Neujahr

Contrapunctus01Pünktlich zu Neujahr,
Da ist sie schon.
Die süße Gefahr
Der Depression.

Endlos Schnee
Und bitterkalt.
Magenweh
Und Darminhalt.

Isolation.
Nikotin.
Emotion.
Medizin.

Resignieren.
Reinhauen.
Rauskotzen.
Runterkommen.

Stille.

03.01.2017 - 22.10

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Alle Jahre wieder

241213-001Alle Jahre wieder,
Kommt der warme Wind,
Blüht der weiße Flieder.
Ein Frühlingstraum beginnt.

Alle Jahre wieder
Blühen die Dezemberrosen,
Ertönen alte Weihnachtslieder,
Wenn draußen wilde Stürme tosen.

Alle Jahre wieder,
Kommt das Frühlingskind
Auf die Erde nieder,
Wo der Schnee zerrinnt.

(23.12.2014 - 12.50)

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Kindheit, Jugend, Herbst und Winter

5vor121Ein Frühling voller Kindheitstage
Kühl, verregnet, grauenvoll.
Kindheit war die reinste Plage
Ein Frühling in H-Moll.

Der Sommer wollte besser sein
Die Jugend in C-Dur.
Liebe, Sex und roten Wein
Lebenslust und Freude pur.

Eines Tags bemerkte ich:
Mein Sommer wird zu heiß.
Und als er just dem Winter glich
Lag ich tot in kaltem Schweiß.

Viele Blätter sind gefallen
Sommerfarben sind verblichen.
Mein Herbst zeigt seine Krallen
Die Jugend ist verstrichen.

Auf die viel zu heißen Sommertage
Folgt ein Herbst der Ewigkeit.
Ich weiß nicht, ob ich ihn ertrage.
Es hat auch schon geschneit…

Der Winter steht vor meiner Tür.
Er wird kurz und heftig sein.
Jede Flocke, die ich spür
Bringt mir Schmerz und Pein.

Ich wünschte ein paar Sommerstunden
Inmitten des Novemberblues
Etwas Heil für meine Wunden
Vom Sommer nur ein kleiner Gruß.

Stattdessen wart ich weiter
Auf die dunkle Winterzeit.
Aus meinen Wunden quillt der Eiter
Zum Sterben bin ich nicht bereit.

18.02.2014 – 17.14

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Genug

GenugIch habe genug.

Genug von Dummheit,
Von Unehrlichkeit und Lügen;
Genug von Intrigen und Hass.

Ich habe genug.

Genug von Einsamkeit,
Von egoistischem Wohlwollen;
Genug von menschlicher Gier.

Ich habe genug.

Genug von kalten Tagen,
Von Trübheit und Novemberblues;
Genug vom Wetter.

Ich habe genug.

Genug von jedem Tag,
Von jeder Woche;
Ich habe genug vom Leben.

14.01.2014 – 20.58

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Narben alter Sommertage

211013-003Aus dem Sommergrün entstiegen,
Golden, rotes Herbstgewand.
Wird bald auf der Erde liegen,
Überall im ganzen Land.

Heut noch, darf ich sie genießen,
Letzte, warme Sonnenstunden.
Nah dem Sommer, milde Brisen;
Bald ist dieses Bild verschwunden.

Eh des Winters eisig Klauen
Rauben all die letzten Farben;
Hier am Wald und in den Auen
Seh ich schon die ersten Narben.

Narben alter Sommertage,
Deren Stunden schon gezählt,
Als während der Regentage
Deutschland seinen Kanzler wählt.

Bleib noch, schwaches Sommerbild;
Lass Dich noch nicht besiegen!
Schon eh das Wintergrauen brüllt,
Bringt der Herbst Dich zum erliegen.

21.10.2013 – 16.30

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Ewiger Winter

WinterTäglich wieder fällt der Schnee,
Aus dem kalten Äther.
Der Lenz von Nord- bis Bodensee,
Kommt dies‘ Jahr etwas später.

Schon von spät Oktober an
Begann das weiße Treiben,
Um im März dann irgendwann
Bis in den Mai zu bleiben.

Das Osterfest ist nimmer weit,
Der Krokus möchte blühen.
Jedoch der Winter lässt sich Zeit;
Er schafft Tristesse und Mühen.

Sag mir, wo der Frühling weilt!
Blumenduft im warmen Wind!
Warmer Wind, der Wunden heilt!
Wo bist Du, Sommers Kind?

23.03.2013 – 15.34


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Winternachtsliebe

schneeherzIn tief verschneiter Winternacht
War’s um mich geschehn.
Du hast mein Herz verrückt gemacht;
Ich lass Dich nimmer gehn.

Der Glanz in deinen Augen sprach
Aus vielen tausend Bänden.
Und auf dem Weg zum Schlafgemach
Nahmst Du mich an den Händen.

Es folgten Küsse, noch süßer als Wein,
Bis zu den Morgenstunden.
Eh wir erwachten, im Kerzenschein,
Hab ich Dein Herz gefunden.

Eng umschlungen und vereint
Begrüßten wir den Morgen.
Eine Sonne in mir scheint,
Ich fühle mich geborgen.

Komm wieder, wenn Du Sehnsucht spürst,
Nach diesen traumhaft Stunden.
Ich lieb’ es, wenn Du mich verführst,
Deine Liebe zu erkunden.

11.02.2013-19.30

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Im frühen Februar

DjuvecEs fiel im frühen Februar
Der neue, kalte Schnee.
Mit ihm kamst Du;
Ein Traum ward wahr;
Das Grauen war passé.

Die Tage mit Dir waren
Unwahrscheinlich schön.
Ich hab durch Dich erfahren,
Alte Wunden gehn,
Auch nach vielen Jahren.

Mein Traum von Dir entsteht
Erstmals seit ein paar Tagen.
Und wenn die letzte Skepsis geht,
Dann sollten wir es wagen

Den Frühling zu begrüßen
Und ja zur Liebe sagen,
Den Sommer zu versüßen
Verantwortung zu tragen.

Ich möcht‘ Dich nicht mehr missen,
Nachdem was ich erlebt,
Erlebe mein Gewissen,
Wie’s nach Leben strebt.

09.02.2013 - 01.55

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Winterwunderland

EWinterwunderlands flockt seit schon zwei Tagen,
Leis und grob der Schnee.
Weder Jammern noch das Klagen
Von der Alb bis an die Spree,
Macht den Winterblues passé.

Es hat sein Gutes, dieses Treiben,
Jeder Lärm wird reduziert.
Und an den kalten Fensterscheiben
Mir mein Atem rasch gefriert.

Ich lass den Hass, ich geh hinaus
In meinem wärmsten Gewand
Und mache dort das Beste draus,
Im Winterwunderland.

17.01.2013 – 23.28

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Novemberblues

NovembernachtIn meinem dunklen Kämmerlein
Schweig ich mit den Wänden.
Freudlos und allein
Mit leeren, schweren Händen,
Händen schwer wie Stein,
Möcht ich mein Werk vollenden,
Doch es soll nicht sein.

Draußen ächzt ein kalter Wind
Durch die toten Gassen.
Krähen um die Tausend sind
Auf Bäumen und Terrassen;
Kummervoll ihr Schrei erklingt,
So traurig und verlassen.

In ihm hör ich Novemberblues,
Der schwarzen Vögel Schrei,
Des Winters erster Gruß,
Die Elends-Litanei.

07. November 2012

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Maientage

Reh BlumenauIch sehe bunte Blumen sprießen,
Täglich seh ich noch mehr Grün.
Stetig höher unsre Wiesen,
Birken werfen, Kirschen blühn.

Sommerhitze, Kälteplage,
Donner, Hagel, Schnee.
Jeden, dieser Maientage
Als ganzes Jahr ich seh.

Rehe springen scheu durchs Korn,
Maienkäfer fliegen.
Der Sommer beginnt erneut von vorn,
Um bald dem Winter zu erliegen.

Auch das Kleingetier wird munter,
Gräbt und spinnt und fliegt.
Die Natur wird zuseh‘nds bunter,
Kälte verweht, die Wärme siegt.

Ich wünscht vorbei das ewig Grau,
Die Kälte und den Regen.
Wünsch mir Maientage himmelblau!
Ach, es wär ein Segen!

14.05.2012 – 18.10

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Und dann kam der Winter

flieder_im_schneeFrühlingstage im Februar
Bis weit in den März hinein.
Wo eben noch der Winter war,
Strahlte nun der Sonnenschein.

Als der letzte Schnee zerrann
Und sammelte sich in Seen
Zog der Lenz mich in den Bann;
Er sollt nie mehr vergehn!

Und dann kam der Winter
Eisern in den April zurück.
Mit Schneefall und dahinter
Ward es still und fern das Glück.

Ich schalte Licht und Heizung an.
Selbst mein Kater möcht nicht raus.
Die Zeitumstellung war vertan.
Das Osterfest, es ist ein Graus!

08. April 2012 - 16.00

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Im Märzen…

FrühlingHimmel strahlend blau,
Warmer Wind aus Ost.
Wenn ich in die Ferne schau,
Vergess ich altes Wintergrau,
Genieß des Frühlings Kost.

Bienen summen, Blümchen blühn,
Über Friedrich‘s Hafen.
Auf den Äckern erstes Grün,
Möcht nie wieder schlafen.

Genieß den letzten Tag
In diesem warmen Ort.
Den Winter ich nun frag:
Bleibst Du für immer fort?

Wünsch mir bunte Blüten,
Himmelblau für immer.
Nimmer diese müden
Winter-Doppelzimmer!

Frühling, bleib, mach hin,
Es dauert nicht mehr lange!
Gebäre den Gewinn
Des Sommers tagelange
Träume, die ich spinn.

16.03.2012 – 16.00/03.15

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Frühling 2012

240212-1605Nach Wochen eis‘ger Nächte
Kommt ein Frühlingstag daher.
Es scheint, als dass er brächte
Die Winterplag nie mehr.

Lauer, warmer Frühlingswind,
Scheinbar einem Märzen gleich,
Seelig meinen Geist beschwingt
Und Hoffnung bringt zugleich,
Frühling 2012
Für ein paar gute Stunden.
Winters Antlitz werde bleich!
Lass meine Seel gesunden!
Bald hab ichs überwunden.

Die ersten Sonnenstrahlen
Taun den letzten Schnee hinfort
Frühling 2012In fließenden Rinnsalen
Sucht das Wasser seinen Ort.

Sammelt sich im Wiesengrund,
Bildet große Seen.
Wird immer mehr von Stund zu Stund,
Kaum ein Weg ist zu begehn.

Vögel hüpfen singend
Frühling 2012Frei von Strauch zu Baum,
Nach frischem Futter ringend.
Ach, es ist ein Traum!

Geh noch nicht hinfort,
Du herrlich, guter Tag.
Zeig mir diesen Ort,
Wo ich dich wohl finden mag

Wenn Du bald verblasst,
den Winter noch mal lässt.
Der Winter ist verhasst
bei mir wie einst die Pest!

24.02.2012 – 15.30/18.50

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Geistiger Tod

kill meDas Jahr 2012 begann beschissen. Wobei ich unsere gemeinsame Silvesterfeier noch zum letzten Jahr zähle. Es war trotz einiger widerer Umstände ein sehr gutes Jahr 2011. Und Anfang Januar kamen schon die ersten Katastrophen. Die Wirtschaftskrise traf auch mich. Keine Aufträge mehr, überhöhte Preise, mein Graskonsum stieg schon seit einem Jahr bis ins Unermessliche. Dazu die vertrackte Lage mit René, dem ich durch mein Geständnis, dass es mit uns nicht klappen werde, nicht weh tun wollte. Ich hatte schon im letzten Jahr das böse Omen, dass 2012 das Jahr der Trennungen sein wird. Und René sollte nicht die einzige Trennung sein.

Auch Elke, jene Frau, die ich im Mai letzten Jahres kennen gelernt hatte und die mir das Jahr über viel Kraft gab, entfernte sich zum Ende des Jahres immer mehr von mir. Alles begann, als sie am 3. Advent zu Besuch kam und ebenso schnell wieder verschwand, weil eine Graswolke in der Wohnung stand, die sie nicht vertrug. Nach diesem Katastrophenabend war alles nicht mehr wie vorher zwischen uns. Danach kamen von ihrer Seite überwiegend nur noch Vorwürfe und Ablehnung auf mich ein gehagelt. Sie wollte weder mehr hören, noch lesen, wie schlecht es mir ständig ginge und über meinen neuen Freund wollte sie am besten so wenig wie möglich erfahren. Mein Facebook-Posting über die Bettelkinder (Sternsinger) beendete schließlich unsere „Freundschaft“, da sie darin ihren 14-jährigen Sohn, der selbst mal Sternsinger war, beleidigt sah. Obwohl ich nie wusste, dass er das mal war. Es interessierte mich in diesem Moment auch wenig, da ich diesen Post jedes Jahr zu „Hl. Drei Könige“ ablasse. Alle Geduld und Verständnis, die sie jemals für mich empfand, warf sie einfach über Bord und sortierte mich aus ihrem heilen Leben aus, in dem sie mich erst so offenherzig empfangen hatte. Sie hatte ihre Gründe nun zusammen um mich zu kicken. Nur für was wollte sie mich als Freund? Einer, der ihr ständig vorheuchelt, wie gut es ihm geht? Ich verzichte mittlerweile dankend, denn FREUNDE stehen immer hinter mir, egal wie es mir geht und was ich aus mir mache!

Meine Alkoholabstürze mehrten sich im neuen Jahr, so auch in der Vollmondnacht zum 09. Januar. Am nächsten Tag erfuhr ich durchs Internet, was es mit den tauben Fingern an meiner linken Hand auf sich hat. Ein Ulnarisrinnen-Syndrom, eine Art Nervenentzündung. Es genügt ja nicht schon meine seit November nicht endende Gürtelrose, meine Schmerzen, Panikattacken und der ganze restliche Scheiß, der noch auf mich zukommt.

Kurz rappelte ich mich wieder auf und verlor sehr schnell wieder die Kontrolle… Noch am 16. Januar räumte ich mein Wohnzimmer um und strich eine Wand rot. Ich dachte, die Umstellung würde mir helfen. Jedoch war es nur ein Tropfen im heißen Wüstensand. Und eben, während ich das schreibe, erfahre ich im Chat von Heiko, dass Vollmondnacht ist. Nun weiß ich auch, warum schon wieder diese innere Unruhe in mir herrscht und ich noch nicht, wie in den letzten Tagen auch, schon im Bett bin.

Am 20. Januar kam der verspätete Winter. 20 cm Schnee hatten wir hier auch nicht jedes Jahr. In dieser Nacht erlebte ich mein bisher wohl letztes Glück. Klaus und ich bauten einen Schneemann im Garten. Woher kam diese plötzliche Freude? Jemand schenkte mir nach Tagen von Abstinenz was zum Rauchen…

Ein paar Tage später, schwelgte ich in Kindheitserinnerungen und sah mir alte Videos an, auf denen auch meine verstorbene Mutter zu sehen ist. Es machte mich noch weiter fertig. Alles überschattet vom drohenden Ende der Beziehung zwischen Rene und mir. Und sie kam sehr bald darauf, nach wieder massenhaft verlorenen Tagen. Als ich ihm am Abend des 24. Januar wieder nicht sagen konnte, wie ich zu dieser zerrütteten Beziehung stehe, löschte er gegen 21.45 Uhr kurzerhand unsere Beziehungsverbindung in Facebook. Eigentlich hätte es mir Recht sein sollen. Nur die Umstände, die zu seiner Verzweiflung und zu unserem Ende geführt hatten, verkraftete ich im Nachhinein ganz und gar nicht. Seit Tagen ohne Gras, warf ich mir dann Schmerzmittel ein um den Seelenschmerz zu vergessen und trank dazu Rotwein. Nicht wenig. Es wurden in dieser Nacht und mit dem Telefonat mit Rene etwa drei Flaschen. Und irgendwann verlor ich mein Bewusstsein…

Gegen sechs Uhr morgens kam ich zu mir,  in meinem Bett liegend, während mir jemand immer wieder ins Gesicht haute und mich rüttelte. Als ich bei mir war, konnte ich erkennen, dass Notärzte, Polizisten und Feuerwehrmänner in meiner Wohnung standen. Ich war sehr verwirrt. „Was macht ihr hier? Wie kommt ihr hier rein??“ fragte ich die Menschen verwirrt. „Durch die Tür“ sagte ein Polizeibeamter lächelnd, der mir später auch eine seiner Zigaretten anbot, da ich keine mehr hatte. Im Laufe des Aufklarens und dem Gespräch mit den Beamten stellte sich heraus, dass mein „Partner“, so wie sie sagten, den Notarzt verständigt hatte, da er glaubte, ich liege mit einer Überdosis tot in der Wohnung. Nach etwa einer halben Stunde Gesprächen hatte ich die Leute aus meiner Wohnung und soff weiter. Eigentlich wäre ich in wieder mal in der Psychiatrie Haar gelandet, aber Dank meines geschickten Mundwerks und meiner Ausreden ist das nicht geschehn. Sehr erbost teilte René telefonisch mit, was ich von seiner Aktion halte. Heute wäre ich froh, sie hätten mich für ein paar Wochen in die geschlossene Anstalt gesteckt.  An diesem Tag wurde es sehr kalt.

Mit Dezemberrosen warst Du mein
und bliebst bei mir.
Im Januar-Eis war’n wir allein
mit einem leeren Blatt Papier.

Vier Stunden später erschien ich zu meinem Ersttermin bei einer Psychiaterin in meiner Nähe. Ein Termin, für den ich lange gekämpft hatte. Als sie von meiner Anamnese und dem Geschehnis der letzten Nacht erfuhr, sagte sie nur: „Ich kann ihnen nicht helfen. Sie sind ein Fall für die Klinik.“ Danke Deutschland. Ab Mittag, war Julie bei mir und achtete auf mich. Ich befand mich den ganzen Tag über in einer Art Manie und Depression zugleich. Ich war betrunken, kotzte Blut, hatte schwere Schmerzen und war zwischendurch aufgesetzt lustig. Das ging bis in den späten Abend. Mir ist es bis heute kaum erklärlich, wie Julie meinen Zustand, den sie zum ersten mal, seit wir uns kannten mitbekam, ertragen konnte. Ich war noch etwa drei Tage auf diesen Tabletten „drauf“ und hatte schlimmste Schmerzen, ehe sich mein körperlicher und geistiger Zustand zur „Ruhe“ legte.

Danach wurde diese schier gespenstische Ruhe um mich immer stärker. Und gerade im neuen Jahr, zum Februar, als ich eigentlich dachte, das Schlimmste wäre überstanden, kam der Winter mit vollster Wucht. Nicht etwa wie 2006, sondern mit trügerischem, hässlichen Sonnenschein und eisiger Kälte bei über minus 20°C. Und es kamen Diagnosen von Ärzten…

Seit Ende Januar schreibe ich nun gar nichts mehr in meinem persönlichen Facebook-Profil. Anfangs war es schwierig, aber mit der Zeit wurde meine Abneigung, Dinge zu schreiben, die mich gerade beschäftigen, immer größer. Die derzeitige Wetterlage und die verbundene Kälte sind neben verregneten Sommern das Schlimmste, was ich mir unter „Wetter“ nur vorstellen kann und ziehen mich noch mehr runter. Meine Schmerzen, die oft akut und dann stundenlang auftreten, nehme ich zähneknirschend hin. Ich nehme seit meiner Tablettenintoxikation keinerlei Medizin mehr zu mir. Das Schlimmste an allen Umständen mag wohl meine Depression sein, die so schlimm, wie selten zuvor auf mich einschlägt. Nein, ich sitze nicht zuhause und weine. Ich habe meist keine Tränen mehr. Ich bin stumm und liege solange wie nur möglich im Bett. Nur weil mir das Liegen nach Mittag irgendwann lästig wird, stehe ich irgendwann auf und versuche etappenweise, meinen Haushalt ordentlich zu halten. Ich bin wohl der einzige Mensch mit schweren Depressionen auf dieser Welt, der in einer ordentlichen Umgebung haust. Ich möchte niemanden sehen und wünsche mir ab und an doch, dass bestimmte Menschen nach mir sehen, aber genau DIESE tun es eben nicht. Und ist jemand bei mir, bringe ich oft keinen Ton raus. Selbst mein Kater flüchtet seit Wochen immer wieder ins Bad, weil er meine Laune fühlt. Der Einzige, der WIRKLICH für mich da ist, ist Klaus. Er geht für mich einkaufen, weil ich selbst das nicht mehr schaffe, versucht mir etwas Trost zu spenden, auch wenn es nicht mehr ankommt. Bevor ich zum Briefkasten stürme, vergewissere ich mich, dass kein Nachbar auf den Hausfluren läuft, da mir eine Unterhaltung und vor Allem die Frage „Wie geht’s Dir?“ unangenehm ist. Ich habe an nichts mehr Freude, kaufe mir nun auch kein Gras mehr, weil es meine Stimmung nur noch kurzfristig steigert. Mein Handy ist meist aus oder lautlos. Auf Mails in Facebook antworte ich nur noch, wenn ich sie mal sehe oder mit höchster Unlust. Oder gar nicht. Ich wäre im Moment am liebsten im Koma, bis alles ein Ende hat. Oder zumindest bis diese Kälte weg geht. Sie macht mich noch mehr kaputt. Mein größter Hass, der sich nicht auf Menschen und ihr Tun richtet, richtet sich gegen Kälte und Winter. Denn ich kann dagegen rein gar nichts ausrichten, außer in ein warmes Land zu gehen, aber dafür fehlt mir das Geld. Es wäre ein Traum… Weg hier…

Ich wäre gern verliebt, aber denke im gleichen Atemzug schon wieder daran, wie schnell das enden kann. Ich träume seit Monaten sehr stark und wirr. Und wieder vermehrt von Max. Im wahren Leben hält er mich von sich fern und nachts in meinen Träumen lässt er mich nicht in Ruhe. Es macht mich zusätzlich fertig.

Mein Vater ist ein Ignorant. Vor zwei Wochen schrieb ich ihm zum ersten Mal in meinem Leben aus eigenen Zügen einen ehrlichen, langen Brief und er bleibt: ignorant. Keine Antwort. Ich vermisse meine Mutter.

Jeder Tag ist nur eine Qual. Auch wenn ich weiß, dass ich es im Gegensatz zu vielen anderen Menschen auf der Welt sehr gut habe. Ich sehe es jeden Tag in verschiedensten Nachrichten. Aber das hilft mir nicht. Ich bin appetitlos, leblos und unfähig. Ich warte hier nur noch auf meinen Final Day. Denn ab dann wird alles gut.

08. Februar 2012 - 01.50

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DezemberRosen

Dezemberrose 2011Wann sonst nur kalte Stürme tosen
und Grau erstarrt das Land,
erblühen bunt Dezemberrosen,
und mein Herz, das René fand.

Schon einem neuen Frühling gleich,
erwacht die gelbe Herbstnatur.
Bienen summen um den Teich,
der Himmel blau-Azur

In unserer ersten Dezembernacht
blühte ein gelbes Röschen auf.
Das hab ich Dir ans Bett gebracht
und ich bestehe sehr darauf,
dass es Dich glücklich macht.

Was hast Du angestellt mit mir
in diesen Frühlingstagen?
Du bist wie Elixier
für meinen sauren Magen.

Ein Hoch auf diese Tage,
auch wenn sie oft unscheinbar sind.
Und ich stelle mir die Frage,
macht Liebe wirklich blind?
Auch wenn ich oft verzage,
weiß ich, dass wir glücklich sind.

Ich weiß nur,
ich kann wieder leben.
Noch nicht pur,
aber ich kann geben.
Bleibe stur,
möcht‘ nach Neuem streben.

Dezemberrosen, gelb, rot, weiß -
nimm Dir jede, die Du willst!
Und ich sag Dir nur ganz leis‘,
Dass Du meine Qualen stillst.

05.12.11 - 20.20 (für René S.)

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Sommer 2011

Wie ein Juni kam der April daher,
und wie ein Juli war der Mai.
Und schon im Juli war nichts mehr
von der Sommer-Jubelei.

Wenn schon im August
die ersten Blätter fallen,
erwacht mein Frust,
stirbt Gesang von Nachtigallen.

Bald stürmen kalte Winde,
wie jene aus Oktobern,
sehr schroff und ungelinde,
um den Winter zu erobern.

Stürme, Hagel und Fluten
waren diesen Sommers Geleit;
auch im August wird der Himmel bluten,
wie jeden Tag zur Zeit.

(05.08.2011 – 00:10)

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Mein Tag

Du warst mein Tag.
Mein Abend und mein Morgen.
Als ich in Deinen Armen lag,
vergaß ich meine Sorgen.

Komm, sei meine Woche!
Mein Monat und mein Jahr.
Sei Sommer sowie Winter
und bleib so wunderbar.

(Für Chris 03.08.2011 - 12.00)

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April, April!

020411-1509

Der Himmel blau-azur
bei 26 Grad
dazu Sonne pur
man spürt’s; der Sommer naht.

Erstes Grün seh’ ich schon sprießen
an Sträuchern und auch schon an Bäumen.
Erste Blumen auf den Wiesen
lassen mich vom Sommer träumen.

Ganz so anders, als er’s sonst will,
nicht wie man ihn kennt,
erscheint er heuer, der April,
der den Winter von uns trennt.

02. April 2011 - 16.30

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Graue, kalte, tote Tage

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Graue, kalte, tote Tage,
ruhig, geduckt, auf Zehen schleichend.
Verdross’ne Stimmung, unausreichend.
Sehnsucht nach Lebendigkeit.
Sehnsucht nach Liebe, Freude, Erneuerung.

Doch nur das Uhrwerk bewegt sich unaufhörlich weiter.
Das Leben steht still. Kalte Bilder scheinen durch die Gardinen.
Durchbrechen meine Schädeldecke. Schleichen sich ein.
Mit Ekel und Abscheu ertrage ich sie, mit klarem Kopf.
Klarer als je zuvor. Ohne Nebel, ohne Fassade ohne Schein
schlägt die Realität wie Wetter auf mich ein!

Alles, was das Leben süß und freundlich macht, ist verhüllt.
In graue Schleier, so grau wie das Ebenbild der Natur.
Wo sind Sonne, Wärme, Himmel in blau-Azur? Ich frag ja nur.
In der Hoffnung, dass sie bald dahingehn.
Diese grauen, kalten, toten Tage. Ohne Lebendigkeit.

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