Schön’s Blümelein

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StiefmütterchenEinst stand da ein schön’s Blümelein
Vor einem alten Haus.
Es stand so einsam und allein;
Das hielt mein Herz nicht aus.

Behutsam nahm ich es zu mir
Und setzte es Zuhause ein.
Es war dann fortan hier,
Das zarte, junge Blümelein.

Es gedieh so wunderbar
Und blühte auf, in voller Pracht,
Seit es bei mir war,
So bei Tag und bei der Nacht.

Doch an jenem Sommertage,
Als von der Reise ich zurück,
Blieb die eine alte Frage:
Warum starb das junge Glück?

Den Topf des schönen Blümelein
Zierte nur noch toter Schmerz.
Es konnt’ nicht länger bei mir sein.
Mir zerriss es schier mein Herz.

Ein Jahr später, vor dem Garten,
Als der Schmerz verklungen,
Sah ich neue Blümlein warten,
Meine Seele hat gesungen!

Und so nahm ich notgedrungen
Eines mit nach Haus.
Ich hatte lang mit mir gerungen;
Dieses Blümchen war ein Graus!

Zwar glich es dem vom letzten Jahr
Wie ein Ei dem andern.
Doch seine Absicht war,
Von Topf zu wandern.

Auch das Blümlein, das hernach
Nicht lange bei mir blieb,
Hielt mich viele Nächte wach,
Entpuppte sich als Herzensdieb.

Ein Blümlein, das ich zu mir nahm,
Aus fremdem Untertopf
Blieb nichts, als alter Gram,
Und Wut in meinem Kopf.

So lass ich all die Blümelein
Künftig wo sie sind.
Erfreue mich an ihrem Schein,
An ihrem Tanz im Wind.

31.05.2014 – 21.18

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