Scheintod

      1 Kommentar zu Scheintod

kerzeJeden Tag dasselbe Bild.
Geduckter, grauer Tag,
zum Leben nicht gewillt,
Angst an meiner Seele nagt.
Ein Herz vor Kälte brüllt.

Ich halt das Grauen nicht mehr aus,
möcht nur noch wortlos gehn.
Tret aus diesem Leben aus,
möchte nichts mehr sehn,
lass die Vergangenheit zuhaus.

Fast schon einem Scheintod gleich,
wirkt täglich mein Bestehen.
Jeder Tag auf Zehen schleicht,
und davon abgesehen,
nun ist genug! Es reicht!

Ich reiße mir mein Herz heraus
und werf es auf die Straße,
dann nehme ich Reißaus,
und blase in Ekstase
das letzte Lichtlein aus.

(15.11.2011 – 15.30)

1 thought on “Scheintod

  1. Steven

    … Novemberblues?

    Gefällt mir stilistisch mal wieder ausnehmend gut, Contrapunctus, besonders auch wegen der nicht ganz alltäglichen Reimstruktur.

    Aber auch die Bilder, die du für den Stimmungstransport verwendest, finde ich sehr gelungen. Ein Tag, der auf Zehen schleicht … sehr eingängig.

    Man kann diesem LyrIch allerdings nur wünschen, dass ganz schnell wieder der Sonnenschein bei ihm einzieht.

    Lieben Gruß

    Steven

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