Post jedes Jahr zu „Hl. Drei Könige“ ablasse. Alle Geduld und Verständnis, die sie jemals für mich empfand, warf sie einfach über Bord und sortierte mich aus ihrem heilen Leben aus, in dem sie mich erst so offenherzig empfangen hatte. Sie hatte ihre Gründe nun zusammen um mich zu kicken. Nur für was wollte sie mich als Freund? Einer, der ihr ständig vorheuchelt, wie gut es ihm geht? Ich verzichte mittlerweile dankend, denn FREUNDE stehen immer hinter mir, egal wie es mir geht und was ich aus mir mache!

Meine Alkoholabstürze mehrten sich im neuen Jahr, so auch in der Vollmondnacht zum 09. Januar. Am nächsten Tag erfuhr ich durchs Internet, was es mit den tauben Fingern an meiner linken Hand auf sich hat. Ein Ulnarisrinnen-Syndrom, eine Art Nervenentzündung. Es genügt ja nicht schon meine seit November nicht endende Gürtelrose, meine Schmerzen, Panikattacken und der ganze restliche Scheiß, der noch auf mich zukommt.

Kurz rappelte ich mich wieder auf und verlor sehr schnell wieder die Kontrolle… Noch am 16. Januar räumte ich mein Wohnzimmer um und strich eine Wand rot. Ich dachte, die Umstellung würde mir helfen. Jedoch war es nur ein Tropfen im heißen Wüstensand. Und eben, während ich das schreibe, erfahre ich im Chat von Heiko, dass Vollmondnacht ist. Nun weiß ich auch, warum schon wieder diese innere Unruhe in mir herrscht und ich noch nicht, wie in den letzten Tagen auch, schon im Bett bin.

Am 20. Januar kam der verspätete Winter. 20 cm Schnee hatten wir hier auch nicht jedes Jahr. In dieser Nacht erlebte ich mein bisher wohl letztes Glück. Klaus und ich bauten einen Schneemann im Garten. Woher kam diese plötzliche Freude? Jemand schenkte mir nach Tagen von Abstinenz was zum Rauchen…

Ein paar Tage später, schwelgte ich in Kindheitserinnerungen und sah mir alte Videos an, auf denen auch meine verstorbene Mutter zu sehen ist. Es machte mich noch weiter fertig. Alles überschattet vom drohenden Ende der Beziehung zwischen Rene und mir. Und sie kam sehr bald darauf, nach wieder massenhaft verlorenen Tagen. Als ich ihm am Abend des 24. Januar wieder nicht sagen konnte, wie ich zu dieser zerrütteten Beziehung stehe, löschte er gegen 21.45 Uhr kurzerhand unsere Beziehungsverbindung in Facebook. Eigentlich hätte es mir Recht sein sollen. Nur die Umstände, die zu seiner Verzweiflung und zu unserem Ende geführt hatten, verkraftete ich im Nachhinein ganz und gar nicht. Seit Tagen ohne Gras, warf ich mir dann Schmerzmittel ein um den Seelenschmerz zu vergessen und trank dazu Rotwein. Nicht wenig. Es wurden in dieser Nacht und mit dem Telefonat mit Rene etwa drei Flaschen. Und irgendwann verlor ich mein Bewusstsein…

Gegen sechs Uhr morgens kam ich zu mir,  in meinem Bett liegend, während mir jemand immer wieder ins Gesicht haute und mich rüttelte. Als ich bei mir war, konnte ich erkennen, dass Notärzte, Polizisten und Feuerwehrmänner in meiner Wohnung standen. Ich war sehr verwirrt. „Was macht ihr hier? Wie kommt ihr hier rein??“ fragte ich die Menschen verwirrt. „Durch die Tür“ sagte ein Polizeibeamter lächelnd, der mir später auch eine seiner Zigaretten anbot, da ich keine mehr hatte. Im Laufe des Aufklarens und dem Gespräch mit den Beamten stellte sich heraus, dass mein „Partner“, so wie sie sagten, den Notarzt verständigt hatte, da er glaubte, ich liege mit einer Überdosis tot in der Wohnung. Nach etwa einer halben Stunde Gesprächen hatte ich die Leute aus meiner Wohnung und soff weiter. Eigentlich wäre ich in wieder mal in der Psychiatrie Haar gelandet, aber Dank meines geschickten Mundwerks und meiner Ausreden ist das nicht geschehn. Sehr erbost teilte René telefonisch mit, was ich von seiner Aktion halte. Heute wäre ich froh, sie hätten mich für ein paar Wochen in die geschlossene Anstalt gesteckt.  An diesem Tag wurde es sehr kalt.

Mit Dezemberrosen warst Du mein
und bliebst bei mir.
Im Januar-Eis war’n wir allein
mit einem leeren Blatt Papier.

Vier Stunden später erschien ich zu meinem Ersttermin bei einer Psychiaterin in meiner Nähe. Ein Termin, für den ich lange gekämpft hatte. Als sie von meiner Anamnese und dem Geschehnis der letzten Nacht erfuhr, sagte sie nur: „Ich kann ihnen nicht helfen. Sie sind ein Fall für die Klinik.“ Danke Deutschland. Ab Mittag, war Julie bei mir und achtete auf mich. Ich befand mich den ganzen Tag über in einer Art Manie und Depression zugleich. Ich war betrunken, kotzte Blut, hatte schwere Schmerzen und war zwischendurch aufgesetzt lustig. Das ging bis in den späten Abend. Mir ist es bis heute kaum erklärlich, wie Julie meinen Zustand, den sie zum ersten mal, seit wir uns kannten mitbekam, ertragen konnte. Ich war noch etwa drei Tage auf diesen Tabletten „drauf“ und hatte schlimmste Schmerzen, ehe sich mein körperlicher und geistiger Zustand zur „Ruhe“ legte.

Danach wurde diese schier gespenstische Ruhe um mich immer stärker. Und gerade im neuen Jahr, zum Februar, als ich eigentlich dachte, das Schlimmste wäre überstanden, kam der Winter mit vollster Wucht. Nicht etwa wie 2006, sondern mit trügerischem, hässlichen Sonnenschein und eisiger Kälte bei über minus 20°C. Und es kamen Diagnosen von Ärzten…

Seit Ende Januar schreibe ich nun gar nichts mehr in meinem persönlichen Facebook-Profil. Anfangs war es schwierig, aber mit der Zeit wurde meine Abneigung, Dinge zu schreiben, die mich gerade beschäftigen, immer größer. Die derzeitige Wetterlage und die verbundene Kälte sind neben verregneten Sommern das Schlimmste, was ich mir unter „Wetter“ nur vorstellen kann und ziehen mich noch mehr runter. Meine Schmerzen, die oft akut und dann stundenlang auftreten, nehme ich zähneknirschend hin. Ich nehme seit meiner Tablettenintoxikation keinerlei Medizin mehr zu mir. Das Schlimmste an allen Umständen mag wohl meine Depression sein, die so schlimm, wie selten zuvor auf mich einschlägt. Nein, ich sitze nicht zuhause und weine. Ich habe meist keine Tränen mehr. Ich bin stumm und liege solange wie nur möglich im Bett. Nur weil mir das Liegen nach Mittag irgendwann lästig wird, stehe ich irgendwann auf und versuche etappenweise, meinen Haushalt ordentlich zu halten. Ich bin wohl der einzige Mensch mit schweren Depressionen auf dieser Welt, der in einer ordentlichen Umgebung haust. Ich möchte niemanden sehen und wünsche mir ab und an doch, dass bestimmte Menschen nach mir sehen, aber genau DIESE tun es eben nicht. Und ist jemand bei mir, bringe ich oft keinen Ton raus. Selbst mein Kater flüchtet seit Wochen immer wieder ins Bad, weil er meine Laune fühlt. Der Einzige, der WIRKLICH für mich da ist, ist Klaus. Er geht für mich einkaufen, weil ich selbst das nicht mehr schaffe, versucht mir etwas Trost zu spenden, auch wenn es nicht mehr ankommt. Bevor ich zum Briefkasten stürme, vergewissere ich mich, dass kein Nachbar auf den Hausfluren läuft, da mir eine Unterhaltung und vor Allem die Frage „Wie geht’s Dir?“ unangenehm ist. Ich habe an nichts mehr Freude, kaufe mir nun auch kein Gras mehr, weil es meine Stimmung nur noch kurzfristig steigert. Mein Handy ist meist aus oder lautlos. Auf Mails in Facebook antworte ich nur noch, wenn ich sie mal sehe oder mit höchster Unlust. Oder gar nicht. Ich wäre im Moment am liebsten im Koma, bis alles ein Ende hat. Oder zumindest bis diese Kälte weg geht. Sie macht mich noch mehr kaputt. Mein größter Hass, der sich nicht auf Menschen und ihr Tun richtet, richtet sich gegen Kälte und Winter. Denn ich kann dagegen rein gar nichts ausrichten, außer in ein warmes Land zu gehen, aber dafür fehlt mir das Geld. Es wäre ein Traum… Weg hier…

Ich wäre gern verliebt, aber denke im gleichen Atemzug schon wieder daran, wie schnell das enden kann. Ich träume seit Monaten sehr stark und wirr. Und wieder vermehrt von Max. Im wahren Leben hält er mich von sich fern und nachts in meinen Träumen lässt er mich nicht in Ruhe. Es macht mich zusätzlich fertig.

Mein Vater ist ein Ignorant. Vor zwei Wochen schrieb ich ihm zum ersten Mal in meinem Leben aus eigenen Zügen einen ehrlichen, langen Brief und er bleibt: ignorant. Keine Antwort. Ich vermisse meine Mutter.

Jeder Tag ist nur eine Qual. Auch wenn ich weiß, dass ich es im Gegensatz zu vielen anderen Menschen auf der Welt sehr gut habe. Ich sehe es jeden Tag in verschiedensten Nachrichten. Aber das hilft mir nicht. Ich bin appetitlos, leblos und unfähig. Ich warte hier nur noch auf meinen Final Day. Denn ab dann wird alles gut.

08. Februar 2012 - 01.50

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The End

blutroseIch weiß. Ich hab Seal seinen Twitterspruch geklaut. Aber er passt leider so gut. Nur dass es bei René und mir nicht sieben Jahre waren, sondern eher sieben Wochen. Eigentlich wusste ich schon so lange, dass es nicht weiter gut geht. Nur wollte ich diese „Wahrheit“ nicht sehen, nicht anerkennen und nicht hören. „Es wird schon“ hatte ich mir immer zwanghaft eingeredet, weil ich diesen jungen Mann einfach so sehr schätze. Endlich hatte ich da einen Menschen, der jeden meiner Makel akzeptiert, der mir keine Schande aus meiner Vergangenheit und meinem Jetzt nachträgt. Und doch ging diese Partnerschaft kaputt.

Dass auch Dezemberrosen nicht für die Ewigkeit geschaffen sind und irgendwann verdorren, war mir bewusst. Und trotzdem war diese Dezemberrose das Symbol für unsere Liebe. Ich versuchte Wurzeln aus ihr zu ziehen, jedoch sie verdorrte.

Zu ähnlich waren wir uns. Nein, ich möchte sogar behaupten, wir waren uns in vielen Situationen zu gleich. Stetig wurden meine negativen Gedanken bejaht, statt dementiert, zu oft waren meine Leiden die seinen und zu oft fühlte ich mich, als würde ich kopiert. Vielleicht fühlte René das auch umgekehrt so. Aber es nahm mir auf Dauer jeden Antörn für ihn, obgleich er dafür gar nichts kann. Schon zu Anfang an, begonnen in seiner ersten vierseitigen Anschrift an mich, hob er mich auf eine Stufe, wo ich nicht hingehöre. Ich fühlte mich angepriesen, vergöttert, verehrt. Ich dachte immer, ich wünschte mir das. Leider musste ich feststellen, dass mir solches gar nicht recht behagt. Ich benötige ein Gleichgewicht. Jemand muss mir auch mal sagen können: „So nicht John!“

Wie auch immer, nun haben wir gestern Abend mehr oder weniger „beschlossen“, diese Partnerschaft nach fast zwei Monaten aufzugeben. Ein Ende mit Schrecken; aber vielleicht ist es ein Neuanfang für uns. Für mich im Moment eher nicht. Ich fühle mich scheiße. Scheiße ist gar kein Ausdruck. Ich fühle seit Wochen meine linke Hand nur noch zur Hälfte, verlasse das Haus kaum mehr, bin appetitlos, liege oft den halben Tag mit schwersten Depressionen im Bett, fühle an nichts mehr Freude, möchte am liebsten sterben. Schmerzlos. Es ist ein Graus, einem Jungen weh zu tun, der alles Menschenmögliche versucht hat, mir zu gefallen. Ich hab das schon mal erlebt und ich schwor mir, es darf nie wieder geschehn. Nun ist es wieder geschehn. Ich kann einfach nicht mehr. Alles was ich anfasse oder beginne, geht kaputt.

Auch mein Gram darüber, dass ich es wohl nicht mehr schaffen werde, jemals glücklich werden zu können, entschied nun darüber, dass ich allein bleiben werde. Nie wieder werde ich jemanden finden, der zu mir passt und ich möchte das auch nicht mehr. Denn: Ich bin nicht pässlich!

Ich scheiße auf dieses Leben, welches seit meiner Kindheit Krieg mit mir führt. Meinem letzten Glück sei Dank, dass ICH es nicht selbst beenden muss, weil es schon am Ende ist.

25.01.2012 – 00.50

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Nichts

nichtsIch möcht jetzt einfach nichts mehr sein,
weder Staub, noch ein Atom.
Mein Herz verwandelt sich in Stein,
meine Lieb‘ in blanken Hohn.

Wie wär jetzt diese Leichtigkeit,
zu schweben, wie ein Nichts?
Wie wäre es denn ohne Zeit,
als Nichts im Sog des Lichts?

Am Grund des Sees will ich mich finden,
Nahrung für die Fische sein.
Während meine Sinne schwinden,
bin ich hoffentlich allein.

Hoch drob’ am Ast, da will ich baumeln,
Tod in lieblicher Natur.
Noch einmal durch den Lichtschein taumeln,
Alles das! Das möcht ich nur.

Voll Alk und Drogen möcht ich sein,
das Leid in mir nicht mehr erkennen.
Tabletten, Gras und guter Wein
werden mich vom Leben trennen.

Der Tod ist nur ein Neuanfang.
Selbst Asche ist etwas.
Nur wird mir dabei Angst und Bang,
begänn mit mir von neu der Spaß.

Drum bitt ich darum, nichts zu sein,
weder Staub, noch ein Atom.
Taucht meine Seele in Säure ein!
Ja, das wär mein Lohn.

24.01.2012 – 22.40

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Der unechte Diamant

Einst fand ich einen Diamanten. Glänzend und schön. Und plötzlich war ich steinreich. Glücklich.

Jedoch stellte sich dieser “Diamant” einige Wochen später als unecht heraus und ich wurde ärmer als zuvor…

(John T.)

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Begraben. Akt III - Horror

herzblut

So gegen drei Uhr nachts, als meine Gewissheit immer reiner und ich immer unruhiger werden, beginne ich abermals nach Simons Spuren im Internet zu recherchieren und stoße doch tatsächlich auf zwei dbna Profile von ihm. Eines scheint schon länger inaktiv, das Andere hat er erst letzten Abend benutzt. Sehr schnell habe ich auch das Passwort und logge mich ein. Als ich dann in seinen Nachrichten die Verläufe der letzten beiden Tage sehe, wird mir schwarz vor Augen.

Er gibt sich als Single aus und macht massenhaft fremden Typen die heißesten Komplimente, versucht mit ihnen zu daten und gibt fast jedem seine Handynummer. Gegen Mittags, als er angeblich wie immer nach der Arbeit schlief, schlief er gar nicht. Während ich seine Hilfe brauchte und in Günzburg stand, flirtete er mit einem Typen aus Lauingen, verabredete sich für Mittwoch. Jetzt wird mir alles klar. Das Puzzle ist zusammen. Mein Gefühl hatte mich nicht im Stich gelassen. Mein Puls schnellt in schwindelerregende Höhen und meine Nerven machen, was sie wollen.

Nein! Nein! Du Idiot! Du dummer dummer Mensch!” rufe ich laut um kurz nach drei Uhr nachts. Ich schreibe ihm eine SMS, dass er mich nun endgültig verloren hat. Gegen halb vier falle ich erschöpft und missgelaunt ins Bett.

Am nächsten Morgen erhalte ich eine SMS von ihm. Ich solle ihm sofort das geänderte dbna Passwort sagen. Und was ich da zu suchen hätte. Es ist ihm egal, ob er mich verloren hat. Er treffe sich sowieso mit jemand aus Lauingen, der wäre viel näher bei ihm und den könnte er jeden Tag sehen. Meine Sachen schickt er alle zurück.

Arschloch! Man kann es sich vorstellen, und wer mich besser kennt, weiß, dass meine Stimmung nach dieser Nacht, einen Tag vor unserem “Einmonatigen” nicht die Beste ist. Aber ich versuche trotz des tiefen Schmerz Contenance zu bewahren, bleibe tagsüber nüchtern und press mir Abends mal ein paar Böcke. Es macht keinen Spaß mehr, den ganzen Abend nüchtern zu sein.

Abends ein Anruf von Simon. Ich geh ran. “Rufst Du bitte zurück?” fragt er. “In zehn Minuten.” antworte ich. Tausend Gedanken rasen in dieser Zeit durch meinen Kopf, was er mir wohl zu sagen hätte. Aber für den Inhalt des folgenden Gesprächs müsste ich ihn eigentlich bis nach Ägypten watschen.

Nur, dass ich Bescheid wüsste; ich bekäme morgen ein Paket mit den Sachen drin. Schwärmt von seiner neuen Liebe aus Lauingen, den er heute getroffen hat. “Schön für dich Simon. Hast du deswegen angerufen?” “Nein.” “Was laberst du mir dann so nen Scheiß vor? Is dir egal, wies mir dabei geht?” frag ich wütend. “Nein. Wie gehts Dir denn?” “Wie solls mir gehn? Beschissen.” antworte ich. “Ach schau, wir ham vielleicht einfach nicht zusammengepasst. Du findest schon den Richtigen.” sagt er. “Ja klar, das fällt Dir ja früh ein und spielst mir aber bis zuletzt was vor!” halte ich entgegen. “Nein ich hab nicht mit Dir gespielt.” erwidert er. “Verarsch deinen Nächsten bitte, OK?” Dann erzählt er mir noch, dass er jetzt endlich einen gefunden hat, der mit ihm Urlaub in Ägypten machen will. Das ist zuviel. “Ok, Arschloch. Ich wünsch Dir noch nen schönen Abend!” sage ich und leg auf.

Im nächsten Moment fliegt meine Teetasse gegen die Wand und zerspringt in alle Einzelteile. Da hatte ich mir doch wirklich mal wieder so nen “Max” aufgehalst und war blind vor Liebe. Nur gut, dass ich das alles früh genug mitbekam. Nach Monaten oder Jahren tut es mehr weh.

In der nächsten Zeit, möchte ich weder die hier erwähnten Orte, noch irgendwas über Schwaben sehen oder hören. Ich brauche Ablenkung. Nicht nur meine Großmutter wurde in Dillingen begraben. Auch diese besondere, kurze Liebe…

Das Kapitel “Begraben” ist Simon gewidmet.

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Begraben. Akt II - Tragödie

herzgebrochen_1521Freudestrahlend laufe ich ihm entgegen. Er strahlt nicht. “Als hätte ich es gerochen, dass ich Dich unterwegs treffe” begrüße ich ihn. “Kannst deinen Rucksack auf den Rücksitz machen” sagt er und lehnt den Sitz nach vorn. Seltsame Begrüßung nach anderthalb Wochen.

Wir fahren los. Die Frau im Navi führt ihn falsch. Er fährt die halbe Strecke zurück und nach einem 10-minütigen Umweg sind wir auf der richtigen Route. Ich mische mich nicht ein, bleibe still, versuche ihm nicht reinzureden. Ich fühl mich komisch. Er bietet mir zweimal eine seiner letzten Zigaretten an. Während der Fahrt sprechen wir nicht viel. Belangloses. Er zeigt mir den Kindergarten, wo er damals war, während wir vorbeifahren.

Um 16.05 Uhr erreichen wir Gingen bei Heidenheim. Simon parkt in der Tiefgarage. “Fahren wir danach nach Dillingen?” frag ich ihn. “Hm.. ich wollt eigentlich auf Günzburg. Mit der Lea.” “Achso?” frag ich sichtlich pikiert. “Hatten doch ausgemacht, den Rest der Zeit in Dillingen zu verbringen.” “Warst noch nicht am Grab?” fragt er. “Na woher komm ich denn, Maus? Noch nichmal bis dort kam ich.” “Achso, OK. Wo wartest Du?” fragt er. “Ach, ich werd mich in den Läden ums Eck ein wenig umsehn.” “Na OK, ich lass anklingeln, wenn ich fertig bin, wird nicht lange dauern” meint er und geht durch die Praxistür.

Nachdem ich bei KIK ein Parfüm gekauft habe, setz ich mich in das Straßencafe um die Ecke, mit Blick zum Praxiseingang. Erst warte ich ewig auf die Bedienung, ehe ich dann reingeh und auf mich aufmerksam mache. Sie entschuldigt sich, dass sie mich nicht gesehen hatte. Ich bestelle eine Apfelschorle und suche die Toilette auf.

Nach einer geschlagenen Stunde verlasse ich den Tisch und laufe umher. Ich fühle mich seltsam unwohl in der Magengrube. Um viertel nach fünf kommt Simon durch die Praxistür. Er lächelt kurz und zeigt stolz seine freien Oberzähne. Wir fahren nach Dillingen. In Gundelfingen halten wir kurz an einem Blumenladen. Ich kaufe eine weiße und eine rote Rose.

Wir parken bei Netto in Dillingen und laufen zum Friedhof. “Gehn wir anschließend noch wo hin?” frage ich. “Hm.. ich muss um 18.00 Uhr daheim sein.” erwiedert er kühl. “Was? Wir haben aber schon fünf vor. Das fällt Dir ja früh ein. Wieso musst Du denn plötzlich um 18 Uhr daheim sein?” “Ja, meine Oma sagt, ich hab zu wenig geschlafen.” antwortet er knapp. Aha. Mag das glauben, wer mag. “Und wie schaut’s jetzt wegen Morgen auf Donnerstag aus? DU wolltest doch…” Ich muss lernen, geht leider nicht. Wir schreiben nächste Woche in der Berufsschule Probe.” fällt er mir ins Wort. “Aha. OK.”

Das Grab ist relativ schnell gefunden. Simon sucht den Kranz meiner Family. Ich entdecke ihn. Der Namen meines Vaters, Bruders und mir ist darauf in goldenen Lettern gedruckt. Ich lege die weiße Rose auf ein Holztischchen, das mit einem Bild von ihr geschmückt ist. Mir wird immer unwohler. Mich überkommt eine Mischung aus Angst, Simon zu verlieren und die stille Trauer über den Tod meiner Oma, die anderthalb Wochen zuvor noch besuchen wollte. Ich weiß im Moment nicht, welches Gefühl schlimmer für mich ist. Ich möchte ihn so gern, fragen, was los ist; ich schaffe es aber nicht.

“Gehn wir” sage ich. Ich muss Dich aber jetzt nicht extra nach Günzburg fahren, oder?” fragt er. Nein, musst Du nicht.” antworte ich kühl. “Soll ich Dich zum Dillinger Bahnhof fahren?” fragt er weiter. Nein, danke. Ich bleib noch in der Stadt.” erwidere ich abermals kühl, mit einer Brise Enttäuschung in den Augen. “OK. Für wen ist die zweite Rose?” fragt er und sieht zur Rückbank. “Die… ist für Dich.” Ich nehm das Stoffherz mit der Maus drauf aus dem Rucksack und geb es ihm. “Danke” sagt er leise und macht dabei eine seltsame Mimik, die mir tausend Bände erzählte. “Bekomm ich noch n Kuss?” frage ich. Er gewährt. Tief in mir spüre ich, dass es der Letzte war. “Ciao” sag ich und seh ihm noch einmal in seine verführerischen, himmelblauen Augen, ehe ich die Beifahrertür schließe und er ohne eine Geste abfährt. Er dreht sich nicht um.

Grausame Gedanken überkommen mich. Während ich wie ferngesteuert durch Dillingen laufe, schreib ich Simon um 18.11 Uhr eine SMS: >>Ich hab das starke Gefühl, dass Du mir aus dem Weg gehst und mich nur schnell loswerden wolltest. Hatte mir unser Wiedersehn ganz anders vorgestellt. Von Liebe ist da doch nichts mehr. Gestern am Telefon hattest Du noch ganz andere Töne angeschlagen -.- <<

Danach schalte ich beide Handys ab und beschließe ich, meine Nüchternheit zu beenden. Ich komme an der Parkbank vorbei, wo ich als ca. 15jähriger meine erste Zigarette im Mund hatte und gar nicht so wirklich vertrug. Ich schieße zwei Bilder.

Ich muss dringend pissen. In einem griechischen Lokal gehe ich aufs WC. Ich bin so derart verplant, dass ich dort meine Sonnenbrille liegen lasse und nochmal 200 Meter zurück muss. Die beiden Simon-Lieder sind verstummt. Stattdessen tönen schwere, barocke Klassikstücke durch den MP3. Ich werde immer verzweifelter.

Diese Mischung aus einer seltsamen Gewissheit, dass mein Traum vorbei ist und aus den Orten in Dillingen, die Erinnerungen in mir aufflammen lassen, macht mich schier wahnsinnig. Meine Augen werden feucht. Während ich so durch die Stadt laufe, riecht es stellenweise nach Dillingen, nach Heimat, nach Vertrautem. Ich atme es tief ein, weil ich vermutlich zum letzten Mal in dieser Stadt bin.

Ich laufe zu Omas Haus. Der Weg dorthin, die Schützenstraße, ist nicht wieder zuerkennen. Ich verweile einige Minuten vor dem Haus und sehe in den Garten. Der große, alte Kirschbaum ist weg. Ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie Großmutter im Beet bei ihren Gurken steht. Ich gehe zurück, laufe zur Donaustraße, weil ich Marcel versprochen hatte, Bilder von dem Haus zu schießen, indem er damals wohnte. Mit Marcel und seinem Bruder Patrick war ich um 1994/95 dort recht gut befreundet. Wir hatten uns dann vor ein paar Wochen über Facebook wiedergefunden.

Ich laufe wieder zurück, am Lustgarten vorbei, wo Manu damals wohnte. Sein Nachname an den Klingelschildern ist verschwunden. Ich trotte über den Schlossgarten zu dem Cafe, wo Simon, Michi, Alex und ich vorletzten Sonntag noch saßen. Laufe weiter, Richtung Industriegebiet und kaufe mir bei Kaufland vier Bockbier und Brillenputztücher. Ich war eigentlich immer total gegen diese Dinger; aber es ist mir im Moment scheiß egal. Meine Sonnenbrille beschlägt ständig.

Ich mach den Dillinger Bahnhof ausfindig und trink dort ein Bockbier. Danach geh ich in den angrenzenden Getränkemarkt, hol mir noch zwei Salvator und setz mich in den Taxispark. Es ist viertel nach sieben. Ich schalte kurz mein Handy an, um nach SMSen zu sehen. Vier entgangene Anrufe von Simon. Ich habe gerade wirklich nicht den Nerv, mit ihm zu sprechen und schalte wieder ab. Ich trinke noch zwei Bockbier und trotte zum Bahnhof. Ich möchte nicht nach Hause. Ich steig in irgendeinen Zug ein, in der Hoffnung, er würde überall hinfahren, nur nicht nach München. Irgendwann aber stehe ich in Augsburg. Simon schafft es, mich ans Telefon zu bekommen und versucht wieder, meine Gewissheiten zu begraben. “Jetzt halt mich doch nicht ständig für blöd, Simon!” sag ich ihm. Und dass er aufhören soll, mich zu verarschen. “Am Samstag bin ich doch da, dann ham wir mehr Zeit für uns.” Wirklich glauben tat ich nimmer daran.

Irgendwann gegen 23.00 Uhr bin ich in Pasing. Klaus kommt mir am Schlagweg entgegen. Zuhause angekommen sitzt Michi noch bei mir und meint, es wäre besser, ihn ziehen zu lassen. “Der verarscht dich doch nur!” sagt er wiederholt. Ich aber, möchte ihm irgendwie noch glauben…

“Akt III - Horror” folgt noch HEUTE

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Begraben. Akt I - Tragikomödie

Was der Maienregen hat geboren,bahnhofgz
hatt’ in der Junisonne ich verloren.


Dienstag, 7.00 Uhr. Der Wecker geht. Ich stelle ihn auf den Sleeping-Modus. Halb acht. Handy klingelt. Ich dreh mich um und nick nochmal ein, ehe ich um viertel vor acht aufstehe und diesmal keinen Tee, sondern O-Limo trinke. Ich hab nen Brand von dem Liter Rotwein letzte Nacht. Eine Woche war ich abstinent gewesen.

Simon und ich hatten gestern gestritten. Weil er mit einem Zweitprofil bei Romeo weiterhin massenweise Typen anbaggerte und versuchte, mit ihnen zu daten, obwohl wir zuvor noch unsere Profile gelöscht hatten, um vorangegangenen, ähnlichen Vorfällen vorzubeugen.
Ich hatte immer wieder meine gewissen Tricks, um seinen Spuren im Internet auf die Schliche zu kommen. “Du bist ja besser als die Stasi” titelte Heiko in Skype. Ja ich bin gut darin. Ich erfahre fast immer, wenn man mich verarscht. Das ist den Meisten nur nicht bewusst und sie glauben, selbst dann mich weiter verarschen zu können, wenn ich ihnen sage, dass ich weitere Aktionen zu 100% erfahre.

Ich war an diesem Montag soweit, dass ich Schluss machen wollte, es aber nicht konnte. Zum einen, weil er mir was vor heulte, mit Selbstmord drohte und zum Anderen, weil ich immer noch so ungeheure Liebe für ihn verspürte. “Ich fahr mit meinem Auto gegen einen Baum! … Mein Leben ist sinnlos ohne Dich! … Bitte schlag mich, aber verlass mich nicht! … Wenn Du eine Träne wärst, würde ich nie wieder weinen, nur um Dich nicht zu verlieren!…” Solche Dinge schrieb er in Skype. Ich war um den Finger gewickelt und versprach, auf seine zögerliche Frage, ob wir uns denn morgen in Dillingen sehen, dass wir uns sehen. Trotz, dass ich beide Handy abschaltete, bekam er mich dazu, dass wir telefonieren. Die Beerdigung meiner an Fronleichnam verstorbenen Oma stand für Dienstag an und wir wollten uns danach sowieso in Dillingen treffen. Er versprach sogar von Mittwoch auf Donnerstag zu kommen, um mir zu beweisen, dass er nur mich sehen will. Ich ließ mich gern auf diesen Vorschlag ein. Er versprach, nie wieder nach anderen Typen zu suchen und ich löschte das Profil. Er sprach plötzlich von “Heirat” und Zusammenziehen. Es ist naiv, nach vier Wochen über so etwas zu sprechen, aber ich fand es irgendwie süß. Er bat mir an, mich in Günzburg abzuholen und nach Dillingen zu fahren, wenn ich um 11.15 ankomme.

Ich versuche krampfhaft, meine gestern neu gekauften Klamotten trocken zu bekommen. Eine schwarze Dreiviertelhose mit Seitentaschen und ein schwarzes Nadelstreifenhemd. Ich packe Dinge in den Rucksack, die ich bei mir haben muss. Digicam, Batterien, vier 0,33l Flaschen “Wellnessgesöff”, das Buch “Asshole”, das mir Regine geliehen hatte, die Packung Tranxilium für “Notfälle”, meinen Schlüsselbund und das Stoffherz mit der Maus drauf, welches ich vergangenes Wochenende für Simon gekauft hatte.Keinen Alkohol. Ich bleibe bis auf gestern Abend nüchtern.

Gegen 9.00 Uhr bekomme ich wieder mal eine Art “Torschlusspanik”. In 40 Minuten geht mein Zug. Ich bin kopftechnisch noch nicht soweit. Ich beschließe, den Zug um 10.40 uhr zu nehmen und teile es Simon per SMS mit.

Kurz vor zehn gehe ich zum Bus. Er fährt mir vor der Nase weg. Wenn ich den nächsten nehme, hab ich in Pasing nur noch sechs Minuten um ein Ticket zu kaufen und zum Gleis zu jumpen. Die Sonne brennt sehr heiß vom Himmel. Ich beginne, heftig zu schwitzen. Der Bus kommt, und ich sehe während der Fahrt immer wieder nervös auf die Uhr.
Am Pasinger Bahnhof angekommen, renne ich durch die Halle zum Ticketautomaten. Verdammte Scheiße, ich check einfach nicht, wie man hier ein Bayernticket raus lässt. Selbst ein Afroamerikaner und ein Pärchen, welche ich bitte, mir zu helfen, kommen nicht weiter als ich. Ich sehe nervös auf die Uhr. 10.38. Ich renne zum Infobüro und bitte einen Bahnangestellten, mir zu helfen. In Sekundenschnelle druckt er mir das Ticket und ich eile außer Atem zum Gleis 9. Die Türen des Zugs schließen im selben Augenblick, während ich in das Abteil stürme. Ein Gurt meines Rucksacks verfängt sich in der Türe. Reisende helfen mir, die Tür aufzuhalten.

Ich finde einen netten Platz mit Tischchen am Fenster und einer herrlichen Aussicht. Im MP3 Player laufen zwei Lieder, die mich an Simon erinnern. Trotz des traurigen Anlasses für die Fahrt nach Dillingen, freute ich mich, Simon nach anderthalb Wochen wieder zu sehen.

Kaum sind wir kurz vor Augsburg, ertönt eine Stimme aus dem Lautsprecher: “Sehr geehrte Fahrgäste, aufgrund eines Personenschadens (Bahnler-Jargon für Suizid) hält dieser Zug in Augsburg. Schienenersatzverkehr steht vor dem Bahnhofsplatz bereit. Ab Gesserstshausen haben sie den Anschlusszug nach Günzburg. “Das darf doch nich wahr sein!” raune ich vor mich hin. “Ne, oder?” sagt eine Frau hinter mir entnervt. Die Abteile werden unruhig.

Der Augsburger Bahnhof hat sich sehr verändert. Marmorsäulen schmücken die kleine Eingangshalle. Aber der Geschäftsbetrieb ist verstummt. Nur noch einen Yormas gibt es dort. Der Zeitschriftenladen, wo ich damals immer meine Raveline kaufte, existiert nicht mehr. Die Schalter sind weg. Ich war lange nicht mehr hier. Sicher acht oder neun Jahre. Während ich über den Bahnhofsplatz laufe, kommen Erinnerungen von 1997/98 als ich mich oft dort aufhielt.

An der Hauptstraße stehen zwei Busse. >>Schienenersatzverkehr Gessertshausen<<  leuchtet auf der Anzeige in oranger Schrift. Ich steige in den vorderen Bus ein, weil ich vermute, dass dieser sein Ziel eventuell eher erreicht, als der Hintere.

Die Fahrt führt vorbei am Königsplatz, durch den Ort und es vergehen ca. 15 Minuten, bis wir aus Augsburg raus sind. Ich öffne das Fenster. Ach wie schön, wir fahren über Neusäß, wo ich 1998 einst fürstlich residierte. Erinnerungen kommen hoch. Kurz hält der Bus vor der Arztpraxis, wo sich damals auch ein Drama abspielte. Dann kommen wir an der Parkstraße vorbei. Ich blicke hoch, zur Penthouse Wohnung. Wieder Erinnerungen. Kurz denke ich an Johannes. Die Reise entwickelt sich zu einem Rückblick auf mein Leben. Und überhaupt, seit ich Simon kenne, war ich an mehr Orten meiner Vergangenheit, als die letzten 10 Jahre davor.

Kaff für Kaff durchfährt der Bus. Die Örtchen und Landschaften sind schön anzusehn, doch der ständige Blick auf die Uhr bereitet mir Unwohlsein. Um 12.15 Uhr sollte ich in Günzburg ankommen und hoffen, dass mich Simon oder mein Bruder/Vater abholt. Sonst komme ich erst um halb zwei in Dillingen an. Die Beerdigung beginnt um 13.00 Uhr.

Noch ehe es am Dorfkirchturm zwölf schlägt, erreicht der Bummelzug Gessertshausen, aber keiner kann den ersehnten Anschlusszug sehen. Die Menschen murmeln. Zwei Herren von der Bahn kommen hinzu. “Dr nägschde Zuag nach Günzburg kommt abr erscht um 12.42 Uhr” Das Gemurmel der Leute wird unruhiger. Ich brülle dazwischen: “Das is jetzt ‘n schlechter Scherz, oder?” “Noi, des isch koi Scherz!” erwidert der Beamte. Wutentbrannt laufe ich vom Bahnsteig, suche eine Toilette. Meine Blase drückt. Ich hab bisher sicher schon anderthalb Liter Wasser getrunken. Keine Toilette. “Keine Toilette an diesem scheiß Bahnhof! Ich kann hier nicht mal pissen! Kein Anschlusszug! Was soll ich eine Stunde lang in diesem scheiß Kaff?!” brülle ich wütend. “Keine Beerdigung!” Aus dem Blickwinkel fällt mir auf, dass mich fast alle ansehen. Es ist mir gleichgültig. Zwei Damen um die 60 lächeln mich bemitleidend an. “Recht hadr scho!” höre ich die eine noch sagen. Welch eine Lobeshymne für meine Fäkaliensprache.

Ich laufe runter zum Ort und suche irgend eine Örtlichkeit, wo ich pissen kann. Bauernhof grenzt an Bauernhof. Schließlich finde ich eine Tankstelle, wo man mich pissen lässt. Ich bedanke mich und laufe einigermaßen erleichtert zum Bahnhof zurück. Auf dem Hinweisschild steht: >>Einige Minuten später<< Wütend schüttel ich den Kopf. “Scheiß Deutsche Drecksbahn!” grolle ich vor mich hin und bemerke, wie mich wieder all die Leute anstarren, die zuvor schon meinen Wutausbruch erlebten. Ich stecke völlig nüchtern in diesem Albtraum. Mich interessiert es aber seltsamerweise nicht im Geringsten, was die Leute von mir denken. Ich fühle mich trotz aller misslichen Umstände irgendwie frei und gelöst. Ich fühle mich wütend und wohl. Ich genieße den Sommer und atme ihn tief ein.

Gegen 13.00 Uhr fährt endlich der Zug ein und verspricht, in 20 Minuten in Günzburg zu sein. Super. Beerdigung beginnt bereits. In Günzburg angekommen, muss ich feststellen, dass der Anschlusszug nach Dillingen vor ein paar Minuten abgefahren ist. Der nächste käme um 14.04 Uhr. Ich telefoniere mit Dad. Ich sage ihm, dass ich die größte Lust hätte, wieder umzukehren. Vater meint, sei halt scheiße gelaufen, ich könne ja zurückfahren. Nein! Jetzt erst recht! Aufgeben? Nein! Immerhin kann ich Simon sehen und mit ihm das Grab meiner Großmutter besuchen.

Ich laufe vom Bahnhof und suche eine Straße Richtung Dillingen. Baustellen und Umleitungen führen mich durch die halbe Kreisstadt, ehe ich gegen 13.40 endlich an einer Straße stehe und versuche, zu trampen. Nach erfolglosen 15 Minuten gebe ich auf und laufe schnellsten Wegen zum Bahnhof zurück. Die Zeit wird knapp, ich renne, laufe in den Bahnhof ein. 14.05 Uhr. Zwei ältere Damen erklären mir, dass der Zug “abgefahren” sei. Fassungslos stehe ich da und versuche zu begreifen, warum heute auch alles schief läuft.

Abermals laufe ich Richtung Ortsausgang zum Trampen. Unterwegs kaufe ich bei Netto drei Fläschchen von diesem Wellnessdrink, nach dem ich seit einer Woche so süchtig bin und die zweite Schachtel Zigaretten. An der Kasse gibt die Kassiererin 10,00 Euro zu wenig raus. Leicht verwirrt bemerke ich es zum Glück und sie entschuldigt sich mehrmals. Ich laufe zur B16 und halte den Daumen raus. LKW’s, LKW’s, Bonzen. Keine Sau hält. Zwei junge Fotzen winken jeweils schadenfroh aus dem Beifahrerfenster, welches ich mit meinem Mittelfinger beantwortete. Gegen 14.45 schreibe ich Simon eine SMS. >>Stehe immer noch in GZ. Versuchs nun mit Trampen.<< Keine Antwort. Nach ca. 30 Minuten in prallen 33° C, in schwarzen, schweißgebadeten Klamotten, hält ein ca. 35jähriger, recht cooler Typ, mit Kinnbärtchen. Er lässt mich an der B16 raus, ehe er nach Stotzingen abbiegt.

Ich stehe oberhalb einer Kuhweide vor einem Lichtpfeiler. Während ich so dastehe und versuche zu trampen, fangen die  Kühe 8 Meter neben mir zu brunzen und zu scheißen an. Herrlich! So hatte ich mir diesen Dienstag vorgestellt! Bei 44°C in der Sonne den Rindviechern beim Ausscheiden ihrer Exkremente zusehen. Aber nicht genug. Sie fangen auch noch an, sich die Pisse und Scheiße von den Ärschen zu lecken. Mir wird schlecht. Im rettenden Moment hält ein Typ in meinem Alter, oder ein paar Jahre älter. Er fährt nach Gundelfingen. Passt. 15.21 Uhr. Ich schreib Simon eine SMS: >>Bin gleich in Gundelfingen.<< Keine Antwort. Vielleicht sitzt er schon im Auto, auf dem Weg zum Kieferorthopäden.Er hat dort um 16 Uhr einen Termin; bekommt seine obere Spange raus.

Gegen halb vier kommen wir im Ort an. Ich vermute, dass Simon die Initialen SL an seinem Peugeot hat und halte Ausschau. Theoretisch könnte er mir entgegenkommen. Und prompt kommt er mir entgegen. Mit den Initialen SL . “Hey!” rufe ich und winke ihm zu. Er bemerkt mich, bremst ab und hält in einer Seitenstraße. Ich laufe auf ihn zu und er macht eine fordernde Armbewegung; was soviel hieß, ich solle mich beeilen, er habe es eilig.

Akt II - “Tragödie” folgt soon

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Gedanken

Manchmal
schicke ich meine Gedanken
auf eine Reise.
Ich sage ihnen
sie sollen ganz weit
weg von Dir sein.
Aber jedesmal
wenn sie behaupten am Ziel zu sein,
seh ich nur Dich.

Manchmal
lege ich meine Gedanken
in schwere Ketten.
Ich sage ihnen
sie sollen hier bei mir
weg von Dir sein.
Aber jedesmal
schaffen sie es, sich zu befrei’n
und eilen zu Dir.

Warum
wollen sie nur nicht verstehn,
dass es besser gewesen wär,
Dich niemals zu sehn…

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Von Roten Rosen.

blutrose0021Von Roten Rosen.

Man erzählt, eine Liebe, die mit einer Rose beginnt, hält ewig.
Deswegen war es kein Wunder, das die unsere so schnell verging.
Jede Rose hält länger.

Von Roten Rosen will ich erzählen!
Du warst so eine.
Wunderschön, gut duftend und ich liebte dich auch mit Deinen Dornen.
Ab und zu ließt du mich bluten.
Aber mit jedem Moment ließt du mich auch hoffen.

Doch Du Rote Rose.
Wieso kannst du nicht verstehen.
Dass ich es bin, der sich so sehr nach dir sehnte.

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The Party is over

The Party is over

I lost you in the morning
When the snow felt in our world
I lost you in the cold
Between these shades of our illusions
I found an empire of love and pain
Within this kiss - this kiss goodbye
For I will never
Forget your face
Behind the window
Of this parting train

I asked the moon
To bring you back into my arms
I called the win to guide your way
I begged the earth to hold you tight
Keep you from harm
I send you kisses in my dreams
For I know
We had our time
I close the door
The party is over

Imposing our love
Through all the years we have to face
Now I am on my own
Passing through these fields of memories
All these visions of my temple dream
I sacrifice my everything
For I will never
Forget your face
Behind the window
Of this parting train

I asked the moon
To bring you back into my arms
I called the win to guide your way
I begged the earth to hold you tight
Keep you from harm
I send you kisses in my dreams
For I know
We had our time
I close the door
The party is over

by Lacrimosa - Das ist nur für Dich, und ich wünschte, es stammte aus meiner Feder…

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Ich verlasse heut Dein Herz

Ich Verlasse Heut’ Dein Herz

Verlasse Deine Nähe
Die Zuflucht Deiner Arme
Die Wärme Deiner Haut
Wie Kinder waren wir
Spieler - Nacht fur Nacht
Dem Spiegel treu ergeben
So tanzten wir bis in den Tag

Ich verlasse heut’ Dein Herz
Verlasse Deine Liebe

Ich verlasse Deine Tränen
Verlasse was ich hab’
Ich anbefehle heut Dein Herz
Dem Leben - der Freiheit
Und der Liebe
So bin ich ruhig -
Da ich Dich liebe!

Im Stillen
Lass ich ab von Dir
Der letzte Kuss - im Geist verweht
Was Du denkst bleibst Du mir schuldig
Was ich fühle das verdanke ich Dir
Ich danke Dir für all die Liebe
Ich danke Dir in Ewigkeit

Ich verlasse heut’ Dein Herz
Verlasse Deine Liebe
Ich verlasse Dein Herz
Dein Leben - Deine Küsse
Deine Wärme - Deine Nähe -
Deine Zärtlichkeit

by Lacrimosa

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Hausverbot

Nach einer Nacht mit heftigsten Albträumen, mehrmaligem Aufwachen und Angstzuständen führt dieser Tag nichts Gutes im Schilde. Wie immer koche ich meinen Tee auf, räume etwas auf und langweile mich am PC. Meine Stimmung ist alles andere als gut, aber ich versuche, das Beste draus zu machen. Die Albträume der letzten Nacht hängen mir immer noch nach. Mein Exfreund, der sich in einen “Erzengel Michael” verliebt und ihm eine Herzengirlande malt, die blutende, nach Luft gurgelnde Bettelfrau am Bushäuschen, wie ich im Gefängnis von Wärtern traktiert werde, weil ich jemanden ermordet habe und den Rest weiß ich jetzt (18.40) nicht mehr genau…

Gegen 16.30 Uhr, nach einem wieder mal unnötigen Skype-Wortgefecht zwischen meinem Ex und mir sage ich den Termin bei meinem Psychoanalytiker telefonisch ab. Zum Glück muss ich nur auf den AB sprechen. Ich kann da nicht hin. Ich fühle mich schlecht und minderwertig. Gegen 17.00 Uhr zieh ich mir was über, vermumme mich so, dass mich keiner erkennt und bring mein Leergut zu Tengelmannn. Ich hab eine innere Wut und Traurigkeit in mir, die man kaum beschreiben kann. Und ich hab das dumpfe Gefühl, dass mir heute noch jemand begegnet, der mich provoziert.

Während ich meine zwei Taschen mit Pfandflaschen in den Automat stecke, bemerke ich im Augenwinkel, dass ein Mann zwei Meter hinter mir steht und wartet. Das nervt mich. Hinter ihm steht dann noch ein Frau. Die beiden unterhalten sich, aber ich verstehe es nicht, weil meine Musik im MP3 Player läuft. Die leeren Tüten lege ich wie immer neben den Automaten. Plötzlich verstehe ich immer deutlicher, dass der Mann, mitte 50, mich anspricht. “Ja, werns wohl ihre Tüten wieder mitnehmen?!” raunzt er in ernstem Ton. “Einen Scheiß mach ich!” raune ich zurück und nehm einen Ohrstöpsel raus. “Ja wo komma denn do hie, wenn a jeder sein Müll do lässt! Sie nehma des jetzt mit, sonst ruf i die Geschäftsleitung!” provoziert er weiter. Filmriss. Ich laufe auf den Mann zu und schubse ihn. “Hast Du den ganzen Tag nichts anderes zu tun, Du Arschloch?!” schreie ich ihn an. “Musst Du mich bis aufs Blut nerven ja?” schreie ich weiter. “Hilfe, Hilfe!” ruft der Mann. Ich schreie ihn weiter an. Während er versucht, mich anzugreifen, schubse ich ihn nochmal kräftig; er fällt zu Boden. Kurz muss ich an die Bettelfrau denken, wie sie nach Leben gurgelt und das Blut spritzt. Fassungslosigkeit in den Gesichtern der Kunden. Bedienstete des Ladens kommen herbeigeeilt. Die Geschäftsführerin brüllt mich an: “Sie bleim jetzt do, ich ruf die Polizei! Sie ham ab sofort Hausverbot!” Zwei Türken mitte 20 halten mich fest. Der Mann will nochmals auf mich zulaufen, während ich mich aus der Gefangenschaft der beiden Türken befreie. Einem verpasse ich einen kräftigen Faustschlag ins Gesicht. Er fällt gegen die Kühltruhe. Blut. Dann beginne ich unter Panik Konservendosen nach dem anderen zu werfen. “Keiner kommt mir zu nahe, oder es passiert was ganz schreckliches, das schwör ich euch!” schreie ich die Leute an, die sich in der kurzen Zeit um das Geschehen versammelt haben. Ich nehme meinen Rucksack vom Boden und renne aus dem Laden. Keiner folgt mir. Ich laufe richtung REWE und sehe die Polizei mit Blaulicht richtung Tengelmann fahren. Ich habe Panik.

Aber ich setze meinen Einkauf fort. Zwei Bockbier und eine Schachtel Zigaretten nehme ich mir mit und laufe weiter zu Netto. Warum musste das geschehen?
Die “Diebin” sitzt an der Kasse und fragt, was mit mir los ist. “Nix, es geht nur momentan alles drunter und drüber..” antworte ich und möchte so schnell wie nur möglich aus dem Laden. Ich laufe den dunklen Weg nach Hause. An den Blöcken riecht es nach angebranntem Fleisch. Ich muss kotzen. Ich kotze, bis ich das Gefühl habe, mein Magen kommt raus, weil nichts außer Flüssigkeit drin ist.
Anschließend sitze ich auf meiner Bank im Park, trinke ein Bier und denke darüber nach, was geschehen ist. Früher war das meine Bank zum Nachdenken. Nun steht sie unter Wasser…

unterschrift

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Gigolos und die ach so armen reichen Frauen

Wieder mal ein Thema, welches mich so dermaßen aufregt, dass ich dazu unbedingt mal Luft ablassen muss. Da wird jetzt der Fall “Klatten” in den Medien rauf und runtergekotzt (ist ja in der heutigen Zeit nichts Neues) und als ob das noch nicht genügt, bringt das “Zuscheiß-Fernsehen” auch noch all die anderen “armen, weiblichen Seelen”, die im Urlaub auf einen Flirt reingefallen sind. (Auch nix Neues in den heutigen Medien)

WACHT DOCH MAL AUF!

Ist bisher EINE Frau vor Gericht gelandet, weil sie sich an nen reichen Mann geworfen hat? Ich könnte auf Anhieb mind. zehn Frauen aus der “Promiszene” nennen, die sich mal ganz lapidar ausgedrückt, “hochgevögelt” haben und den Typen irgendwann verließen. Ich lass es aber aus rechtlichen Gründen, diese Namen zu nennen.

Es scheint doch in der Moral unserer Gesellschaft schon ganz normal zu sein, dass die Frau mit der Kreditkarte des Mannes shoppen geht und nach der Scheidung auch noch ne fette Abfindung bekommt. Der Mann blutet immer (meistens jedenfalls), wenn die Frau nimmer will. Ich finde das so dermaßen ungerecht, weil jeder Mensch für sich selbst sorgen muss. Und das vorallem, wenn man sich trennt. So ist die Ausbeutung der Männer seit Jahrzenten und Jahrhunderten Kultur - und die arme Frau Klatten eine geschröpfte Milliardärin. Schließlich trägt sie Mitschuld. Sie hat sich auf den Firt eingelassen und einmal freiwillig 7 Millionen rausgerückt. Wie kann man nur so blöd sein?

Helg Skabi war jedenfalls auch ganz schön dumm. Hätte er sich mit den 7 Millionen zufriedengegeben, bräuchte er sich nun keine reiche Tante mehr suchen und auch nicht im Knast sitzen. Aber die Gier macht bekanntlich alles kaputt - man beachte die Banken, die sich in ihrer grenzenlosen Gier verspekuliert haben.

Es wird Zeit, dass auch Frauen, die sich (immer noch legal) das Vermögen des Partners krallen, genauso gleichberechtigt vor der Justiz behandelt werden. Denn: Es gibt mehr “Gigolinas” als Gigolos!

Und PS.: Ich spreche hier nicht von den normalen Hausfrauen, die einen Unterhalt für ihre Kinder einfordern, selbst was auf der Kante haben und auch selbst ihr Geld verdienen. Meine Mutter hat auch gearbeitet, mit zwei kleinen Kindern!!!

In diesem Sinne,

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