Aufstand der Kinder

      1 Kommentar zu Aufstand der Kinder

jugendgewaltAlles kommt im Leben zurück.
Tust Du Gutes, bekommst Du Gutes.
Auge um Auge – Zahn um Zahn.
Man trifft sich immer zweimal im Leben.

Wir kennen diese und unzählig andere Zitate schon lange, aber haben uns selten vor Augen geführt, wie viel Wahrheit darin wohl stecken mag. Und egal, in welche Schublade ich diese Philosophie stecke, in das Weltklima, in den Menschen, in das Geld, Technologie, in Freundschaften, Beziehungen, in die Justiz oder das Recht, egal, in was auch immer. Ich komme immer wieder unweigerlich zu dem Ergebnis, dass auf negative Taten auch Negatives folgt, dass auf gute Taten gute folgen, und wenn es nur unser Gewissen ist, das uns dabei gut tut. Denkst Du auch so?

Und anlässlich der jüngsten Ereignisse in Großbritannien würde ich sogar noch weiter gehen und behaupten: IHR habt Eure Kinder so gemacht. Hier richtet sich meine Behauptung an Eltern, Lehrer und Politik. Die Tötung eines 29-jährigen, unschuldigen Mannes war hier wohl nur der Tropfen, der das Fass des Frustes zum Überlaufen gebracht hat.  Gestern brannte  Paris, heute brennt London, morgen brennt Berlin; und übermorgen die ganze Welt. Man darf nie vergessen, dass wir heute in einer Zeit leben, in dieser die Änderungen in Klima, Technologie und Bewusstsein viel brachialer und unerwarteter eintreten, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Und meine These ist: Unsere Jugend ist kaputt und frustriert.

Nun stellt sich die große Frage: WARUM? ? ? ? ? ? ? ? ? ?

Bevor wir uns alle hinter diesem großen Fragezeichen verstecken und dieses Thema lieber verdrängen würden, sollten wir uns einfach mal für einen kurzen Augenblick Gedanken um früher machen. Wie war es denn da? Waren „WIR“ in Kindheit und Jugend auch so? Ich bin mir sicher, wir kommen gemeinsam auf den Nenner nein. Früher hatten wir Kinder eine Ordnung die uns von Eltern und Lehrern angelernt wurde. Wir hatten Respekt vor den Erwachsenen. Die Jugend von heute kennt diesen Respekt nicht. Sie hat ihn nie von EUCH gelernt! Zumindest der Großteil. Sie randalieren und wüten ja nicht nur in Großbritannien. Sie gehen in sämtlichen Städten, auch in Deutschland auf die Straßen, besaufen sich und hauen ohne ersichtlichen Grund Erwachsene zusammen. Was wir davon in den Medien erfahren, ist nur der gröbste Teil. Und die Statistik der Jugendgewalt geht weiter steil nach oben, ohne dass sie mal von ihren Machthabern angehört werden, warum sie das tun…

Und bevor wir wieder vor einem großen Fragezeichen stehen und uns fragen, wo der Respekt der Jugend geblieben ist, sollten wir uns fragen, ob wir unseren Kindern und Jugendlichen überhaupt den nötigen Respekt und die Liebe geben, die SIE brauchen. Hört heute eigentlich einer hin, wenn sie was wünschen? Sie werden ständig nur weggeschoben. Eltern machen Karriere und überlassen ihre Zöglinge sich selbst und bei den sozial schwachen Familien sind die Ausmaße noch düsterer. Ist da die These etwa falsch, dass sie (die Kinder & Jugendlichen) dabei völlig auf der Strecke bleiben?

Ich selbst kann es mit reinem Gewissen bezeugen, dass mir einige mittlerweile erwachsene junge Männer in einigen Gesprächen immer wieder entgegneten, dass sie, hätten sie damals nicht so oft bei mir sein können, viel mehr Unfug und kriminelle Dinge angestellt hätten. Ich hatte mich gerne mit ihnen beschäftigt und tue das auch heute noch. Denn ich war als Jugendlicher selbst gerne bei Menschen, die mich mochten, die mir Halt gaben.

Zwar geht die Jugendkriminalität in den letzten Jahren allgemein stark zurück; wandelt sich jedoch in vermehrte und brutale Gewaltexzesse, nie dagewesenen Ausmaßes . Batterien klauen ist out – es lebe der Mob! Die Zahl der tatverdächtigen Gewaltkriminellen unter 21 hat sich in den vergangenen 17 Jahren mehr als verdreifacht.

Vor einem Jahr habe ich über Facebook den Link zu einer düsteren Kurzgeschichte gefunden, die ein grauenhaftes Zukunftszenario zeigte. Kinder und Jugendliche bringen sich um. Regelrechte Massensuizidwellen erstrecken sich über die Länder und die Regierungen sind macht- und fassungslos. In unserem realen Fall ist es eher umgekehrt; aber das Resultat bleibt gleich: Regierung und Bevölkerung stehen machtlos vor dem „WARUM“? – Ja, fragt sie doch!

Unsere Kinder und Jugendlichen geraten seit Jahren in einen Sog von Medien- und Technologiefortschritt, den es so zuvor so noch nie gab. Sie sind heute sogar schon Teil der Medien – ein jeder präsentiert sich auf YouTube und in sozialen Netzwerken wie Facebook. Und trotzdem ist das Internet NICHT Schuld daran!

Auch Besuche beim Schützenverein, Computergames, Pornos oder sonst welcher Kleinkram, den unsere Damen und Herren aus der Regierung immer wieder gerne den Amokläufen vorschieben und verbieten möchten, sind NICHT schuld daran! Eher führen immer mehr unsinnige Verbote dazu, von jugendlicher Neugier gebrochen zu werden. Und das war tatsächlich schon immer so! Oder wer von uns über 30 möchte behaupten, er habe nie verbotenerweise Pornohefte besessen? „Wir haben nie was gemerkt!“ schallt es aus den Elternhäusern inhaftierter oder verstorbener jugendlicher Amokläufer und Schläger. – Ja wie wollt ihr denn was merken, wenn ihr sie vernachlässigt?

Nun kann man aber nicht alles nur auf die Eltern schieben. Sie sind nur ein Teil des Kreises. Unser Kreis dreht sich weiter. Die Lebenshaltungskosten sind schon lange nicht mehr auf Lohnniveau, so dass sich heute auch viele gehobenere Familien finden, in denen beide Elternteile für den Lebenserhalt arbeiten; und die Kinder sind wieder vernachlässigt.

Wie lief es denn früher? Der Vater, selbst als Arbeiter im Steinbruch brachte es zu einem Verdienst, das ihm erlaubte, eine 5-köpfige Familie zu ernähren und ein Haus zu bauen. Die Mutter war Zuhause und erzog die Kinder. Bei aller Sympathie für den Feminismus: Wollt Ihr Mütter dieser Welt Euer Ego auf den Schultern Eurer Kinder ausleben? Ich weiß; ihr wollt nicht, Ihr müsst. Weil unsere Regierungen es erlauben, dass Reichtum gefördert und Armut abgeschoben wird.

An unsere Kinder werden heute Erwartungen gesetzt, die sie unmöglich umsetzen können. Wir überfordern sie mit Leistungsdruck, vernachlässigen sie in Liebe und Würde und ernten nun ihren Zorn. (Contrapunctus)

„Die Jugend ist meist so allwissend, dass sie alles weiß, bis auf eines: dass auch einmal die Alten allwissend waren, bis sie wirklich alles wussten.“ (Ernest Hemingway)

John

1 thought on “Aufstand der Kinder

  1. Elke

    Lieber John,

    einige Gedankenanstösse:

    – warum sollte nur der Vater soviel verdienen, dass ein Verdienst ausreicht, die Familie zu ernähren? Kinder brauchen sowohl eine Mutter, als auch einen Vater. Wer dann letztendlich zuhause bleibt, ist nebensächlich 🙂 DAS ist das Ziel des von dir zitierten “Feminismus”, nämlich die Gleichberechtigung.
    Als wir vor der Frage standen, wer zuhause bleiben soll, und mein Mann “Elternzeit” beantragte, stellte man ihm in Aussicht, dass er zwar wieder eine Stelle, aber nicht mehr dieselbe, sondern im Kellerarchiv haben könne. – Deswegen haben wir uns anders entschieden, ich blieb daheim.

    – Du sagst es ganz richtig: nicht in jedem Job, aber in den meisten müssen beide Eltern arbeiten gehen, um das Leben finanzieren zu können. Manchmal gehen auch beide arbeiten, weil es den Kindern wichtiger ist, dieselben Spielsachen zu haben wie ihre Freunde, als mit den Eltern etwas zu unternehmen. Kennst du diese Kämpfe, den 13jährigen Sohn vom PC weg zur Oma hinzukriegen? 🙂 vor allem wenn er wochentags nur lernt und in der Schule hockt?

    – was noch einfließen sollte: wegen Respekt vor Erwachsenen:
    früher haben wir Rockmusik gehört, hatten unsere Kleidung, unsere Sprache.
    heute verwischen sich diese Dinge – eher sind die Kinder heute spießiger als ihre Eltern 🙂 Es fehlen die Reibungspunkte.
    Den Kindern werden zuwenig Grenzen gesetzt, es fehlt das stützende “Korsett” in den Entwicklungsjahren. Die grundlegenden Dinge werden den Kindern in den ersten drei Monaten vermittelt, darauf basiert, ob ein Kind Vertrauen haben kann, ob es Selbstbewußtsein entwickeln kann usw.. Die Liebe die wir unseren Kindern in den ersten Monaten entgegenbringen, entscheidet sein gesamtes weiteres Leben.

    🙂

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