Diese Welt…

contrapunctusMeine Hände sind leer
Und müde mein Geist.
Mein Herz schlägt schwer
Das Nichts in mir kreist.

Wie kann ich das abwenden?
Wo finde ich mein Glück?
In meinen leeren Händen
Zerbricht es Stück für Stück.
Das letzte Fünkchen Glück.

Die Angst hat meiner Seele
Große Mauern aufgebaut.
Der Kloß in meiner Kehle
Hass und Trauer in sich staut.

Ich werd die Welt niemals verstehen.
Nicht ihre Freuden, nicht die Leiden.
Dies täglich stumpfe Weltgeschehen
Möcht ich zu gerne meiden.

Überall Lügen, Gier und Neid
Krieg, Moralismus und Hass.
Der Welten schönes Kleid
Wirkt erschöpft und leichenblass.

Ich glaub nur, das was ich sehe
Und das ist schon zu viel.
Egal, wohin ich gehe
Diese Welt ist nicht mein Ziel.

22.09.2015 - 00.32 Uhr

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Der Schmerz

10348445_777504408937979_8480489770700095759_nDer Schmerz lacht
In meiner Brust
Er will nicht hinaus
Bleibt gefangen
In verblichenen Bildern
Verklungenen Melodien
Und längst verflogenen Düften.

Der Schmerz umklammert
Mein Herz
Wie tausend Nägel
Aus Stahl
Und jede Nacht
Wäre ich zum Sterben bereit
Wenn er nur abließe von mir.

Gierig saugt er
Den letzten Lebenssaft
Aus meinen Adern
Nimmt alles
Was mir einst wichtig war
Und kotzt es
Mir mitten ins Gesicht.

Wie ein Schatten
Der Schmerz
In meinem Kopf
Nie wird er
Von mir weichen
Wie ein guter Bruder
Der erst durch den Tod
Von mir geht.

27.09.2014 - 01.00

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Traum aus Holz

holzherzMir ist bewusst, mir geht es gut;
Ich dürfte gar nicht klagen.
Doch in mir herrscht eine Wut,
Und tausend alte Fragen.

Jeden Tag aufs Neue
Zeigt das Schicksal mir,
Auf was ich mich auch freue,
Es bleibt nicht lange hier.

Ob die Gründe nun bei mir
Oder einem andren liegen,
Bevor ich explodier,
Bleibe ich gediegen,
Trinke sieben Bier
Und möchte zu Dir fliegen.

Doch Du bist nicht hier…

Jeden Tag aufs Neue
Zeigt das Schicksal voller Stolz:
Auf was ich mich auch freue;
Es bleibt ein Traum aus Holz.

06.12.2013 – 23.32

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Befreiung

regenIch scheiß auf Einsicht und Moral;
Ich geb es jedem weiter.
Was Du denkst ist mir egal;
Schon fühl ich mich befreiter.

Schütt ich Mittags Bier mir rein,
Um alles zu vergessen,
Und Abends literweise Wein,
Dann fühl ich mich zerfressen.

Wilde Regenstürme wüten
Übers Maienland.
Und die bunten Blüten
Bleiben unerkannt.

Mein Herz ist leer,
Mein Geist voll Wut.
Tristesse liegt schwer
In meinem Blut.

Ich geb das Blut nun weiter
An den Rest der Welt.
Es fühlt sich an wie Eiter;
Der aus den Poren quellt.

27.05.2013 - 17.10

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Abends, wenn der Vorhang fällt

dunkelheitAbends, wenn der Vorhang fällt
Und die Sehnsucht mich erstickt
Abends, wenn die Wut mich quält
Und die Uhr beständig tickt

Abends, wenn ich an Dich denke
Und mein Herz am Bluten ist
Wenn ich meinen Geist ertränke,
Der an meiner Seele frisst

Abends kommt die Dunkelheit
Und mit ihr mein Zerfall.
Abends kommt die Einsamkeit,
Denn sie ist überall.

Abends, wenn der Vorhang fällt,
Möchte ich nicht sein.
Denn in dieser grauen Welt
Bleib ich stets allein.

11.04.2013 – 23.03

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Du einst geliebtes Heim

2004Du gabst mir ein Zuhaus,
Acht Jahre Freud und Leid.
Doch nun zieh ich hier aus;
Es war schon lange Zeit.

Gern denk ich zurück,
An Frieden und Zusammenhalt.
Doch nun zerbrach das Glück;
Hass und Bosheit aus Dir schallt.

Der eine schleimt und intrigiert;
Der Andre ist dem Teufel gleich.
Ein Dritter die Geduld verliert,
Der Vierte ist vor Schrecken bleich.

Dein Herr ist auch nicht makellos;
Er schikaniert die Guten.
Die Wut darüber ist sehr groß;
Für nichts muss ich hier bluten.

Und nun, Du einst geliebtes Heim,
Du heut verhasster Ort:
Ich lasse Dich allein
Und gehe von Dir fort!

20.09.2012 – 23.46

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Du Schicksal

Wie Du Schicksal mich wieder fickst;
ich halte das nicht mehr aus!
Und wie Du mir die Stimmung knickst;
nun sitz‘ ich wieder mal Zuhaus‘!

Egal, was ich auch mache,
niemals ist es Recht!
Und nach jeder begonnenen Sache,
fühle ich mich wieder schlecht!

Ich seh‘ den anderen zu,
wie sie glücklich leben.
Und ohne Rast und Ruh‘
sitze ich daneben.

Fick Dich, Du Schicksal
von ungeheurer Macht!
Du lässt mir keine Wahl,
drum verschwind ich in dieser Vollmondnacht.

(12.08.2011 – 15.50)

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Aufstand der Kinder

jugendgewaltAlles kommt im Leben zurück.
Tust Du Gutes, bekommst Du Gutes.
Auge um Auge – Zahn um Zahn.
Man trifft sich immer zweimal im Leben.

Wir kennen diese und unzählig andere Zitate schon lange, aber haben uns selten vor Augen geführt, wie viel Wahrheit darin wohl stecken mag. Und egal, in welche Schublade ich diese Philosophie stecke, in das Weltklima, in den Menschen, in das Geld, Technologie, in Freundschaften, Beziehungen, in die Justiz oder das Recht, egal, in was auch immer. Ich komme immer wieder unweigerlich zu dem Ergebnis, dass auf negative Taten auch Negatives folgt, dass auf gute Taten gute folgen, und wenn es nur unser Gewissen ist, das uns dabei gut tut. Denkst Du auch so?

Und anlässlich der jüngsten Ereignisse in Großbritannien würde ich sogar noch weiter gehen und behaupten: IHR habt Eure Kinder so gemacht. Hier richtet sich meine Behauptung an Eltern, Lehrer und Politik. Die Tötung eines 29-jährigen, unschuldigen Mannes war hier wohl nur der Tropfen, der das Fass des Frustes zum Überlaufen gebracht hat.  Gestern brannte  Paris, heute brennt London, morgen brennt Berlin; und übermorgen die ganze Welt. Man darf nie vergessen, dass wir heute in einer Zeit leben, in dieser die Änderungen in Klima, Technologie und Bewusstsein viel brachialer und unerwarteter eintreten, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Und meine These ist: Unsere Jugend ist kaputt und frustriert.

Nun stellt sich die große Frage: WARUM? ? ? ? ? ? ? ? ? ?

Bevor wir uns alle hinter diesem großen Fragezeichen verstecken und dieses Thema lieber verdrängen würden, sollten wir uns einfach mal für einen kurzen Augenblick Gedanken um früher machen. Wie war es denn da? Waren „WIR“ in Kindheit und Jugend auch so? Ich bin mir sicher, wir kommen gemeinsam auf den Nenner nein. Früher hatten wir Kinder eine Ordnung die uns von Eltern und Lehrern angelernt wurde. Wir hatten Respekt vor den Erwachsenen. Die Jugend von heute kennt diesen Respekt nicht. Sie hat ihn nie von EUCH gelernt! Zumindest der Großteil. Sie randalieren und wüten ja nicht nur in Großbritannien. Sie gehen in sämtlichen Städten, auch in Deutschland auf die Straßen, besaufen sich und hauen ohne ersichtlichen Grund Erwachsene zusammen. Was wir davon in den Medien erfahren, ist nur der gröbste Teil. Und die Statistik der Jugendgewalt geht weiter steil nach oben, ohne dass sie mal von ihren Machthabern angehört werden, warum sie das tun…

Und bevor wir wieder vor einem großen Fragezeichen stehen und uns fragen, wo der Respekt der Jugend geblieben ist, sollten wir uns fragen, ob wir unseren Kindern und Jugendlichen überhaupt den nötigen Respekt und die Liebe geben, die SIE brauchen. Hört heute eigentlich einer hin, wenn sie was wünschen? Sie werden ständig nur weggeschoben. Eltern machen Karriere und überlassen ihre Zöglinge sich selbst und bei den sozial schwachen Familien sind die Ausmaße noch düsterer. Ist da die These etwa falsch, dass sie (die Kinder & Jugendlichen) dabei völlig auf der Strecke bleiben?

Ich selbst kann es mit reinem Gewissen bezeugen, dass mir einige mittlerweile erwachsene junge Männer in einigen Gesprächen immer wieder entgegneten, dass sie, hätten sie damals nicht so oft bei mir sein können, viel mehr Unfug und kriminelle Dinge angestellt hätten. Ich hatte mich gerne mit ihnen beschäftigt und tue das auch heute noch. Denn ich war als Jugendlicher selbst gerne bei Menschen, die mich mochten, die mir Halt gaben.

Zwar geht die Jugendkriminalität in den letzten Jahren allgemein stark zurück; wandelt sich jedoch in vermehrte und brutale Gewaltexzesse, nie dagewesenen Ausmaßes . Batterien klauen ist out – es lebe der Mob! Die Zahl der tatverdächtigen Gewaltkriminellen unter 21 hat sich in den vergangenen 17 Jahren mehr als verdreifacht.

Vor einem Jahr habe ich über Facebook den Link zu einer düsteren Kurzgeschichte gefunden, die ein grauenhaftes Zukunftszenario zeigte. Kinder und Jugendliche bringen sich um. Regelrechte Massensuizidwellen erstrecken sich über die Länder und die Regierungen sind macht- und fassungslos. In unserem realen Fall ist es eher umgekehrt; aber das Resultat bleibt gleich: Regierung und Bevölkerung stehen machtlos vor dem „WARUM“? – Ja, fragt sie doch!

Unsere Kinder und Jugendlichen geraten seit Jahren in einen Sog von Medien- und Technologiefortschritt, den es so zuvor so noch nie gab. Sie sind heute sogar schon Teil der Medien – ein jeder präsentiert sich auf YouTube und in sozialen Netzwerken wie Facebook. Und trotzdem ist das Internet NICHT Schuld daran!

Auch Besuche beim Schützenverein, Computergames, Pornos oder sonst welcher Kleinkram, den unsere Damen und Herren aus der Regierung immer wieder gerne den Amokläufen vorschieben und verbieten möchten, sind NICHT schuld daran! Eher führen immer mehr unsinnige Verbote dazu, von jugendlicher Neugier gebrochen zu werden. Und das war tatsächlich schon immer so! Oder wer von uns über 30 möchte behaupten, er habe nie verbotenerweise Pornohefte besessen? „Wir haben nie was gemerkt!“ schallt es aus den Elternhäusern inhaftierter oder verstorbener jugendlicher Amokläufer und Schläger. - Ja wie wollt ihr denn was merken, wenn ihr sie vernachlässigt?

Nun kann man aber nicht alles nur auf die Eltern schieben. Sie sind nur ein Teil des Kreises. Unser Kreis dreht sich weiter. Die Lebenshaltungskosten sind schon lange nicht mehr auf Lohnniveau, so dass sich heute auch viele gehobenere Familien finden, in denen beide Elternteile für den Lebenserhalt arbeiten; und die Kinder sind wieder vernachlässigt.

Wie lief es denn früher? Der Vater, selbst als Arbeiter im Steinbruch brachte es zu einem Verdienst, das ihm erlaubte, eine 5-köpfige Familie zu ernähren und ein Haus zu bauen. Die Mutter war Zuhause und erzog die Kinder. Bei aller Sympathie für den Feminismus: Wollt Ihr Mütter dieser Welt Euer Ego auf den Schultern Eurer Kinder ausleben? Ich weiß; ihr wollt nicht, Ihr müsst. Weil unsere Regierungen es erlauben, dass Reichtum gefördert und Armut abgeschoben wird.

An unsere Kinder werden heute Erwartungen gesetzt, die sie unmöglich umsetzen können. Wir überfordern sie mit Leistungsdruck, vernachlässigen sie in Liebe und Würde und ernten nun ihren Zorn. (Contrapunctus)

„Die Jugend ist meist so allwissend, dass sie alles weiß, bis auf eines: dass auch einmal die Alten allwissend waren, bis sie wirklich alles wussten.“ (Ernest Hemingway)

John

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Sinnflut

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehe ich heute ins Bett. Ich grüße Euch alle ganz nett. Was wär ich, wenn ich so manchen von Euch nicht hätt…

…………………………………………………….

Am Arsch wollt ich mich lecken lassen, jedoch das wurde mir erlassen. Man muss mich ärgern bis aufs Blut, obwohl ich’s meinte doch nur gut. Am End’ bin ich der Vollidiot - Johnny sauer - Affe tot.

……………………………………………………..

Ach was soll der Kinderstreit,
wir sind doch erwachs’ne Leut
Friedenspfeifchen, roter Wein,
schon kehrt wieder Stimmung ein.
Bald vergessen, alte Wut,
die so keinem Gutes tut.

………………………………………………………

Sechs Uhr Früh,
der Bauer melkt die Küh’

Ich jedoch, geh grad ins Bett,
bin nich nur breit, auch richtig fett.

Ich hoffe jetzt, zur Mittagszeit
bin ich wach und nich mehr breit.

06.08.2010

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Begraben. Akt III - Horror

herzblut

So gegen drei Uhr nachts, als meine Gewissheit immer reiner und ich immer unruhiger werden, beginne ich abermals nach Simons Spuren im Internet zu recherchieren und stoße doch tatsächlich auf zwei dbna Profile von ihm. Eines scheint schon länger inaktiv, das Andere hat er erst letzten Abend benutzt. Sehr schnell habe ich auch das Passwort und logge mich ein. Als ich dann in seinen Nachrichten die Verläufe der letzten beiden Tage sehe, wird mir schwarz vor Augen.

Er gibt sich als Single aus und macht massenhaft fremden Typen die heißesten Komplimente, versucht mit ihnen zu daten und gibt fast jedem seine Handynummer. Gegen Mittags, als er angeblich wie immer nach der Arbeit schlief, schlief er gar nicht. Während ich seine Hilfe brauchte und in Günzburg stand, flirtete er mit einem Typen aus Lauingen, verabredete sich für Mittwoch. Jetzt wird mir alles klar. Das Puzzle ist zusammen. Mein Gefühl hatte mich nicht im Stich gelassen. Mein Puls schnellt in schwindelerregende Höhen und meine Nerven machen, was sie wollen.

Nein! Nein! Du Idiot! Du dummer dummer Mensch!” rufe ich laut um kurz nach drei Uhr nachts. Ich schreibe ihm eine SMS, dass er mich nun endgültig verloren hat. Gegen halb vier falle ich erschöpft und missgelaunt ins Bett.

Am nächsten Morgen erhalte ich eine SMS von ihm. Ich solle ihm sofort das geänderte dbna Passwort sagen. Und was ich da zu suchen hätte. Es ist ihm egal, ob er mich verloren hat. Er treffe sich sowieso mit jemand aus Lauingen, der wäre viel näher bei ihm und den könnte er jeden Tag sehen. Meine Sachen schickt er alle zurück.

Arschloch! Man kann es sich vorstellen, und wer mich besser kennt, weiß, dass meine Stimmung nach dieser Nacht, einen Tag vor unserem “Einmonatigen” nicht die Beste ist. Aber ich versuche trotz des tiefen Schmerz Contenance zu bewahren, bleibe tagsüber nüchtern und press mir Abends mal ein paar Böcke. Es macht keinen Spaß mehr, den ganzen Abend nüchtern zu sein.

Abends ein Anruf von Simon. Ich geh ran. “Rufst Du bitte zurück?” fragt er. “In zehn Minuten.” antworte ich. Tausend Gedanken rasen in dieser Zeit durch meinen Kopf, was er mir wohl zu sagen hätte. Aber für den Inhalt des folgenden Gesprächs müsste ich ihn eigentlich bis nach Ägypten watschen.

Nur, dass ich Bescheid wüsste; ich bekäme morgen ein Paket mit den Sachen drin. Schwärmt von seiner neuen Liebe aus Lauingen, den er heute getroffen hat. “Schön für dich Simon. Hast du deswegen angerufen?” “Nein.” “Was laberst du mir dann so nen Scheiß vor? Is dir egal, wies mir dabei geht?” frag ich wütend. “Nein. Wie gehts Dir denn?” “Wie solls mir gehn? Beschissen.” antworte ich. “Ach schau, wir ham vielleicht einfach nicht zusammengepasst. Du findest schon den Richtigen.” sagt er. “Ja klar, das fällt Dir ja früh ein und spielst mir aber bis zuletzt was vor!” halte ich entgegen. “Nein ich hab nicht mit Dir gespielt.” erwidert er. “Verarsch deinen Nächsten bitte, OK?” Dann erzählt er mir noch, dass er jetzt endlich einen gefunden hat, der mit ihm Urlaub in Ägypten machen will. Das ist zuviel. “Ok, Arschloch. Ich wünsch Dir noch nen schönen Abend!” sage ich und leg auf.

Im nächsten Moment fliegt meine Teetasse gegen die Wand und zerspringt in alle Einzelteile. Da hatte ich mir doch wirklich mal wieder so nen “Max” aufgehalst und war blind vor Liebe. Nur gut, dass ich das alles früh genug mitbekam. Nach Monaten oder Jahren tut es mehr weh.

In der nächsten Zeit, möchte ich weder die hier erwähnten Orte, noch irgendwas über Schwaben sehen oder hören. Ich brauche Ablenkung. Nicht nur meine Großmutter wurde in Dillingen begraben. Auch diese besondere, kurze Liebe…

Das Kapitel “Begraben” ist Simon gewidmet.

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Vertrauen

Leben Menschen miteinander, Stellen sie sich Regeln auf.
Jeder möchte nur die Wahrheit, Lügen nimmt man nicht in Kauf.
Auch will man sich stets verlassen, was der Andre tut und spricht,
Unabhängig von der Gruppe ist das eine Adelspflicht.

Alle sollen sich verhalten, ungezwungen, frei und echt,
Niemand sollte sich verbiegen, keiner sei des andren Knecht.
Ist Vertrauen erst geschwunden, kehrt es häufig nie zurück;
Wut und Trauer bleiben übrig, Anarchie nur bleibt zurück.

(c) Rajymbek 01/2009

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Hausverbot

Nach einer Nacht mit heftigsten Albträumen, mehrmaligem Aufwachen und Angstzuständen führt dieser Tag nichts Gutes im Schilde. Wie immer koche ich meinen Tee auf, räume etwas auf und langweile mich am PC. Meine Stimmung ist alles andere als gut, aber ich versuche, das Beste draus zu machen. Die Albträume der letzten Nacht hängen mir immer noch nach. Mein Exfreund, der sich in einen “Erzengel Michael” verliebt und ihm eine Herzengirlande malt, die blutende, nach Luft gurgelnde Bettelfrau am Bushäuschen, wie ich im Gefängnis von Wärtern traktiert werde, weil ich jemanden ermordet habe und den Rest weiß ich jetzt (18.40) nicht mehr genau…

Gegen 16.30 Uhr, nach einem wieder mal unnötigen Skype-Wortgefecht zwischen meinem Ex und mir sage ich den Termin bei meinem Psychoanalytiker telefonisch ab. Zum Glück muss ich nur auf den AB sprechen. Ich kann da nicht hin. Ich fühle mich schlecht und minderwertig. Gegen 17.00 Uhr zieh ich mir was über, vermumme mich so, dass mich keiner erkennt und bring mein Leergut zu Tengelmannn. Ich hab eine innere Wut und Traurigkeit in mir, die man kaum beschreiben kann. Und ich hab das dumpfe Gefühl, dass mir heute noch jemand begegnet, der mich provoziert.

Während ich meine zwei Taschen mit Pfandflaschen in den Automat stecke, bemerke ich im Augenwinkel, dass ein Mann zwei Meter hinter mir steht und wartet. Das nervt mich. Hinter ihm steht dann noch ein Frau. Die beiden unterhalten sich, aber ich verstehe es nicht, weil meine Musik im MP3 Player läuft. Die leeren Tüten lege ich wie immer neben den Automaten. Plötzlich verstehe ich immer deutlicher, dass der Mann, mitte 50, mich anspricht. “Ja, werns wohl ihre Tüten wieder mitnehmen?!” raunzt er in ernstem Ton. “Einen Scheiß mach ich!” raune ich zurück und nehm einen Ohrstöpsel raus. “Ja wo komma denn do hie, wenn a jeder sein Müll do lässt! Sie nehma des jetzt mit, sonst ruf i die Geschäftsleitung!” provoziert er weiter. Filmriss. Ich laufe auf den Mann zu und schubse ihn. “Hast Du den ganzen Tag nichts anderes zu tun, Du Arschloch?!” schreie ich ihn an. “Musst Du mich bis aufs Blut nerven ja?” schreie ich weiter. “Hilfe, Hilfe!” ruft der Mann. Ich schreie ihn weiter an. Während er versucht, mich anzugreifen, schubse ich ihn nochmal kräftig; er fällt zu Boden. Kurz muss ich an die Bettelfrau denken, wie sie nach Leben gurgelt und das Blut spritzt. Fassungslosigkeit in den Gesichtern der Kunden. Bedienstete des Ladens kommen herbeigeeilt. Die Geschäftsführerin brüllt mich an: “Sie bleim jetzt do, ich ruf die Polizei! Sie ham ab sofort Hausverbot!” Zwei Türken mitte 20 halten mich fest. Der Mann will nochmals auf mich zulaufen, während ich mich aus der Gefangenschaft der beiden Türken befreie. Einem verpasse ich einen kräftigen Faustschlag ins Gesicht. Er fällt gegen die Kühltruhe. Blut. Dann beginne ich unter Panik Konservendosen nach dem anderen zu werfen. “Keiner kommt mir zu nahe, oder es passiert was ganz schreckliches, das schwör ich euch!” schreie ich die Leute an, die sich in der kurzen Zeit um das Geschehen versammelt haben. Ich nehme meinen Rucksack vom Boden und renne aus dem Laden. Keiner folgt mir. Ich laufe richtung REWE und sehe die Polizei mit Blaulicht richtung Tengelmann fahren. Ich habe Panik.

Aber ich setze meinen Einkauf fort. Zwei Bockbier und eine Schachtel Zigaretten nehme ich mir mit und laufe weiter zu Netto. Warum musste das geschehen?
Die “Diebin” sitzt an der Kasse und fragt, was mit mir los ist. “Nix, es geht nur momentan alles drunter und drüber..” antworte ich und möchte so schnell wie nur möglich aus dem Laden. Ich laufe den dunklen Weg nach Hause. An den Blöcken riecht es nach angebranntem Fleisch. Ich muss kotzen. Ich kotze, bis ich das Gefühl habe, mein Magen kommt raus, weil nichts außer Flüssigkeit drin ist.
Anschließend sitze ich auf meiner Bank im Park, trinke ein Bier und denke darüber nach, was geschehen ist. Früher war das meine Bank zum Nachdenken. Nun steht sie unter Wasser…

unterschrift

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This kind of pain

This kind of pain drives me insane…

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Geschützt: Falscher Zeitpunkt

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