Traumtagebuch vom 11.03.2012

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ute takacsEpisode I

Ich laufe den Berg der Tannenbergstraße hoch. Wie früher. Mein Vater erwartet mich weinend an der Haustür. Nachbarn sind versammelt. Oma kommt. Mutter ist tot. Sie liegt auf der Couch im Wohnzimmer. Ich breche zusammen. Ich fühle, wie der Boden unter meinen Beinen schwankt und sich wegzieht.

Schweißgebadet wache ich auf.

Episode II

Traurig laufe ich den Berg der Tannenbergstraße hoch. Meine Mutter ist tot. Wir haben sie einige Tage zuvor beerdigt. Als ich am Haus ankomme, kommt mein Vater raus und fragt, warum ich denn weine. Mutter lebt! Sie war im Leichenschauhaus zu sich gekommen. Sie umarmt mich, doch ich fühle sie nicht.

Schweißgebadet wache ich auf.

Episode III

Ich lebe im JETZT. Ich laufe die Tannenbergstraße hoch und erinnere mich an meine Kindheit. Vieles hat sich verändert. Das Haus von damals bewohnt seit einigen Jahren Martin, der Sohn unserer früheren Nachbarn und Vermieter. Es ist schön restauriert. Ich gehe in den Garten, wo meine Mutter und die Vermieterin einst Blumen, Beerengehölz und Kräuter gepflanzt hatten. Die Beete wurden durch kahle Steinplatten und Rasen ersetzt. Ich bin erschüttert. Neben der Haustüre steht immer noch die grüne Gießkanne von damals. Ich nehme sie und gieße die alten Beete und plötzlich wächst und gedeiht alles wieder wie in alten Jahren. Währenddessen kommen ein paar Jungs um die Ecke. Ich frage sie, ob Martin denn da wäre. „Nein, der ist nach Kanada verreist!“ meint einer der Jungs, der ihm trotz Bart erstaunlich ähnlich sieht. Er sieht mich bemitleidend an, während ich mit der Gießkanne vor ihm stehe. Die drei Jungs gehen rein, in das Haus, das ich zu gern nochmal von innen sehen würde. Im selben Moment zieht ein Sturm auf. Der Horizont verfärbt sich bedrohlich, wie am 21.07.1992 und ich kann noch erkennen, wie die ersten Bäume fliegen, als sich neben mir die Stahltüre der Waschküche öffnet und meine Mutter ruft: „Tobias, komm rein! Ein Sturm!“ Ich möchte die vier Stufen zu ihr in den Keller hinunterlaufen, doch ich erreiche ihre Hand nicht.

Schweißgebadet wache ich auf.

Episode IV – Daniel

Daniel (Nahezu 2 Jahre Beziehung bis vor 2,5 Jahren) und ich sitzen auf einem kahlen Stein vor einer Tankstelle. Er hat dort ein besonderes Bier gekauft. Aus den Niederlanden oder England, ich weiß es nimmer. Es schmeckt mir gut. Und im gleichen Moment genieße ich seine Redeflut, die mir während unserer Beziehung unbekannt war. Warum auch immer, residiere ich gerade in einer kleinen Behausung über einer Kneipe. Wir verstehen uns plötzlich so gut wie nie zuvor und beschließen, zusammen dorthin, in dieses Fremdenzimmer zu gehen. Als wir dort ankommen, hab ich gleich Stress mit dem Wirt. Es geht um ausstehende Mieten. Die vielen alten Männer, die in der Gaststube sitzen, sehen mich argwöhnisch an. Ich schicke Daniel hoch, in mein Zimmer. Er bietet mir an, meine Ausstände zu bezahlen; aber ich verneine und schicke ihn hoch.

Später, mitten in der Nacht, nachdem Daniel und ich traumhafte Stunden verbracht hatten, muss ich aufs Klo. Ich komme an einem offenstehenden Zimmer vorbei und schiebe die Tür etwas auf. Ich sehe auf einer Fensterbank Schmuck und Diamanten liegen, die sich im Licht der Straßenlaterne spiegeln. Ich denke darüber nach, sie zu stehlen und mit Daniel abzuhauen.

Schweißgebadet wache ich auf.

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