The End

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blutroseIch weiß. Ich hab Seal seinen Twitterspruch geklaut. Aber er passt leider so gut. Nur dass es bei René und mir nicht sieben Jahre waren, sondern eher sieben Wochen. Eigentlich wusste ich schon so lange, dass es nicht weiter gut geht. Nur wollte ich diese „Wahrheit“ nicht sehen, nicht anerkennen und nicht hören. „Es wird schon“ hatte ich mir immer zwanghaft eingeredet, weil ich diesen jungen Mann einfach so sehr schätze. Endlich hatte ich da einen Menschen, der jeden meiner Makel akzeptiert, der mir keine Schande aus meiner Vergangenheit und meinem Jetzt nachträgt. Und doch ging diese Partnerschaft kaputt.

Dass auch Dezemberrosen nicht für die Ewigkeit geschaffen sind und irgendwann verdorren, war mir bewusst. Und trotzdem war diese Dezemberrose das Symbol für unsere Liebe. Ich versuchte Wurzeln aus ihr zu ziehen, jedoch sie verdorrte.

Zu ähnlich waren wir uns. Nein, ich möchte sogar behaupten, wir waren uns in vielen Situationen zu gleich. Stetig wurden meine negativen Gedanken bejaht, statt dementiert, zu oft waren meine Leiden die seinen und zu oft fühlte ich mich, als würde ich kopiert. Vielleicht fühlte René das auch umgekehrt so. Aber es nahm mir auf Dauer jeden Antörn für ihn, obgleich er dafür gar nichts kann. Schon zu Anfang an, begonnen in seiner ersten vierseitigen Anschrift an mich, hob er mich auf eine Stufe, wo ich nicht hingehöre. Ich fühlte mich angepriesen, vergöttert, verehrt. Ich dachte immer, ich wünschte mir das. Leider musste ich feststellen, dass mir solches gar nicht recht behagt. Ich benötige ein Gleichgewicht. Jemand muss mir auch mal sagen können: „So nicht John!“

Wie auch immer, nun haben wir gestern Abend mehr oder weniger „beschlossen“, diese Partnerschaft nach fast zwei Monaten aufzugeben. Ein Ende mit Schrecken; aber vielleicht ist es ein Neuanfang für uns. Für mich im Moment eher nicht. Ich fühle mich scheiße. Scheiße ist gar kein Ausdruck. Ich fühle seit Wochen meine linke Hand nur noch zur Hälfte, verlasse das Haus kaum mehr, bin appetitlos, liege oft den halben Tag mit schwersten Depressionen im Bett, fühle an nichts mehr Freude, möchte am liebsten sterben. Schmerzlos. Es ist ein Graus, einem Jungen weh zu tun, der alles Menschenmögliche versucht hat, mir zu gefallen. Ich hab das schon mal erlebt und ich schwor mir, es darf nie wieder geschehn. Nun ist es wieder geschehn. Ich kann einfach nicht mehr. Alles was ich anfasse oder beginne, geht kaputt.

Auch mein Gram darüber, dass ich es wohl nicht mehr schaffen werde, jemals glücklich werden zu können, entschied nun darüber, dass ich allein bleiben werde. Nie wieder werde ich jemanden finden, der zu mir passt und ich möchte das auch nicht mehr. Denn: Ich bin nicht pässlich!

Ich scheiße auf dieses Leben, welches seit meiner Kindheit Krieg mit mir führt. Meinem letzten Glück sei Dank, dass ICH es nicht selbst beenden muss, weil es schon am Ende ist.

25.01.2012 – 00.50

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