Letzte Nacht

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gayloveLetzte Nacht wars erst gewesen,
Da hab ich Dich gesehn.
Ich stand vor einem jungen Wesen
Voller Geist und traumhaft schön.

Du fragtest, ob ich ewig bliebe
Und ich sagte: „Ja!
Dieses ist die wahre Liebe,
Ohne Lüge und Eklat.“

Doch in den frühen Morgenstunden
Musstest Du schon gehn.
Im Déjà-vu der alten Wunden
Fragte ich, wann wir uns sehn.

Du sagst, Du warst ein Traum,
Ein Spiegel meiner Seele.
An Wiedersehen glaubst Du kaum,
Weil mir die Hoffnung fehle.

Ach Schönheit, bitte bleib!
Lass mich doch ewig träumen!
Halte mich an Deinen Leib
Und lass die Liebe ewig schäumen!

Kaum hatt‘ ich dies gesagt,
War mein Traum vorbei.
Es begann ein neuer Tag,
voller Träumerei.

13.07.2013 – 20.27

Du holdes Glück

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glückWie oft schon schienst Du nah bei mir,
Du holdes Glück der Welt?
Ein jedes Mal vertraut‘ ich Dir;
Dann hatte sich herausgestellt,
Dass ich Dich wieder mal verlier.

Wo ist es hin, das Hochgefühl
Vergangen alter Tage?
War es nur ein Jugendspiel,
Das im Herzen noch ich trage?

Ich dürft‘ mich nicht beschweren,
Im Grunde geht’s mir gut.
Muss nicht am Hunger zehren
Und hab gesundes Blut.

Jedoch, mir fehlt der alte Trank
Aus dem Kelch des Lebens.
Meine Seele fühlt sich krank
Und Hoffnung ist vergebens.

So sag mir doch, was soll ich tun,
Dass Du kehrst zurück?
Ich werd nicht eher ruhn,
Bis ich mit Dir vereint, mein Glück!

10.07.2013 – 19.57

Sommernacht

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Juni 2013Wie lange war ich gezwungen, diese lauen Sommerabende zu missen.
Grillen und Zikaden geben ihr Abendkonzert.
Aus Hinterhöfen und Biergärten dringt fröhliches Gelächter.
Der Duft von griechischen Speisen vermischt sich mit thailändischen und Gegrilltem
und liegt schwer in der schwülen Abendluft.

Einzelne Menschenpaare schlendern Hand in Hand durch den späten Abend
und genießen ihr Zusammensein.
Alles fühlt sich plötzlich so frei an.
Wie ein Déjà-vu.
Erinnerungen an die Kindheit.

Der warme Abendwind umströmt mein Gesicht,
ganz zart,
schier wie das Streicheln einer Mutter,
und ich vergesse für kurze Momente
die Grauen der Vergangenheit.

Ich biege in meine Straße ein und mir erscheint eine Sternschnuppe.
Tief in meinem Herzen äußere ich nur einen Wunsch.
Ich wünsche mir Dich.
Dich, unter den vielen Tausend, in dieser von Gier und Lügen zerfressenen Welt.

16.06.13- 00.40

Ich bin wie das Wetter

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Regen SchreiIch bin wie das Wetter
Und schlag um mich her.
Mal bin ich adretter,
Mal traurig und schwer.

Kann brausen und wüten
Wie der schlimmste Orkan.
Vor mir musst Du Dich hüten,
Denn man sieht’s mir nicht an.

Wenn ein edler Sonnenschein
Umfließt Dein kleines Herz,
Schlägt jäh ein greller Blitz hinein,
Bringt Panik, Gram und Schmerz.

Ich kann der schönste Frühling sein,
Voll Wärme und Behagen.
Ich reife wie der beste Wein,
An heißen Sommertagen.

An andren Tagen bin ich Regen,
Kühl und trostlos grau.
Auch das musst Du erwägen,
Mein Himmel ist nur selten blau.

Und wie Mutter Natur
Setz ich mich zur Wehr.
Änderst Du meine Temperatur,
Mach ich Dir Dein Leben schwer.

14.06.2013 – 21.53

Kalter Mai

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wetterdepression 2013Ich schwelge in Erinnerungen
An die alte Zeit.
Da hat das Leben noch geklungen,
Als wäre es befreit.

Als war der Mai noch frühlingshaft
Und stand in voller Blüte.
Die Kirsche stand in vollem Saft,
Mein Herz war voller Güte.

Der Frühling war ein Sonnenschein
Und brachte uns die Wonne.
Heutzutage bricht er ein
Und regnet in die Tonne.

Ich wünschte mir, es wär nicht wahr,
Dass dieser Sommer trotzt.
Doch von der Elb bis an die Saar,
Ein jeder nur noch kotzt.

Ich wünsche einen Sommer,
Wie er früher einmal war!
Ich wünsche uns die Sonne,
Zwanzig Stunden ganz und gar!

27.05.2013-21.00

Befreiung

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regenIch scheiß auf Einsicht und Moral;
Ich geb es jedem weiter.
Was Du denkst ist mir egal;
Schon fühl ich mich befreiter.

Schütt ich Mittags Bier mir rein,
Um alles zu vergessen,
Und Abends literweise Wein,
Dann fühl ich mich zerfressen.

Wilde Regenstürme wüten
Übers Maienland.
Und die bunten Blüten
Bleiben unerkannt.

Mein Herz ist leer,
Mein Geist voll Wut.
Tristesse liegt schwer
In meinem Blut.

Ich geb das Blut nun weiter
An den Rest der Welt.
Es fühlt sich an wie Eiter;
Der aus den Poren quellt.

27.05.2013 – 17.10

Die Gayromianisierung der schwulen Szene

GayromeoEinige meines Semesters Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre wird die Zeit noch kennen, als man sich über Szenekneipen oder Kontaktanzeigen in verschiedensten Printmagazinen kennenlernte. Damals gab es sogar noch „Blind Dates“. Wie verrückt mag das wohl für Euch jüngeren Schwulen von heute klingen. Blind Date. Hat der kein Iphone? Keine Cam? Ne, der ist sicher komisch drauf. Ich gebe zu, auch ich treffe mich seit dem Zeitalter des Internets, Gayromeo, erschwinglichen Digicams und Smartphones nicht mehr mit Menschen, von denen ich nicht mindestens ein Bild vorher gesehen habe. Das Problem, das sich seit der Gayromianisierung der schwulen Szene in unser Leben schleicht, ist ein ganz anderes.

Und zwar die schier unendliche Auswahl. Auswahl zwischen dem Katalogmodel, dem Traumboy, oder dem Typen von nebenan, bis hin zu nimmersatten Daddys oder Fetischtypen. Vor ca. zehn bis zwölf Jahren, als noch nicht jeder die technischen Voraussetzungen für Bilder in seinem Profil besaß, traf man sich einfach und auch wenn drei Male hintereinander kein Traumtyp dabei war, so hatten diese Treffen doch immer einen gewissen Reiz. Den Reiz des Unbekannten.

Wer zufällig wie ich die Anfangsjahre des schwul-gemischten Internetcafés Kr@ftAkt in München miterlebt hat, weiß sicher von was ich spreche. Die Plätze an den Rechnern waren meist bis auf den Letzten belegt, zumal damals auch nicht jeder einen eigenen Rechner oder Internetanschluss besaß. Wer diesen Ort heute, elf Jahre später besucht, wird feststellen, dass die Bildschirme und PCs mittlerweile nicht mehr nötig sind, da ohnehin ein jeder der jüngeren Generationen in den Bildschirm seines Smartphones starrt und wie wild darauf herum tippt. Blickkontakt herrscht, wenn, dann nur noch unter Leuten, die sich wirklich gefunden haben. Der moderne Schwule von heute ist immer extrem busy und immer on the way. Und gefragt muss er natürlich auch sein, woher sonst sollte er seinen aktuellen Marktwert kennen, wenn nicht durch die Likes, die er mit dem neuesten Schnuten-, Grinse- oder extrem-bös-guck-Gesicht auf Facebook erschnorrt. Von im Schnitt vierhundert „Freunden“.

Kommen wir zurück zu Gayromeo. Oder gerne auch jeder anderen Plattform, auf der man sich so tummelt; aber das Herzstück ist und bleibt nun mal die besagte Community. Ich habe festgestellt, dass man als User oft eine von vielen ungeahnten Hintertürchen ist, die sich das Gegenüber offen hält, um möglichst „noch einen Besseren“ zu finden. Das mag zunächst nicht viel anders als auch im realen Leben sein. Das fiese aber daran ist, dass die Typen ihr dummes Maul nicht aufbekommen, Dir einen ehrlichen „Korb“ zu reichen, sondern weiter mit Dir chatten, dir manchmal auch ein (nachlassendes) Gefühl von Interesse geben und immer einen Grund finden, warum sie grad keine Zeit für ein Treffen haben. Ein kluger Mann wie ich resigniert und hakt den Kontakt ab. Mangelt es ihnen an Selbstbewusstsein? Nein, nicht immer. Oft melden sie sich sogar Monate später wieder, weil das mit dem Ex oder wem auch immer nun doch nicht geklappt hat. Ein kluger Mann (wie ich) schickt den Burschen in die Wüste.

Es gibt dann aber auch noch solche, die in ihrem Profil schon vorheucheln, dass Sexdates ein No-Go sind, treffen sich mit Dir, holen sich, was sie in Wirklichkeit wollen (Sex, weil Du sagst ja schließlich nicht nein) und heucheln dann weiter, wie schön es bei Dir war, wie wenig Zeit sie jedoch für ein zweites Treffen haben, sitzen aber jeden Tag nach Feierabend mit Freunden im Kraftakt oder daten sich mit dem Nächsten. Wer schlau ist, findet das relativ schnell heraus, der naive Dumme läuft ihm ewig hinterher.

Nun, das waren nur zwei Beispiele von den unzählig möglichen, die wir in unserer täglichen Gayromeo-Lethargie erleben; sie zeigen aber eines deutlich auf: Wer im heutigen Zeitalter der Internetisierung von Partnersuchen lebt, hat es schwieriger, den Richtigen zu finden, als dies zuvor der Fall war. An einem weiteren, drastischen Beispiel, das ich vor Jahren selbst erlebt habe, möchte ich diese Aussage erläutern:

Vor einigen Jahren fiel mir ein sehr gutaussehender Junge bei Gayromeo auf und ich schrieb ihn an. Ich war erstaunt, dass er sogar antwortete; er war höflich und meinte, ich sei nicht so sein Typ. Nun gut, damit kann ich leben; das ist ehrlich. Ein paar Wochen später war ich mit einem guten Freund im Kraftakt. Ja, auch ich verirre mich wenige Male im Jahr trotz meiner Szene-Aversionen noch dort hin, weil es mir eigentlich ganz gut gefällt. Das Ambiente, der Service, manchmal auch wirklich nette Gäste, die nicht von der Münchener Oberflächlichkeit gesegnet sind. Als ich zum Rauchen nach draußen ging, kam mir wenige Sekunden später ein junger, gutaussehender Typ hinterher, der mich um Feuer bat. Er kam mir irgendwie bekannt vor. Er fragte mich ob, ich der aus Gayromeo sei und nannte meinen und seinen Nick. (Der im Übrigen nicht schwer herauszufinden sein dürfte) Nach kurzer Zeit bejahte ich, als mir bewusst wurde, dass er der Junge war, dem ich einige Wochen zuvor auf meinen Bildern nicht so sehr entsprach. Dieser Junge machte mir sehr schnell unverblümt klar, dass ich total sein Typ sei und dass ihm „der Korb“ von vor ein paar Wochen total leid tue. Muss wohl an meinen Bildern gelegen haben. Dieser Junge ging auch mit mir nach Hause, verbrachte eine heiße Nacht mit mir, ehe er mir am nächsten Morgen (genauso ehrlich, wie auf Gayromeo) erklärte, dass er mittlerweile leider einen Freund habe und ihm auch das total leid tue.

Daraus entstand wohl der Gayromeo-Grundleitsatz: WER DICH WILL, DEN WILLST DU NICHT, DOCH WEN DU WILLST, DER WILL DICH NICHT.

Die Jungen wie die Alten im Web sind zum Großteil sexbesessen; kaum einer von ihnen schert sich mehr um wirkliche Werte wie Vertrauen, Verstand, Humor, Ehrlichkeit, Geborgenheit. Geltungssucht, Partys, Sex und Lügen bestimmen das Alltagsbild. Wenn man das mit dem männlichen Fortpflanzungstrieb vereinen könnte, würde ich mir hier einige Silben ersparen. Aber gerade bei uns Schwulen?

Vielleicht bemerken wir eines Tages ja doch, dass uns die Gefangenschaft im Onlinewahn kein Stück weiterbringt. Die Liebe ist dort ein Spiel und Du bist womöglich der Verlierer, weil Du ausgenutzt wurdest, Du kannst aber auch Gewinner sein, wenn Du weißt, was Du willst, oder wenn Du einfach nur eine unbezahlte Nutte unter vielen hier bist. Dann lernst Du wenigstens die Wertschätzung Deines Körpers kennen.

03.05.2013-22.55

Ich tanz in den Mai

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maibaum1Ich tanz in den Mai
Mit mir ganz allein.
Ich tanz bis um Drei
Und schlaf allein ein.

Ich tanz nach dem Bild
Der einsamen Jahre.
Ich tanze so wild,
Mir ergrauen die Haare.

Ich tanz in den Mai;
Ein jedes Jahr wieder.
Ich tanze mich frei,
Vom Klang alter Lieder.

Ich tanz mir herbei
Die schönsten Gesellen.
Doch jede Liebelei
Endet in einer originellen
Lügen-Litanei,
Im Tanz in den Mai.

01.05.2013-18.12

Die Liebe ist ein Spiel

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schach-herzNur noch in mancher Nacht
Ist die Liebe mir gesonnen.
Am Tag hab ich dann oft gedacht:
Dies Spiel hat er gewonnen.

Ein Spiel aus tausend Küssen,
Voller Lust und Leidenschaft
Hat mein Herz zerrissen;
Ja, die Nacht war fabelhaft!

Für Stunden hab ich das Gefühl,
Nicht mehr allein zu sein.
Doch der nächste Tag bleibt kühl.
Die Liebe ist ein Schwein.
Die Liebe ist ein Spiel.

Wie oft hab ich an Liebe
Und ihren Charme geglaubt?
Für den andren waren’s Triebe.
Mein Herz war kurz geraubt.
Und ich hab es erlaubt…

Gern würd ich so sein,
Wie all die Herzensbrecher!
Ich wollt, ich wär ein Schwein
Und säh in Euch nur Löcher!
Ja, das wär wohl fein.

Jedoch bleib ich gefangen
In der Liebe Zuversicht.
Obwohl mir Vöglein sangen:
Liebe? Nein, die gibt es nicht!

Ich zieh sie förmlich an,
Die ewig Nimmersatten.
Die hier und da und dann und wann
Nur bumsen wie die Ratten.

Ich leb wohl in der falschen Zeit,
Die Liebe gibt’s nicht mehr.
Für Sex ist ein Jeder bereit
Mein Herz bleibt trüb und leer.

24.02.2013 – 18.26/23.30

Wo gehst Du hin?

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LiebeWo gehst Du hin?
Was ist Dein Ziel?
Was spricht Dein Herz?
War es ein Spiel?

Wenn Dein Herz Dich zu mir trägt
Und bei mir noch schneller schlägt,
Zöger nicht und greife zu.
Was ich möchte, das bist Du.

Tief in Deinem Augenlicht
Sehe ich Bedenken.
Jedoch fürchten musst du nicht;
Ich hab nur Liebe zu verschenken.

Wenn Liebe nur so einfach wär
Wie schnöder Sex zu haben,
Wär meine Seele nicht so leer
Und mein Herz erhaben.

Ich geh dorthin,
Wo weilt mein Ziel.
Es spricht mein Herz:
Es war kein Spiel.

23.04.2013 – 22.11

Abends, wenn der Vorhang fällt

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dunkelheitAbends, wenn der Vorhang fällt
Und die Sehnsucht mich erstickt
Abends, wenn die Wut mich quält
Und die Uhr beständig tickt

Abends, wenn ich an Dich denke
Und mein Herz am Bluten ist
Wenn ich meinen Geist ertränke,
Der an meiner Seele frisst

Abends kommt die Dunkelheit
Und mit ihr mein Zerfall.
Abends kommt die Einsamkeit,
Denn sie ist überall.

Abends, wenn der Vorhang fällt,
Möchte ich nicht sein.
Denn in dieser grauen Welt
Bleib ich stets allein.

11.04.2013 – 23.03

Ewiger Winter

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WinterTäglich wieder fällt der Schnee,
Aus dem kalten Äther.
Der Lenz von Nord- bis Bodensee,
Kommt dies‘ Jahr etwas später.

Schon von spät Oktober an
Begann das weiße Treiben,
Um im März dann irgendwann
Bis in den Mai zu bleiben.

Das Osterfest ist nimmer weit,
Der Krokus möchte blühen.
Jedoch der Winter lässt sich Zeit;
Er schafft Tristesse und Mühen.

Sag mir, wo der Frühling weilt!
Blumenduft im warmen Wind!
Warmer Wind, der Wunden heilt!
Wo bist Du, Sommers Kind?

23.03.2013 – 15.34


Schwarzer Engel

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280213-1840web1Schwarzer Engel, flieg hinweg,
Flieg ganz ohne Mitgefühl.
Mach die Herzen starr vor Schreck
Bleibe dabei auch stets kühl.

Schwarzer Engel, Deine Augen,
Dunkler als die Nacht,
Ließen mich so oft im Glauben,
Du hättest mir vermacht
Dein Herz,
Um meins zu rauben.
Übrig blieb der Schmerz.

Schwarzer Engel, eine Feder
Liegt nun tot bei mir.
Sie erzählt von jeder
Minute mit Dir.

Schwarzer Engel, flieg hinaus,
Die Liebe wird Dich sehen.
Dich zu lieben ist ein Graus,
Ich sollte es umgehen.

Sag mir, schwarzer Engel,
Wenn mein Herz Dich wärmt
Und Deine Flügel heller macht,
Weil nur einer von Dir schwärmt.

Immer neu, in jeder Nacht.

28.02.2013-23.15

2079 – Nichts ist mehr, wie es war

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2079_header

Thomas Janssen, zuletzt wohnhaft in München, Schriftsteller mit geringem Einkommen, geboren 1979. An diesem Auszug aus einer Patientenakte wäre zunächst nichts Ungewöhnliches zu erkennen, würde dieser Mann sich nicht kurz vor seinem 100. Geburtstag in einer Welt wiederfinden, die er so nicht kennt. Wie es dazu kommen konnte, dass er sich als fast Hundertjähriger im Körper eines jungen Mannes Anfang Dreißig wiederfindet, erfährt er recht bald. Und auch, dass diese Welt, in der er nun lebt, noch viel grausamer ist, als es die in seinem alten Leben war, noch viel grausamer, als er sich die Zukunft zum Ende dieses Jahrhunderts je vorgestellt hatte.

Janssen muss den Verlust unzähliger Freunde, Bekannter und Familienmitglieder verkraften und möchte in diesem „unwirklichen Spiel“, wie er es nennt, genauso wenig leben, wie 2015, als er sich vom 7. Stock seines Wohnhauses stürzte. Aber der Pharmakonzern LIFEGUARD möchte das und hat anfangs große Mühen, diesen gebrochenen Mann für das Leben in dieser neuen, geordneten Welt zu erwärmen. Janssen spielt mit – und geht durch die Hölle.

Diese Zukunftsvision beschäftigt sich mit einer Urangst der Menschheit. Die unbekannte Zukunft. Ein Mensch aus dem Mittelalter hätte nichts mehr zu fürchten, als in unserer Zeit leben zu müssen und ein Mensch der Gegenwart würde im düsteren Mittelalter ersticken. Wir Menschen können uns von Natur aus nur unserer gegenwärtigen Zeit anpassen. Weiter wird die ungeschminkte Realität des Überwachungswahns auf unserer Welt thematisiert und was damit auf uns alle zukommen wird, wenn Politiker und Regierungen nicht beginnen, umzudenken.

Eine real wirkende, wenn auch fiktive Reise ins Jahr 2079, basierend auf wissenschaftlichen Recherchen aus dem Jahre 2013.

HIER gehts weiter: http://2079.contrapunctus.me/

Liebe macht blind

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online_datingEgal, ob es Liebe zu gutem Essen ist,
Die Liebe zur Musik,
Oder die Liebe zur Liebe.
Liebe macht blind,
Weil wir durch einen dunklen Nebel wandern,
Der uns, ähnlich einem Beruhigungspulver,
Gleichgültig und zufrieden macht.

Liebe macht so blind,
Dass wir nicht einmal mehr wahrnehmen,
Wenn unser Gegenüber sagt:
„Ich liebe Dich nicht!“
Liebe besteht aus Sex,
Eingebettet in einem Viertel aus Höflichkeit,
Verlustangst und Toleranz.
Liebe fragt nicht, ob Du mit ihr gehst.
Liebe nimmt Dich, wo Du stehst.

Liebe spuckt Dich aus,
Wenn sie nimmer an Dir frisst!
Liebe hält Dich solang aus,
Bis sie Dich nicht mehr vermisst.

Drum glaube nicht, in keiner Nacht,
Was seine Augen sagen;
Sie war’n für Dich zurecht gemacht,
Und hernach wirst Du klagen:
„Die Liebe hat mich angelacht!
Wie soll ich das ertragen?!“

Und weiter sehe ich vor mir
Deine treuen Blicke.
Du warst mein Lebenselixier,
Weil ich ohne Dich ersticke.

27.02.2013-23.30

Labora et amare!

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labora-et-amareArbeit und Liebe,
Mehr brauche ich nicht.
Und diesen Glanz,
Der aus Deinen Augen
Nächtlich zu mir spricht.

Labora et amare!
Das Beten lass ich sein.
Man mich vor Gott bewahre
Und der Pfaffen Heil’genschein!

Zum Lieben brauch ich Leben
Und keinen toten Gott.
Was kann er mir denn geben,
Als meinen eig’nen Trott?
Die Kirche ist bankrott.

Labora et amare!
Tu es jeden Tag!
Mach es all die Jahre,
Bis zu Deines Herzens
Allerletzten Schlag.

27.02.2013 – 17.40

Im Schnee warst Du gekommen…

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loslassenEin Himmel voller Geigen,
Voll lieblicher Musik.
Der Teufel musste schweigen,
Mein Herz hoffte auf Sieg.

Die wunderbaren Wochen
Mit Dir bleiben feiner Sand,
Der leis‘ und still gekrochen
Durch mein Uhrwerk fand.

Im Schnee warst Du gekommen,
Und fandest in mein Herz.
Im Schnee warst Du gegangen,
Zurück blieb nur der Schmerz.

Ich werd Dich weiter lieben,
Auch wenn Du mich nicht liebst.
Meine Uhr ist stehngeblieben,

Ich hoffe, Du vergibst…

19.02.2013 – 21.33

Ich vermisse

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HerzIch vermisse Deine Augen
Deinen Kuss auf meinen Lippen,
Nachts an Deiner Schönheit saugen,
Und dabei schier auszuflippen.

Ich vermisse Deine Ruhe,
Die Du abendlich mir schenkst.
Alles, was ich täglich tue,
Du mit Deinem Herzen lenkst.

Wie vermiss ich Deinen Anmut,
Deine göttliche Figur…?
Das Meiste, was mir gut tut,
begründet ist in Dir.

Nur ein einz’ger Tag
Ohne Deine Nähe,
Ist ein Tag,
Den ich nicht mag,
Weil ich nicht sähe,
An wem mein Herz erlag.

16.02.2013-23.20

Winternachtsliebe

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schneeherzIn tief verschneiter Winternacht
War’s um mich geschehn.
Du hast mein Herz verrückt gemacht;
Ich lass Dich nimmer gehn.

Der Glanz in deinen Augen sprach
Aus vielen tausend Bänden.
Und auf dem Weg zum Schlafgemach
Nahmst Du mich an den Händen.

Es folgten Küsse, noch süßer als Wein,
Bis zu den Morgenstunden.
Eh wir erwachten, im Kerzenschein,
Hab ich Dein Herz gefunden.

Eng umschlungen und vereint
Begrüßten wir den Morgen.
Eine Sonne in mir scheint,
Ich fühle mich geborgen.

Komm wieder, wenn Du Sehnsucht spürst,
Nach diesen traumhaft Stunden.
Ich lieb’ es, wenn Du mich verführst,
Deine Liebe zu erkunden.

11.02.2013-19.30

Im frühen Februar

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DjuvecEs fiel im frühen Februar
Der neue, kalte Schnee.
Mit ihm kamst Du;
Ein Traum ward wahr;
Das Grauen war passé.

Die Tage mit Dir waren
Unwahrscheinlich schön.
Ich hab durch Dich erfahren,
Alte Wunden gehn,
Auch nach vielen Jahren.

Mein Traum von Dir entsteht
Erstmals seit ein paar Tagen.
Und wenn die letzte Skepsis geht,
Dann sollten wir es wagen

Den Frühling zu begrüßen
Und ja zur Liebe sagen,
Den Sommer zu versüßen
Verantwortung zu tragen.

Ich möcht‘ Dich nicht mehr missen,
Nachdem was ich erlebt,
Erlebe mein Gewissen,
Wie’s nach Leben strebt.

09.02.2013 – 01.55

Winterwunderland

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EWinterwunderlands flockt seit schon zwei Tagen,
Leis und grob der Schnee.
Weder Jammern noch das Klagen
Von der Alb bis an die Spree,
Macht den Winterblues passé.

Es hat sein Gutes, dieses Treiben,
Jeder Lärm wird reduziert.
Und an den kalten Fensterscheiben
Mir mein Atem rasch gefriert.

Ich lass den Hass, ich geh hinaus
In meinem wärmsten Gewand
Und mache dort das Beste draus,
Im Winterwunderland.

17.01.2013 – 23.28

Fahrt in den Tod

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fahren-mit-lichtgeschwindigkeit-autobahn_19-137559Ich finde mich als Beifahrer in einem Auto auf einer Landstraße wieder. Der Fahrer ist ein Bekannter von mir, den ich nur schwer identifizieren kann. Ich denke, es ist Louis. Das Auto ist schnell. „Ehe ich ihn fragen kann, was ich hier zu suchen habe, beschleunigt er auf über 200 km/h und lächelt mich an. „Du möchtest sterben, John? Jetzt hast Du die Gelegenheit. Genieß es. Es tut überhaupt nicht weh.“

Das Auto beschleunigt weiter. 300 km/h. Während ich die kahlen Birken auf der linken Straßenseite vorbeirasen sehe, werde ich tief in den Sitz hineingepresst. Ich kann nicht sprechen und entscheide mich dafür, alles geschehen zu lassen, was nun geschieht. Ich habe keine Angst. Die Tachonadel rotiert nervös und wir steuern geradezu auf über 700 km/h. Ich möchte mir die Arme vors Gesicht halten; aber es scheint mir durch die extreme Fliehkraft schier unmöglich, mich zu bewegen. „Hab keine Angst, John, wir sind gleich da.“ sagt mein Beifahrer und blickt mit einem unerschütterlichen Grinsen nach vorn. Das Fahrzeug wird immer schneller und schert nach links; die Tachonadel dreht sich wie verrückt und da sehe ich am rechten Fahrbahnrand plötzlich Bilder aus meiner Vergangenheit vorbeirasen, die mir bekannt vorkommen. Kindheitsbilder, meine verstorbene Mutter, Blut, Geburt… Und kurz vor dem vermeintlichen Aufprall fühle ich mich ganz schwerelos und allein…

Was für ein wunderschöner Traum…

03. Januar 2013

Mein Herz

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herzblut1Das Jahr neigt sich dem Ende,
Meine Seele bleibt allein.
Das Herz sprach tausend Bände,
Nun mag es nur noch schrei’n.

Es schreit nach Liebe, schreit nach Luft
Und windet sich vor Schmerz.
Versperrt in dunkler Gruft,
Das blutend, heiße Herz.

Des Menschen kühler Hass
Sperrte es dort ein.
Ich fühle noch den Bass
Der alten Schweinerei’n.

Ich lass Gefühle künftig
Stetig außen vor.
Gefühl ist unvernünftig,
Weil ich dadurch verlor.

23.12.2012 – 00.10